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EDITORIAL

Michael Goldschmidt

Liebe Leserinnen und Leser,,

Hand aufs Herz, ab wann empfinden Sie ein Auto als „alt“, wann treibt es sie um, sich ein neues Modell zu kaufen, obwohl es die “alte“ Kutsche noch lange machen würde? Die meisten Leser unseres Magazins haben neben gehobener Schulbildung auch ein gutes Einkommen. Die Schulbildung sollte Ihnen ein hohes Maß an unabhängiger Entscheidungskraft ermöglichen, der Verdienst die unkomplizierte finanzielle Erfüllung von Träumen. Und genau hier haben seit vielen Jahren die oft genialen Marketingspezialisten der Automobilhersteller zugeschlagen und die unabhängige Entscheidungskraft gut gebildeter Gutverdiener tiefgreifend manipuliert. Feiert das aktuell gefahrene und in der Regel finanzierte oder geleaste Fahrzeug den dritten Geburtstag, beginnt es im Hinterkopf schon zu arbeiten, angetrieben von den Imagewerbemaßnamen der Autohersteller, die einen psychodelischen Virus versprühen und damit das Gefühl vermitteln, die ach so tolle Traumkarre ist technisch tiefstes Mittelalter und hat an Zuverlässigkeitsanspruch innerhalb weniger Tage ohne konkreten Anlass 90 von 100 Punkten verloren. Obwohl jeder Service gemacht wurde und das Auto eigentlich wie neu da steht. Aber man muss noch ein Jahr durchhalten, so lang läuft der Vertrag noch.
Furchtbar.
Nur nichts anmerken lassen… Was sollen Nachbarn, Kollegen, Freunde denken? Hat man den Bezug zur Realität verloren? Ist man pleite?
Furchtbar.
Dabei war es ein nach eigenen Wünschen traumhaft ausgestattetes Fahrzeug. Den Typschild – Wegfall gibt’s ja mittlerweile kostenlos, was in der Vergangenheit wirklich nicht selbstverständlich war. Aber dann gings ans Eingemachte. Die einzige Wagenfarbe aus einer großen Palette möglicher Lackierungen, die kostenlos war, lag fraglos voll neben dem Trend. Aufpreis. Natürlich betrifft das auch die Innenausstattung. Möchten Sie auf mehr als einer Obstkiste sitzen – Aufpreis. Sollen die Instrumente ein heute in allen Bereichen des Lebens üblich digitales Erscheinungsbild haben – wenn überhaupt zu bekommen – Aufpreis.
Diese Beispiele ließen sich seitenlang fortführen, aber ich habe nicht vor, Sie zu langweilen. Nur drei Sätze noch. Die so genannten Premiumhersteller in Deutschland krempeln „nur“ alle 4 Jahre die einzelnen Typen ihrer Flotte deutlich um, das hat seinen Ursprung auch im Steuerrecht, das die Absetzbarkeit eines Fahrzeugs für den Endverbraucher im beruflichen Umfeld regelt. Und von einem Premiumhersteller mit Sitz in München wissen wir, dass er aus Imagegründen alles tut, eine möglichst junge Flotte auf der Straße zu haben, das wird mit einem maximalen Fahrzeugalter von 6 Jahren definiert. Rostlauben sind ein No Go. Im Fahrzeugneupreis ist bereits einkalkuliert, was die mögliche Verschrottung eines in Zahlung gegebenen Fahrzeugs im Alter von 6 Jahren (+) desselben Herstellers inklusive Restwert kostet…
Und jetzt schauen wir einmal auf Ihre Tauchausrüstung. Da muss ich sagen, haben viele marktrelevante Schnittstellen versagt dafür zu sorgen, dass alle ihren Spaß haben.
Ich fange da ganz oben an. Bei den Ausbildungsorganisationen – Vereine lass ich außen vor, das wäre ein gesondertes Thema (auch nicht erfreulich).
Also, die großen internationalen Ausbildungsorganisationen haben angeführt von PADI nur ihr eigenes Business im Blick – Plastikkärtchen mit Brevets zu verkaufen. Den vorbildlich ausgerüsteten Tauchlehrer mit großer Erfahrung, der einen klassischen Theorieunterricht hält, Ansprechpartner für viele Fragen ist, gibt es immer seltener. Den Part haben Theorielektionen auf DVD übernommen, die keinen Raum für Fragen lassen, keinen Raum als realer Ausbilder auf die Nöte der Tauchschüler einzugehen, Ausrüstungsempfehlungen zu geben, vorzuleben, was man aus innerer Überzeug selbst an Materialen einsetzt. Ich habe das Gefühl, dass heute viele Tauchschüler nur den Wunsch haben, den Kurs zu überleben und nach dem OWD die Segel zu streichen, weil es im Umfeld der Ausbildung grundsätzlich an Imagemaßnahmen und Marketingaktivitäten PRO TAUCHSPORT fehlt, ausgehend von diesbezüglich völlig uninspirierten und von den Organisationen nicht ausgebildeten – alleingelassenen – Ausbildern. Schaue ich da auf das Beispiel Auto, den Führerschein, da gibt es Überprüfung dessen, was der Fahrlehrer, die Fahrlehrerin dem/der Schüler/in vermittelte. Bei einer Fahrprüfung stehen Fahrlehrer und Schüler auf dem Prüfstand…
Zurück zur Plastikartenindustrie. Schaue ich mir die Zahlen verkaufter Brevets in Summe an und rechne ich mal nach, dann müsste die Tauchsportindustrie rundum in fett schwarzen Zahlen dastehen. Tut sie aber nicht, weil nur ein weit kleinerer Teil der Newcomer tatsächlich Feuer gefangen hat und in Equipment investiert. Und was macht die Tauchsportindustrie? Anstatt ihrerseits aus den wunderbaren Beispielen der Marketingstrategien der Autohersteller zu lernen, gibt es nichts, auch nur ansatzweise. Keine tief berührende Marketingmaßnahmen, die zum Ausdruck bringen, das Tauchen sei völlig neu erfunden worden.
Und es fehlt dringender denn je emotionale Werbung, die Lebensgefühl vermittelt, das Ansehen des angegrauten Tauchsports auf neuen tragfähigen Untergrund stellt, das Gefühl vermittelt, sportlich elitärer aufgestellt zu sein, das auch außerhalb der Tauchsportmedien…
Da passiert nix. Man hört nur aus vielen Ecken ein Jammern ob der Zahlen in der Bilanz.
Aber solange von Herstellern und Verkaufsbütteln mit jedem über den Ladentisch gewanderten Anzug, Jacket, Regler, Computer, Maske, Lampe, Flosse, Schnorchel usw. das Gefühl vermittelt wird, das ist ein Kauf für die Ewigkeit, kann es kein sich wiederholendes Geschäft geben.
Sie wollen (nach 12 Monaten) sich ein neues Kleid kaufen, einen neuen Anzug – der Fachhändler hat für Sie die neueste Kollektion mit den neuen Farben der Saison parat. Sie wollen nach unendlich langer und die letzten Jahre nicht mehr zufriedenstellender Performance einen neuen Tauchanzug kaufen (der Anzug hält ja ewig…), mal was anderes, Langeweile breitet sich aus und Ihre Frage dazu: Gibt`s nur schwarz???
Dass Ihre einstmals glasklare Silikonmaske nur noch einen unschönen gelbbraunen Körper hat? Egal, sie passt. Die Flossen sind nicht schlecht, aber auch nicht so toll, wie schon bemerkt wurde. Sie tuns aber noch.
Neue Technologien wurden einfach schlecht bis gar nicht im Marketing verbreitet. Das Jacket ist unbequem, muss wohl so sein, Sie haben sich daran gewöhnt, ich brauch nichts Neues. Der Regler, äh, Service, wieso Service, geht doch (bei Ihrem Auto ein No Go). Neuer Regler generell, warum der tuts schon seit Jahren. Bequem im Mund – nicht so wirklich. Atemkomfort? Keine Ahnung, ich kenn nichts anderes.
Der Computer? Die Batterie ist ja noch gut und ich hab keine Lust, mich durch ein unsinniges Bedienungssystem und einer unbrauchbaren Anleitung durchzuwühlen. Den hab ich einigermaßen kapiert, das passt. (Das kann ich verstehen)
Fakt ist, dass es genau betrachtet längst überfällig ist, dass viele Tauchsportler ihr Equipment sachgerecht durchforsten und unsentimental oder sicherheitsbewusst durchsehen und sich von dem trennen, was schon längst Geschichte geschrieben hat.
Ein abgefressenes Tauchequipment zu haben ist erstaunlicherweise nicht „Furchtbar“. Da kokettiert gerade der Macho gerne mit der wirklich antiken, ungewarteten, tiefe Gebrauchspuren zeigenden Ausrüstung, als sei man 1840 im Wilden Westen auf Goldsuche.  

Tauchsport ist weit mehr, als das, was schlecht bis mittlerweile gar nicht mehr kommuniziert im Shop verkauft wird, Tauchsport ist vergleichbar mit der Weltraumfahrt, wenige Privilegierte dürfen den Wasserkosmos der Erde, die schließlich von 70% Wasser bedeckt ist und unendlich mehr Geheimnisse birgt als das Weltall, selbst in Augenschein nehmen. Das ist mehr als Abenteuer, das ist Bewusstseinserweiterung ohne Drogen.
Sehe ich vom Stickstoff ab ;-)


Beste Grüße, Ihr


Michael Goldschmidt
 

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