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by Ilka Weber 7.05

Auch bei Tag wirksam: Taucherhandlampe

Zwei getrennte Abgänge mit ersten Stufen belegt

Hochleistungsatemregler mit Oktopus

Zweiter Hochleistungsatemregler als Reserve an eigener erster Stufe

Reserveatemregler hängt mit Gummiband am Hals - schnellster Zugriff im Notfall

Jacket bleiintegriert, 2 Atemregler, Tauchcomputer luftintegriert, Finimeter extra

TEC -Jacket, 2 Atemregler - Systeme, Finimeter, Computer luftintegriert, Tanklampe, Signalblitzer

Finimeter

Anzug halbtrocken von Cressi

Anzug trocken von Poseidon

Taucherlebnis Süßwasser - Maibaum im Walchensee

Atemregler - Jackets - Flossen - Lampen - Anzüge - Auswirkungen unzureichenden Kälteschutzes

Tauchen und Tauchen ist nicht immer das gleiche, das stelle ich spätestens bei den ersten technischen Problemen fest.
Ein Urlaubstaucher, ausgestattet mit Equipment für Einsätze in warmen  Meeren kann es sich wohl nur schwer vorstellen, dass mit leichtem Reisejacket, dünnem Neopren und einfachem Atemregler ohne Kaltwasser - Tauglichkeit der Abstieg in einem romantischen, klaren aber eben auch selbst im Sommer empfindlich kalten Bergsee deutlich risikobehaftet ist, befinden wir uns doch nach wie vor im selben Element H2O.


Schauen wir uns die Taucher Im Süßwasser einmal genauer an. Freiwillig begeben sie sich mit üppig ausgerichtetem Equipment, was gelegentlich wie eine Materialschlacht anmutet, in an sich für Menschen  lebensfeindliches Element und das auch noch mit sturer Regelmäßigkeit. Wo andere die Badesachen nebst Schwiegermutter und Kinder ins Auto verladen, wird freitags noch fleißig gefüllt, geschraubt um am Samstag als erster einen der heiß begehrten Parkplätze am See zu erhaschen. Warum dieser Aufwand betrieben wird, versteht vermutlich nur jemand, der auch zu dieser Garde von Süßwasserjüngern zählt.

Wir dürfen bei all dem nicht außer Acht lassen, dass Süßwassertauchen ein erhöhtes Augenmerk auf Art und Qualität des Equipments erfordert.

Hat ein Badesee an der Oberfläche etwa 18°, 20°C so kann schon bei geringen Tiefen schlagartig ein Temperaturwechsel stattfinden (man spricht hier von Sprungschicht). Dieser variiert  abhängig vom Wetter und den den See umgebenden Besonderheiten (Wald, Berge oder Flachland). In unserem ständigen Testgewässer findet sich eine erste deutliche Sprungschicht im Sommer bei etwa 4 Meter Tiefe, unterhalb 8 Metern erwarten uns dann nur noch 7°C. Kommen dann Faktoren zum tragen, die auf den Taucher anstrengend wirken wie falsche Bleimenge, Wadenkrampf wegen harter Flossenblätter, Kältestress, Dunkelheit und/oder schlechte Sicht (daraus resultierend psychische Belastung, wichtiges Thema bei Süßwassertauchgängen), so steigt auch die Atemfrequenz beachtlich und bringt die Technik einfacherer Regler an ihre Grenzen. Der hohe Luftdurchsatz, gepaart mit möglicherweise schlechter Wartung und die niedrigen Temperaturen können dann rasch zu einem Vereisen des Atemreglers führen. Habe ich in diesem Fall nur einen Regler montiert (1. Stufe, 2. Stufe, Oktopus)) so gibt es keine Möglichkeit, dieses Problem unter Wasser zu lösen und den Tauchgang und fortzusetzen. Ein Zugriff auf die Luftreserven des Tauchpartners ist meist unumgänglich. Ist auch dieser nur mit einem Regler ausgestattet und hält man sich etwa gegen Ende eines Tauchgangs noch in größerer Tiefe auf, kann aus dieser prekären Situation womöglich ein Notfall entstehen der ernste Folgen haben kann.
Zum Glück nur noch sehr selten Ganz selten ertappt man noch Taucher der ersten Stunde, die auf die gute alte Wechselatmung schwören und selbst den mittlerweile vorgeschriebenen Oktopus nicht mitführen.
Angesichts der realistisch geschilderten Szenarien dürfen wir uns nie darüber hinwegsetzen, dass Süßwassertauchgänge nur in einer erfahrenen Gruppe in einwandfreier Tagesverfassung und psychisch unbelastet  absolviert werden! Kann auch nur einender drei Punkte nicht positiv abhaken, könnte aus einem harmlos beginnenden und an sich zu beherrschenden Problem eine Panikattacke entstehen, die alles im Kurs Erlernte vergessen macht.
Daher gilt im Süßwasser für die eigene Sicherheit und die des Tauchpartners: Ausrüstung mit zwei kompletten Atemreglern an voneinander getrennten, einzeln absperrbaren Ventilen.
Empfehlung für die Atemreglertechnik für Tauchgänge im Süßwasser:
Kaltwassertauglicher Hauptregler: 1. Stufe, 2. Stufe, Druckmesser (Finimeter oder Drucksensor eines schlauchlosen Computers)
Kaltwassertauglicher Reserveregler: 1. Stufe, 2. Stufe, Oktopus (möglichst deutlich längerer Mitteldruckschlauch zur problemlosen Partnerversorgung), Druckmesser (Finimeter)
Nur selten finden  Sie so ausgerüstete Taucher, vor allem der zweite Druckmesser wird völlig übersehen, muss jedoch wegen Vereisungsproblemen das Flaschenventil des Reglers mit dem Finimeter geschlossen werden fallen natürlich die Luftvorratsdaten aus, ein fataler Zustand!
Der lange Mitteldruckschlauch des Oktopus findet mit einem kräftigen Gummiring gehalten einen ordentlichen Platz am Tank. Die zweite Stufe hängt wie gewohnt in griffbereiter Position am Jacket für die Eigenversorgung, ein deutlicher Zug am Schlauch gibt ihn in ganzer Länge frei und lässt dem damit ausgerüsteten Partner wesentlich mehr Bewegungsspielraum, was auch stressmindernd auswirkt.   
Ein zweites Finimeter fällt heute kostenseitig kaum ins Gewicht, dazu gibt es sehr kleine Instrumente, die im Jacket verstaut werden können. Da selbst Computer der Oberklasse mit drahtlosem Luftdrucksender ausfallen können, kann man aus unserer Sicht auch diesem Klientel nur empfehlen ein Finimeter zusätzlich zu montieren.
Die viel zitierte Ähnlichkeit von Fliegerei und Tauchen ist unschwer zu erkennen, in beiden Bereichen werden lebensnotwendige Technik und Instrumente doppelt integriert, ein Verfahren, das selbst in der modernen Flugtechnik trotz überproportionaler Zuverlässigkeit der Geräte nie aufgegeben werden wird. Verglichen wir die Ausrüstung und den Wartungszustand so mancher Tauchgeräte mit denen eines Passagierflugzeugs, so würden viele Taucher davon Abstand nehmen in ein Flugzeug zu steigen, dessen technische Voraussetzungen denen ihres Equipments entsprächen.

Was die Auftriebsmittel betrifft, so darf man auch hier einige Besonderheiten und Anforderungen nicht vernachlässigen.
Es sollten genügend stabile Befestigungsmöglichkeiten, D-Ringe, verfügbar sein, für Leuchten und anderes Zubehör.
Ein Jacket setzt man nicht nur ein, um sich auszutarieren und gegebenenfalls in die Höhe zu „liften“, nein, es muss auch in der Lage sein, bei der Partnerhilfe mitzuwirken, um diesen notfalls mit an die Oberfläche zu bringen. Knapp bemessene Reisejackets mit Auftriebskräften von unter 10kg (je nach Größe) kommen da sehr schnell an ihre Grenzen!
Taucher, die das Süßwasser in ihr Herz geschlossen haben, gehen rund ums Jahr in den See – sie müssen daher auf die Qualität, sprich Verarbeitung, Leistungsfähigkeit Funktion besonders achten. Welcher Jacket-Typ nun bevorzugt wird, ist sicher Streitthema und Geschmackssache zugleich. Wingjackets haben den großen Vorteil, den Taucher unter Wasser in einer idealen Schwimmlage zu stabilisieren und werden dem Tauchen in einem See mit sensiblem Untergrund wohl am ehesten gerecht wird. Das Argument, Wing-Jackets garantierten keine ohnmachtssichere Lage an der Oberfläche kann bei Tauchgängen in Seen geringer bewertet werden. Wer sich trotz allem nicht mit echten Wingjackets anfreunden kann, sollte einmal Hybrid - Jackets testen, denn diese vereinen die positiven Eigenschaften von Wing- und ADV-Jacket. Das Wingjacket hat einen geringen Wasserwiderstand beim Tauchen, bietet seitlich mehr Bewegungsfreiheit und beengt nicht im Brustbereich (damenfreundlich). Das sind die Vorteile, die beim Hybrid – Jacket im Zusammenspiel mit der stabilen Lage an der Oberfläche vereint werden 
Ein hochwertiges ADV-Jacket meistert natürlich auch alle klassischen Anforderungen, mit etwas größerem Wasserwiderstand und als Standardmodell weniger damenfreundlich geschnitten. Deshalb sollten sich Taucherinnen in erster Linie für die verschiedenen Damenmodelle interessieren, die von den guten Herstellern angeboten werden.
Zu wenig Gedanken macht man sich meiner Meinung nach zum Thema „Bleiintegration“. Offen gestanden ist es recht mühsam eine komplette Einheit aus Flaschen, Jacket und Blei anzulegen, wenn keine geeignete Infrastruktur das unterstützt. Meist ist keine Parkbank, kein Tisch oder die Ladefläche eines Jeeps verfügbar um sich einigermaßen bequem aufzurödeln. Die Hersteller beschönigen diese Situation, indem sie ihrerseits in den Anleitungen davon sprechen, dass man die Bleitaschen dann ins Jacket einzuschieben hat, wenn man das Gerät auf dem Rücken hat. Unter idealen Laborbedingungen, ohne Handschuhe und mit einem dünnen Anzug mag das gelingen. Tatsache ist, dass die Art der Bleitaschen – Einschübe nicht unbedingt dazu geeignet ist, vom Taucher selbst im Jacket verstaut zu werden. Man kommt um die tatkräftige Hilfe des Buddy nicht umhin. Doch passieren hier oft genug fehlerhafte Montagen und verlorene Bleitaschen sind kein seltenes Problem. 
Die klassischen Bleigurte stellen natürlich auch keine seelig machende Lösung dar, muss man bei zunehmender Tauchtiefe doch den Gurt immer wieder enger schnallen, damit er nicht vom Körper rutscht. Bei Trockentauchanzügen ist ein Bleigurt zudem sehr hinderlich. Sehr praktikabel sind die wenig beachteten „Bleiwesten“ (siehe Ralf Tech http://vertrieb.marlin.de/index2.php?site=details&id=RT-400173). Gemeint ist hier eine Weste, die das Gewicht des Bleis auf die Schultern verlagert und in deren in Hüfthöhe platzierten Taschen Blei und notfalls eine Reservemaske, eine Boje verstaut werden. Diese Weste wird unter dem Jacket getragen und erlaubt auch mit Mechanismen – ähnlich zu denen an Jackets – die Gewichtstaschen im Notfall abzuwerfen. 

Ein weiteres wichtiges Aurüstungselement ist die Tauchlampe. Benötige ich diese nur in kleiner handlicher Form im Meer, um Farben wieder sichtbar hervorzuholen und mir die Schönheiten der Fauna und Flora in voller zu erobern, so hat die Tauchlampe im Süßwasser eine weit wichtigere Aufgabe zu erfüllen. Je nach Dichte der Schwebstoffe muss ich schon bei wenigen Metern Tauchtiefe die Lampe einschalten, um überhaupt vernünftig etwas von den Reizen der Süßwasser - Landschaft zu entdecken. In den meisten Seen herrscht unterhalb 20 Metern Tiefe bereits relative Dunkelheit, wirkungsvolle Lampen mitzuführen ist daher unerlässlich. Die durchschnittliche Leuchtzeit von Handleuchten liegt knapp unter einer Stunde, das könnte unter Umständen knapp werden, wenn aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen vom Tauchplan abgewichen werden muss. Es empfiehlt sich deshalb immer eine Reserveleuchte mitzuführen, die beim Ausfall der eigentlichen Lampe (defekter Brenner, entleerte Akkus) zum Einsatz kommt.
Es gibt erstaunlich viele Taucher,, bei denen es immer noch zum „guten Ton“ und zum „richtigen Tauchen“ gehört ohne Lampe zu tauchen. Hinterfragt man aber das Erlebte und Gesehene, so lässt sich stets ein deutliches Manko erkennen  -man hat an sich nichts Interessantes gesehen. Die  Süßwasserpolypen von wenigen Millimetern Größe lassen sich nicht ohne Lichtquelle entdecken! Nischen, Höhlen, in denen sich Krebse oder Aale verstecken, erfasst das menschliche Auge ohne künstliches Licht nur marginal. Und noch ein Aspekt darf nicht vergessen werden: Dunkelheit und schlechte Sicht führen häufig zu Unbehagen; Unbehagen gepaart mit kleinsten Problemen führt nicht selten zu einer Panik. So ist eine Taucherlampe in mehrfacher Hinsicht ein Sicherheitsplus.

Die Bedeutung der richtigen Flossen wird leider allzu häufig unterschätzt. Lieber wird diskutiert, welcher Mineraldrink dem gerade erlebten Krampf hätte vorbeugen können, wie die Ernährung umzustellen wäre, was an wöchentlichem Flossentraining zu absolvieren wäre, damit Wadenkrämpfe nicht ständig treue Begleiter des Tauchgangs sind. Die Flosse wird – Hand auf´s Herz – doch oft nach Farbe und Geldbeutel ausgewählt, oder eben weil ein guter Freund diese empfohlen hat. Kaum jemand testet Flossen vor dem Kauf oder hinterfragt ihre Eigenschaften. Von ungewöhnlichem Design lässt man lieber die Finger, man könnte am See eher belächelt werden. Über Computer, Atemregler und Lampen wird diskutiert, Flossen führen oft ein völlig unbeachtetes Dasein, werden oft nur in „to buy“ or „not to buy“ unterteilt, ohne jedes Hintergrundwissen. Man kann eine „normale“ Geräteflosse nicht mit Exoten wie der Force Finn oder einer Splifin vergleichen. Der Stil, damit zu tauchen ist völlig unterschiedlich. Letztendlich müsste jeder für sich testen, welche Flosse mit welcher Besonderheit und Härte zum persönlichen Tauchstil, dem Anwendungsbereich und der Kondition passen würde. Die Flosse als Antrieb des Taucher hat also eine Schlüsselposition inne und hier sollte man sich ausführlich über die Fakten wie Effizienz (Verhältnis von Kraftaufwand und Vortrieb) informieren, was großen Einfluss auf den Luftverbrauch hat und die Belastung der Wadenmuskulatur (geringere Krampfanfälligkeit). Gerade Splitfin Technologien zeigen hier erstaunliche Fähigkeiten, was allerdings nur mit einem kurzen Kick als Flossenschlag umzusetzen ist. Wer lieber die gewohnten langen Beinbewegungen machen möchte, wirft einen Blick auf die Power Plana oder Volo von Mares. Gerade bei Tauchgängen im Süßwasser, bei denen die umfangreiche Ausrüstung deutlich mehr Wasserwiderstand erzeugt als ein minimales Equipment im tropischen Meer, erleichtert eine hochwertige Flosse den Vortrieb und reduziert den Luftverbrauch spürbar. Und noch ein Tipp, Flossen kauft man nicht im Sack, genau so wenig wie Schuhe. Probieren sie die Flossen Ihrer Wahl mit Füßlingen an. Die Fußteile sind von Hersteller zu Hersteller und von Typ zu Typ unterschiedlich. Was bei einer Marke als XL verkauft wird, ist bei einer anderen eine Größe L. Soll die Flosse mit dem Trockentauchanzug benutzt werden, dann ist eine Anprobe mit dem Fuß im Stiefel des Anzugs unerlässlich. Die meisten Trockis verlangen nach der nächst größeren Flosse, als der, die man mit Füßlingen benötigt. 
 
Ein weiteres Schlüsselthema für das Tauchen im Süßwasser sind natürlich die Anzüge.
Auch hier scheiden die Geister. Da gibt es die „harten Jungs“, die voller Stolz ganzjährig nur mit ihrem Halbtrocki in den Baggersee springen und da gibt es jene, die sich nicht zu schade sind, Schwächen zuzugeben und sich als Warmduscher outen – im Trockenanzug. Tauchen in kaltem Wasser, das beginnt schon bei 15° C, bedeutet nicht nur bis zu einer Stunde dieser Temperatur ausgesetzt zu sein; wir dürfen nicht vergessen, dass Wasser wesentlich schneller Wärme ableitet und wir somit entscheidend schneller auskühlen. Tauchen mit Nassanzug ist in unseren Breitengraden eigentlich mit einer kontrollierten Unterkühlung gleichzusetzen. Selbst ein noch so gut abdichtender Halbtrocki kann nicht verhindern, dass uns gegen Ende des Tauchgangs kalt wird, liegen die Wassertemperaturen unter 15° C und ist die isolierende Eigenschaft des Neoprens durch die Tauchtiefe vermindert. Schon in 10 Metern Tiefe ist die Materialstärke um 50% reduziert, da die eingeschlossenen Gasbläschen durch den Wasserdruck entsprechend komprimiert werden. Das Kältegefühl zeigt sich zuerst an den äußersten Punkten des Körpers, den Händen, Füßen und dem ohnehin schlechter geschützten Gesicht. Kältezittern als Resultat der Unterkühlung stellt sich oft noch im Wasser ein und die wenigsten verfügen über ein Fahrzeug mit Standheizung, in dem man sich geschützt und im Warmen umziehen kann. Unterkühlung fördert auch die Empfindlichkeit gegenüber Vireninfektionen wie dem klassischen Schnupfen oder auch Gliederschmerzen, da unterkühlte Hautpartien geringer durchblutet sind und damit das Immunsystem lokal geschwächt den Nährboden für Virenaktivitäten bereitet.    
Der Körper des Tauchers wird von zwei Seiten her thermisch belastet, von außen durch das umgebende Wasser und von innen durch die Atmung, da die Luft im Tank die Umgebungstemperatur annimmt und zusätzlich durch die Druckminderung (Expansion) im Atemregler noch weiter abkühlt.  
Die Wirkung einer Unterkühlung während des Tauchgangs stellt sich so dar:  Zunächst steigt die Atemfrequenz, was zu beschleunigtem Luftverbrauch und höherer Stickstoffsättigung im Blut führt. Das Blut fließt schneller in für die Körperfunktionen wichtigen Organe und ins Gehirn. Der Bereich des Kopfes ist dabei besonders kritisch, werden thermische Grenzwerte unterschritten führt dies unter anderem auch zu Funktionsstörungen in den Gliedmaßen. Der Flossenschlag wird uneffektiver. Die Konzentration lässt nach, was fatale Folgen für den Betroffenen und die Sicherheit aller am Tauchgang beteiligten Taucher haben kann. Dies alles sind gute Gründe, über einen wirkungsvollen Kälteschutz nachzudenken. Trockentauchanzüge mit  entsprechendem Unterzieher sind hier erste Wahl. Häufige Gegenargumente sind der höhere Preis und die größere Menge an benötigtem Blei. Sitzt der Trockentauchanzug mit einem Standardunterzieher (ausreichend bei normalen Tauchgängen bis in den Winter hinein) gut am Köper, so benötigt man nur unwesentlich mehr Blei.Insgesamt ist man mit einem Trocki nicht so beweglich, wie mit einem Halbtrockenen, aber lieber warm verpackt als halb verfroren.  
Ein Kaltwasser -  Halbtrockenanzug kostet gut und gerne 400 Euro, ein Einsteigertrockentauchanzug ist bereits ab € 600.-  zu bekommen. Das Preisargument  zählt also nicht wirklich.
Bei Trockentauchanzügen gibt es durchaus große Unterschiede, die sich letztlich im Preis niederschlagen. Die günstigsten Angebote sind bei Trilaminat - Anzügen (auch Membrananzüge genannt) zu finden. Diese sind sehr robust und verändern bei zunehmender Tiefe nicht die Materialstärke. Ein geeigneter Unterzieher muss mit diesem Anzugtyp immer getragen werden.  Die Strömungseigenschaften sind bei Trilaminat – Anzügen etwas schlechter, da sie nicht glatt an der Haut anliegen und Falten bilden. Dadurch nimmt der Wasserwiderstand zu. Das wirkt sich aber nicht bei Tauchgängen in stehenden Gewässern aus, beim Einsatz in kalten Meeren kann dies aber Bedeutung haben. Trockenzüge aus Neopren sind komfortabler zu tauchen, haben aber nach wie vor die ungeliebte Eigenschaft des Neoprens, mit zunehmender Tiefe weniger zu isolieren. Die beste Lösung stellt ein Anzug aus komprimiertem Neopren,  Crushed Neopren, dar, bei dem die im Neopren befindlichen Luftbläschen schon vorkomprimiert wurden. Dieser vereint die Vorteile des Trilaminat- und des Neoprentrockis, ist aber durch den erhöhten Produktionsaufwand auch teurer.
Nicht zu vergessen sei ein Hinweis, auch wenn er oft nicht gern gehört wird: Trockentauchen wird in einem Specialtiy angeboten und sollte in diesem auch erlernt werden. Trockentauchen ist nicht schwer, birgt aber auch Gefahren. Um diesen gegenzusteuern und mit Notfallsituationen umgehen zu können, erlernt und trainiert man Übungen, simuliert Notfälle um in jedem Fall „Herr der Lage“ zu sein. Es wäre sonst womöglich nicht der erste Taucher, der mit den Flossen voran auftaucht!

Wer einmal trocken getaucht ist, wird rasch die Vorteile erkennen und die Nachteile für sich abwägen.
So perfekt ausgerüstet sollte nichts im Wege stehen, den nächsten Tauchgang in kaltem Wasser ausgiebig zu genießen und den Blick auf das zu trainieren, was die Fauna und Flora des Süßwassers ausmacht. Große bunte Fische sind es eher nicht, jedoch kann ein stattlicher Hecht, ein farbig attraktiver Barsch oder aber eine das wasser filternde Muschel aus der Nähe betrachtet nicht minder reizvoll sein.

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