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by Herbert Frei 11.07

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Wenn es um Amateurfotografen und Urlaubsknipser geht, springt Canon mit der Konkurrenz nicht zimperlich um. Der Kamerariese aus Nippon überrascht die Fotowelt immer wieder mit best ausgestatteten Einsteigermodellen zu Tiefstpreisen, dass den Mitbewerbern Hören und Sehen vergeht. Eines dieser erfolgreichen Fotogeräte ist die EOS 400D.
Herbert Frei war mit dem Einsteigerhappen auf Tauchstation.


Was heißt hier Einsteigerkamera? Noch vor wenigen Jahren wäre die EOS 400D mit ihrer Ausstattung und ihrem Können in der Profiliga ganz vorne gewesen. Heute muss sie sich an der Basis ähnlich gut ausgestatteten Konkurrenzmodellen von Nikon, Olympus und Pentax erwehren. Aber die 400D schlägt sich wacker, hat in vielen Disziplinen die Nase vorn. Das wissen anscheinend auch die Kunden, denn sie ist die meistverkaufte D-SLR des Jahres 2007. Immerhin gibt es gegenüber der Vorgängerin, der EOS 350D, jetzt mehr Technik für weniger Geld. 10 Megapixel stehen in den Startlöchern und warten nur darauf, ihre Auflösung möglichst schnell auf eine CF-Speicherkarte zu bringen. Mindestens 2 GB sollte diese haben, wenn RAW und JPEG gleichzeitig gespeichert werden. Und hier startet die 400D sogleich mit voller Punktzahl, weil man RAW und JEPG in geringster Kompression (10,1 Megapixel und hohe Qualität) miteinander kombinieren kann. Hinzu kommen ein auf 2,5 Zoll vergrößerter Monitor und eine automatische Sensorreinigung. Zumindest letztere könnte sich als vordergründiges Verkaufargument entpuppen, schließlich beklagten in der Vergangenheit auch treue Canon-Fotografen die Probleme mit Staub auf dem Bildsensor. Digi-Pionier Olympus hat diese Schwachstelle schon vor Jahren erkannt und bekämpft den Sensorschmutz sehr erfolgreich mit Ultraschall. Canon geht noch einige Schritte weiter. Die Materialien im Spiegelkasten und im Kameragehäuse wurden auf minimierten Abrieb ausgewählt und das Tiefpassfilter vor dem Bildsensor antistatisch beschichtet. Zusätzlich wird der Bildsensor beim Einschalten in Schwingungen versetzt, damit sich ja keine Fussel oder ein Stäubchen festsetzen kann. Das dauert ca. 1 Sekunde, die man gern abwartet, wenn die Bilder anschließend ohne Flecken oder schwarze Punkte daher kommen.
Wer es besonders eilig hat, kann selbstverständlich auch schon während der Reinigungsphase den Verschluss für einen unerwarteten Schnappschuss auslösen. Die EOS 400D unterbricht dann einfach den Reinigungsvorgang. Aber Canon wäre nicht Canon, wenn es für kontaminierte Bilder nicht noch eine andere Lösung gäbe. Sollte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahme doch ein Staubkorn oder ein Partikelchen festsetzen, bietet die EOS 400D zusätzlich eine elektronische Reinigungsmöglichkeit, mit der man über eine mitgelieferte CD in der Digital Photo Professional Software erkennbare Staubteilchen herausrechnen kann. Wer lieber seiner Fingerfertigkeit vertraut, kann auch den Spiegel mit der Funktion „Sensorreinigung manuell“ hochklappen und dessen Oberfläche manuell reinigen. Aber Vorsicht…..!!! Das ist nur bei feinmechanischer Fingerfertigkeit und dem entsprechenden Reinigungsset zu empfehlen. Ein zerkratztes Tiefpassfilter bedeutet den Austausch der gesamten Sensoreinheit und das ist nicht weit weg vom Totalschaden. 

Zahlen und Fakten

Der Autofokus kann über 9 Messfelder abgerufen werden. Sinn macht unter Wasser aber nur der mittlere Kreuzsensor. Über diesen kann man die Schärfe speichern und das Bild nach eigenem Gutdünken gestalten. Der optische Hinweis auf den zentralen Kreuzsensor ist aber nicht besonders groß. In der Eile wird man deshalb den AF-Punkt auch mal an die falsche Stelle setzen. Dann kann es trotz der vom Bildsensor erzeugten hinreichend großen Schärfentiefe auch mal zu Vordergrundunschärfen kommen. Der AF ist recht schnell, Serienbilder sind kein Problem. Auch die Auslöseverzögerung heimst mit knapp 0,25 s inklusive AF-Einstellzeit dicke Punkte ein.
Über den 2,5-Zoll Monitor wird nicht nur das fertige Bild beurteilt, sondern man wird auch über die Kameradaten informiert. Damit folgt Canon einem Trend, der sich bei Spiegelreflexkameras (z. B. Sony etc.) langsam aber sicher durchsetzt. Das kleine Display auf der Kameraoberseite, wie es noch vielfach zu sehen ist, wird vermutlich langfristig dieser Konzeption geopfert. Vermutlich auch bei den Profigeräten. Schlecht ist das nicht, denn große Zahlen und Pictogramme vermeiden weitgehend Irrtümer und Fehleinstellungen. Allerdings geht der Komfort auf Kosten eines erhöhten Stromverbrauchs. Erstaunlich ist deshalb die lange Verfügbarkeit des relativ kleinen Akkus. Man kann die Kamera den lieben langen Tag eingeschaltet lassen (Stand-By-Funktion wird selbsttätig aktiviert), drei Tauchgänge machen und dabei eine 2GB-Speicherkarte füllen. Achtung: Der 720 mAh-Akku ist nicht mit anderen EOS-SLR-Akkus (z. B. EOS 5D) kompatibel, wohl aber mit denen in den Powershot-S-Modellen. Gleiches gilt für das Ladegerät.
Wie üblich bei Canon D-SLR`s kann man auch die 400D hinsichtlich der Farbabstimmung über die Funktion „Bildstil“ beeinflussen, stößt aber damit in einen Bereich vor, der vielen Benutzern Kopfzerbrechen bereiten wird. Was, um Himmelswillen, soll ich einstellen? Wenn Sie Bilder nachbearbeiten, sind „Standard“ oder „Natürlich“ die idealen Modalitäten. Aber auch in diesen Programmen können wiederum Schärfe, Farbsättigung, Farbton und Kontrast individuell beeinflusst werden. Wer ausschließlich in JPEG fotografiert, kann hier vorab die UW-Bilder hinsichtlich seiner Gefühlswelt farblich aufpäppeln. Unwillkürlich fragt man sich aber doch, ob das letztendlich einem Urlaubsfotografen nutzen wird. Neutral und damit nicht schlecht fährt, wer alles auf „Null“ belässt. In bester JPEG-Qualität kann man übrigens 27 Mal in Folge auslösen, bis der Pufferspeicher voll ist. Bei RAW sind es 10 Aufnahmen und RAW + JPEG gestattet 8 Bilder in Folge.
Canon stattet seine D-SLR`s grundsätzlich mit einer auf Zeitautomatik basierenden Langzeitsynchronisation aus. Wenn Sie also die Zeitautomatik (Av = Apertur Value) vorwählen, geht die Verschlusszeit auch beim Blitzen immer auf einen Wert, der einer korrekten Belichtung ohne Blitzlicht entspricht…also Mischlicht. Im Nah- und Makrobereich führt das zu sehr langen Verschlusszeiten, die man nicht mehr Freihand bewältigen kann. Hier sollte dann „M“ vorgewählt werden. Man stellt eine verwackelungsfreie Verschlusszeit (z. B. 1/60 s) ein und dreht die Blende nach Bedarf auf den gewünschten Wert. In den Sonderfunktionen lässt sich im Modus Zeitautomatik bei Bedarf auch eine feste Synchronzeit von 1/200 s einstellen. Vorteile kann man darin aber zumindest unter Wasser nicht erkennen. Besser und sinnvoller wäre es, man könnte das untere Verschlusszeitenlimit auf 1/30 s oder 1/60 s erweitern und fixieren
Die Langzeitsynchronisation auf Av hat aber trotz aller Bedenken ihre Berechtigung und auch signifikante Vorteile. Bei der Superweitwinkel-und Fisheyefotografie kann man sich bei hellem Umgebungslicht durchaus im sicheren Verschlusszeitenbereich bewegen und bekommt dann automatisch Mischlichtaufnahmen. Andere D-SLR`s (z. B. Nikon) machen das über das Blitz-Menü und Blitzmodus „Slow“. Diesen Weg hat man bei Canon eingespart. Und zwar bei jeder EOS.
Für viele UW-Fotografen ist das Rauschverhalten wichtig, wenn gelegentlich mit höheren ISO-Zahlen fotografiert wird. Diesbezüglich herrscht Unbedenklichkeit. ISO 200/24° sind qualitativ so gut wie ISO 100/21°. Und auch bei ISO 400/27° hält sich das Rauschen noch in fast unsichtbaren Grenzen. Der 10 Megapixel-Sensor ist gut für moderate Ausschnitte und Qualitätsausdrucke bis DIN A3. Die Bildqualität der 400D ist topp und braucht keine Mitbewerber zu fürchten. Vergleichbar gute Bildergebnisse kann nur noch die Nikon D80 vorweisen, die sich auch zur stärksten Konkurrentin gemausert hat. Urlaubs- und Gelegenheitsfotografen werden das nutzbare Potential der EOS 400 D kaum nützen können.

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