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Tauchen in Bergseen hat stets seinen Reiz. In der Regel haben sie größere Sichtweiten als die tiefer gelegenen wärmeren Seen, da ihr Wasser kühler ist und nur geringer
Nähstoffeintrag kaum das Algenwachstum fördert. Lediglich zur Zeit der Schneeschmelze kann die Transparenz leiden. Das Auge isst aber auch über Wasser mit und imposante
Bergpanoramen würzen den Tauchausflug zusätzlich. Eines der Kleinode für Taucher ist der Blindsee in Tirol, der den Gästen das Mohr Life Resort in Leermoos kostenlos offen steht,
gegen Tagesgebühr aber auch nur zum Tauchen anreisenden Sportlern zugänglich ist.
Wer im Süden von Bayern wohnt oder in Tirol zu Hause ist, kann den Besuch des
Blindsees als Tagesausflug einplanen, die Fahrzeit von München beträgt etwa 2 Stunden. Bis zum Ende der Garmischer Autobahn geht es flott, danach muss man rund 50 km auf einer
Landstraße zurücklegen und mehrere Orte passieren, an deren Ampelanlagen es sich gerne einmal staut. Dafür verwöhnt die Landschaft rundum, die von der Zugspitze dominiert wird. Ab
Garmisch orientiert man sich an den Wegweisern Richtung Fernpass. Nach Griesen passiert man die Grenze zu Österreich, was zumindest am deutlich niedrigeren Benzinpreis auszumachen
ist. Ein Tankstop im Nachbarland lohnt allemal, kostet der Liter gut 15 Cent weniger als in Deutschland. Bei Anreise von Deutschland aus ist erfreulicherweise auch keine
Vignette erforderlich. Lermoos ist das Etappenziel. Dort im Hotel Drei Mohren – dem Mohr Life Ressort – checkt man als Gast ein oder man erhält die Tauchgenehmigung
(für Hotelgäste kostenlos), ohne die der Zugang zum See nicht möglich ist. Außerhalb der Badesaison bekommt man zur Genehmigung auch einen Schlüssel, der die Schranke vor der
Seezufahrt entriegelt. Weder ratsam noch sinnvoll ist der Versuch mit nur einer Genehmigung mehrere Fahrzeuge durchzuschleusen, über den Tag gibt es Kontrollen bei den am
Parkplatz abgestellten Autos und wer als blinder Passagier enttarnt wird, muss natürlich mit unerfreulichen Nebenwirkungen rechnen. Von Lermoos aus
orientiert man sich dann Richtung Fernpass, nach ein paar Kurven, etwa 300 Meter nach Biberwier, sieht man rechts einen Parkplatz und die Schranke von wo aus die Privatstraße an
den Blindsee führt. Diese windet sich zumeist einspurig eine Strecke von drei Kilometern durch den Wald und endet an einem Parkplatz, der oberhalb des Sees gelegen ist. Außer dem
Parkplatz gibt es keine weiteren Einrichtungen, wie etwas Toiletten, die den Erholungssuchenden zu Verfügung stehen. Von hier aus sind es ein paar Meter hinab bis zu einem
Bootshaus, das für die meisten Taucher den Punkt markiert, an dem ins Wasser gegangen wird. Auf alle Fälle taucht man bei einer Höhenlage von 1000 im Bergseelevel. Der See, in
seinem hinteren Teil von einer steilen Felswand begrenzt, wirkt klar, je nach Tiefe schimmert er in Grün- und Blautönen. An dieser Stelle ahnt man nicht, dass die Ausdehnung der
Wasserfläche wesentlich größer ist, einen Überblick kann man sich aber nur von einem weit höher gelegenen Rastplatz an der Fernpassstraße verschaffen, mit dem Zugspitzmassiv dann
im Hintergrund. Die interessantesten Punkte für Taucher sind genau am gegenüberliegenden Uferbereich zu finden, der von der Steilwand gebildet wird. Dort liegen in einem wirren
Durcheinander abgestürzte Baumstämme in Tiefen zwischen 5 und 15 Metern. Es macht Laune durch diesen mystischen Irrgarten zu schweben, der ständig neue Anblicke bietet. Je nach
Sichtweite, die natürlich von der „Tagesform“ des Sees abhängt, kann man das Panorama des versunkenen Waldes genießen oder man wird alle paar Flossenschläge auf kurze
Distanz von einer neuen Formation von Stämmen und Ästen überrascht. Man ist nicht allein in diesem Gewirr, gerade in den geringeren Tiefen fühlen sich zum Beispiel Zander sehr
wohl, doch man begegnet auch Renken und Forellen, das Treffen mit einem größeren Hecht ist auch möglich. Eine kleine Steilwand, die bis etwa 20 Meter abfällt, schließt sich an
den Irrgarten an. Viel tiefer ist der See auch insgesamt nicht, so dass er gut auch von weniger erfahrenen Tauchern besucht werden kann und kaum mit Dekompressionszeiten gerechnet
werden muss. Im flacheren Bereich der Bucht sollte man sich das Lichtspiel der Sonne auf dem schön bewachsenen Grund nicht entgehen lassen, hier trifft man auch auf kleine
Schwärme von Jungfischen Die Kleiderordnung im Blindsee ist klar definiert, ein guter Halbtrockener, besser ein Trockentauchanzug mit Unterzieher sollte getragen werden. Gerade im
Sommer täuscht das moderat temperierte Oberflächenwasser, denn schon in zwei, drei Metern Tiefe erwischt einen die erste Sprungschicht eiskalt, der dann in größerer Tiefe noch
eine weitere folgt. Im Sommer haben wir die niedrigste Temperatur mit 9°C ermittelt, im Herbst können es dann auch nur noch 4°C sein. Das bedeutet natürlich auch, dass die
verwendeten Atemregler kaltwassertauglich sein müssen und ein getrenntes System mit zwei ersten Stufen kann nicht schaden. Für die Ausbildung sind Plattformen in unterschiedlichen
Tiefen nahe des Bootshauses eingerichtet worden und Tec - Fans können hier auch mit dem Rebreathertauchen in Berührung kommen. Für die Tauchgänge muss man genügend gefüllte
Tanks selbst mitbringen, eine Füllmöglichkeit gibt es in der Tauchbasis des Mohr Life Resort, alternativ kann man da auch Flaschen leihen. Der Betrieb eigener Kompressoren am
Blindsee ist nicht gestattet. Für Tagesbesucher ist das Tauchen von 8:00 Uhr bis 18:00 möglich, nur Gäste des Hotels können auch nachts abtauchen. Ein paar Tage Erholung im
Mohr Life Resort, das auch für Wintersportler idealer Ausgangspunkt sein kann, lohnen auch für Gäste, deren Anreise nicht so weit ist. Von dort aus sind auch der Plansee und der
Urisee erreichbar, so dass man vom Standort in Lermoos abwechslungsreiche Tauchgänge in drei verschiedenen Seen einplanen kann. Aber auch Reiten wäre eine weitere Möglichkeit den
Tag sportlich zu verbringen oder Canyoning bzw. eine Raftingtour sorgen für Abwechslung. Hat man das Mountainbike auf dem Autodach gleich mitgebracht, kann man sich bei geführten
Touren die atemberaubende Landschaft von oben auf sich wirken lassen. Und ist man vom Tauchen etwas durchgefroren, dann bietet das Mohr Life Resort eine Holzsauna,
Dampfbad und einen riesigen Whirlpool. So wird der Aufenthalt dort für Familien und nicht tauchende Begleiter auf alle Fälle erholsam und abwechslungsreich.
Fazit
Solange sich die Anreise in Grenzen hält ist ein Abstecher an den Blindsee ein immer wieder schönes Erlebnis und vermittelt echtes Bergsee – Feeling. Im Sommer ist
auch das Baden im See möglich. Die Sichtweiten sind schwankend (Schmelzwasser), ein warmer Tauchanzug ist Pflicht. Einen längeren Aufenthalt im Mohr Life Resort sollte man aber
auch einmal einplanen, nur so erschließt sich einem die Schönheit der Region ganz ohne Stress.
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