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C: Herbert Frei

by Herbert Frei 11.02

Lembeh - das beste Makrogebiet der Welt

UW - Fotografen sind immer auf der Suche. Nach den klarsten Gewässern, den tollsten UW -Landschaften und den fischreichsten Tauchgründen. Nah- und Makroexperten jagen hingegen mit ihrer Kamera in der Welt der Miniaturen, erfreuen sich am winzig kleinen Unbekannten, gehen auf die Pirsch nach dem Verborgenen. Und manchmal werden sie auch fündig. So wie Herbert Frei, der in Nord-Sulawesi ein Makro-Universum ohnegleichen gefunden hat.

Die guten Tauchgebiete dieser Erde haben alle eines gemeinsam. Sie liegen entweder so weit abseits der Touristenströme, dass sich Pauschalurlauber kaum in solche Gegenden verirren, oder sie sind so teuer, dass sich Normalverdiener eine solche Reise kaum mehr leisten wollen oder können. Ein anderer Aspekt betrifft die Sicherheit. Wo es gärt, rumort und der Terror nicht weit ist, hat man seine Ruhe vor Neckermännern und westlicher Dekadenz, kann noch machen, was man will. Einige der Leser mögen das makaber, morbid und zynisch finden , genauso ist es aber in der Realität. Hat man nämlich das Glück, dass alle drei Voraussetzungen zutreffen, kann man sicher sein, ein Traumurlaub steht vor der Tür. 
Lembeh hat von allem ein bisschen. Es liegt abseits (nicht mal einen Reiseführer gibt es), ist nicht billig und in der indonesischen Provinz Sulawesi sind auch schon erste Unabhängigkeitsbestrebungen im Gang. Aber es ist noch auffallend friedlich. Die wenigen Touristen, die sich hierher verirren, werden auch in Zukunft wohl unbehelligt ihrem Urlaubsvergnügen nachgehen können. Nach dem Terroranschlag auf Bali sicherlich eine Beruhigung vorsichtiger Gemüter.
Sulawesi selbst ist ein riesige Insel mit 189 00 Quadratkilometern und einer Küstenlänge von 6100 Km, die in vier Provinzen unterteilt ist. Ost-Sulawesi, Süd-Sulawesi, Zentral-Sulawesi und Nord-Sulawesi. Auf älteren Landkarten wird Sulawesi auch als Celebes bezeichnet. Ein Name, der von den portugiesischen Kolonialherren 1512-1515 geprägt wurde. Seit den 70er Jahren hat sich die noch heute geläufige Bezeichnung Sulawesi durchgesetzt.
Nord-Sulawesi: Dieser nördliche Teil von Sulawesi hat eine Ausdehnung von etwas über 25000 Quadratkilometern. Der Festlandteil ist ca. 500 Km lang und nur 60 Km breit. Mindestens 11 tätige Vulkane befinden sich auf dem Gebiet von Nord-Sulawesi. Bis auf über 2000 m ragen die Kegel in den Himmel. Alle 3-5 Jahre verzeichnet das Gebiet einen kleinen Ausbruch. Man schätzt, dass in Nord-Sulawesi knapp drei Millionen Menschen leben, die sich aber nicht alle verstehen. Die vier großen Bevölkerungsgruppen gliedern sich in weitere 25 Untergruppen mit eigenen Dialekten. Indonesien besitzt aber eine einheitliche Amtssprache, das Bahasa Indonesia, ähnlich dem Hochdeutschen. Das lernt man allerdings nur in der Schule. Und die kann sich nicht jeder leisten.
Auf Nord-Sulawesi dominiert das Christentum. In geringer Verbreitung sind noch der Buddhismus und der Hinduismus vertreten. Islamisten stellen eine absolute Minderheit dar und sind bevölkerungspolitisch in diesem Teil von Indonesien ohne Bedeutung. Hauptstadt von Nord-Sulawesi ist Manado mit geschätzt ¼ Million Einwohnern. Von hier gehen direkte Verbindungen nach Singapur, Australien und Honkong. Manado hat einen der höchsten Lebensstandards in ganz Indonesien, was auf die guten Kontakte zu europäischen Handelspartnern zurückzuführen ist. Neben Manado ist Bitung der wichtigste Handelshafen von Nord-Sulawesi. Handelsware sind Kokoserzeugnisse, Gewürze, Kaffee und Holz. Rohstoffe wie Gold, Kohle Eisen und Kupfer werden ebenso gefördert wie Öl und Ergas. Die Fischerei spielt eine nicht unwichtige wirtschaftliche Rolle.                  

Wer oder was ist Lembeh?ß            
Lembeh ist eine kleine Insel vor der Küste von Nord-Sulawesi, die durch eine Wasserstrasse vom Bezirk Minahasa getrennt ist. Die Wasserstrasse heißt Lembeh-Strait. Auf dem Meer heißen die Wasserstrassen nicht „Street sondern Strait“! So unglaublich es klingt, das eigentliche Tauchgebiet mit seiner einzigartigen Makrowelt liegt nicht an den Ufern rund um die Insel Lembeh, sondern ausschließlich in dieser Wasserstrasse. Wo Schiffe fahren, die hier schon mal Dinge über Bord gehen lassen, die eigentlich nichts im Meer zu suchen haben. Wo Anrainer ihre Abwässer einleiten, es in der Nähe von Anlegestellen und Bootshäfen unter Wasser aussieht wie bei Hempels unterm Tisch. Und da soll man tauchen und auch noch gute Makroaufnahmen machen können? Vielleicht sogar die Besten der Welt? Man kann!!
Es ist das Widersprüchliche an der über 100 m tiefen, 19 Km langen und maximal 4 Km breiten Lembeh-Strasse, was sie so faszinierend macht. Grossteile der Unterwasserlandschaft sind von weiten Flächen des allgegenwärtigen Lavasandes bedeckt. Kahl, trostlos und dennoch voller Leben. Im Sand lebt eine Tierwelt, die ihresgleichen auf der Welt sucht. Manche Areale sehen aus wie die Uferzonen eines veralgten Bergsees. Grüne Schleimalgen überwuchern jeglichen Bewuchs, dazwischen schwimmen schillernde Rotfeuerfische. Unwirklich, atemberaubend, bizarr.
Etwa 300 verschiedene Nacktschneckenarten soll es hier geben, Genaues weiß niemand. Eine am Rande der Lembeh-Strasse angesiedelte biologische Station findet nach Insiderinformationen fast täglich eine neue Tierart. Und das scheint glaubhaft, wenn man die Artenvielfalt betrachtet, die man selbst als Laie im Vorbeitauchen entdeckt. Vieles, was wir gesehen und fotografiert hatten, fanden wir in keinem Unterwasserführer, egal wie gut und ausführlich er auch seltsame und wenig bekannte Lebewesen des Meeres beschrieb.
Die Lembeh-Strait wurde erstmals 1994 im amerikanischen Naturkundemagazin National Geographic beschrieben. Informationen bekamen die damaligen Rechercheure und UW-Fotografen vom legendären Larry Smith. Smith, ein Texaner mit maritimen Visionen und einem geradezu phänomenalen Einfühlungsvermögen für die Tiere des Meeres gilt als der eigentliche Pionier von Lembeh. 12 500 Tauchgänge soll der korpulente Haudegen vor der Küste von Nordsulawesi absolviert haben. Und er kreierte eine völlig neue Art des Tauchens und Beobachtens. In mühevoller Kleinarbeit und mit langjähriger Geduld bildete Smith indonesische Tauchguides für die speziellen Anliegen der UW-Fotografen und der an Kleintieren interessierten Taucher in der Lembeh-Strasse aus.

Lembeh-Tauchen

Diese Art des Tauchens gibt es wirklich. Sie unterscheidet sich krass von begleiteten Tauchgängen in anderen Meeren. Die Dive-Guides sind nicht dazu da, die Urlauber zu gängeln und sie auf permanente Fehler hinzuweisen. Ihre vordringliche Aufgabe ist die eines Unterwasser-Scouts, der interessante Tiere sucht, sie den Fotografen und Filmern präsentiert, möglichst in einer fotogenen Position. Da in der Lembeh-Strait kaum Strömung und Wellengang herrschen, die Tauchgründe selten über 20 m Tiefe hinausgehen, kann man von einem nahezu gefahrlosen Easy-Diving sprechen, das auch von Anfängern leicht zu beherrschen ist. Diese Einschätzung kann auch aufrechterhalten werden, selbst wenn man die bescheidenen Sichtweiten mit ins Kalkül zieht.

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