|
Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie als UW – Fotografin / Fotograf gelegentlich von anderen Tauchern einer größeren Gruppe, in die Sie das Schicksal der Reisebuchung verschlagen hat, offen angefeindet werden. Das liegt an dem immer noch verbreiteten Vorurteil, das UW – Fotografen rücksichtslos alles kaputt machen um zu einem Foto zu kommen. Die Begründung dieses Vorurteils kann man manchmal leider selbst beobachten. Seien Sie beispielhaft und schließen Sie Motive aus, die nur unter mechanischer Beeinträchtigung des Riffs fotografiert werden können. Befinden sich beim Fotografieren über Sandgrund, dann ist es aber für die Natur auf jeden Fall vorteilhafter sich mit den Flossenspitzen vorsichtig im Sand zu stabilisieren anstatt mit Flossenbewegungen kurz über dem Grund Sand aufzuwirbeln, der sich rundum auf Korallen ausbreiten kann und schließlich ins Motiv driftet.
Fotografen sind in größeren Tauchgruppen schlecht aufgehoben. Immer Anschluss an eine Gruppe halten zu müssen ist für die Auseinandersetzung mit Motiven kontraproduktiv. Deshalb sollten UW-Fotografen eine gute Tauchausbildung haben, die sie zu eigenverantwortlichen Tauchgängen in Begleitung eines geeigneten Partners befähigt! Am besten hat man immer die gleiche Partnerin, den gleichen Partner, die als Model im Bild mitwirken und zudem auch die Orientierung im Tauchgebiet überwachen, da Fotografen, die intensiv mit dem Auge an einem Motiv hängen schnell einmal alles um sich herum vergessen.
Lässt es sich nicht vermeiden mit größeren Gruppen an einen Tauchplatz (Wrackstelle!) zu kommen, sprechen Sie mit dem Guide ab, dass Sie als Fotograf mit Ihrer Begleitung als erste ins Wasser kommen möchten, damit wenigstens noch einige Aufnahmen möglich sind, in denen kein Sediment aufgewirbelt wurde und Totalen ohne einen Wust von Luftblasen fotografiert werden können.
Suchen Sie sich als bevorzugte Tauchziele Destinationen mit einem gepflegten Hausriff. Dann kann man als Fotograf ohne Probleme zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Fotopirsch gehen.
Je nach Sonnenstand können Rifflandschaften ihre Wirkung völlig verändern. Bei Hausrifftauchgängen kann man seine Motive dann gezielt nach dem besten Sonnenstand bearbeiten.
Sehr reizvoll sind Dämmerungstauchgänge, da dann die Kontraste zwischen den Motiven im Riff und der Wasseroberfläche geringer sind. Es gelingen dann sehr stimmungsvolle Aufnahmen mit dem Blick zur Oberfläche unter wirkungsvollem Einsatz eigener Lichtquellen (Blitz oder Daylightleuchte).
Zeit ist Luft. Sparen Sie sich unnötiges Herumspielen an den vielen Kamerafunktionen, die keine Notwendigkeit haben unter Wasser bedient werden zu müssen. Ein falscher Tastendruck kann die Motivsammlung zum Hindernislauf machen. Prägen Sie sich die notwendigen Funktionen und die Lage der Bedienungselemente dafür ein: Hauptschalter, Auslöser, Zoom, Programm (Blende / Belichtungszeit), Empfindlichkeit, Auflösung, (eingebauter Blitz), Korrektur +/-, Weißabgleich (fest auf Daylight). Die Standardwerte sollen schon vor dem Tauchgang eingestellt sein und sofort zur Verfügung stehen!
Datenversteck? In den Bilddateien sind umfangreiche Informationen versteckt, die die Kameras mit jeder Aufnahme hineinschreiben. Die sogenannten Exif – Daten zeigt Grafiksoftware wie Photoshop in seinem Dateibrowser an. Es gibt aber auch Freeware, die aus dem Internet geladen werden kann und die versteckten Daten sichtbar macht. Hier findet man unter anderem Angaben zum Kameramodell, mit dem die Aufnahme gemacht wurde, die eingestellte Empfindlichkeit, die Brennweite, Blende und Belichtungszeit, ob der Blitz ausgelöst wurde, die Bildgröße und Auflösung.
|