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Der Titel dieses Bildbandes erscheint mir zu profan für diese lebendigen Juwelen unter Wasser, die hier in ihrem ganzen unglaublichen
Formenreichtum und ihrer überwältigenden Farbenpracht vorgestellt werden und es bleibt nicht aus, dass man in ein ehrfürchtiges Staunen verfällt, wie es schon in dem
Zitat von Richard Dawkins im Geleitwort zu diesem Buch ausgedrückt wird.
Von filigranen Kreaturen von bezaubernder Schönheit spricht der eine der beiden
Autoren und Herausgeber der deutschen Ausgabe Helmut Debelius in seinem Vorwort, in dem er die Entstehungsgeschichte des Buches erläutert. In der darauf folgenden
nur sechs Seiten umfassenden Einleitung werden kurz die Merkmale der systematischen Ordnung Nacktschnecken beschrieben. Der Name Nacktschnecken bezieht sich übrigens
nicht auf die Tatsache, dass diese Schnecken ohne Haus auskommen, sondern auf ihre offen liegenden Kiemen, weswegen sie auch Nacktkiemer (Nudibranchia) heißen.
Nacktschnecken kommen überall vom Korallenriff bis in die Polarregionen, von flachen Brackwassertümpeln bis in die Tiefsee in einer schier unendlichen Anzahl
verschiedener Arten vor. Sie sind zum großen Teil überaus farbenprächtig, was der Abschreckung von Freßfeinden dient, nicht der Anlockung von Unterwasserfotografen.
Für letztere waren sie schon seit jeher ein Lieblingsmotiv und aufgrund ihrer in der Regel geringen Größe ein Fall für die Nahbereichslinse.
Im Hauptteil
des Buches werden 1200 Nacktschneckenarten mit einem oder mehreren Fotos und einer Beschreibung mit Angaben zu Fundort und Verbreitung vorgestellt. Dazu kommen
gegebenenfalls weitere Fotos für lokale Varietäten. Zu den einzelnen Schneckenfamilien innerhalb der vier Unterordnungen gibt es einführende Texte, die Aussehen und
Lebensweise der jeweiligen Familie beschreiben.
Drei Jahrzehnte akribischer Sammlungs- und Bestimmungsarbeit sind hier eingeflossen. Nahezu 140 Fotografen
haben mit ihren Bildern zu diesem Band beigetragen. Ob es allerdings als Bestimmungsbuch sehr hilfreich ist, bezweifle ich. Die Einteilung nach der zoologischen
Systematik und ein Index nach Gattungen sind für den Laien eine große Hürde. Hier wäre ein Schlüssel beispielsweise nach Verbreitungsgebiet wünschenswert. Dennoch kann
man ohne Einschränkung die NACKTSCHNECKEN DER WELTMEERE als das neue deutschsprachige Standardwerk zu dieser Tiergruppe feiern, das so schnell keinen vergleichbaren
Nachfolger finden wird.
Januar 2007 320 Seiten, gebunden 2500 Farbfotos, Farb-Illustrationen EURO 49,90 Franckh-Kosmos Verlag
ISBN: 978-3-440-11133-4 www.kosmos.de
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