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by Dipl. Ing. Armin Rohnen 9.02

Schon seit längerer Zeit kündigen die Amphibienblitzhersteller allesamt spezielle Unterwasserblitzgeräte für die Digitalfotografie an. Jedoch, die sich fast täglich verändernde Variantenzahl der interessanten Kameramodelle auf dem Digitalsektor macht es so manchem Hersteller nicht leicht sich zu entscheiden, und bevor hier eine Fehlentscheidung getroffen wird, bleibt alles beim alten. So gesehen bleibt dem ambitionieren digitalen Unterwasserfotografen nur übrig, das zu nehmen was es auf dem Markt gibt. Immerhin funktionieren alle Nikon Digitalkameras, die mit einem zusätzlichen Blitzanschluss versehen sind mit den guten alten Nikon TTL Blitzgeräten. Gleiches gilt für Canon. Minolta und Olympus. Auch diese Kameras funktionieren mit Blitzgeräten die eigentlich für die Analogfotografie des jeweiligen Herstellers konzipiert wurden. Fuji Digitalkameras nutzen die Nikon TTL Schaltung (zumindest tun alle erwähnten Modelle so)
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Soweit kann man also ein wenig aufatmen, steht doch eine genügende Auswahl an Blitzgeräten zur Verfügung. Etwas anderes bereitet jedoch Sorgen und treibt so manchen Digitalfotografen an den Rande des Wahnsinns. Auch wenn Schaltungstechnisch alles kompatibel ist, so kommt es doch oft genug vor, dass Aufnahmen mit externem Blitzlicht fehlbelichtet (meist überbelichtet) sind. Je Weitwinkliger das Objektiv desto problematischer wird das Arbeiten mit einem externem Blitz. Unser Chefredakteur berichtet, dass er bei der Coolpix 5000 mit Weitwinkeladapter und dem zugehörigen (speziell entwickelten) Systemblitz unter Wasser lediglich mit manuellen Leistungsstufen zu vernünftigen Bildergebnissen kommt.

Betrachtet man nun das System mal im Detail, werden ein paar Unterschiede zur Analogfotografie deutlich. Heute besitzt jede einigermaßen gute Digitalkamera Mechanismen für Blende und Verschlusszeit, mit der gleichen Wirkung wie in der Analogfotografie. Dies ist auch absolut erforderlich, da der Bildsensor, ebenso wie ein Film nur eine bestimmte - der Sensorempfindlichkeit entsprechende - Menge an Licht erhalten darf, um ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten. Einige Sensoren haben eine variable Empfindlichkeit, zumindest glaubt man das den entsprechenden Beschreibungen zu entnehmen. Die Variabilität der Lichtempfindlichkeit erhält der Sensor aber aufgrund der Signalverarbeitung, was faktisch zu einer variablen Lichtempfindlichkeit führt und den Fotografen weiter nicht stören muss. Mit der variablen Lichtempfindlichkeit ist aber auch eine Veränderung der nutzbaren Pixelzahl verbunden, weil letztlich die Lichtmenge von mehreren Pixel addiert wird und so ein "Summenpixel" entsteht. Werden solche Mechanismen automatisch von der Kamera genutzt, kann das natürlich auch bei der Nutzung von externem Blitzlicht zu Fehlbelichtungen führen.
Ein anderes Problem stellt die TTL in sich dar. Bei einer Digitalkamera kann man bei der Blitzlichtregelung eigentlich gar nicht mehr von einer TTL (Through - The - Lens) Schaltung sprechen. In der Regel erledigt ein externer Sensor die Erfassung des Blitzlichts. Ähnlich wie man es von den "Computerblitzgeräten" her kenn, auf denen man eine bestimmte Leistungsstufe einstellt, die Blende auf die Kamera bzw. das Objektiv überträgt und dann in einem definierten Entfernungsbereich richtig belichtete Aufnahmen erhält. Nur verhält es sich jetzt bei den Digitalkameras anders. Hier ersetzt der externe Sensor jenen Sensor der in einer Spiegelreflexkamera das vom Film zurückgespiegelte Licht erfasst, was zweifelsohne ein Maß für die auf den Film einwirkende Lichtmenge ist. Hier wird jedoch das zur Digitalkamera gelangende Licht erfasst. Schaltungstechnisch folgt dann die jeweils firmentypische TTL Blitzlichtregelung. Dass Lösungen mit externem Sensor Probleme bereiten, weiß man noch von den Computerblitzen. Das System funktioniert recht gut bei Standardsituationen, verlässt man den Standard, wird es problematisch und es kommt zu Fehlbelichtungen. Es bleibt also nur der manuelle Weg. Nach 2,3,5, ... Aufnahmen bekommt man dann auch ein richtig belichtetes Bild. Hier ist dann von Vorteil, dass Digitalkameras sofort nach der Aufnahme das Bildergebnis anzeigen. Um schneller zu guten Ergebnissen zu kommen sollte man sich an die alte Formel Blende = Leitzahl / Entfernung erinnern. Nutzt man diese, wird man nach 2 bis 3 Aufnahmen ein wirklich brauchbares Ergebnis erhalten. Berücksichtigen muss man allerdings, dass die Leitzahl unter Wasser, bedingt durch Schwebstoffe, geringer ist, als an Land! Als erschwerend ist in diesem Zusammenhang noch zu erwähnen, dass der TTL Sensor an der Digitalkamera angebracht ist. Logisch, dass das Blitzlicht den Weg vom Blitz zum Motiv und zurück  durch das Unterwassergehäuse zur Digitalkamera nehmen muss. Ein reichlich langer Weg mit genügend Hindernissen, die alle nicht in der TTL Blitzlogik enthalten sind.
Eine andere Möglichkeit zur Ausleuchtung digitaler Fotos ist die Nutzung von Dauerlicht, so wie es bei der (digitalen) Videoaufzeichnung üblich ist.
Letztlich ist eine Digitalkamera technisch gar nicht soweit von einer digitalen Videokamera entfernt. Beide erzeugen durch einen CCD Sensor elektrische Signale, die über entsprechende Schaltungen als bewegte oder unbewegte Bilder digital abgespeichert werden. Der Begriff des "Weißabgleichs" der früher nur im Umfeld der Videokamera gebräuchlich war, ist heute gängiges Gesprächsthema bei digitalen Fotografen. Der Weißabgleich legt jenen digitalen Wert fest, der als die Farbe "Weiß" definiert wird. Hiermit lässt sich ein Farbstich korrigieren. Genutzt wird dies, um die Farben der Aufnahme an die "Farben" der Lichtquelle anzupassen -  also ideal, um das Problem der Farbverschiebung bei Dauerlicht zu korrigieren. Somit stünde technisch gesehen nichts im Weg mit Dauerlicht digital zu fotografieren.
Gun Lux stellte uns für erste Versuche ein UW – Doppel – Videolicht – Set - Combi 150 zur Verfügung.  Unterwasserleuchten, bestückt mit je 35 Watt und einem externen 5 Ah NC Akku. Das ganze mit zwei Flügeln und Handgriffen mit einer Befestigungsplatte für Einfachgehäuse, wie das WP-DC100 der Canon Digital IXUS 300, die wieder einmal für Grundlagentests herhalten musste.
Obwohl technisch nun schon ein betagtes Model, leistet sie immer noch ihre guten Dienste. Wie die Bildergebnisse zeigen, kann man damit richtig gute Bilder machen. Ein paar grundlegende Probleme sind jedoch auch erkennbar. Die Bilder verblauen sehr schnell, ein typisches Merkmal digitaler Aufnahmetechnik.

Kameraspezifisch ergibt sich eher das Problem, dass sich der eingebaute Blitz bei der IXUS automatisch einschaltet, wenn es zu dunkel ist. Diese Funktion muss an der Digital IXUS bei jedem Einschalten aufs neue deaktiviert werden. Auch geht der Brennweitenbereich der Kamera nicht weit genug in den Weitwinkelbereich hinein. Ein Übel, das allen kompakten Kameras eigen ist. Hier gibt es bei guten Kameramodellen Abhilfe in Form von Weitwinkeladaptern. Aber kürzer als durchschnittlich 22 mm (umgerechnet auf Kleinbild) werden kostengünstig nicht angeboten. Die Coolpix ab der 5000 erfreut sich natürlich eines 19 mm Vorsatzes und auch ein Fisheye ist drin, neuerdings liefert Sea & Sea zu vielen Kameragehäusen digitaler Fotomaschinen auch seinen bekannten 16 mm Vorsatz -  unter Wasser wechselbar, doch das kostet ein paar Euro extra.
Das Scharfstellen stellte sich auch als Problem heraus. Die IXUS verfügt - wie viele andere Digitalkameras auch - lediglich über einen Autofokus. Leider kann man die Schärfeebene hier nicht speichern. Auch das Festhalten des Auslösers (wie bei meiner Nikonos) hilft da nicht. Erst der durchgedrückte Auslöser führt zur endgültigen Scharfstellung. Das und noch ein paar andere Dinge ergeben dann teilweise sehr lange Auslöseverzögerungen, so dass man sich schon mal fragen muss was man da eigentlich fotografieren wollte.
Einen netten Nebeneffekt hat das Dauerlicht auch noch, man kann nette kleine Movies aufzeichnen. (max. 30s bei der Canon Digital IXUS, je nach Größe der Speicherkarte bei anderen Anbietern auch länger!)

Fazit

Zusammengefasst muss man sagen, hat sich der Versuch gelohnt. Im Bereich 30 cm bis etwa 1,5 m Aufnahmeabstand bekommt man mit etwas Übung wirklich brauchbare Unterwasserbilder auf den Chip. Ein weiterer positiver Effekt der Lampenbeleuchtung ist die Ausleuchtung des Motivs auch unter schlechten Lichtverhältnissen (Schwimmbad innen, Höhle, Grotte, Dämmerung, Nachttauchgang). Zum einen kann man dann auch auf dem Monitor, der sonst nahezu schwarz wäre, sein Bild einrichten, zum anderen hat der Autofocus auch genügend Licht, um wirkungsvoll tätig zu werden. Möglicherweise wird man schon bald zur Erkenntnis gelangen, dass die digitale Fototechnik den Grundlagen der Videotechnik näher ist als der analogen Fototechnik, was bedeutet, dass auch bei der Wahl der Lichtanlagen ein Umdenken erfolgen könnte – also Lampen statt Blitz.
 

Infos Gun Lux: Website

Infos Canon: Website

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