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EDITORIAL

Michael Goldschmidt

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht kennen Sie noch den mit peruanischen Querflöten untermalten Song "El Condor pasa". Ich bin drauf und dran, den Condor, besser die Airline Condor bei den nächsten Flugplanungen passieren zu lassen. Der jüngste Weg des Unternehmens um jeden Preis den Gewinn zu optimieren, hinterlässt mehr als einen schlechten Geschmack.
Um den Flug, hier nach Ägypten, etwa angenehmer zu gestalten, gebe ich mehr Geld aus und buche die Premiumklasse. Damit hat man 25 Kilo Freigepäck, 10 Kilo Handgepäck, ein warmes Essen, der mittlere Sitzplatz bleibt frei. Beim Einchecken gibt es einen Extraschalter, langes Anstehen entfällt also. Geht es nach dem Werbeslogan der Condor…
Was am 22. Juni am Münchner Flughafen im Condor Abfertigungsbereich los war, weiß der Teufel wohl nur allein. Eine geradlinige Abfertigung für Premiumreisende ist nicht wirklich vorbereitet. Der Premiumzugang endet im Nichts. Auf einem Bildschirm ist zusammen mit der Premiumabfertigung die Gepäckabgabe bereits online eingecheckter Gäste zusammengefasst. Aber bitte hinten anstellen, wie es immer wieder aggressiv von anderen Reisenden gefordert wird, die meinen, vermeintliche Vordrängler in die Schranken weisen zu müssen. Eine darauf angesprochene Condor Mitarbeiterin lässt sich nach einiger Zeit sogar herab, den Drehstuhl am Schalter aufzugeben, um sich selbst ein Bild von der indiskutablen Situation zu machen. Das war aber schon ihre einzige Aktivität, kein Telefonat mit dem Stationmanager. Politisches Aussitzen ist angesagt. Also muss man sich selbst durchboxen…
Das gewogene Gepäck bewegt sich innerhalb der Freigrenze, was ja stets ein Eiertanz ist. Weil Condor still und leise das zubuchbare und kostenpflichtige Tauchgepäck zum unveränderten Preis um satte 10 Kilo auf jetzt nur noch 20 Kilo reduzierte, wird es immer schwieriger, etwas anspruchsvolleres Equipment bezahlbar an den Zielort zu bringen.
Das spüren auch die Tauchbasen in Ägypten.
Wir waren wieder zum Rebreather Event des ORCA Diveclubs Safaga vor Ort, der nun bereits zum 8. Mal veranstaltet worden war. Die einmal 70 Teilnehmer - ausgebildete Kreislauftaucher, Firmenvertreter mit Testgeräten, interessierte Newcomer, die sich ein Bild über die für Testtauchgänge zur Verfügung stehenden Geräte machen, sind auch wegen der rigiden Gepäckpolitik wie bei Condor nicht mehr erreichbar. Zum diesjährigen Event sagte eine Reihe treuer Teilnehmer ab, weil sie ihren Rebreather mit 20 Kilo Tauchgepäck nicht mehr auf den Weg bringen könnten. Jedes Kilo mehr kostet pro Flug bei Condor € 15,-, das hätte bei den benötigten 30 Kilo ein Plus von € 300,- zusätzlich zum Tauchgepäck ausgemacht. Da hört der Spaß auf. Hier sind der Condor für uns wissentlich 9 zahlende Gäste verloren  gegangen, wie auch der Tauchbasis und dem auf den Tourismus so angewiesenen Staat Ägypten.
Das ägyptisches Chaos um die Condor wird beim Einchecken in Hurghada zum besonderen Highlight. Hier gibt es tatsächlich einen für Premiumreisende vorbehaltenen Abfertigungsbereich, doch der dort tätige Mitarbeiter, der für Condor den Checkin erledigenden Agentur, hat wohl Anweisungen zur Gewinnoptimierung erhalten und ist willens, alles durchzusetzen, was in seiner Macht steht (wer weiß, wo das Geld hin fließt und welche Erfolgsprämien es eventuell gibt). Oder er ist – zu Ungunsten von Condor nur erbärmlich schlecht gebrieft und ansonsten so typisch ahnungslos, wie viele andere, die dort eine Uniform tragen. Die Waage am Schalter erinnert mich sofort an die mittlerweile in vielen Dörfern aufgestellten Geschwindigkeitsanzeigen, die mit der Realität meist so wenig zu tun haben, wie keusches Leben im Vatikan. Wer hat an der Uhr gedreht... So auch die Waage, die Waagen am Checkin. Mein Gepäckstück hatte in München 24 Kilo, wie durch Zauberhand soll bei  völlig identischem Inhalt das Gepäck zugenommen haben - nein, das stimmt nicht, ein paar Sachen blieben im Land – hier zeigt die ägyptische Waage 27 Kilo. 25 Kilo wären frei. Sofort werde ich auf die Tatsache hingewiesen, dass ich Übergepäck zu bezahlen hätte. Nach ägyptischer Wiegekunst. Ich könne ja alle Waagen durchprobieren, wird frech angeboten. Ohne den Mehrpreis zu bezahlen, müsste ich Sachen da lassen oder ich käme nicht an Bord. Der Vorgang zieht sich hin, ein "Vorgesetzter" wird hinzugerufen. Der hört sich den blumenreichen Vortrag des Checkin Mitarbeiters an, macht schon Anstalten, mich durchzuwinken, was der andere aber nicht akzeptieren möchte. Ein weiterer "Entscheidungsträger" wird gerufen, der überhaupt keine Lust verspürt, irgendetwas zu entscheiden und sich wortlos aus dem Staub macht. Noch ein Klemmbrettbevollmächtiger erscheint, mittlerweile dauert das ganze Spiel schon eine halbe Stunde, zum Nachteil der anstehenden Premiumgäste. Hätte ich das zugeraunte " Bakshish...." und das Wedeln mit meinem Pass zuvor nicht überhören sollen? Hundert oder 200 Pfund in die Seiten des Pass einarbeiten.....? Geht's noch?
Der nun dritte Interessenvertreter der Condor zweifelt vehement an, dass die Waagen in München anders gingen, als in Hurghada. Wie ich überhaupt auf die Idee käme, das zu behaupten. Der Flughafen sei neu, die Technik einwandfrei. Ich muss für nicht vorhandene 3 Kilo Übergepäck € 45,- bezahlen. Und erst nach diesem nervigen Prozedere fällt mir ein, dass bei Premium 10 Kilo Handgepäck frei ist und nicht nur 8, wie der "sachkundige" Mitarbeiter mit dem Funksprechgerät in der Hand immer behauptete. Gott schütze alle Kamele, alle, oder Allah, ist mir auch egal...

Um das Maß voll zu machen, wird um 16:00 Uhr der letzte Aufruf für die Maschine nach München aus den Lautsprechern geschickt, die erst um 17:45 Hurghada verlassen wird und deren Boarding für 17:00 Uhr angesetzt ist. So ausgedruckt auf der Bordkarte, so angezeigt auf allen Bildschirmen. Die Falschmeldung wird im Zeitraum von 15 Minuten wiederholt durch die Hallen und Gänge geschickt. Soviel zur einwandfreien Technik...
Zum Schluss starten wir 30 Minuten verspätet.

Die Condor sollte man ziehen lassen, mit diesen Praktiken macht sich die Airline keine  Freunde und Ägypten auch nicht.


Herzliche Grüße, Ihr

Michael Goldschmidt

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