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Gib Gummi!
In diesen Tagen genügt der Blick auf die Preise an der Tankstelle als Ersatz
für den Besuch eines Horrorfilms. Besonders arg traf es die preisbewussten Vielfahrer, so auch uns, kaum war ein neuer Diesel – PKW übergeben worden,
überschlugen sich die Preiserhöhungen, das auch noch bei einem höheren Anschaffungspreis des Fahrzeugs und fast doppelt so hoher KFZ – Steuer. Dem Staat kann
es nicht nur egal sein – noch – es ist ihm auch egal, denn mit den Steigerungen der Literpreise wächst automatisch auch der Mehrwertsteueranteil. Der
Finanzminister siehts gern, kann er sich - noch – vor immer neuen Steuerquellen, die kräftig sprudeln, kaum noch retten. Da bleibt sogar den
Gierschlünden mancher Landesbanken, die Milliarden mit faulen US – Kreditgeschäften verzockten, das überhebliche Lächeln im Gesicht geschrieben, denn die Bürger,
die mit ihrem Steueraufkommen diese üblen Pleiten letztlich bezahlen müssen, werden aktuell staatlich geschröpft wie nie zuvor. Dabei sind diese Zocker in erheblichem
Maß mit Schuld am Ölpreisdesaster, denn pokernde Börsenspekulanten treiben die Preise in die Höhe, nachdem in USA gerade kein Geschäft zu machen ist. Mit dem Teuro
nahm die private Finanzmisere ihren Anfang. Nicht nur in Deutschland kostete über Nacht, neben vielen anderen Produkten, auch die Pizza plötzlich doppelt so viel wie
vorher, der Preis war zwar der selbe geblieben, nur das Vorzeichen war ein anderes. In den europäischen Nachbarstaaten lief das entsprechend, was den Urlaub für
Familien mächtig verteuerte. Wer hätte je gedacht, dass man heute in Österreich oder gar Italien billiger tanken könnte, als in Deutschland? Viele Leser können sich
noch daran erinnern, dass man als ausländischer Urlauber subventionierte Benzingutscheine für Italien kaufen konnte, um den für damalige Zeiten horrenden
Preisunterschied zu den Benzinpreisen in Deutschland auszugleichen. Damit sollten die Touristen von der hohen Steuerlast auf in Italien verkauftes Benzin frei gehalten
werden. Eigentlich ist es an der Zeit, dass es wenigstens für ausländische Touristen nun subventionierte Benzingutscheine für Deutschland zu kaufen gibt, denn die
Schröpfpreise an den Zapfsäulen, deren höchster Anteil direkt in den Rachen des Finanzministers geschüttet wird, steht mit der Entwicklung der Kaufkraft in keinem
Verhältnis mehr. Vielen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser ist es nicht vergönnt, in den Nachbarländern zu tanken, zu weit ist die Grenze, die von realistisch
kalkuliertem und steuerlich belastetem Treibstoff trennen. So ändern sich die Zeiten. Einst waren es politische Grenzen, nachdem diese wegfielen, sind es die
Energiegrenzen. Wohin soll das noch führen? Dass wir in Deutschland für politische Misswirtschaft der vergangenen Jahrzehnte nun bluten müssen, niemand wagt sich so
recht, das deutlich zu machen. Die Zapfsäule allein markiert aber nur die Spitze des Eisbergs, denn Heizöl ist teuer wie nie, was auch wieder den Normalbürger hart
treffen wird. Die Nebenkostenabrechnungen oder die Heizölbervorratung sollte man jetzt schon mal mit den exorbitanten Steigerungsraten der letzten Wochen hochrechnen,
damit die böse Überraschung nicht zum Debakel wird. Doch damit nicht genug. Alle Waren, die besonders über die Straße zum Handel oder den Verbraucher direkt kommen,
werden wegen der gestiegenen Energiekosten auch teurer werden. Produkte, die zu einem hohen Anteil aus Rohöl gefertigt sind, da zählen auch viele Bereiche der
Tauchsportausrüstung dazu, werden teurer werden. Da tröstet es wenig, dass ein USA – Urlaub aktuell billig wie nie sein kann oder auf US $ - Basis
abgerechnete Fernziele, wie etwa Asien, unter dem günstigen Wechselkurs zum „Schnäppchenpreis“ zu buchen sind. Kräftige Kerosinaufschläge schmälern allerdings
den Vorteil. Mein Rat, was jetzt im Handel auf Lager ist, kann nicht verteuert werden. Kaufen Sie jetzt vom Reifen bis zum Tauchanzug, Schnorchel oder Flosse, was
Sie in absehbarer Zeit anzuschaffen einplanten. Dann können Sie noch von den „alten“ Preisen profitieren. Tanken Sie in Österreich, Belgien oder Tschechien so
oft Sie können, auch das summiert sich positiv. Und noch eins, runter vom Gas. Denn Sie haben es auch selbst in der Hand, wie viel ihr Auto schluckt und Sie dafür
auf den Tisch legen müssen. Heute fiel mir erstmals richtig auf, dass in der morgendlichen Rushhour viele Limousinen mit Doppelauspuff, deren Fahrer sich sonst mit
hirnlosem Drängeln den „schnelleren“ Weg freizukämpfen versuchten, sich rechts im Pulk der 90er auf dem Highway bewegten. Weiter so. Und es wird jetzt sicher
nicht mehr lange dauern, dass Firmen, die ihren Mitarbeitern Fahrzeuge zur Verfügung stellen, den Kraftstoff nur noch kilometerabhängig und mit dem mittleren Verbrauch
des Fahrzeugs gegengerechnet ersetzen werden. Und plötzlich wird das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn und CO2 Ausstoß an Dringlichkeit verlieren.
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