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JVC / Sealux - wie aus einem Guss

by Horst Wiendl 6.00

JVC versucht mit seinen digitalen Camcordern am Marktanteil von Sony zu kratzen und hat mit dem renommierten Gehäusebauer Sealux einen starken Partner an seiner Seite. Mit dem gemeinsam für die beiden Top Guns von JVC, GR-DVL 9500 und -9600, entwickelten Spezial-Body GR 96 soll der nicht ganz einfache und steinige Weg geebnet werden.

Warum schon wieder Sealux, wird sich vielleicht der eine fragen und der andere wird sogar sagen "Gottseidank von Sealux" und dies ist nicht verwunderlich, da die Gehäuseschmiede um Milan Czapay zum Synonym für den deutschen Metallgehäusebau in der Unterwasser - Video und -fotografie geworden ist. Metallgehäuse, ob nun eigengefertigt oder importiert, haben aufgrund ihrer hohen Qualität, ihrer Langzeitstabilität und ihrer Zuverlässigkeit mittlerweile am Markt die höchste Akzeptanz erreicht und dies möchte Sealux auch mit seinem GR 96 unter Beweis stellen.Die in diesen Tests ausgesprochenen guten Beurteilungen der technischen Umsetzungen von nicht immer ganz einfachen camcorderspezifischen Eigenarten lassen schon eine gewisse Spannung aufkommen und die Frage, wie es die Macher von Sealux bei dem GR96 gelöst haben, macht neugierig.


Die Bauform des JVC Camcorders GR-DVL 9600 unterscheidet sich wesentlich von vertikalen DV-Minis. Die Abmessungen erfordern ein Umdenken beim Sucherkonzept, da der seitlich ausklappbare und gegenüber den DV-Minis von Panasonic und Sony wesentlich größere LC-Farbmonitor des GR-DVL 9600 ein sehr voluminöses Gehäuse ergeben hätte. Die Entscheidung, Sucher- oder Monitorbild, wurde mit Rücksicht auf ein kompaktes und modernes Gehäusedesign zugunsten der Sucherversion gefällt.

Eine Bildüberwachung mittels Sucher kann leicht in Kauf genommen werden, da der von Sealux entwickelte Long Distance Sucher, der bereits in mehreren Gehäusetypen erfolgreich eingesetzt wird, auch im GR96 berücksichtigt wurde. Das zu 100 % zu überblickende Sucherbild ist zwar etwas kleiner, dafür ist aber die Laufzeit des Camcorders um ca. 30% höher, da der "Stromfresser" LC-Farbmonitor abgeschaltet ist.

Bei dem GR 96 hatte es diesbezüglich bei der konstruktiven Lösung des Ein-/Aus-Schalters massive Realisierungsprobleme gegeben, die aber nur in der Erstauflage weniger Prototypen auftraten. Die Serienversion des UnterWasserWelt zur Verfügung gestellten GR96 war diesbezüglich modifiziert worden und die gefundene Lösung ist nun funktional akzeptabel.

Drucktastensteuerung

Zu dem speziell von Sealux entwickelten Schaltmodul muss ebenfalls nicht mehr viel gesagt werden, denn was seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird, einwandfrei funktioniert und bei allen Gehäusetypen ergonomisch zu den Handgriffen platziert werden kann, muss einfach gefallen. Aufnahme-Start/Stopp und Zoom werden mittels einer optoelektronischen Steuerung, Drucktastenfeld und gehäusespezifischen Infrarotstrecke, aktiviert. Da die Funktion Snapshot (digitales Einzelbild) nicht über die camcorderspezifische Infrarot-Fernbedienung unterstützt wird, kam eine Wellendurchführung zum Einsatz. Bei der Erstellung von digitalen Einzelbildern wird jedoch dringend empfohlen, vorab die Bedienungsanleitung des GR-DVL9600 in Sachen Blitzmodi zu studieren. Die Problematik einer Unterbelichtung tritt bei geringem Umgebungslicht und Blitzabdeckung auf, z. B. Blitzauslösung im Inneren eines nichttransparenten UW-Videogehäuses. Auch sollte man wissen, dass die Blitzlichtstärke in Stufen, O +/- 3, voreingestellt werden kann und diese manuelle Einstellung nicht mit einem Automatik-Blitz, wie aus der TTL-Blitzlichtfotografie bekannt, gleichzusetzen ist.

Voreinstellung des Camcorders

Die Automatik-Funktion beinhaltet u. a. auch DIS (Antiwackelsystem) und Blitz (siehe Photo Shot). Im manuellen Betrieb können diese über das Menü ausgeschaltet werden! Individuelle Einstellungen müssen natürlich vor dem Schließen des Gehäuses vorzunehmen - danach geht nichts mehr. Die über Wasser nutzbaren Camcorder-Features, Blenden- und manuelle Fokuseinstellung, sind über das Gehäuse GR 96 nicht abrufbar.

Camcordereinbau

Wer sich strikt an die Bedienunganleitung hält, hat mit dem Einbau keinerlei Probleme.Bezüglich des Hinweises auf die erforderliche Platzierung der einseitig gelösten Handschlaufe wird noch ergänzt, dass beim Verschließen des Gehäuses darauf zu achten ist, dass das Klettband nichts eingeklemmt wird. Hier besteht die latente Gefahr einer Undichtigkeit hervorgerufen durch Nachlässigkeit, Unachtsamkeit oder auch Stress.

Optische Reize

Ohne Weitwinkelkonverter ist der engagierte

UW-Videograf in seinen Möglichkeiten überaus stark eingeschränkt und ein nochmaliger Blick in die Geldbörse wird hier empfohlen. Der Weitwinkelkonverter von Sealux, der wahlweise während des Tauchganges eingesetzt bzw. auf dem Stabilisierungsflügel sicher deponiert werden kann, bringt zweifelsohne optische Vorteile und dies wird sich sicherlich positiv in einem abwechslungsreichen Videofilm niederschlagen.

Fazit

Für welchen Camcorder auch immer in der letzten Zeit ein Sealux-Gehäuse auf den Markt gebracht wurde, unter Wasser sind bezüglich Handling und Benutzerfreundlichkeit kaum nennenswerte Unterschiede festzustellen und Kritik ist kaum mehr angebracht. Die verwendete Lichtanlage bestimmt vorrangig das Gesamthandling und die Hydrostatik einer UW-Videoanlage, da diese bauartabhängig eine mehr oder weniger zusätzliche Gewichtsbelastung des UW-Videografen während eines Tauchganges bedeutet.
 
Ob nun eine Lichtanlage von Sealux, Kowalski oder Werner light power zum Einsatz kommt, ist nicht nur eine Konzept-, Gewichts-, Lichtleistungs- sondern auch eine Preisfrage. Das Sealux-Gehäuse GR 96 bietet die gewohnt gute Qualität und Zuverlässigkeit für UW - Videografen mit Konsumeranspruch. UW - Videografen, die jedoch außer Aufnahme-Start/Stopp und Zoom noch weitere Features, wie Autofokus-Ein/Aus, Festblende, Weißwert und vielleicht noch ein UW-Mikrofon verlangen, können von diesem JVC/Sealux-Gespann nicht befriedigt werden.


Technische Daten GR 96

Gehäusematerial seewasserbeständiges Aluminium, silber eloxiert und zusätzlich Dublex vedichtet.
Frontdeckel und Rückwand hart eloxiert
Frontdeckel serienmäßig mit Bajonett für WW-Vorsatz ausgerüstet
Frontscheibe optische Planglasscheibe, volle Nutzung des Zoombereiches
Druckwasserabdichtung
- Rückwand 1fach Spezial-O-Ring
- Wellendurchführung 2fach O-Ring
Rückwandbefestigung zwei gesicherte Schnellspannverschlüsse
Gehäusebedienung
- Drucktastensteuerung Aufnahme-Start/Stopp (Record), Zoom Tele-Weit
- Wellendurchführung Hauptschalter
- Wellendurchführung Snapshot (Foto)
Long Distance Sucher vignettierungsfreier und 100%iger Sucherüberblick
 
Abmessungen (LxBxH) 201x150x140 mm

Gewicht inkl.Camcorder ca. 3.900 g
Hydrostatik inkl. Camcorder neutral
Testtiefe 90 m
Garantie 1 Jahr, max. 100 Einsätze

 
 
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