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Mini - Gehäuse von UK GERMANY
Wirbelwind, Tausendsassa oder Nischenkönig - UK Germany aus Beselich im Westerwald ist ein Hersteller, den es gar nicht geben dürfte, weil sich viele seiner
Sonderanfertigungen (Ringblitzport, Mitttelformatanfertigungen, Stereogehäuse) in den Augen der Konkurrenz ökonomisch nicht immer rechtfertigen lassen. Oder vielleicht
doch? Denn wie dieser seit zehn Jahren clever über die Runden kommt, ist vielen immer wieder ein Rätsel.
Kopfschütteln erzeugt auch dessen EOS 300-Gehäuse. Es ist vermutlich das einzige auf der Welt, das mittels einer CNC - Fräsmaschine aus einem vollen Alu-Block geschnitten wird. Die Firma hat Nerven, wenn sie denn überhaupt welche besitzt. Das zur UK - Miniserie zählende Canon - Gehäuse besitzt innen und aussen eine Oberfläche wie geleckt. Schwarz eloxiert und ohne Macke. In der Endausführung dann innen nochmals schwarz ausgeflockt, damit Kondenswasser gebunden wird. Ob man allerdings die bei Mischgastauchern so beliebte und bei Fotografen so verhasste High – Tech - Farbe Schwarz auch für die Außenhaut eines UW - Gehäuses wählen sollte, bleibt strittig bis zum Jüngsten Tag. Unser Testgehäuse war jedenfalls mit der Unfarbe Schwarz mehr als bedient. Aber laut Hersteller wird dieser Finsterling gar nicht so selten geordert. Vermutlich auch aus Unkenntnis. Denn wenn das Gehäuse mal aus den Händen gleitet und im tiefblauen Meer versinkt bzw.. davon treibt, findet man es nur noch mit einem Metallsuchgerät. Auch kurzfristiges Ablegen ist nur zu empfehlen, wenn man einen langen Blitzarm mit einem auffälligen Blitz montiert hat. Wählen Sie deshalb besser eine visuell freundlichere und besser zu sichtende Farbe. Popfans bekommen das UK - Mini auch mit Graffity- und Airbrushmotiven.
Das Gehäuse gehört zur UK – Mini - Serie, ist klein, leicht und übersichtlich. Genau so, wie es die angepeilte Klientel möchte. Der Einbau ist simpel und geht
schnell vonstatten. Die Stativschraube hält die Kamera bombenfest. Etwas unterernährt in Bezug auf seine Dicke (nur 2,3 mm) scheint der O-Ring, aber die Wandstärke
lässt wohl keine kräftigere Dichtung zu. Dieser Dichtung müssen Sie deshalb Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken. Sand, ein Haar, Algenfäden oder ein Fussel... und schon
ist es passiert. Je dünner ein O-Ring, desto mehr Pflege benötigt er. Säubern Sie ihn zur Sicherheit bei jeden Filmwechsel. Sehr gut ist die Zentrierung der
Gehäusehälften gelungen. Ein Führungsrand verhindert, dass beim Öffnen eventuell Wassertropfen von der Dichtung ins Gehäuseinnere perlen können. Etwas Verwirrung
stiftet das innere Synchronkabel (selbstgefertigt) von der Blitzbuchse zur Kamera. Es besitzt am Blitzschuh nur drei Polstifte und einen Massekontakt. Man hat immer
das Gefühl, da müsse ein Pin fehlen. Laut UK - Germany ist die Reduzierung der Stifte nötig, wenn man einen Subtronic - Blitz mit selbsttätiger TTL - Erkennung
verwendet. Fotografiert der Gehäusebesitzer mit einem Systemblitz, bekommt er ein Synchronkabel mit vier Stiften. Was, wenn einer beide Blitzgeräte verwenden will?
Lesen Sie dazu den Kasten „Synchronisationstheater“! An Übertragungen findet man glücklicherweise nicht viel,
aber das Nötigste. Plus/Minus - Korrektur (gleichzeitig auch Blendenverstellung), Multifunktionsrad, Auslöser und die Modeübertragung. Letztere hat aber nicht immer
zufriedenstellend funktioniert. Das Durchschalten von OFF auf Av oder M war häufig von Störungen begleitet, weil das Reibrad keinen Kontakt fand. Auch das Zurück auf
die Anfangsstellung klappte meistens nur nach dem Besuch einer heiligen Messe. Zugegeben, die Übertragung der Modeverstellung bereitet auch anderen Herstellern etwas
Kopfzerbrechen, und ist nur selten ideal gelöst, aber hier tastet man sich an die Belichtungsfunktionen heran, wie ein Blinder auf dem Weg durch einen Wald mit
querliegenden Bäumen. Wir empfehlen deshalb generell die anvisierte Belichtungsfunktion vor dem Schließen des Gehäuses vorzuwählen und beim Tauchen möglichst nicht
mehr daran zu drehen.
Verschlossen wird das Uk - Mini mit zwei leichtgängigen Spannverschlüssen (sehr frauenfreundlich). Wichtiger Hinweis: Verschließen Sie das Gehäuse immer gleichzeitig
mit beiden Spannverschlüssen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Rückdeckel aus der Führungsrille springt und zwischen den Gehäusehälften ein Spalt offen bleibt. Und
über den verwandelt sich das Gehäuse dann in einen Schneewittchensarg. Als Konstruktionsänderung empfehlen wir dringend die Erhöhung des Führungsrandes.
Eine angenehme Größe besitzt der Hilfssucher. Man kann auch mit Tauchmaske das Bild recht gut überschauen. Hier noch ein Verbesserungsvorschlag: Eine ausziehbare bez.
aufsteckbare Sonnenblende würde das von hinten einfallende Streulicht besser abhalten. Ausgestattet ist das UK - Mini mit einer links angebrachten Nikonos - Steckdose
(auf Wunsch auch mit S6-Stecker) und einem intern. T - Stück für den Blitzarm. Grundsätzlich sollte das UK - Mini mit einem Blitzarm bestückt werden, auch wenn man mal
keinen Blitz benötigen sollte. Grund sind die fehlenden Handgriffe. Rechts würde ein Griff sogar stören, weil man dann kaum mehr vernünftig an den Auslöser käme.
Sinnvoll wäre nur eine Handschlaufe. Man benötigt sie aber nicht unbedingt. Für Griffkünstler gibt es auf Wunsch aber immer noch eine Halteschiene, die unten am
Gehäuse angeschraubt werden kann.Fortschritte macht UK - Germany bei den Ports. Nach Jahren des Hoffens und Bangens in der Domeglas - Diaspora steigt er nun endlich
auf Mineralgläser um. Seine Kunden werden es mit Freudentränen in den Augen vernehmen. Das neue Vierpunkt - Bajonett ist außerordentlich präzise gefertigt. Die
Planports besitzen eine grobe Riffelung, so dass man sie auch mit feuchten Fingern gut drehen kann. Mittlerweile liefert UK - Germany so ziemlich alle Domeports, die
man benötigt. Mit guter Qualität.
Fazit:
Das Auffälligste an diesem Gehäuse ist seine Unauffälligkeit. Ohne großes Tam - Tam kommt es daher, kann aber in der Praxis mit enormer Handlichkeit überzeugen. Wenn
die Mode - Übertragung noch etwas verfeinert wird, ist das Kleinkind von UK auf dem besten Wege, ein Streber zu werden.
Preis (ohne Port): ca. Euro 997
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