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Nach zwei Jahren in der Diaspora – mit zum Teil desaströsen Ergebnissen hinsichtlich Besucherzahlen und Reaktionen der Teilnehmer
– ist das wohl bekannteste und wichtigste Festival des Unterwasser-Bildes für die 35. Auflage der Veranstaltung in seine angestammten Räumlichkeiten im Palais
des Congres in Juan les Pins zurückgekehrt.
Als Begründung für den Umzug nach Nizza diente damals die Absicht der Kommune, den Kongress - Palast komplett zu
renovieren – davon konnte der unbefangene Beobachter allerdings nichts bemerken. Das Gebäude präsentierte sich unverändert – lediglich der große Saal, in
dem sonst die Filme der Kategorie „A“ „Großformat“ gezeigt und die feierliche Proklamation der Sieger veranstaltet wurde, war geschlossen. Um den fehlenden
Raum zu kompensieren, war kurzerhand ein Zeltanbau aufgestellt worden, innen mit schwarzen Tüchern verhüllt erweckte er durchaus den Eindruck eines Kinosaals,
allerdings mit den leichten Nachteil, dass bei zum Teil sintflutartigen Regenfällen das Prasseln der Tropfen auf dem Aludach das Verstehen der Filmkommentare stark
beeinträchtigte. Dies mag jedoch manchem Autor nicht unrecht gewesen sein. Im Interesse der zumeist französisch sprechenden zahlenden Zuschauer waren die meisten
Filme mit französischen Kommentaren unterlegt worden – wobei diese schlicht über den Originalton gesprochen wurden und damit die musikalische Gestaltung des
Films einfach nicht mehr vorhanden war.
Dem treuen Besucher des Festivals drängt sich mehr und mehr ein „und täglich grüßt das Murmeltier-Feeling“ auf.
Die folgenden Worte wurden bereits für den Bericht zum 32. Festival verwendet:
Wie schon seit Langem dominierten auch in diesem Jahr die Wettbewerbsteilnehmer
aus Italien und Frankreich. Allerdings nimmt die Anzahl der Teilnehmer aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks ständig zu. Auch diesmal waren wieder einige
bemerkenswerte Beiträge, etwa aus Russland und der Ukraine, zu finden. Die weitgehende Abstinenz der Fotografen und Filmer aus dem deutschsprachigen Raum blieb
bestehen.
Diese Zeilen gelten uneingeschränkt auch für die Veranstaltung 2008! Ist die Abstinenz von Teilnehmern aus dem deutschen Sprachraum der
Festivalsprache – französisch – geschuldet, ist es mangelndes Selbstbewusstsein oder schliche Ignoranz? Es mag jedoch auch daran liegen, dass ein
vergleichbarer Event hierzulande nicht existiert und speziell die deutschen Fotografen sich in der Kamera Louis Boutan ausreichend gewürdigt fühlen. Die Ehre bei
der KLB in allen Ehren, aber in Antibes gibt es neben der Ehre auch Bargeld zu gewinnen! Das „Murmeltier“ Gefühl stellte sich denn auch beim Studium der
Siegerlisten ein. Viele der Namen tauchen auch in den Listen der Vorjahre auf: Domenico Drago bei den Diaporamen, Mirko Zanni, bei den Dia’s und Portfolios, die
Ciprianis oder Michael Aw sind gewohnt Sieg oder Platz zu erreichen.
Erfreulich dass, trotz zahlenmäßig geringer Beteiligung, Teilnehmer aus unserem Sprachraum
zu den Prämierten gehören! Milan Czapay bekam für sein Diaporama den Spezialpreis der Jury, Mirko Zanni, wie bereits erwähnt, mit seinem Portfolio und den Dias, sowie
Thomas Peschak mit S/W Prints, konnten sich platzieren. Bei den Filmen finden sich Rolf Möltgen, Danny Opitz und Andreas Schumacher unter den Geehrten.
So
hoch die Qualität der prämierten Bilder auch war, so kann nicht übersehen werden, dass doch sehr viele Einsendung entweder von Selbstüberschätzung oder mangelnder
Kritikfähigkeit zeugten. Um es auf den Punkt zu bringen, das Niveau war – über alle Einreichungen hinweg gesehen – eher schwach. Aber, wenigstens haben
diese Einsender sich beteiligt – was die Fotografen und Filmer unter unseren Lesern durchaus als Ermutigung empfinden sollten! Die 36. Ausgabe des Festival
Mondial de l’Image Sous-Marine kommt bestimmt. UWW wird dies rechtzeitig ankündigen und wir fordern Sie alle auf: Reichen Sie ein! Stellen Sie sich dem
Wettbewerb – es lohnt sich!
Die Platzierungen finden Sie unter diesem Link: www.underwater-festival.com
Leider sah man sich auf Seiten der Veranstalter nicht mehr in der Lage, die Siegerbilder für Veröffentlichungen in den Medien auf einfachem Weg
mittels Datenträger zu überreichen. Um der Öffentlichkeit noch weniger Einblick zu geben bzw. den Journalisten das Handwerk zu erschweren, können Siegerbilder nur noch
in einem geschützten Pressebereich eingesehen werden. Diese unnötige Erschwernis im Umfeld der Publikationen zum Festival in Antibes hat nicht nur unsere Redaktion
bewogen, lediglich die Namensliste der Sieger zu verlinken.
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