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Amphibico Gehäuse Navigator 900

by Michael Goldschmidt 9.00

Die Kanadier in St. Laurent waren nach dem Erscheinen der Sony DCR-TRV 900 unter Druck geraten, löst dieser digitale Display - Camcorder die legendäre VX 1000 im Lieferprogramm von Sony ab. Eins ist aber klar, ersetzen kann die TRV 900 die VX 1000 nicht, dazu fehlt ihr allein schon in der Kameragrösse das semi- professionelle Format. Doch Sony musste wohl so reagieren und die TRV 900 äusserlich auf das vorliegende Amateurformat herunterholen, waren zuviele Profis zur VX 1000 gewechselt und hatten den Japanern das lukrative Profi- und Broadcastgeräte - Geschäft im eigenen Haus vermiest. Das bisher aus dem Hause Amphibico zu beziehende Dive Buddy konnte die vielfältigen Möglichkeiten der TRV 900 nicht auf den Unterwasser-Einsatz übertragen. Da schafft der NAVIGATOR 900 neue Möglichkeiten Notwendiges und weniger Wichtiges auch unter Wasser am Camcorder einzustellen.

Auffällig ist Amphibico`s Navigator 900 schon auf den ersten Blick. Nicht grau lackiert, wie die meisten der Gehäuse aus Kanadas Edelschmiede, in frischem Blau pulverlackbeschichtet leuchtet das Gehäuse dem Interessenten entgegen. Das Objektiv mit Filtereinschub, wie auch die optische Zubehörreihe - vom unter Wasser aufsetzbaren Weitwinkel, dem 100° Superweitwinkel, den Einsteckfiltern und dem innen vorschwenkbaren Filter - kennt man schon vom VH 1000 Body. Der suchende Blick auf die Innenflächen der Handgriffe, dort, wo beim VH 1000 Gehäuse und bei er Dive-Budy-Serie die Drucktasten und Leuchtdioden der elektronischen Bedienung plaziert sind, fällt ins Leere. Lediglich T-Nut-Steine zur Zubehörmontage sind zu finden. Des Rätsels Lösung: Das gesamte Gehäuse ist in der Grundausstattung “nur” auf mechanische Bedienung ausgelegt mittels Tasten und Drückern, die auf konsequent direktem Weg von der Aussenseite des Gehäuses auf die Funktionstasten des Camcorders im Inneren treffen. Diese Konsequenz ist nicht immer auch bequem für das Handling des Navigator. Darüber tröstet uns die Handschlaufe auf der rechten Gehäuseseite. Somit erreicht man den grossflächigen Start/Stop-Drücker bequem, dreht man ohne Lichtanlage und montiertem IR-Handgriff. Fast unerreichbar weit entfernt sind aber bei dieser Konfiguration die Taster für die Brennweite und den Photoshot, trägt man 7mm - Handschuhe. Nur unverpackte Hände kommen durch die Handschlaufe also bis zu den Tasten an der Gehäuseoberseite. Bei den wichtigsten mechanischen Bedienelementen (Start/Stop, Zoom) wäre eine ergonomische Platzierung durch Achsen durchaus möglich, doch mag man sich zur vorliegenden Lösung entschieden haben, da so der Camcorder ohne Abstimmung der Mechanik im Inneren eingesetzt werden kann. wird. Diesen Komfort beim Einbau hätten wir gerne zugunsten der Ergonomie beim Drehen nach außen verlegt gesehen. Das Umdenken fällt schwer, da man ja durch die Dive Buddy, VX 1 und VH 1000 - Gehäuse und ihrer elektronischen Steuerung per Tastendruck im Handgriff verwöhnt worden war. Sicher, es können nun keine Elektronikausfälle mehr beklagt werden, eigene Servicemaßnahmen wären weltweit selbst durchführbar.

Neu ist auch der Zugang zum Gehäuse durch die aufklappbare Frontpartie. Von einem Scharnier gehalten schwenkt die Objektivplatte zur Seite. Ungewöhnlich aber nicht nachteilig. So können jetzt am Einschwenkfilter und an der Hinterlinse des Objektivs Reinigungsmassnahmen erfolgen, die sonst ein Herausnehmen des Objektivs erforderlich gemacht haben. Auch der Austausch des Filters gegen eine Nahlinse ist so wesentlich einfacher geworden. Neu ist auch der einzige und nun arretierte Excenter- - Verschluss aus Kunststoff, der die Gehäusehälften verbindet. Im Frontteil sitzt aussen das Stereomikrofon, das im Frequenzgang auch auf die Laute von Walen und Delfinen optimiert sein soll. An der Oberseite des Frontdeckels finden wir eine Leuchtdiode, die batteriebetrieben als Leckwarnung dient. Die Wahl dieser Position kann nicht als besonders glücklich gewählt bezeichnet werden. Zu selten fällt in der Praxis der Blick auf diesen Bereich, besonders, wenn Lichtanlagen an der Gehäuseoberseite montiert sind und die Sicht versperren. Wir meinen, diese Diode gehört in Blickfeld des Kameramann, am besten in Suchernähe.

Der Blick nach innen zeigt ein aufgeräumtes Nest für den Camcorder, der auf einem aus Kunststoff geformten Schlitten ruht, der vor dem Herausrutschen durch eine gefederte Arretierung bewahrt wird. Weiter geht der Blick zum Fenster für das LCD-Display und den Sucher. Der Sucher hat keine Lupenver- grösserung. Die TRV900 muss mit gänzlich ausgezogenem Sucherschacht ins Gehäuse gesetzt werden, wobei der Sucher durch ein von Amphibico mitgeliefertes Paßstück arretiert wird. Amphibico verzichtet schliesslich beim ausklappbaren Monitorspiegel auf einen Schutz vor störendem Umgebungslicht. Thema Schärfekontrolle: Da je nach verwendeter Lichtanlage und bei ausgeklapptem Display-Spiegel der Zugang zur Taste der AF-Kontrolle behindert ist, gibt es auch hier Punktabzug.

Die Montage des Camcorders auf dem Schlitten ist einfach, das Verbindungskabel zum Mikrofonanschluss an der Kamera hätte aber gerne 3mm länger ausfallen können. Der LCD-Sucher wird umgedreht und wieder flach angeklappt. Dann muss nur noch überprüft werden, in welcher Stellung der Hauptschalter am Camcorder und am Gehäuse steht. Sind diese abgeglichen und stehen auf identischen Werten kann die Kamera eingeschoben werden - natürlich mit dem mitgelieferten Keil hinter dem Sucher und ohne Sonnenblende.

Im Einsatz - ohne Lichtanlage - kann die Handschlaufe am Gehäuse genutzt werden. Auch kleinere Hände kommen hier an den Auslöser, die Zoomtasten und den Photoshot. Nahezu unmöglich wird dies, hat man dicke Handschuhe übergezogen. Erreicht man jetzt nur noch mit Mühe die Tasten an der Oberseite kommt noch hinzu, dass der eine Finger nun auf der Photoshot - Taste ruht, der andere auf der Wide-Taste des Zooms. Der Blick in den

Kamerasucher, dessen Rand nicht gummiert ist, zeigt einen Bildausschnitt von etwa 80% des gesamten Sucherbildes, die Kontrolle manueller Schärfe ist ausreichend möglich. Wählt man den ausgeklappten Spiegel mit Blick auf den grossen Monitor der TRV890 / 900 zur Bildkontrolle, ist hier auch nur eine Bildfläche von etwa 80% einsehbar. Zusätzlich ragt der Select-Drehknopf für die manuelle Blendeneinstellung ins Blickfeld. Bei starkem Streulicht von hinten oder von oben kommend wird das Spiegelbild des Monitors überstrahlt, ein faltbarer Blendschutz hätte dies zum Teil verhindern können. Unhandlich ist die Bedienung des Weissabgleich oder der manuellen Blende, da die Schalter nicht an ergonomisch günstigen Positionen sitzen. Die Focustaste erreicht man nur mit einem langgemachten Zeigefinger, umfasst die Hand der linken Handgriff.

Fazit und Aktualisierung (elektronischer Handgriff):

Wer mit dem NAVIGATOR 900 grundsätzlich ein voll elektronisches Supergehäuse nach Art des VH 1000 erwartete, wird möglicherweise zunächst enttäuscht. Dass mechanische Bedienung auch komfortabel sein kann, haben andere Hersteller jedoch schon oft bewiesen, aber jene haben die Kanadier nicht in allen Details inspiriert. Aber ein mechanisches Gehäuse kann weltweit meist mit Eigenmitteln im Falle einer Panne repariert werden. Der Navigator wird ein“echtes” Amphibico - Housing “alter Schule”, wenn der elektronische rechte Steuerhandgriff für Start/Stop, Zoom, Szenenrückschau und Weißabgleich angeschlossen wird (optional DM 1300.-, Euro 664,67). So ausgerüstet ist das Arbeiten sehr komfortabel und professionell. Da hingegen ursprünglichen Planungen die Signalübertragung vom Handgriff auf die Kamera nun doch nicht auf dem Infrarotweg erfolgt, ist über die Zubehörbuchse eine Kabelverbindung herzustellen. Bei den Gehäusen der Serie 1-3 wird diese Modifikation bei MARLIN kostenlos erledigt, ab Serie 4 kann das problemlos selbst bewerkstelligt werden. 
 
Der Sucher wie auch der Monitor haben ihre kleinen Schwächen. Verzichtet man auf eine Lichtanlage, ist das Navigator-Gehäuse sehr handlich und auch in Frauenhänden gutaufgehoben. Die Position der Leckwarn - Anzeige ist jedoch ungünstig, dafür ist diese aber mit einer eigenen Batterie ausgestattet, ein Vorteil gegenüber sonst bei Amphibico üblicher Stromversorgung über den Camcorderakku. Auf alle Fälle ist die optische Ausstattung mit Ports und Objektiven wie immer vorbildlich, die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck, das alles zum Preis der Amphibico Oberklasse. (Preisanhebung zum Oktober 99 angekündigt). Mit IR-Handgriff und in Verbindung mit den optischen Optionen ist das Navigator - Gehäuse allerdings wieder ein Housing der Oberklasse.

Fakten

NAVIGATOR 900

Material: Alu mit Pulverlack-Beschichtung
Druckfest: 100 Meter
Leckwarnung: Optisch, batterieversorgt
Standardoptik: WW - 3-linser, Faktor 0,55, zoomfähig
Mikrofon: Stereo
Sucher: Ohne Vergrösserung, Displayansicht über ausklappbaren Spiegel
Eingebauter Schwenkfilter: ja
Dichtung: 1 O-Ring
Steuerung: Mechanisch - Zoom, Photoshot, Start/Stop, Weissabgleich, AF-Abschaltung, Belichtungszeit, Programmwahl
Gewicht leer: 3000 g
Gewicht mit Kamera: 4300 g
Abtrieb mit Kamera 220 g
Zubehör optional: Steuerhandgriff, Fernübertragungskabel, externe UW-Filter, 80° WW-Vorsatz, 100° Weitwinkelobjektiv, Planport
Preis ca. € Euro 3375 - Stand 9/2000) inkl. 2 Standard-Handgriffen und einem Glas-Einschubfilter UW 35 (schwankende Preise aufgrund des Dollarkurses)
Steuerhandgriff elektronisch für Star/Stop, Weißabgleich, Zoom, Szenenrückschau ca. € 670

Infos: www.marlin.de 

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