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Nichts macht den Unterschied zwischen analoger und digitaler Fotografie deutlicher als die Blitztechnik. Wer mit dem Erscheinen der digitalen Kameras mit externem Blitzanschluss lauthals behauptete, es wäre nun alles einfacher und im übrigen genau so wie in der Analogfotografie, der brachte allergrößten Unfug in die Umlaufbahn.
Nichts war wie vorher und nichts funktionierte so richtig – teilweise bis heute. Ungelöste Rätsel bleiben dort, wo die TTL – Technik, unterstützt von unsichtbaren Vorblitzen, die vom eigentlichen Blitz zur Lichtmengensteuerung analysiert werden, über Wasser korrekte Ergebnisse liefern, unter Wasser aber versagen. Wer zum Beispiel Nikons Coolpix 5000 mit dem Systemblitz SB 80 DX unter Wasser einsetzt wird feststellen, dass die TTL –Steuerung überhaupt nicht reagiert und immer knackig volle Leistung ins Motiv schickt. In dieser Kombination kann man ausschließlich mit manuell am Blitz eingestellten Lichtmengen arbeiten, was Erfahrung voraussetzt und die Arbeit hinter der Kamera den Anfängen der UW-Fotografie vor 50 Jahren gleicht.
Aber auch höherwertige SLR – Kameras fordern bei der Blitztechnik einiges an Korrekturen ab. Soweit ein zur Kamera passender Systemblitz verwendet wird, harmonieren Kamera und Blitz einigermaßen zufriedenstellend. Natürlich müssen manuelle Korrekturen gemacht werden, ist das Motiv besonders dunkel (schwarzer Tauchanzug – mit TTL gemessen wird dieser überbelichtet) oder stark reflektierend wie ein Fischschwarm (die glitzernden Fischleiber simulieren ein besonders helles Motiv, der Blitz wird zu wenig Licht abgegeben, das Bild wird unterbelichtet).
Das große Problem für die Hersteller von digitalen Kameras ist die Simulation einer TTL – Funktion. (Lichtmengenmessung durch das Objektiv). Bei analogen Kameras funktionierte das relativ einfach – Sensoren maßen die vom Film reflektierte Lichtmenge und hatte diesen einen bestimmten Wert erreicht wurde der Verschluss der Kamera geschlossen und / oder das Blitzgerät abgeschaltet. Digitale Kameras haben keine Filmebene, an der Reflexionen gemessen werden können und so behelfen sich die Kamerahersteller mit immer neuen Techniken hier digital das nachzuempfinden, was analog hervorragend funktionierte.
In den Wahnsinn getrieben werden die Hersteller von Amphibienblitzgeräten, die lange Jahre mit einmal entschlüsselten TTL-Codes der verschiedenen Kamerahersteller jeden UW-Fotograf mit einem einwandfrei funktionierendem Blitz beliefern konnten, der die TTL – Steuerung beherrschte. Heute ist nicht nur bei den unterschiedlichen Herstellern eine abweichende TTL – Steuerung anzutreffen, es wechseln die Techniken sogar von Kameramodell zu Kameramodell, was zum Ausdruck bringt, dass die Ingenieure immer noch nicht die ideale Lösung aller digitalen TTL – Probleme gefunden haben. Bei Nikon ist das besonders eklatant.
Selbst wenn man heute wieder bei Subtronic Amphibienblitze erwerben kann, deren TTL –Steuerung mit digitalen SLR`s in gewisser Weise zusammenarbeiten, so erfordert das Arbeiten doch noch mehr Mitdenken und manuelle Korrekturen als bei analogen Systemen.
Die Entscheidung, ob man einen Systemblitz im UW-Gehäuse oder einen Amphibienblitz einsetzen möchte, kann durchaus eine sehr persönliche sein. Die Systemblitze sind durch die Anordnung der Bedienungselemente und Kontrollleuchten auf den Betrieb an einer Kamera über Wasser angepasst. Wer im Mittel mit Standardwerten arbeitet ohne Ehrgeiz durch manuelle Korrekturen das Bildergebnis beeinflussen zu wollen, der kann einen Systemblitz verwenden, dessen Handling möglicherweise mit dicken Handschuhen an den Fingern unkomfortabel sein kann. Amphibienblitzgeräte strotzen meist vor Leistung und kurzen Blitzfolgen und haben Bedienungselemente, die auch mit Handschuhen gut zu schalten sind. Dazu sind die Kontrollleuchten auch immer im Focus des Fotografen. Weitwinkelfans finden bei Amphibienblitzen eher Modelle, die in der Lage sind große Bildwinkel auszuleuchten.
Die Blitztechnik unter Wasser im Zusammenspiel mit digitalen Kameras ist also eine sehr spezielle Angelegenheit, die Übung erfordert.
Wer kompakte Digitalkameras ohne externen Blitzanschluss mit einem Blitzgerät aufrüsten möchte, der kann dies mit Systemen wie von Sea & Sea angeboten tun. Der Blitzimpuls wird vom eingebauten Blitz gegeben, dessen Licht über einen Lichtleiter an das externe Blitzgerät weitergeleitet wird. Im Umfeld „normaler“ Motive funktioniert das ausreichend zuverlässig. Für Motive im Nahbereich muss dann eine Streuscheibe vor den Blitzreflektor gegeben werden, damit die Aufnahmen nicht hoffnungslos überbelichtet werden.
Gerade beim Einsatz von Blitzgeräten wird man feststellen, dass die digital produzierten Fotos wesentlich exakter belichtet werden müssen, als jene, die auf Negativfilm oder Dia aufgenommen werden. Negativfilm verträgt Kontraste bzw. vom Ideal abweichende Belichtungen in einem Spielraum von zwei Blendenwerten, der sensible Diafilm kann immerhin noch einen Blendenwert Spielraum bieten, digitale Aufzeichnungen haben weniger Spielraum als Diafilm und müssen tunlichst auf den Punkt richtig belichtet werden, wobei schon geringfügige Überbelichtungen auch bei der Nachbearbeitung am Computer nicht mehr ordentlich korrigiert werden können, wohingegen Unterbelichtungen besser nachzuarbeiten sind.
Unserer Meinung nach ist die ideale Lichtausstattung für Digitalfotografen die Kombination aus UW-Blitz - für größere bzw. weiter entfernte Motive sowie einer Daylightleuchte für den Nah- und Makrobereich sowie zur allgemeinen Motivbeleuchtung und zur Unterstützung des Autofocus.
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