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© UWW / Ilka Weber

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Auch vor Bonifacios beeindruckender Küste zieht es mich natürlich ins Wasser! Weit um die südlichste Region der Insel zieht sich das „Réserve Naturelle des Bouches de Bonifacio“, in dem ich mit Gerard Arend vom „Club Barakouda“ tauchen möchte. Wer mit deutschen Vorstellungen über eine gut geführte, wohl geordnete Tauchbasis zu Gerard Arend mit seinem „Club Barakouda“, Telefon +33 495 731 302, kommt, wird entweder sehr erstaunt oder gar ablehnend reagieren. Ein wenig „kramig“ erscheint der Club samt Büro und Werkshalle, die vollgestopft mit allerlei Dingen ist. Doch das Genie Gerard beherrscht das Chaos und gar liebenswert weiß er über seine gesammelten Werke, die keineswegs zum (wohlgeordneten) Leihausrüstungsbestand der Basis gehören, zu berichten. Von antiken Fundstücken wie Musketen und Amphoren bis hin zu altertümlich wirkender Tauchtechnik, wie Dekometer, ausziehbarer Ein-Mann-Dekokammer und alter Tauchgeräte und Kompressoren hat er so ziemlich alles in seinem Fundus, was er in seiner langen Karriere als Taucher gesammelt hat. 1955 begann er im Alter von 11 Jahren das Tauchen und es ließ ihn bis heute nicht mehr los. Ja, man kann wohl sagen, Gerard Arend LEBT das Tauchen! Bedenken muss man nicht haben, mit ihm zum Tauchen zu fahren, die Flaschen sind wohl gefüllt, die Filter der Kompressoren gewartet, so dass keine unangenehmen Beimischungen außer reiner Luft den Tauchgang verleiden, das Boot erscheint rustikal, ist aber gut durchdacht und sehr zweckmäßig auf die Bedürfnisse der Taucher hin abgestimmt. Auch hier spürt man, dass Gerard etwas vom Tauchen versteht! Beim „Club Barakouda“ lohnt sich also, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen und sich nicht vom ersten Eindruck leiten zu lassen. Wer mit Gerard tauchen geht, braucht sich um Großfischbegegnungen keine Gedanken machen. Seit Jahren werden große Zackenbarsche besucht und mit Fischen aus der Hand gefüttert, von Gerard gibt es auch Fotos, auf die er besonders stolz ist, auf denen er nicht nur beim Füttern auf Tuchfühlung mit den Zackis geht, sondern diesen sogar ein Küsschen gibt. Nachahmen sollte man dies jedoch keinesfalls, seine zerkratzten Hände verraten, dass es auch ein wenig ruppig bei den etwa einen Meter langen Zackis zugehen kann. Standorttreu kann Gerard diese fast garantieren. Unser Tauchgang führt uns weiter zwischen zerklüfteten Felsen, an Bruchstücken alter Amphoren vorbei. In kleinen Meereshöhlen, die wir durchtauchen, erhellen unsere Lampen farbenfrohe Krustenanemonen und Schwämme in allen Farbschattierungen.
Weiter geht es zur Ostküste Korsikas, die wohl eher den Badetouristen und Familien genehm ist, als den Tauchern. Langgezogene, weiße Strände prägen hier das Bild, kleinere, auf den Tourismus ausgerichtete Orte sind wie auf einer Perlenschnur an die fast geradlinig verlaufende Küstenstraße gereiht. Wer von der Westküste kommt, erfährt hier quasi einen Geschwindigkeitsrausch, denn auf den Passstrassen der Westküste ist eine eher ruhige Fahrweise angebrachter. Womit wir auch schon bei der eingangs erwähnten berühmt berüchtigten Raserei der Korsen mit dem Auto wären. Es fallen dem aufmerksamen Betrachter erstaunlich viele Kleinwägen mit abgebrochenen Seitenspiegeln ins Auge, die tatsächlich oft vom ziemlich wagemutigen Fahrstil der Autofahrer herrühren. Hält man sich aber selbst zurück (schließlich sind wir doch im Urlaub und nicht auf der Flucht!), befleißigt sich einer defensiven Fahrweise und lässt die Hobby-Schumis überholen, sollte der Urlaub unbeschadet ablaufen.
Meine letzte Station auf Korsika ist Bastia. Diese Stadt zu besichtigen ist gar nicht so einfach, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, denn sie platzt sprichwörtlich aus allen Nähten. Ratsam ist sicherlich, das Auto vor den Toren der Stadt zu parken und per Bus zum Sightseeing nach Bastia zu fahren, sonst wird einem locker der Tag in dieser pulsierenden Stadt verleidet, weil sich stundenlang wirklich kein Parkplatz finden lässt.
Mussolini ließ hier in Bastia seine Truppen aufmarschieren, als er Korsika nach einem Pakt mit Adolf Hitler Italien einverleiben wollte. Mehr als 10.000 deutsche Soldaten schifften sich hier auf ihrem Rückzug von Sardinien ein, von korsischen Widerstandskämpfern bedrängt. Schließlich beglückwünschte de Gaulle in den Trümmern der zu 80% ausgebombten Stadt Korsika als erstes befreites Département Frankreichs und sorgte als Held der Stunde für eine engere Bindung zur Grande Nation. Die Korsen mit ihrer ausgeprägten Schwäche für Männer und Helden jubelten ihm zu. Heute möchte man daran lieber nicht zurück erinnert werden und hier  und da findet man die unfreundlichen Buchstaben IFF – I Francesi Fora, zu deutsch Franzosen raus – an die Hauswände gesprüht. Auch das gehört eben zur Situation der stolzen Bevölkerung  einer bedeutenden Mittelmeerinsel.
Sehenswert für Besucher sind in Bastia vor allem der alte und der neue Hafen, der schattige Jardin Public Romieu, das Palais des Gouverneurs, das Musée ď Ethnographie Corse, mit vielen Geräten und Fotos aus dem ländlichen Leben der Korsen im Gouverneurspalast sowie die Zitadelle.

Noch ein Wort zur Sprache: Korsika ist internationaler, als viele es vermuten. Mittlerweile haben viele Briten Frankreich und auch Korsika als interessantes Urlaubsziel oder gar Zweitwohnsitz auserkoren, viele ausländische Schiffe ankern zum Beispiel in Bonifacio. So ist es kaum verwunderlich, dass selbst die überzeugtesten Franzosen sich mit der Zeit ein wenig umstellen und zumindest etwas Englisch im Sprachschatz haben. Während meines Aufenthalts konnte ich ohne Französischkenntnisse  keine wirklichen Probleme feststellen. Traf ich auf Einheimische, die  nur Französisch sprachen und meine wagen Verständigungsversuche mit Brocken Französisch, Englisch, Deutsch und letztendlich mit Händen und Füßen nicht fruchteten, so war doch meist ein Nachbar oder Bekannter griffbereit, der dolmetschte. Es ist also lange nicht mehr so problematisch, wie eventuell ein paar Jahre zuvor, in Frankreich auf Reisen zu sein.

Fazit

Ein Urlaub auf Korsika lohnt sich, nicht nur für reine Strandgänger, nein, vor allem Aktivurlauber werden von der abwechslungsreichen Insel begeistert sein. Wer sich vorab über Korsika informieren möchte, ist gut beraten, das Französische Fremdenverkehrsamt Maison de la France in Frankfurt zu kontaktieren, Service - Telefon 09001/570025 oder im Internet www.franceguide.de. Hier werden auch kniffligste Fragen routiniert beantwortet. Die Preise für Übernachtungen und Essen liegen außerhalb der Saison etwa auf deutschem Niveau, Hotels erhöhen aber zur Ferienzeit gerne kräftig. Wer nicht auf diese angewiesen ist, sollte auf Vor- und Nachsaison ausweichen. Baden kann man von etwa April bis Oktober. Zum Tauchen reichen in dieser Zeit 5-7mm Neopren - Anzüge, je nach Kälteempfinden, aus. Schnorcheln kann man am besten an den zerklüfteten Felsen der Westküste. Somit kann Korsika ganzjährig für Urlaub und Erholung empfohlen werden. Wer das Besondere liebt: Auf Korsika wird auch Ski gefahren! Wie wäre es mit einer flotten Pistensause mit anschließendem mediterranen Dinner und einem guten französischen Rotwein?



Informationen

www.franceguide.com

Weitere Infos

www.corsicadiving.fr/
www.beluga-diving.com/
www.tauchbasis-tropica.de/
www.tauchbasis-tropica.de/
www.plongeeporto.com/
www.allerencorse.com/tauchen.htm
www.korsika-diveguide.de/karte.html
 

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