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by Herbert Frei 11.02

C: Herbert Frei

C: Herbert Frei

Infos    (Fortsetzung)

Indonesien: 1946 wurde die ehemalige niederländische Kolonie unabhängig und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Inselstaat. Kein Land der Erde besitzt mehr Inseln als Indonesien, ca. 17500 sind es, die genaue Zahl kennt niemand. Darunter sind auch viele Eilande, die nicht bewohnt sind. Mit 228 Millionen Menschen gehört Indonesien zu den bevölkerungsreichsten Staaten, nur übertroffen von China, Indien und den USA. 88% der Bevölkerung sind Muslime, 8% sind Christen, 2% Hindus und 2% Sonstige. Trotz der numerischen Überlegenheit der Muslime wurde die Religionsfreiheit in der Verfassung garantiert. Indonesien ist zwar mit weitem Abstand das bevölkerungsreichste moslemische Land der Welt, aber trotzdem kein islamischer Staat. Dies garantiert allerdings keinen inneren Frieden. Neben Bomben auf Bali gab es separatistische Konflikte in Ambon und Osttimor. Osttimor,das einst zu Portugal gehörte ist heute ein unabhängiger Staat, aber ohne Auslandshilfe kaum lebensfähig.
Mit einer Landfläche von 1826440 Quadratkilometer (fünfmal so groß wie Deutschland) dehnt sich das riesige Land mehr als 5000 Km in die Länge. Die Menschen vom einen Ende kennen die vom anderen Ende nur aus Zeitungen, Büchern, dem Fernsehen und Erzählungen. Auch sprachlich bauen sich in den riesigen Land große Hürden auf. Ein Grossteil der Menschen schaut vermutlich auf eine malaiische

Herkunft zurück. Die Wirtschaftsleistung hat infolge der Globalisierung, dem Zusammenbruch der Aktienmärkte sowie geschüttelt durch ethnische und religiöse Konflikte stark nachgelassen. Aus dem einstigen Tigerstaat ist eine Republik mit nachlassendem Pro-Kopf-Einkommen geworden. Es beträgt gerade noch 570 US-Dollar pro Jahr.
Zukünftig setzt Indonesien verstärkt auf den Tourismus. 5,2 Millionen waren es im Jahr 2001. Die größte Gruppe stellen die Australier mit fast einer halben Million, Deutsche besuchen das Inselreich eher sporadisch. 177 000 waren es im letzen Jahr, die meisten gingen nach Bali. Nord-Sulawesi wird von den üblichen Touristen eher vernachlässigt bzw. übersehen, obwohl es zu den sichersten und schönsten Gegenden Indonesiens gehört. Taucher finden sich ebenfalls nur in gemäßigter Zahl ein. Wer in Lembeh und Bangka taucht, hat die Einsamkeit gepachtet. In Bangka sowohl über als auch unter Wasser.

Einreise

Für Indonesien benötigen Bundesbürger kein Visum. Ein Pass mit sechsmonatiger Gültigkeit reicht aus. Die Einreiseformalitäten sind human und werden ja nach Andrang sogar zügig erledigt.
Üblicherweise fliegt man von Frankfurt nach Singapur und von dort nach Manado. Die Gesamtflugzeit liegt bei ca. 15 h. In Singapur kann man aber einige Stunden Aufenthalt haben. Wem die Anreise in einem Rutsch zu anstrengend ist, der sollte einen oder zwei Tage Stop-over in Singapur machen. Die Stadt gibt viel her.

Geld

Aufgrund der inflationären Entwicklung der indonesischen Rupiahs ist eine exakte Umrechnung nicht möglich. Zur Zeit bekommt man für einen EURO etwa 8500 Rupiahs. Tauschen Sie aber in Europa  keine EURO in Rupiahs. Normalerweise benötigt man das indonesische Geld nicht. Mit der Bezahlung der Urlaubsreise beim Veranstalter sind nahezu alle Kosten gedeckt. Auf der MS Liburan bezahlt man die noch ausstehenden Gelder für Getränke, den Stadtbummel in Bitung und den Besuch eines kleinen Tierparks entweder in US-Dollar oder EURO direkt bei Rudi Ring.
Auf der MS Liburan kann nicht mit Karten bezahlt werden. Nehmen Sie deshalb genügend Bargeld mit. Pro Person reichen aber für alle Fälle etwa 200 - 300 EURO. Zu begleichen sind auch noch die Flughafengebühren inManado und bei einem Stop-over eventuell in Singapur. Hier werden US-Dollar bevorzugt. Je Fluggast sind das auch noch mal ca. 50 US-Dollar. Sollten Sie beabsichtigen, auf dem Flughafen in Mando etwas zu essen oder zu trinken, geht das nur mit indonesischem Geld. Die Geschäfte nehmen weder Dollar noch EURO. Schon daran erkennt man als Reisender, dass man sich in einer sehr provinziellen Gegend aufhält.        

Sulawesi

Es ist eine der großen Sundainseln, liegt aber touristisch im Schatten von Java und Bali. Zum Glück möchte man sagen, haben die großen Touristenströme diese Gegend noch nicht überschwemmt. Die einzigartige Flora und Fauna Sulawesis kann man nur auf langen Wanderungen durch den tropischen Regenwald bestaunen. Noch leben auf Sulawesi Tiere, die es anderswo nicht gibt, z. B. eine seltene Zwergbüffelart und mit nur 12-15 cm Größe der kleinste Affe der Welt.

Klima

Nord-Sulawesi ist ein Ganzjahres-Tauchgebiet. Die Luftfeuchtigkeit ist mitunter sehr hoch, kann über 90% betragen. Doch das ist nicht schlimm, weil man auf einem Schiff wohnt. Hier weht immer eine kleine Brise. Die Lufttemperatur hat meistens Werte um 30° C, selten unter 28° C (nur in der Regenzeit) und fast nie über 32° C (Hochsommer), ist also angenehm warm.
In Sulawesi regnet es häufig, aber nie unangenehm lange. Im Dezember und Januar liegen die Niederschlagshöhen bei etwa 600-700 mm. Die Trockenzeit fällt in die Monate Juni-September, mit Niederschlagshöhen von weniger als 40 mm.

MS Liburan

8 Mann Besatzung und max. 8 Gäste; ideal sind 4-6 Taucher. Die Verweildauer beträgt 4 Tage und 3 Nächte; 6 Tage und 5 Nächte; 8 Tage und 7 Nächte oder 14 Tage und 13 Nächte. Die Tauchtörns können von den Gästen festgelegt werden, z. B. zusätzlich zum Lembeh-Strait - Tauchen kann noch Lembeh-Banka-Lembeh für etwa 4 Tage gebucht werden. Die Touren der Liburan gehen im Winter bis Bunaken zum dortigen UW-Marine-Park.
Wer die Makrotauchgänge in der Lembeh-Strait mit einem weiter entfernten Tauchtörn verbinden will, kann das nur auf der MS Liburan machen. Sie ist das einzige Tauchschiff in diesem Teil von Nord-Sulawesi. Und man kann sich die MS Liburan im Gegensatz zu den teuren Ressorts der Gegend noch leisten. Das Essen an Bord ist indonesisch, aber nur mäßig scharf. Es kann allerdings nachgewürzt werden. Die echte indonesische Küche kann mitunter so scharf sein, dass sie für den Durchschnittseuropäer kaum genießbar ist.
Die MS-Liburan kreuzt als einziges Tauchschiff in der Lembeh-Strait. Hauptsächlich vom Hafen Bitung‚ 7 Km in nördlicher Richtung. Denn hier liegen die interessantesten  Tauchgründe, findet man die seltsamsten Lebewesen. Doch warum nur in diesem Teil von Lembeh und nicht anderswo? Beantworten kann man das nicht schlüssig. Es ist so geheimnisvoll und unerklärlich wie die Gegend, in der man taucht.
UW - Fotografen haben erfahrungsgemäss immer viel Gepäck mit. Da ein Grossteil der Liburan - Kabinen mit einem Doppelbett ausgestattet sind, sollten sich nur Ehepaare oder gut befreundete Kumpels darin niederlassen. Man kann sich aber zumindest nachts aus dem Wege gehen, wenn einer auf dem Oberdeck schläft. Das kann sogar sehr sinnvoll sein, weil in den Kajüten die Luft nicht immer die beste ist. Frischluftfanatiker sind im Freien besser aufgehoben. Umfangreiches Fotoequipment kann man zur Not auch im Gang lagern oder auf dem Oberdeck.
Unsere Gruppe hatte noch eine bessere Idee. Alle Kameras wurden in die Toilette verfrachtet. Somit artete jeder Besuch des stillen Örtchens zu einer Art Hindernislauf über UW - Gehäuse, amphibische Blitzgeräte und sperrige Blitzarme aus. Als sich irgendwann sogar die Türe nicht mehr schließen ließ, war die Geduld der mitreisenden Damen am Ende. Dem Autor dieses Berichtes wurde unmissverständlich klar gemacht, dass nun die Grenze erreicht sei und er sein Geraffel gefälligst mit ins Bett nehmen solle.

Infos: Rudi und Jennifer Ring
eMail: MSLiburan@gmx.de                
 
Tauchen

Getaucht wird in der Lembeh-Strait mindestens zweimal am Tag, Nachttauchgänge auf Wunsch (üblich sind drei pro Woche). Tauchausbildung kann erteilt werden, ist aber nicht üblich. Wer auf der Liburan tauchen will, sollte ein fertiger Taucher sein. Schiffseigner Rudi Ring sieht das Prozedere mit ärztlicher Tauchuntersuchung, Logbuch und Brevets locker und pragmatisch. Schon beim Anziehen der Ausrüstung sieht er als geschulter Ausbilder und Guide, wer einen Check - Dive benötigt und wer nicht.
Die Tauchgänge spielen sich fast alle zwischen 5 und 20 m Tiefe ab. Strömungen gibt es kaum, Wellengang ebenso wenig. Seekrank wird man nicht. Alle Tauchgänge finden mit Begleitung statt, die Motive werden wie auf einem silbernen Tablett serviert. Für Fotografen und Filmer hat der Aufenthalt auf der MS Liburan etwas von paradiesischen Zuständen an sich. 
In Bangka-Island wird witterungsbedingt getaucht, d. h. bei Wind und hohem Wellengang sucht die Rudi Ring verträgliche Tauchplätze aus. Generell ankert die MS-Liburan hier in einer wunderschönen und ruhigen Bucht.
Das Wichtigste beim Tauchen in der Lembeh-Strait sind die Tauchguides. Ohne ihr sicheres Auge und ihre phänomenale Ortskenntnis würde man vieles nicht entdecken. Deshalb haben fremde Tauchlehrer wenig Chancen in die Phalanx der hier heimischen Guides einzubrechen. Die Tauchguides der MS-Liburan sind alle im Tauchressort Kungkungan ausgebildet worden. Dieses Ressort können sich allerdings nur begüterte UW - Fotografen leisten. Und von Kungkungan kann man keine Exkursionen nach Banka oder Bunaken machen, weil hochseetüchtige Schiffe fehlen. Wesentlich teurer als die MS Liburan scheint auch das Tauchressort von Murex zu sein. Somit bleibt die das Tauchschiff Liburan die einzige für Normalverbraucher bezahlbare Basis in Lembeh. 
 
Equipment

Auf einem Schiff kann man normalerweise nur das Nötigste ausleihen. Es ist deshalb erforderlich, die komplette Tauchausrüstung einzupacken. An Bord der MS Liburan sind zwar Jackets, Automaten, Flossen und Masken für vier Taucher vorhanden, aber es ist nicht sicher, dass auch Ihre Konfektionsgröße vorhanden ist. Ein INT - Adapter für die Flaschen ist mitzubringen oder respektive ein Atemregler mit INT - Anschluss. Kaufen kann man so gut wie nichts. In Nord-Sulawesi gibt es keine Tauchshops im europäischen Sinne.

Gesundheit

Wer ausschließlich auf der Liburan Urlaub macht, benötigt keine Malariaprophilaxe. Auch sonst ist impfen nicht unbedingt erforderlich;  es sei denn, man macht Dschungelsafaris. Nehmen Sie aber etwas gegen Ohrenschmerzen mit. Das planktonreiche Wasser der Lembeh-Strait kann unangenehme Außenohrenentzündungen verursachen. Spülen Sie nach dem Tauchen die Ohren immer mit Süßwasser aus. Nichts schaden kann es, vor dem Tauchen in jedes Ohr einige Tropfen Babyöl zu träufeln. Sollten die Ohrenschmerzen trotzdem kommen, kann man sie mit folgendem Mittel in Schach halten: 30% saure Tonerde gemischt mit 70% ad 70%-tigem Alkohol. Jeder Apotheker mixt ihnen diese Hausmedizin.
Tauchen Sie in Nord-Sulawesi vernünftig, also möglichst keine Dekotauchgänge. Die nächste Dekokammer liegt in Manado (2h mit dem Auto von Bitung) im Murex - Tauchressort. Behandelnder Arzt ist Dr. Batuna.      

Fotografieren

Die MS Liburan ist mit europäischen Steckdosen und 220 V-Anschlüssen bestückt. Das erleichtert das Laden von Akkus und das Rasieren mit einem Elektro-Shave. Filme sollte man grundsätzlich mitbringen, weil sie in Indonesien teuer sind und bestimmte Filmtypen nicht immer vorrätig sein werden. In der Hafenstadt Bitung haben sich allerdings Fuji - Filmshops angesiedelt, die zumindest die meisten Fuji - Filme (Dia und Farbnegativmaterial) auf Lager haben. Man kann hier unbedenklich kaufen, denn die Läden sind klimatisiert und führen kein abgelaufenes Film-Material. Sollten die eigenen Filmvorräte zur Neige gehen - das könnte bei der Fülle von Makromotiven schon mal vorkommen - besteht zumindest die Möglichkeit, Fuji - Filme nachkaufen.
UW - Fotografie ist auf Dauer gesehen in der Lembeh-Strait nur sinnvoll mit Makroobjektiven. Unterschätzen Sie dabei das 50 mm oder 60 mm Makroobjektiv nicht. Diese Makrobrennweite wird von vielen UW - Fotografen sträflich vernachlässigt, weil man damit angeblich nicht so gute Fischbilder machen kann. Das stimmt nur in Bezug auf schnell schwimmende und scheue Fische. Diese Arten gibt es in Lembeh zwar auch, aber nicht in dominierendem Mass. Der Grossteil der Critters sind bodennahe, getarnte und langsam bewegende Faunisten. Viele dieser Lebewesen haben genau die richtigen Abmessungen für den Bildwinkel der normalbrennweitigen Makroobjektive. Zu berücksichtigen ist ebenfalls die teils mäßige Sicht in der Lembeh-Strait und treibende Algenfäden, die den Einsatz von langbrennweitigen Makroobjektiven (90-105 mm) nicht immer zu einem Vergnügen machen. Obwohl man auf die Telemakros natürlich nicht generell verzichten sollte. Selbst ein 180 mm Makro findet hier noch eine Nische. Und wenn es bei den Sandaalen ist.
Als sehr universell haben sich extrem nah einstellbare Makro-Zooms erwiesen, mit denen man sehr flexibel agieren kann. Fein raus ist derjenige, der mit zwei Kameras und unterschiedlichen Brennweiten arbeiten kann. Die Mitnahme ist kein Problem, weil man das Zweitgerät gefahrlos im Lavasand ablegen kann. Auch die hilfsbereiten Tauchguides nehmen hin und wieder ein Gehäuse in Verwahrung. So taucht man zwar im Dauerstress, bringt aber immer 72 Bilder mit nach oben. Das erhöht die Quote der guten Aufnahmen.        
Und nicht vergessen. In Bangka benötigen Sie Superweitwinkel-und Fishye-Optiken. Denn hier öffnet sich das Meer in seiner ganzen Pracht. Es wird klar, faszinierend blau und es kocht über vor Fisch.

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