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Tauchunfall und Druckkammerbehandlung

Steuerstand einer Drcukkammer

Druckkammer – Systeme

Heute gebräuchliche Behandlungsdruckkammern sind stählerne Rohre mit einem Durchmesser von 150 oder 180 cm und variierender Länge, eben Abhängig davon, wie viele Personen darin Platz finden sollen. Sitzend eingeschleust nehmen die meisten Kammern neuester Generation bis 12 Personen auf. Üblich ist auch eine Vorkammer, in der von der Hauptkammer abgetrennt Personen (Ärzte) eingeschleust werden können ohne den Therapieverlauf zu unterbrechen. Gleichfalls gebräuchlich sind Medikamentenschleusen. Zum bequemen Ein- und Ausstieg werden aufwendig gedichtete Luken in Türform verwendet, die runden Kammerverschlüsse sieht man aktuell seltener.

Nicht mehr allgemein üblich sind mittlerweile Schleusen für den Anschluss von Transportkammern. Da etwa Ende der 70er Jahre praktisch das Aus für die Einmann - Dekokammer eingeläutet wurde (Druckbehandlung Verunfallter ohne ärztliche Versorgungsmöglichkeit birgt nach Meinung vieler Notfallmediziner zu große Risiken, folgend das Verbot der reinen Sauerstoffbeatmung in Einmannkammern in Deutschland) und man sich daraufhin auf transportable Behandlungskammern (1 Verunfallter liegend + 1 Arzt sitzend) spezialisierte, kann bei fehlender Schleuse zur stationären Behandlungskammer zumindest risikolos das Ende der ersten Dekompressionsphase abgewartet werden um dann den Verunfallten unter Normaldruck umzulagern. Allerdings gibt es in Deutschland nur ganze 12 von diesen Zweipersonenkammern.

Wenn auch auf manchen Basen und Tauchschiffen weltweit noch Einpersonenkammern zu finden sind, so ist fraglich, ob sie überhaupt technisch einsatzbereit wären. Besonders die sog. Teleskopkammern, die auf kleinstem Raum zusammengeschoben gelagert werden, können an den Dichtungselementen zwischen den Segmenten dem notwendigen Überdruck nicht standhalten, wurde das Gerät nicht über die Jahre gut gewartet. Doch weiterhin muss auch gefragt werden, ob überhaupt geschultes Personal zur Verfügung stehen würde sowie ausreichende Mengen Luft und/oder Sauerstoff, zur sinnvollen und gefahrlosen Erstversorgung bevorratet wären.

Druckkammer – Sicherheit (Am Beispiel HBO-Regensburg)

Die Sicherheit von Druckkammern ist aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Zunächst einmal die vordergründigste und wichtigste: Die Gefahrenabwehr bei Feuer. Eine der primären Maßnahmen: Im Gegensatz zu Verfahrensweisen zurückliegender Jahre wird aktuell der zur Therapie geatmete reine Sauerstoff nur noch über Masken zugeführt. Es wird nicht mehr der gesamte Innenraum mit der reinen Sauerstoffatmosphäre beschickt.

Längst nicht alle Kammern sind mit einem Löschsystem ausgestattet, nur etwa 10 sind deutschlandweit so wie das HBO-Zentrum in Regensburg ausgerüstet. Es gibt auch keine Vorschrift, die dies verlangt. Dr. Urs Braumandl legte auf dieses Ausstattungsmerkmal aber besonderen Wert, so wird im Brandfall sofort die Zufuhr des reinen Sauerstoffs unterbrochen, der über die Atemmasken zugeführt wird. Gleichzeitig werden aus einem speziellen Überdrucktank mit 8 bar 500 Liter Wasser in die Sprinkleranlage der Kammer geleitet, was jeden Brandherd erstickt. Es gäbe alternativ auch Hochdruck-Vernebelungsanlagen, die zum Vorteil die größere Angriffsoberfläche des Wassers durch die mikrofeinen Wassertröpfchen hätte, als Nachteil aber die Vernebelung des Innenraums erfolgt und demzufolge von außen die Situation nicht mehr überschaubar wäre.

Natürlich werden alle in der Kammer verwendeten Bauteile und Einrichtungsgegenstände den Ansprüchen des sicheren Druckkammerbetriebs und der Brandverhütung angepasst, doch geht hier das Risiko mehr von den Personen selbst aus. Das Personal trägt ohnehin Kleidung aus reiner Baumwolle und Schuhe mit Gummisohlen, so werden statische Aufladungen vermieden. Doch sollten auch die die Kammer benutzenden Personen ähnlich gekleidet sein. Kleidungsstücke mit hohem Synthetikanteil (wie Fliesjacken) lässt Dr. Braumandl nicht in die Kammer. Ebenso reagiert er sensibel, stellt er Haarspray oder stark aufgetragene Cremes fest. Auch Tageszeitungen (hohe Entzündlichkeit dieser Papierart) dürfen nicht mitgenommen werden und höchstens zwei Magazine. Selbstverständlich sind alle brennbaren und entzündlichen Dinge (Streichhölzer, Feuerzeuge, Taschenöfen) vorher abzulegen, doch auch Contactlinsen stehen auf der Liste – diese aber eher aus medizinischer Sicht TV Kameras beobachten den gesamten Innenraum, Mikrofone und Gegensprechanlagen halten den Kontakt zu den in der Kammer befindlichen Personen, EKG und Sauerstoffsättigung können über Elektroden am Patienten abgeleitet und mit allen Überwachungsbildern zusammen am Steuerstand sichtbar gemacht werden.

Sollte aus persönlichen oder medizinischen Gründen die Ausschleusung einzelner Personen notwendig sein, ist das über die Vorkammer ohne Auswirkungen auf die übrigen Patienten problemlos möglich.

Die Reserven an Sauerstoff und normaler Druckluft in stationären 80 l – Flaschen sind so großzügig bemessen, dass keine Engpässe entstehen können. Hier sind 16 x 80 l mit 300 bar für den Normalbetrieb verfügbar, die Notanlage bietet noch einmal 8 x 80 l, was insgesamt einen Vorrat von 576.000 l Druckluft entspricht. Zwei Bauer V 15 Kompressoren (je 440 l/min) liefern den Nachschub für die Speicherflaschen. Auch ein Stromausfall ist kein Problem, hierfür ist ein Notstromaggregat vorbereitet.

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