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Mehr geht nicht: Sealux Gehäuse MX 2000 für Sony VX 2000 / PD 150

by Michael Goldschmidt - Praxiserprobung Manfred Führmann 7.01

Uns und sich selbst hat es Milan Czapay nicht leicht gemacht – die Sache mit dem Gehäuse für den aktuellen DV Consumer - Spitzencamcorder, die Sony VX 2000 bzw. die professionelle Version PD 150.  Nicht leicht deshalb, weil einfach alles drin und dran ist und noch viel mehr. Eigentlich könnten wir es kurz machen und schreiben, dieses Produkt erfüllt alle Anforderungen auf überdurchschnittliche Weise zu einem Preis, den man kaum glauben mag. Aber weil eben dieses Gehäuse im Sturm den Olymp der Videogehäuse erobern dürfte, müssen wir doch ein paar Worte dazu sagen. Sonst glaubt es uns vielleicht niemand.

Wie viele schlaflose Nächte Milan Czapay im Konstruktionsbüro von Sealux verbrachte, ist sein Geheimnis. Nicht verheimlichen will er sein jüngstes Kind, in dem alles Know How jahrelanger Erfahrung im Videogehäusebau zusammengefunden hat, ergänzt durch eine Reihe von spezifischen Problemlösungen, die die VX 2000 / PD 150 notwendig machten. Profis wie engagierte Amateure erwarten beim satten Preis für den zu verpackenden Camcorder auch ein besonderes Gehäuse, das wirklich alle Kamerafunktionen auch im Einsatz zu bedienen erlaubt. Da stellt sich, wie die Erfahrung mit dem Vorgängermodell VX 1000 zeigt, kaum die Frage, ob all das Geforderte auch nötig oder unter Wasser gar sinnvoll einzusetzen ist. Damit waren, zudem geprägt durch die Ausstattung des hochpreisigen Wettbewerbs, die Eckwerte bestimmt, die das MX 2000 Gehäuse mindestens erreichen muss – allerdings unter dem Preis der direkten Konkurrenten. Unabhängigkeit vom Dollarkurs, von Transportkosten und Zöllen, eben „Made in Germany“, schafft die kalkulatorischen Freiräume,  um auch dieses Ziel locker zu erreichen. So ist der Abstand zu den Wettbewerbsprodukten nicht nur durch ein paar hundert Mark gekennzeichnet, je nach Ausstattung sind zwischen 4 und gut 6 tausend Mark drin. Das muss man erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Noch aus dem Vollen gefräst war der Prototyp, den Milan Czapay zum realitätsnahen Praxistest an Manfred Führmann übergab, damit dieser den Apnoetaucher Benjamin Franz bis in Tiefen unterhalb 100 Metern im Attersee auf Digitalvideo bannen konnte. Dazu war das Gehäuse extra auf über 11 bar abgedrückt worden, was es klaglos hinnahm. Ein Wassereinbruch in dieser Tiefe hätte das Aus für die Kamera bedeutet, was bei einem medienträchtigen Rekordversuch einem Debakel gleich käme. Doch ohne ein einziges Problem absolvierte das MX 2000, ausgestattet mit der Sealux - Lichtanlage „Video Bright 50“, mehrere extreme Abstiege in der Hand von Manfred Führmann, der sich aus einem Buddy Inspiration Kreislaufgerät mit den nötigen Atemgasgemischen versorgen ließ. Kaum zu beschreiben sein Strahlen, wenn er mit dem Videosystem aus dem Wasser stieg, um so bedauerlicher, dass wenige Tage später die Anlage wieder zurück ins Allgäu geschickt werden musste, damit der Konstrukteur letzte Feinarbeiten durchführen konnte.

Fast ein Wunder, dass die VX 2000 nicht auf einem motorisch angetriebenen Schlitten in die Aufnahmeposition im vorderen Gehäuseteil hineingleitet. Das muss man noch per Hand machen, nachdem der Camcorder mit einer Schraube am Unterbau fixiert wurde. Gerade der Schlitten, einmal zur Positionierung der Kamera im Housing, aber auch zur Vorbereitung diverser Funktionen (wie Graufilter, Focus, Blendenrad, Backlight, Spotlight), die mechanisch bedient werden, bereitete in der Entwicklung einige Kopfschmerzen. Doch die Aspiringaben haben sich gelohnt, die Kupplungselemente, die auf die durchgeführten Achsen treffen, rasten sicher ein. Muss man da wirklich noch erwähnen, dass die Tiefe des vorderen Gehäuseteils so gewählt wurde, dass man die Kassette, den Akku und den Memorystick wechseln kann, ohne die Kamera herausziehen zu müssen? Na gut, dann haben wir es hiermit getan.

Doch bevor das Kamerawunder im Gehäusewunder verschwindet, muss man noch von den beiden vorschwenkbaren Filterrahmen erzählen. Der eine trägt einen orangefarbenen Korrekturfilter, der in Tiefen zwischen 5 und 20 Metern natürliche Farben ins Riff zurückzaubert, der andere hat eine Nahlinse NL3, damit in einem Arbeitsgang Fadenschnecken und Walhaie aufgenommen werden können. Wer kann das sonst noch? Natürlich sind die Filter bei jeder optischen Ausstattung einschwenkbar. Zwei Kabel warten noch auf Kontaktaufnahme, eines für das Electret – Gehäusemikrofon, das andere für die elektronische Kamerasteuerung. Ein wichtiger Freund und Helfer, im Prototyp aber noch etwas zu zimperlich eingestellt , ist der mit einer eigenen Batterie versorgte Feuchtigkeitsmelder an der rechten Innenwandung. Innen pfeifend und außen mit einem gelb blinkenden Signal macht er auf Ungemach aufmerksam. Damit eventuell auf dem Gehäuseinnenboden befindliche Pfützen nicht unentdeckt bleiben, weil sie vielleicht von den Dichtungsfalzen an den Gehäusehälften aufgehalten werden, hat Sealux auch dem hinteren Gehäuseteil eine identische Warnanlage spendiert. Genial mitgedacht kann man zur Schutzkante sagen, die am Rückdeckel das Herabfallen von Wassertröpfchen verhindert, wird das Gehäuse im feuchten Zustand geöffnet. Großformatig ist der O – Ring, der in einer leicht zugänglichen Nut sitzt. Für den dichten Zusammenhalt sorgen 3 gesicherte Schnellspannverschlüsse, bekannte Klassiker im Gehäusebau.

Widmen wir uns noch den Ein – und Ausblicken. Hinein, also auf den Suchermonitor, schaut man mit Hilfe einer um 15° nach oben angewinkelten, 6-fach vergrößernden  Sucheroptik mit Dioptrieausgleich. Eine faltbare Sonnenblende schützt vor seitlich einfallendem Licht. Wozu die Blende, könnte man unbedarft fragen, ist man doch ohnehin mit dem Maskenglas am Sucher um das Bild zu kontrollieren. Aber das MX 2000 erlaubt durch eine weit nach außen verlegte Pupille auch mit einigem Abstand vom Sucher die Kontrolle des gesamten Bildes. So kann man eben mal schnell über das Gehäuse visieren und hat doch alles im Griff. Natürlich wurde die wichtige interne Sucherabdeckung nicht vergessen, damit direkt einfallendes Sonnenlicht keinen Schaden auf der empfindlichen Folie des Farbmonitors anrichten kann.

Hinaussehen darf die VX 2000 / PD 150 durch drei, mittels Bajonett am Gehäuse befestigte Fenster zum Meer. In der Standardausführung schließt ein Planport aus optischem Glas die vordere Öffnung. Komfortabel wird es mit dem von

Sealux „Marinekonverter“ getauften vierlinsigen und vergüteten Objektiv, das voll zoombar eine maximale Bilddiagonale von 78° zeigt.  Das asphärische, einlinsige  und vergütete Super – Weitwinkel mit einem Faktor von 0,5 macht Aufnahmen bis 98° Bilddiagonale möglich. Dieses Objektiv ist knapp 3-fach zoombar.

Werfen wir noch einige Blicke außen auf die silberne Box aus seewasserbeständigem Alu, das eloxiert und Duplex nachverdichtet ist. Funktion steht vor Design, kein Schnickschnack nur fürs Auge buhlt um die Käufergunst. Ein massiver Tragebügel an der Oberseite erlaubt die bequeme Beförderung an Land. Links und rechts sind schräg verlaufend die von Sealux schon bekannten elektronischen Drucktastensteuerungen am Gehäuse angebracht. Auch mit dicken Handschuhen sind sie gut zu bedienen. Somit kann der Handgriffbügel abgenommen werden, um das System beim Transport so klein wie möglich zu verpacken. Mechanische Drucktasten an den Seiten und im Rückdeckel sowie schwenk- und drehbare Hebel lassen fast keine  Funktion der VX 2000 unberührt . Alles ist klar beschriftet. Ander linken Seite oben hat Milan Czapay das Infozentrum der Leuchtdioden platziert. Rot bedeutet Aufnahme, Grün signalisiert Betriebsbereitschaft und Gelb wollen wir gar nicht sehen, denn dann ist was in der Windel...

Nicht inklusive sind nur ein paar bemerkenswerte Kleinigkeiten: Mit einer optionalen Zahnübertragung könnte der Focus direkt am Objektiv manuell eingestellt werden – für 312 Mark (Euro 160,-), wer es braucht  bekommt für 120 Mark (Euro 62,-) die Fotoshot – Taste, eine mechanische Zoomwippe (schnelle Brennweitenveränderung) kostet 109 Mark (Euro 56,-).

In der Praxis hat sich der Prototyp bestens bewährt und bekam nur Lob. Dass die ersten öffentlichen Einsätze gleich unter so extremen Bedingungen stattfinden würden, hätte sich Milan Czapay in den langen Nächten der Konstruktion sicherlich nicht vorstellen können, doch die Wirklichkeit ist manchmal eben hart. Doch besser hätte die Sache gar nicht ausgehen können und so sind die Weichen dafür gestellt, die MX 2000 auf den ersten Platz zu setzen, Preis und Leistung sprechen eine deutliche Sprache.

Fazit

Es ist fast peinlich einen Test durchzuführen, der so viel Lob und keinen Tadel ausspricht. Aber man kann in diesem Fall Minuspunkte nicht aus dem Ärmel ziehen, nur um der gestrengen Aufgabe eines Profinörglers gerecht zu werden. Vielleicht könnte man bemängeln, dass es noch keine Anschlussbuchse für einen externen Monitor gibt, doch da sieht es am Markt zur Zeit ohnehin mit entsprechender Hardware düster aus. Vielleicht mag dem einen oder anderen nicht gefallen, dass vor dem Einschieben des Schlittens zwei Durchführungen an den Achsen nach außen gezogen werden müssen. Aber das ist anders nicht machbar. Vielleicht könnte man sagen, es sei zu günstig kalkuliert, jetzt kann es sich ja fast jeder leisten. Vielleicht könnte man sagen, dass das Gehäuse viel zu viel kann, aber Constantin Wecker hat schon gesungen „genug ist nicht genug“. Und wer kriegt heute schon genug. Darf es ein bisschen mehr sein? Bei Sealux kein Problem. 

Sealux MX 2000     

Typ: Sealux MX 2000
Camcorder: Sony VX 2000 / PD 150
Material: Alu, eloxiert, Duplex nachverdichtet, seewasserfest
Tauchtiefe: 90 Meter
Verschluss: 3 gesicherte Schnellspannverschlüsse
Dichtung: O-Ring an Rückwand und Objektiven
Ports: Panport (optisches Glas), Marinekonverter vierlinsig, voll zoombar, vergütet, Bilddiagonale max. 78°, Super-Weitwinkel, einlinsig, vergütet, ca. 3-fach zoombar, Bilddiagonale max. 98°
Portanschluss: gesichertes Bajonett
Filter: innen einschwenkbar, Orangefilter und Nahlinse 3
Mikrofon: ja, mono
Sucher: 15° angewinkelt, 6-fach vergrößernd, Dioptrieausgleich, Abdeckung innen, faltbare Sonnenblende
Drucktastensteuerung rechts: Power on/off, Aufnahme, Zoom
Drucktastensteuerung links: Manuelles motorisches Focussieren, Cursor up/down
Mechanische Steuerungen: Zoomwippe (optional), Fotoshot (optional), Autofocus on/off, Infinityumschaltung, ND-Filter off/1/2, Push-Auto-Taste, Exposure, Blende – Einstellrad, Backlight, Spotlight, optional manueller Focus direkt am Objektiv;
Funktionen Rückwand: AE-Programme, Weißabgleich,
Leckwarnung: ja, 2 akustisch und Leuchtdiode
Leuchtdioden: grün Bereitschaft, rot Aufnahme, gelb Leckwarnung;
LxBxH: 355 mm mit Planport x 221 mm über Tasten x 182 mm
Gewicht: 6000 g mit Planport
Auftrieb mit Camcorder: 300 g
Preis Standardgehäuse (mit Planport) für VX 2000: ca. Euro 3467
Preis Standardgehäuse (mit Planport) für PD 150: ca. Euro 3640
Preis Marinekonverter: ca. Euro 805
Preis Super – Weitwinkel: ca, Euro 342  
Info: Sealux, Tel.: 0831-79427, Website

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