UnterWasserWelt - das Onlinemagazin seit 1999


 

Werbung Fa. Marlin UW-Gehäuse

Anzeige Aqua Active Agency

Werbung Seacsub

Werbung Cressi

Werbung SDI TDI ERDI

Werbung Taucheruhren.de

Basisreport ”Islas Hormigas” in Cabo de Palos an der Costa Calida

by Roland Glorius 00

Um 9 Uhr morgens sitze ich mit meinem Tauchkameraden Bernd aus Frankfurt/M auf der Terrasse eines Bistros in der Nähe des Hafens und wir geniessen einen Cafe con Leche. Hier im romantischen Hafen von Cabo de Palos scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nichts deutet auf die Nähe des Mar Menors hin, das ja auch als größte Badewanne Europas bezeichnet wird und dem Touristen ein umfassendes Angebot an Wassersportarten anbietet. Im Hafen von Cabo de Palos kann man die Hochhäuser der Touristenburg La Manga nurmehr erahnen, sie sind gottseidank weit weg.

Als die von der langen Anfahrt müden Geister wieder geweckt sind sprechen wir gemeinsam unseren ersten Tauchgang durch. Um keine weitere Zeit mehr zu verlieren, machen uns auf den Weg zur Tauchbasis. Die Fahrt führt uns durch eine romantische Landschaft, vorbei an verfallenen Landgütern und Ruinen alter Windmühlen glaubt man sich an die Zeit des Don Quichote zurückversetzt zu sein. Wir sind heute Morgen nicht die einzigen Tauchkunden. Noch ganz verschlafen wird uns die Tür der Tauchbasis ”Islas Hormigas” geöffnet. Da wir bereits angemeldet waren und ich schon früher hier zum Tauchen war, sind alle Formalitäten schnell erledigt.

Heute soll es zu einem Gebiet mit Namen ”Bajo de Dentro” gehen. Dort soll aus einer Tiefe von 36 Metern eine steile Felsnadel aus dem sandigen Meeresboden herausragen. Wir sind gespannt!

Ich erinnere mich noch an einige Tauchgänge aus dem letzten Jahr. Die unheimliche Begegnung mit Barrakudas im Gebiet ”Bajo de Piles”. Es war nicht die große Anzahl der schlanken etwa 1 Meter langen Raubfische gewesen, die mir damals Angst einjagte, nein es war die Art, wie sie über den Felsen schwebten und jederzeit hätten losschlagen können. Dieser Barrakudaschwarm ist mir unendlich groß in Erinnerung geblieben, die silbernen Leiber schienen überhaupt nicht mehr aufhören zu wollen und ich befand mich mitten unter ihnen. Ihre starren Augen sahen mich kalt an und die steil im halbgeöffneten Maul stehenden Zähne wirkten recht bedrohlich auf mich. Doch sie schwammen an mir vorbei, als ob ich überhaupt nicht für sie existierte. Mein Glück!

Auch an Tauchgänge in einem Gebiet hinter den Islas Hormigas erinnere ich mich gerne zurück. Leider ist es unter Naturschutz gestellt worden und die Behörden haben für dieses Jahr ein generelles Tauchverbot ausgesprochen. Ein Felsmassiv steigt dort aus einer Tiefe von 50 Metern auf. Die Nordseite hat eine Wand, die etwa in einem Winkel von 45º abfällt. Diese Seite des Felsmassives ist reichlich mit Wrackteilen übersät. Zwischen zerstreut liegenden Eisenstreben von Schiffsspanten und Schiffsschornsteinen traf ich auf riesige Zackenbarsche. Zwischen den Steinen patroullierten Gabeldorsche oder eine dicke Muräne zeigte mir eindringlich drohend ihr Gebiss. Meerraben schwammen hier in grossen Schwärmen umher und auch hier streifte ein riesiger Barrakudaschwarm durch das freie Wasser.
 
Ein zweiter Tauchgang, der mich zur steilen Südseite des Felsmassives führte, ließ mir schier den Atem stocken. Wie in einem Theater konnte man auf ein riesiges Wrack hinuntersehen das in einer Tiefe von etwa. 50 Metern auf dem Meeresgrund lag. Ich konnte damals nicht anders, da musste ich hinunter. In der Tiefe umschwärmten mich Zackenbarsche, silbern

glänzende Eissterne kletterten über die Wrackaufbauten und als Kontrast waren farbenprächtige rote Gorgonien neben weißen Keulenseescheiden zu bewundern. Unter den mit gelben Krustenanemonen bewachsenen Felsen tummelten sich Schwärme von Fahnenbarschen.

Ich hänge immer noch meinen Gedanken nach, als wir das Tauchboot besteigen. Ob es diesesmal auch wieder gut wird?

”Bajo de Dentro” liegt ein Stück vor den Islas Hormigas und der charakteristische Leuchtturm von Cabo de Palos ragt am Horizont wie ein steiler Finger in den Himmel. In diesem Seegebiet herrscht oft eine starke Strömung, da hier, an der äußersten Nahtstelle zwischen dem Gezeitenstrom aus der Meerenge von Gibraltar und der rückführenden Strömung entlang der nördlichen spanischen Mittelmeerküste, das Meer sehr stark umgewälzt wird. Wegen der leichten Strömung müssen wir schnell am Ankerseil abtauchen. Nach etwa 10 Metern erreichen wir die Spitze der Felsnadel und tauchen an ihrem südlichen Ende weiter in die Tiefe. Mir fällt der starke Bewuchs von verschiedenen Grünalgen und weißen Gorgonien auf. In einer Tiefe von 30 Metern entdecken wir die ersten roten Gorgonien. Wie selbstverständlich umkreißen uns Zackenbarsche und Meerraben. Im freien Wasser stehen Goldbrassen, ein einzelner kapitaler Barrakuda und zwei der seltenen Spitzkopf - Zackenbarsche, mit ihren typischen silbernen Körperstreifen. Majestätisch schweben zwei Adlerrochen vorbei. Unten im Sand können wir Pfauenfederwürmer und eine leichte Erhebung wird plötzlich lebendig und ein riesiger Zitterrochen sucht das weite. Leider hat dieser faule Bursche keine Lust uns eine Schwimmvorführung zu geben. Dass vor dem Fels auch noch ein großer Drachenkopf liegt, soll hier nur noch der Vollständigkeit halber angeführt werden..

Lange darf ein Aufenthalt in dieser Tiefe nicht dauern und so kehren wir langsam wieder an die Wasserobefkäche zurück. Auf dem Rückweg werden wir von Brassenschwärmen und Wolken von Mönchsfischen und Meerpfauen zum Boot begleitet. Bei diesem Tauchgang haben wir für Mittelmeerverhältnisse sehr viel zu sehen bekommen und man kann sagen, dass die Unterwasserwelt bei den Islas Hormigas jederzeit einen Wiederholungstauchgang wert ist. In diesem Gebiet liegt auch das Wrack der ”Isla Gomera”, das in einer Tiefe von 44 Meter auf dem Grund liegt, doch dies zu betauchen heben wir uns für den nächsten Besuch auf. Gerne würde ich natürlich nochmals bei den tiefliegenden Wracks im Sperrgebiet tauchen, aber wegen des Verbotes ist dies leider in diesem Jahr nicht mehr möglich, aber vielleicht geht es ja im nächsten Jahr wieder.

Auf der Rückfahrt sind in der Ferne wieder die Bausünden von La Manga zu sehen. Immer den Leuchtturm von Cabo de Palos im Blick fahren wir in den Hafen ein. Nach dem Vergnügen kommt nun die Arbeit, denn erst müssen das Equipment gereinigt und die Tauchflaschen gefüllt werden. Dann wartet eine heiße Dusche auf uns und wir träumen bei wesentlich angenehmeren Wassertemperaturen von der Unterwasserwelt der Islas Hormigas.

  • Tauchcenter:
  • Islas Hormigas
  • Paseo de Barra 5
  • 30370 Cabo de Palos
  • Tel/Fax 0034-968 145 530
  • eMail wily@bbv.com 

Anfahrt:

Mit dem Auto über die A7 Lyon Narbonne Barcelona Valencia Alicante, kurz vor Cartagena links in Richtung La Manga abbiegen, Abfahrt Cabo de Palos.

Mit dem Flugzeug nach Alicante oder Murcia (von allen deutschen Flughäfen), dann weiter mit dem Mietwagen oder Taxi.

Mit der Bahn ist es nicht empfehlenswert, da die Fahrt zu teuer und langwierig.

Wohnen:

Buchungen bei allen großen deutschen Reiseveranstaltern (nach La Manga).

Weitere Information:

  • Estacion Nautica Mar Menor
  • Tel 902 17 17 18
  • C/Fuster 63, Edif. Pintor Hermández Carpe
  • 30710 Los Alcázares, Murcia

Preise:

Die Preise bewegen sich im üblichen spanischen Rahmen.

Für eine Ausfahrt mit eigenem Equipment kostet mit Flaschenfüllung ca. 19 Euro. Die Füllung einer 15 L Flasche koster nur ca. 4,50 Euro.

Ein Openwaterkurs kostet ca 290 Euro.

Schulung:

PADI bis Advanced Open Water Diver

Flaschenfüllung:

Meistens umgehend, jedoch kann es bei Basisandrang zum Stau mit Wartezeiten kommen. Es sind jedoch außergewöhnlich viele (volle) Leihflaschen vorhanden.

Tauchshop/Leihequipment:

Der Tauchladen ist sehr spärlich ausgestattet. Die Preise sind gewohnt spanisch niedrig. Es wird span., engl. und franz. gesprochen. Leihequipment ist ausreichend vorhanden. Der Zustand ist als gut zu bezeichnen. Für etwa 30 Taucher ist Equipment vorhanden.

Sonstiges:

Die Tauchbasis besitzt zwei Boote. Das größere Boot hat eine Kapazität von etwa 25 Personen. Der Zodiac ist dagegen mit 12 Personen bereits ausgelastet. Beide Tauchboote sind mit Notfallkoffer, Navigationsgerät, Funk und Mobiltelefon ausgerüstet.

Beim Einschecken wird folgendes kontrolliert:

Logbuch, Tauchzertifikate und Tauchversicherung.

Eindruck:

Aufgefallen ist mir, dass bei der Tauchbasis ”Islas Hormigas” alles gut durchdacht und wohl organisiert ist. WC’s und Duschen sind nach Geschlecht getrennt. Die Duschen haben Warmwasseranschluss und für die Kunden wird sogar Duschgel zur Verfügung gestellt. Wer bietet sonst noch diesen Service?

Werbung AUDAX PRO

Werbung Bauer Kompressoren

Werbung ZARGES

Werbung Orca Diveclubs

Gewinnspiel Kalender Dive von Delius-Klasing
Werbung Suunto