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Derya Can 120 Meter unter Eis © UWW

by Ernest Turnschek 2.17

Derya Can 120 Meter unter Eis © UWW

Derya Can 120 Meter unter Eis © UWW

Derya Can 120 Meter unter Eis © UWW

Derya Can 120 Meter unter Eis © UWW

Derya Can 120 Meter unter Eis © UWW

24.2.2017 - Zwei Wochen ist es her, dass die Apnoe Athletin Derya Can und ihr 4-köpfiges Team vom sommerlichen Kas in der Türkei an den tief-winterlichen Weissensee in Kärnten reisten, um sich für den geplanten Streckentauch-Weltrekordversuch optimal vorbereiten zu können. In der internationalen Apnoe Szene ist Derya eine feste Größe; stellte bereits 5 CMAS Weltrekorde auf und gewann Medaillen bei den Apnoe-Weltmeisterschaften in verschiedenen Disziplinen.

Ihren letzten Weltrekord stellte die Mutter von 2 Kindern im Dezember 2016 in der Disziplin „Variables Gewicht mit Monoflosse“ mit einer Tiefe von 111 Meter auf. Dies war zugleich auch ihr bislang tiefster Tauchgang.
Auf der Suche nach einer besonderen Herausforderung kam Derya Can nach langer Planung Mitte Februar 2017 ins Hotel Moser an den Weissensee. Mit Unterstützung von Ernest Turnschek und seinem Team von Tauchsport Yachtdiver Weissensee wurden optimale Trainingsbedingungen geschaffen, um sich auf den Rekord vor zu bereiten.
Sowohl der Weissensee als auch Ernest Turnschek sind kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um das Eistauchen als solches und um die Organisation von Weltrekordversuchen im Apnoetauchen unter Eis geht. So zählten auch Granden wie Nik Linder, Andreas Pap oder Peter Colat auf Turnschek und sein Team, um optimale Unterstützung zu erhalten und bestehende Rekorde purzeln zu lassen.
Maßgeblich daran beteiligt, dass das türkische Team, der Weissensee und Turnschek zusammen finden, war Christian Redl, selbst mehrfacher Weltrekordhalter - auch am Kärntner Weissensee. Über zukünftige Projekte am „Rekordsee“ wird bereits gesprochen.

Ernest Turnschek: „Derya ist noch nie im kalten Wasser getaucht und ist unsere Temperaturen - unter und über Wasser - nicht gewohnt. Darum waren wir sehr froh, dass eine großzügige Trainingszeit vor dem Rekord eingeplant wurde. Vom ersten Trainingstag an war das Trainingsareal mit einer Länge von 58m, einem Start / Zielloch und drei Sicherheitslöchern sowie zwei auf der ganzen Länge der Strecke gespannten Referenzleinen auf einer Tiefe von 2,20 m und 1,20 m vorbereitet. Die Athletin entschied sich für eine Wende auf der Hälfte der geplanten Distanz. Diese Variante ist schwieriger, als die Distanz an einem Stück zu tauchen. Da täglich trainiert wurde, mussten die Konstruktionen unter und über Wasser so installiert werden, dass diese auch 14 Tage lang bis zum geplanten Rekord bestehen bleiben. Das Wetter war perfekt - tagsüber angenehm bei blauem Himmel und Sonnenschein und nachts Temperaturen deutlich unter 0 Grad. So konnte die Athletin mit ihrem Team täglich unbeschwerte Trainingseinheiten absolvieren. Die meiste Arbeit begann für uns nach den Trainings, da wir die Strecke natürlich täglich selbst abgetaucht haben um uns zu vergewissern, dass alles 100% in Ordnung ist und die Konstruktionen noch fest mit der Oberfläche verfroren sind.
Derya Can hat sich rasch an die Gegebenheiten angepasst und bereits nach einigen Tagen die ersten Versuche gestartet.

„Die Herausforderung liegt darin, mich sowohl körperlich als auch mental rasch an das kalte Wasser und die geschlossene Oberfläche zu gewöhnen. Die Sichtweiten unter Wasser stehen dem Meer in fast nichts nach, was mir unter Wasser ein gutes Gefühl gibt. Die Bedingungen am und im Eis sind perfekt und auch im Hotel werden wir rundum verwöhnt. Ich esse die Zeit vor dem Wettkampf salzlos, auch darauf wird Rücksicht genommen. Im Hallenbad kann ich meine statischen Trainings und meine Mentaltrainings absolvieren. Das sind für mich ideale Bedingungen, um mich auf den 24.2. vor zu bereiten“, so Can.

Am Tag vor dem Rekordversuch reiste auch der das türkische Journalisten- und TV-Team sowie Derya Can’s Sponsor an den Weissensee, um am Tag X live dabei zu sein und berichten zu können.
Nach 2 Wochen Sonnenschein kam der Winter mit kalten Temperaturen, Wind und Schneefall ausgerechnet am Rekordtag zurück. „Das war natürlich schade. Aber das Wetter ist, wie es ist und man muss das beste daraus machen. Meiner Stimmung und der Stimmung meines Teams konnte das Wetter nichts anhaben“, erzählt die stets positiv gestimmte Athletin.

„From now on, please be absolutely quiet, thank you!“ ertönt es auf der Strecke um kurz vor 13h durch Adnan, Freediving & Yoga School in Kas und Deryas Mental Coach. Derya wirkt vollkommen konzentriert und fokusiert; atmet tief. „4 Minutes till official start“ tönt es wieder ganz laut; zwischen den Zeitansagen hätte man eine Stecknadel fallen hören. Die Sicherungstaucher mit Gerät befinden sich bereits an ihren Unterwasser-Positionen entlang der Strecke, um im Notfall sofort einschreiten zu können. „1 Minute till official start!“ Derya Can schließt die Augen, füllt ihre Lunge mit kurzen und tiefen Einatemzügen mit Sauerstoff, gleitet fast tiefenentspannt ins 5 Grad kalte Wasser und taucht ab. Es herrscht Totenstille und alle warten gespannt. Plötzlich sieht man am Ziellloch die Silhouette der Apnoesportlerin und es macht den Anschein, als wollte Sie weiter tauchen. Ganz am Ende des Loches tauchen Derya und Adnan auf - mit einem Lachen im Gesicht.  Auch die Sicherungstaucher finden sich nun am Zielloch ein und das ganze Team verweilt bei ausgelassener Stimmung und Jubel im Loch, als wäre es ein wohlig-warmer Whirlpool.

Der neue Weltrekord im Apnoe-Streckentauchen „non dynamic unter Eis female“ liegt nun also bei notariell beglaubigten 120 Metern, 115 waren geplant und geht in die Türkei zur Athletin Derya Can.

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