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uww 3.11
Sind wir doch einmal ganz ehrlich: Selbst die wenigen von der CMAS
ausgearbeiteten Unterwasserzeichen sind den Tauchern nur zum Teil geläufig. Es bleibt das im Gedächtnis, was sich in der persönlichen Praxis als notwendig
erwiesen hatte. Jetzt schickt der Verlag Delius Klasing ein Handbuch der Unterwasserzeichen in den Buchhandel und die Tauchshops. Wir haben uns den Bildband näher
angesehen.
Es ist mutig, eine umfangreiche eigene Taucher – Zeichensprache zu propagieren, die weder einen regionalen noch einen internationalen
Rückhalt hat. Die Buchautoren Dave van Stijn und Mike Harterink haben diesen Mut bewiesen, werden aber einsehen müssen, dass ihre Sammlung von knapp 500
Handzeichen, anwendbar unter Wasser und an der Oberfläche, mangels Einfluss auf die Tauschportausbildung kaum verstanden werden wird. Der Mangel an akustischer
Kommunikation unter Wasser führte schon zu Beginn der Tauchsportbewegung zu einer Ersatzsprache, die deutliche und einfach ableitbare Zeichen benutzt, um die
wichtigsten Situationen und Probleme dem Tauchpartner zu signalisieren. Das ist heute noch Standard der CMAS und wird von allen Tauchverbänden weltweit so akzeptiert
und gelehrt. Diese Zeichen müssen klar und unmissverständlich sein, damit Notsituationen rasch erkannt und entschärft werden können. Deshalb gibt es bei der CMAS nach
internationalem Standard nur 8 Pflichtzeichen und 12 Zusatzzeichen. Im Kontakt mit Gehörlosen habe ich die Thematik der Kommunikation unter Wasser immer wieder
angesprochen, ob deren Zeichensprache nicht auch zu ausführlichen Gesprächen zwischen Tauchern zu gebrauchen wäre. Die Antwort war eindeutig, ja, das würde
funktionieren. Aber nicht unbedingt international... Und, die Gehörlosen – Zeichensprache ist komplex und nicht innerhalb kurzer Zeit erlernbar. Und genau
hier muss man sich mit dem Angebot zur Kommunikation mittels Zeichensprache im Buch „Unterwasserzeichen“ auseinandersetzen. Würde man die fast 500
Zeichen wirklich verinnerlichen und anwenden, man träfe kaum auf einen Tauchpartner, der sie verstehen würde. Tatsächlich ist sogar ein gewisses Gefahrenpotential
auszumachen, denn missverstandene Zeichen können Aktionen bewirken, die keinerlei Zusammenhang zur tatsächlichen Situation haben. Deshalb sehen wir das Buch
„Unterwasserzeichen“ in erster Linie als kommunikative Grundlage für Buddies, die im Verlauf ihrer Tauchgänge mittels Zeichensprache besondere Situationen
besprechen möchten, etwa im Team als Filmer oder Fotografen mit ihrem Model. Hier hat man aber im Buch „Unterwasserzeichen“ auf ein eigenes Kapitel verzichtet,
dafür gibt es die Rubrik „Spaß und Alternativen“...
In diesen Rubriken wurden Handzeichen entwickelt:
• An der Oberfläche • Allgemeine Zeichen
• Nacht • Grundzeichen Meeresleben • Meeresleben • Zahlen • Wracks • Ausbildung & Gruppenführung • Problemlösungen • Umwelt
• Tec-Diving • Spaß und Alternativen
Fazit
Das „Handbuch der Unterwasserzeichen“ ist ein unterhaltsamer Bildband, der Anregungen für
eine individuelle Kommunikation unter Wasser gibt. Sinn und Nutzen zu beurteilen überlassen wir interessierten Taucherinnen du Tauchern selbst, zu unterschiedlich
können hier die Interessenslagen sein.
Fakten
Handbuch der Unterwasserzeichen
Dave van Stijn, Mike Harterink 292 Seiten 850 Farbfotos Format 21 x 21 cm kartoniert, Edition Naglschmid ISBN 978-3-7688-3246-5 EUR: 24,90
Verlag Delius Klasing
Website
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