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Historie:

Die Geschichte Haitis liest sich wie ein blutrünstiger Krimi. Entdeckt wurde die Insel Hispaniola von Christoph Kolumbus im Jahre 1492. Am 6. Dezember betritt er als erster Europäer die Nordküste im heutigen Haiti und errichtet eine Siedlung, die er — das Weihnachtsfest vor Augen -  La Navidad nennt. 1496 wurde Santo Domingo gegründet, die heutige Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Die Ureinwohner Hispaniolas, die Tainos, besaßen die höchstentwickelte indianische Zivilisation der gesamten Karibik. Man vermutet, dass sie aus den Urwäldern Südameraikas in mehreren Schüben zugewandert sind. Um derlei Kultur scherten sich die spanischen Eroberer einen Dreck. Durch die menschenverachtende Grausamkeit und paranoide Goldgier der Spanier wurden die Indianer in kürzester Zeit so dezimiert, dass 1560 nur noch dreizehn Ureinwohner übrig waren. Diese wurden schließlich durch eingeschleppte Krankheiten und mordlüsterne Einwanderer ausgerottet.

Um die Insel Hispaniola entbrannte alsbald ein Kampf der damaligen Großmächte Spanien, Frankreich und England. 1697 trat Spanien den Westteil der Insel, also das heutige Haiti, an Frankreich ab. Frankreich überließ 1763 den Engländern ganz Kanada, um die einstmals reichste Kolonie der Karibik, das berühmte „Cap Haitien“, behalten zu dürfen. Zwischenzeitlich war Hispaniola von afrikanischen Sklaven bevölkert, die als billige Arbeitskräfte importiert wurden. Doch insbesondere im haitianischen Teil der Insel gärte es. Sklavenaufstände waren an der Tagesordnung. Haitis großer Freiheitsheld Toussaint Louverture einigte die Massen und proklamierte die Bürgerrechte. Sein Nachfolger Jean-Jaques Dessalines vertrieb schließlich in blutigen Gefechten die malariageschwächten französischen Soldaten und Pflanzer. 1804 erklärt Haiti nach zwölfjährigem Freiheitskampf seine Unabhängigkeit von Frankreich. Die einzigen Sklaven, die sich je selbst befreit hatten. Dieses schwarze Selbstbewusstsein findet man nirgendwo auf der Welt. In Haiti ist deshalb der Ausdruck „Neger“ kein Schimpfwort, sondern bedeutet in der creolischen Landessprache „Mensch“.

Doch Freiheit vom Sklavenjoch heißt deshalb nicht immer mehr Rechte. Einer der größten Neger-Despoten war Henri Christophe (1767 - 1820), der größenwahnsinnig geworden, sich 1811 zum König von Haiti krönen ließ und nach Potsdamer Vorbild das Schloss „Sanssouci“ in Milot errichten ließ. Ein dreistöckiger Monumentalbau mit Kronleuchtern, Wandtäfelungen Marmor, edlen Teppichen und feinen Bädern. Aus Furcht vor einer ausländischen Invasion ließ der schwarze Despot von über 200 000 Zwangsarbeitern auf dem 945 m hohen Pic La Fernere die mächtigste Festung außerhalb Europas bauen. 365 Kanonen und 15 000 Soldaten sollten die neue Freiheit von Haiti schützen. Dazu kam es nie. „Sanssouci“ wurde durch ein Erdbeben zerstört, die „Citadelle La Fernere“ blieb Haitis „Achtes Weltwunder“ ohne Funktion.

Die Beziehungen zu den Inselnachbarn waren indes nicht ungetrübt. Immer wieder versuchte König Henri 1 die von Mulatten gehaltene Hafenstadt Santo Domingo einzunehmen, was ihm aber nicht gelang. 1821 erklärte Nunez de Caceres die Unabhängigkeit des Ostteils von Hispaniola, doch bereits ein Jahr später eroberte der haitianische Präsident Jean-Pierre Boyer die gesamte Insel. Bürgerkriege überzogen das ganze Land, aber erst 1844 wurden die Haitianer vertrieben und die Dominikanische Republik ausgerufen. Hispaniola war endgültig geteilt und ging hüben wie drüben getrennte Wege. Die Grenze zur Dominikanischen Republik schafft eine Trennung der Insel in ein lateinamerikanischen und einen schwarzafrikanischen Teil.

Neuzeit:

Sie wird geprägt durch die Schreckensherrschaft der Duvaliers. Papa Doc, wie sich der ehemalige Landarzt und Anthropologe von seinen Untertanen nennen ließ, beutete das Land schamlos aus, ernannte sich zum Präsidenten auf Lebenszeit, und überzog es bis zu seinem Tod mit einer Schreckensherrschaft und einem erbarmungslosen und brutalen Geheimdienst („tonton macoutes“ )‘ gegen den selbst die Stasi wie ein Knabenchor anmutete. Nachfolger wurde sein Sohn Baby Doc, der 1986 das Land nach einem Putsch verlassen musste und heute in der Schweiz sein außer Landes gebrachtes Vermögen verprasst. Die USA ließen darauf hin mit Druck von außen die Demokratie ausrufen und schwangen sich zur Schutzmacht auf.

Seitdem wechseln die Präsidenten wie die Mondphasen. Alle residieren im grellweißen Palais National, einem Prunkbau im Zentrum der Hauptstadt Port-au-Prince, fast so groß wie das Weiße Haus in Washington. Obwohl der Präsidentenpalast bewacht wird wie Fort Knox, fanden die meisten Herrscher Haitis ein gewaltsames Ende. Zwei wurden sogar mitsamt ihrem Palais in die Luft gebombt. Denn das Volk hat die Ausbeutung allmählich satt. Nur Hundert Familien teilen sich den Reichtum des Landes und bringen ihr Geld kofferweise in die Staaten, die anderen darben. Der von den Amerikanernl990 zum Präsidenten lancierte Jean-Bertrand Aristide war nicht lange an der Macht. Acht Monate später wollte ihn der Putschistengeneral Raoul Cedras lynchen, Aristide mußte fliehen. Heute residiert er in Port-au-Prince in einer Prunkvilla mit Pool und hofft mit Hilfe der Amerikaner auf seine Rückkehr. Amtierender Präsident ist zurzeit Rene Preval, der in seiner ersten Amtshandlung das Parlament auflöste und seitdem ohne Kontrolle regiert. Ihm gehört unter anderem die staatliche Mobilfunkgesellschaft. Eine Goldgrube. Immerhin ließ Preval Ende 2000 Neuwahlen abhalten. Viel gebracht hat es aber nichts, denn das Land

versinkt zusehends im Strudel von Korruption, Kriminalität und Armut. Auch weiß niemand, wie lange die US-Regierung dem zügellosen Treiben und dem Chaos tatenlos zuschauen will.

Voodoo:

Der Glaube an die Götter ihrer westafrikanischen Heimat beeinflusst noch heute das politische und wirtschaftliche Geschehen der Haitianer. Für ausländische Besucher ist der Sinn der Trommeln, der Ablauf der Rituale und die seltsamen Tänze ein Rätsel. Was Voodoo genau sein soll, wird nur den wenigsten klar. Doch mit Voodoo-Zauber werden auch Krankheiten geheilt. Christliche und afrikanische Glaubensvorstellungen vermischen sich zu abenteuerlichen Zeremonien. Voodoo-Priester beißen Hähnen den Kopf ab und trinken deren Blut, huldigen dem Voodoo-Gott Ogou, beschwören im Kerzenschein die alten Geister, während sich die Anhänger im Schlamm wälzen oder wie besessen tanzen.

Die Magie des Voodoo bestimmt auch den Alltag der Haitianer. Selbst die herrschende Klasse bedient sich diese Kults, um das Volk für ihre Zwecke zu missbrauchen. Mit dem Voodoo-Zauber können Menschen als lebende Untote, sog. Zombies, mittels starker Nervengifte verhext und in einen komaähnlichen Zustand versetzt werden. Man beerdigt diese Wesen und gräbt sie nach einigen Stunden wieder aus. Ohne jegliche Erinnerung an ihr früheres Leben verrichten sie nun für ihren Herrn schwerste körperliche Arbeiten und gehorchen willenlos seinen Befehlen. Zombies dürfen allerdings weder Fleisch noch Fisch essen und nur ungesalzene Nahrung zu sich nehmen. Gerüchte besagen, dass der haitianische Diktator BabyDoc vor seiner Flucht in die Schweiz dem Gott Ogou zwei ungetaufte Babys geopfert haben soll. Und als die USA 1994 die lnvsaion Haitis zur Herstellung der Demokratie ankündigten, stieß der Putschisten-General Raoul Cedras wüste Voodoo-Drohungen gegen die Invasoren aus. Voodoo ist sogar im Gesetz verankert, Zombie- Magie wird wie Mord bestraft. Man mag daran glauben oder auch nicht, zyklusartig erwachen die Untertanen und beginnen ihre zombieähnliche Lethargie und Starre abzuwerfen. Der Volkszorn kollabiert und macht nicht mal vor Friedhöfen halt. Schwarzafrika in der Karibik.

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