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Die Unterwasserfotografie ist schon lange keine exotische Fotodisziplin mehr. Auch Schnorchler und Gelegenheitsfotografen wagen sich ins
nasse Element. Vorzugsweise mit handlichen und unkomplizierten Gerätschaften, die weder Geldbeutel noch Kondition belasten. Seit einigen Jahren engagiert sich
Konica-Minolta still und leise mit kleinen, leichten, eleganten und hochwertigen Mini-Digicams in der Unterwasserszene. Herbert Frei hat die Dimage X50 im
Unterwassergehäuse einem Praxistest unterzogen.
Kamera und UW-Gehäuse reihen sich nahtlos in die lange Tradition der Dimage X-Reihe ein. Für jedes dieser
Modelle gab und gibt es von Konica-Minolta ein tauchfestes UW-Gehäuse bis ca. 30 m Wassertiefe. Eigene Versuche ergaben, dass die aus transparentem Polycarbonat
gefertigten Schutzhüllen auch noch in 40 m Tiefe anstandslos bedient werden können. Dies trifft auch auf das MC-DG 400 zu. Die Dimage X50 gehört zur Gruppe der flachen
Kleindigitalkameras. Verursacher ist das periskopartige 1:2,6-5,0 Zoom-Objektiv (6,1-17,1 mm), das außergewöhnlich brillant abbildet und wegen seiner platzsparenden
Bauweise die Konstruktion eines extrem kompakten UW-Gehäuses gestattet. Es gehört zweifelsohne zu den handlichsten und flugtauglichsten Schutzgehäusen, die man für
eine Digicam erwerben kann. Wer nicht mit einem voluminösen Metallblock um die Welt reisen möchte, kommt an diesem Westentaschenherkules nicht vorbei. Mit 5
Megapixel bewegt sich die Dimage X50 in einem Auflösungsbereich, der sie für die Abbildung von brillanten Unterwasseraufnahmen voll tauglich macht. Abbildungen in
DIN A3-Größe sind möglich, wenn die Bildqualität „Fein“ eingestellt ist. Grundsätzlich sollten Sie bei Unterwasseraufnahmen keine Qualitätskompromisse eingehen.
Höchste Pixelzahl und geringste Kompression sind Voraussetzung, wenn die UW-Aufnahmen farbstark und ohne störende Pixelfelder geprintet werden sollen. Da die Dimage
X50 nur über eine Programmautomatik verfügt, können unkontrollierte und später nicht mehr nachvollziehbare Einstellungen unterbleiben. Die firmenseitige
Vorprogrammierung ist fast immer ausreichend und ideal für die meisten UW-Aufnahmen. Trotzdem verfügt das Marine Case über die stattlich Anzahl von 12 Eingriffen, die
zumeist als Druckknöpfe ausgelegt sind. Mit Handschuhen können zumindest einige von ihnen nicht störungs-und irrtumsfrei bedient werden. Belassen Sie es deshalb bei
der Zoomfunktion und dem Auslöseknopf. Die Dimage X50 kann unter Wasser weder ein- noch ausgeschaltet werden. Vor dem Einsetzen in das Marine Case muss der
Frontschieber vom Objektiv weggeschoben werden. Legen Sie die Kamera auch im Ruhezustand nicht mit geschlossenem Frontschieber in das UW-Gehäuse. Wenn dann der
Rückdeckel geschlossen wird, quetscht es die Kunststoff-Streulichtblende zusammen. Das kann an dieser zu einem bleibenden Schaden mit eventuellen
Vignettierungserscheinungen führen. Kleine UW-Kunststoffgehäuse haben die unangenehme Eigenschaft, dass das Frontglas zum Anlaufen neigt, insbesondere dann, wenn es
wie am Marine Case aus Mineralglas besteht und somit andere Materialeigenschaften (Temperaturleitfähigkeit und Ausdehnungskoeffizient)) aufweist als das
Gehäusematerial. Um das Anlaufen der Frontscheibe zu verhindern, müssen sie ein kleines, flaches Beutelchen mit Silkagel in das Gehäusevorderteil einlegen. Dieses
Trockenmittel verhindert das Auftreten von Feuchteniederschlag. Man kann dem Anlaufen auch vorbeugen, indem man das UW-Gehäuse mit einem Fön innen etwas angewärmt.
Übertreiben Sie es aber mit der Wärme nicht, sonst bekommen Sie eventuell den Rückdeckel nicht mehr auf, wenn das Marine Case abgekühlt ist. Dann muss das UW-Gehäuse
wieder mit dem Fön von außen erwärmt werden. Unter Wasser sollten Sie den integrierten Blitz auf Aufhellblitz (hier blitzt er immer!) stellen. Sie vermeiden
hierdurch blaustichige Aufnahmen, wenn das Umgebungslicht so hell sein sollte, dass die automatische Blitzzuschaltung (Autoblitz) nicht zum tragen kommt. Den
Weißabgleich lassen sie auf „Auto“ (Blitzlicht wird korrekt berücksichtigt) und die Empfindlichkeitseinstellung sollte ebenfalls automatisch erfolgen. Das
hat den Vorteil, dass die Dimage X50 in Abhängigkeit des Umgebungslichtes den ISO-Wert zwischen 50 und 160 irrtumfrei an die unter Wasser oftmals problematischen
Lichtverhältnisse anpasst. Ein wichtiges Kapitel ist die O-Ringpflege. Die blaue Dichtung im Rückdeckel darf nur mit einem Spezialfett gepflegt werden. Sie bekommen
dieses Fett beim Kauf des UW-Gehäuse mit. Ersatzfett bekommen Sie bei www.uw-fotoservice.de oder in einem Tauchshop. Achtung! Kein Silikonfett verwenden. Das verändert
die Konsistenz des O-Ringes, macht ihn länger. Irgendwann quillt er dann aus der Nut und das UW-Gehäuse läuft voll. Wer sicher gehen will, an dieser Stelle nichts
falsch zu machen, sollte den O-Ring bei jedem Öffnen des Rückdeckels (Batterieladung, Speicherkartenentnahme) mit Seife oder Shampoo waschen, mit Klarwasser abspülen,
trocknen lassen und leicht eingefettet wieder einlegen. Nicht vergessen...auch die O-Ring-Nut muss gesäubert werden.
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