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Druckkammer – Sicherheit (Am Beispiel HBO-Regensburg)
Die Sicherheit von Druckkammern ist aus verschiedenen Perspektiven zu
betrachten. Zunächst einmal die vordergründigste und wichtigste: Die Gefahrenabwehr bei Feuer. Eine der primären Maßnahmen: Im Gegensatz zu Verfahrensweisen zurückliegender Jahre
wird aktuell der zur Therapie geatmete reine Sauerstoff nur noch über Masken zugeführt. Es wird nicht mehr der gesamte Innenraum mit der reinen Sauerstoffatmosphäre beschickt.
Längst nicht alle Kammern sind mit einem Löschsystem ausgestattet, nur etwa 10 sind deutschlandweit so wie das HBO-Zentrum in Regensburg ausgerüstet. Es gibt auch keine
Vorschrift, die dies verlangt. Dr. Urs Braumandl legte auf dieses Ausstattungsmerkmal aber besonderen Wert, so wird im Brandfall sofort die Zufuhr des reinen Sauerstoffs
unterbrochen, der über die Atemmasken zugeführt wird. Gleichzeitig werden aus einem speziellen Überdrucktank mit 8 bar 500 Liter Wasser in die Sprinkleranlage der Kammer geleitet,
was jeden Brandherd erstickt. Es gäbe alternativ auch Hochdruck-Vernebelungsanlagen, die zum Vorteil die größere Angriffsoberfläche des Wassers durch die mikrofeinen
Wassertröpfchen hätte, als Nachteil aber die Vernebelung des Innenraums erfolgt und demzufolge von außen die Situation nicht mehr überschaubar wäre.
Natürlich werden alle
in der Kammer verwendeten Bauteile und Einrichtungsgegenstände den Ansprüchen des sicheren Druckkammerbetriebs und der Brandverhütung angepasst, doch geht hier das Risiko mehr von
den Personen selbst aus. Das Personal trägt ohnehin Kleidung aus reiner Baumwolle und Schuhe mit Gummisohlen, so werden statische Aufladungen vermieden. Doch sollten auch die die
Kammer benutzenden Personen ähnlich gekleidet sein. Kleidungsstücke mit hohem Synthetikanteil (wie Fliesjacken) lässt Dr. Braumandl nicht in die Kammer. Ebenso reagiert er
sensibel, stellt er Haarspray oder stark aufgetragene Cremes fest. Auch Tageszeitungen (hohe Entzündlichkeit dieser Papierart) dürfen nicht mitgenommen werden und höchstens zwei
Magazine. Selbstverständlich sind alle brennbaren und entzündlichen Dinge (Streichhölzer, Feuerzeuge, Taschenöfen) vorher abzulegen, doch auch Contactlinsen stehen auf der Liste
– diese aber eher aus medizinischer Sicht TV Kameras beobachten den gesamten Innenraum, Mikrofone und Gegensprechanlagen halten den Kontakt zu den in der Kammer befindlichen
Personen, EKG und Sauerstoffsättigung können über Elektroden am Patienten abgeleitet und mit allen Überwachungsbildern zusammen am Steuerstand sichtbar gemacht werden.
Sollte aus persönlichen oder medizinischen Gründen die Ausschleusung einzelner Personen notwendig sein, ist das über die Vorkammer ohne Auswirkungen auf die übrigen Patienten
problemlos möglich.
Die Reserven an Sauerstoff und normaler Druckluft in stationären 80 l – Flaschen sind so großzügig bemessen, dass keine Engpässe entstehen
können. Hier sind 16 x 80 l mit 300 bar für den Normalbetrieb verfügbar, die Notanlage bietet noch einmal 8 x 80 l, was insgesamt einen Vorrat von 576.000 l Druckluft entspricht.
Zwei Bauer V 15 Kompressoren (je 440 l/min) liefern den Nachschub für die Speicherflaschen. Auch ein Stromausfall ist kein Problem, hierfür ist ein Notstromaggregat vorbereitet.
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