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Meeresgrund begleiteten fünf etwa eineinhalb Meter große Zackenbarsche die Taucher. Zeitweilig hatte man auch Besuch von einem Leopardenhai.
Wasserschlangen
Sehr vorsichtig verhielt man sich gegenüber den unzähligen Schlangen (Wassercobras), deren Biß tödlich ist. Da diese Schlangen jedoch nicht aggressiv,
sondern nur auf Futterjagd sind, genügte ein ruhiges und umsichtiges Verhalten, um sie nicht zu reizen.
Trotz des 29 Grad warmen Wassers trugen die Taucher immer ihren 4
mm-Neoprenanzug und darüber einen aus reißfestem Stoff geschneiderten Overall. Natürlich wurde nur mit festen Lederhandschuhen gearbeitet.
Nach den intensiven Schulungen
der Taucher wurde nun mit der eigentlichen Arbeit begonnen. Nachdem man ein Planquadratnetz direkt über dem Meeresgrund ausgelegt hatte, wurde Planquadrat für Planquadrat
sorgfältig von den Tauchern untersucht - stets überwacht von einem der tauchenden Archäologen.
Harter Job
Je zwei Taucher, ausgerüstet mit je einer Sanddedge,
pumpten zunächst den Sand weg. Die Sanddredge funktioniert ähnlich wie ein Airlift, jedoch mit Wasser. Von Bord des Schiffes aus wird mittels einer Pumpe Wasser durch ein gepreßt.
Dieses Rohr hat am Austritt des Wasserstrahls eine weitere Öffnung für den mit dem Sog zurückströmenden Sand. Dies ist eine schonende Methode, da der Taucher den Sanddurchfluß
regeln kann und zudem keine noch so empfindlichen Porzellanteile beschädigt werden. Nachdem eine Stelle auf diese Art "gereinigt" war, konnte mit der Bergung begonnen
werden. Jeder Fundgegenstand wurde unter Wasser am Fundort in situ fotografiert. An Bord wurden die Funde exakt regisitriert, zum Teil gezeichnet und nochmals von allen Seiten
fotografiert.
Wertvolle Ladung
Über 11.000 Teile wurden so im Jahre 1998 geborgen. Darunter befanden sich über 60 goldene Siegelringe mit Sanskriptschriftzeichen,
Goldschmuck, über 100 Silberbarren mit chinesischen Schriftzeichen, jeweils 1 - 1,5 kg schwere, mehrere hundert Bronzegegenstände wie Bronzespiegel, Tierköpfe und Kultgegenstände,
Tigerkrallen sowie etwa 800 Münzen mit Goldplättchen. Daneben barg man über 1000 seladonglacierte Keramikgefäße, die der Aufbewahrung von Lebensmitteln und Trinkwasser gedient
haben sowie ca. 8000 Gefäße aus Ton (Opferschalen, Kannen und Becher).
Was man während der Bergung des “Intan-Schatzes” (so wird der Fund seitdem bezeichnet)
nur erahnen konnte, wurde an Land dann tatsächlich festgestellt: Man hatte die Ladung des bisher ältesten gefundenen Schiffswracks im Südchinesischen Meer entdeckt und geborgen.
Die Schlußmünze datiert in die Zeit 950 n.Chr.
Das Porzellan sowie die Keramiken stammen aus der Zeit der "Five Dynasties", die von 907 bis 960 in China
herrschte. Zur Zeit wird danach geforscht, aus welchen Öfen die seladonglacierten Keramikigefäße stammen.
Sensationeller Fund
Fest steht schon heute, daß es ein
außergewöhnlicher Glücksfall für die Geschichtsforschung des Landes war, dieses Wrack zu finden und zu bergen. Und - neben dem finanziellen Erfolg bewies dieses Unternehmen vor
allen Dingen auch eines: Schatzbergungen und Archäologie schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Nur durch die hervorragende Zusammenarbeit von Archäologen, Tauchern, den
Bergungsleitern sowie den örtlichen und überregionalen Regierungsvertretern konnte dieses Projekt überhaupt realisiert werden.
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