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Sich für einen Atemregler von Atomic Aquatics zu entscheiden, zeichnet die User als ein finanzstarkes und besonders qualitätsbewusstes Klientel aus. Der in der
zweiten Hälfte 2007 auf den Markt gekommene Regler ST1 wird auch vor dem Hintergrund eines besonderen Umweltbewusstseins als innovativ bezeichnet. Die erste Stufe
wurde computergesteuert in einem Stück aus Edelstahl 316 gefertigt, einem Material, das vollständig recyclebar ist.
Interessant erscheint das Prädikat
„umweltfreundlich“ angesichts der Tatsache, dass der Regler ST1 in USA gefertigt wird, einem Land, das bekanntlich nicht zu den größten Befürwortern
umweltschonender Technologien zählt. So mag es daran liegen, dass Tauchen und Natur untrennbare Begriffe sind, die die Ingenieure von Atomic Aquatics motivierten,
einen völlig neuen Weg zu beschreiten, der den ST1, der deshalb auch „der grüne Atemregler“ genannt wird, auf den Markt brachte. Edelstahl gegenüber Messing auf
jeden Fall den Vorteil doppelt so robust zu sein, bei nur geringfügig höherem Gewicht. Für € 729,- bekommt man ein Stück Highend – Tauchtechnologie, das
so gut aussieht, dass man es eigentlich blitzblank poliert im mit Samt ausgeschlagenen Ebenholzkästchen in Empfang nehmen möchte, doch für die Vitrine ist der ST1
nicht gebaut. Auf den ersten Blick fällt die Führung des Mitteldruckschlauchs auf, der die erste Stufe senkrecht nach oben verlässt. Einsatzbereit am Ventil
montiert führt der Schlauch in einem Abwärtsbogen zur zweiten Stufe. Für komfortablen Sitz sorgt ein Swifelgelenk, ebenfalls aus Edelstahl, das der einzigartigen
Schlauchführung jedes denkbare Unbehagen hinsichtlich wahrnehmbarer mechanischer Irritationen nimmt. Tatsächlich spürt man beim praktischen Einsatz keinerlei
Schieflage oder Druck auf dem Mundstück. Sogar im Falle einer Wechselatmung erleichtert das Swifelgelenk die Handhabung. Doch wie immer stecken im eher unsichtbaren
Bereich die wahren Werte einer Atemtechnik und angesichts des von Standard - Produkten nach oben hin abweichenden Preises, darf man mehr erwarten als nur optische
Unterscheidungsmerkmale. Die ungewöhnliche Führung des Mitteldruckschlauchs bewirkt eine Verbesserung des Luftstromverhaltens, da die vom Hochleistungs -
Durchflusskolben auf den Mitteldruck reduzierte Luft auf geradem Weg die erste Stufe verlässt, was Verwirbelungen vermeidet. Zugleich ist die erste Stufe bereits
werkseitig mit einem Vereisungsschutz – Kit ausgestattet, was zudem deren innere Verschmutzung ausschließt. Ein weiteres, nur bei Atomic Aquatics realisiertes
Feature ist das selbst schmierende Hochdruck – Kolbendichtungssystem. Mehr Leistung und weniger Wartung stehen hinter diesem Produktmerkmal.. Die 5
Mitteldruckabgänge sind uneingeschränkt drehbar, so lassen sich die Schläuche individuell führen. Natürlich hat es auch die zweite Stufe in sich, was durch
verschiedene Patente geschützt wird. Einzigartig ist AFC, die automatische Fließkontrolle. In Abhängigkeit der Tauchtiefe reguliert sich der Venturi – Effekt
selbständig. Dabei wird ein quer im Kanal zwischen Mundstück und Gehäuse liegendes Blättchen Millimeter um Millimeter aus dem Atemkanal gezogen, je größer der
Außendruck, eben die Tauchtiefe ist. Dadurch bleibt der hohe Atemkomfort über alle Tiefenbereiche erhalten. Zur weiteren Anpassung der Luftliefercharakteristik kann an
einem Drehknopf eine Schnelleinstellung vorgenommen werden, die das Abblasen an der Oberfläche oder bei Atmung aus dem Oktopus unterbindet. Ein weiteres Highlight ist
die pneumatische Entlastung des Ventilsitzes in der zweiten Stufe. Dadurch wird langfristig vermieden, dass das Ventil in den Tauchpausen belastet wird, was beim Gros
der Regler schon beim Verlassen der Fertigung beginnt und im Lauf der Zeit zur Abnutzung des Ventils und zum Abblasen führt. Atomic Aquatics schließt das Ventil erst
unter Druck pneumatisch und reduziert so die Abnutzung dieses Bauteils auf die Zeitdauer von Tauchgängen. Nachdem im Sommer auch die EN 250 – Prüfung
(Kaltwassertauglichkeit) ohne jede Einschränkung bestanden worden war, kann der ST1 als Regler für Pressluft bis 300 bar Betriebsdruck auch unter schwierigen
Temperaturverhältnissen eingesetzt werden.
Praxis
Nimmt man den ST1 das erste Mal in die Hand und verzichtete darauf das Manual vorher zu
studieren, ergibt sich spontan die Frage, wie er am Ventil montiert werden soll. Die geradlinige Schlauchführung aus der ersten Stufe irritiert zunächst. Doch dieser
Überraschungseffekt ist schnell ad Acta gelegt. Weitere Mitteldruckschläuche lassen sich Dank der drehbaren Mitteldruckports gut platzieren. Abgetaucht präsentiert
sich der Regler von seiner besten Seite – hervorragender, druckfreier Sitz im Mund – leichte Atemarbeit – sehr gutes Luftflussverhalten. Selbst mit
dicken Handschuhen lässt sich die Schnelljustierung gut bedienen. Die Geometrie des Mundstücks ist ebenso ausgewogen, wie der des ganzen Gehäuses. Die großflächig
ausgeführte Luftdusche unterstützt den insgesamt sehr guten Eindruck.
Fazit
Angesichts des Garantieversprechens von 30 Jahren auf die
„Hardware“ (alles außer Mundstück, Schlauch, O-Ringen, Filter und Ventillager – hier zwei Jahre Garantie) zahlt es sich für einen dem Produkt langfristig
treuen Kunden bald schon aus etwas mehr in einen Atomic Aquatics ST1 investiert zu haben. Highend vom Feinsten, innovativ und – umweltfreundlich.
Anmerkung: Die Beispielfotos wurden im Diver`s Indoortauchzentrum produziert.
Video: Wirkung AFC
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