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Sie haben die Nase voll von überfüllten Basen am Roten Meer und Gängeleien unter wie über Wasser? Dann ab in den Flieger und nach Madeira. Hier erwarten Sie noch
grenzenlose Freiheiten, sowohl beim Fotografieren als auch beim Easy-Diving. Herbert Frei entführt Sie in eine naturbelassene Unterwasserwelt.
Dass Madeira
an sich keine unbekannte Insel mehr ist, ahnt man spätestens beim Einchecken am Flughafen. Kind und Kegel, Oma und Enkel, Studenten und Säuglinge...die Reisenden sind
strukturell gemischt wie Einkaufende im Weihnachtstrubel. Und man sieht auch Taucher, aber im Verhältnis wenige. Und das beruhigt. Wenigstens unter Wasser hat man noch
seine Ruhe. Das ausgewogene Klima, ganzjährig warm mit gelegentlichen Regenfällen (im Winter häufig, im Sommer fast gar nicht), macht die Insel zu einem gesuchten Hort
für Leute, die es hassen, schon morgens mit verschwitzten Haaren aus dem Bett zu kriechen und bei 100% Luftfeuchtigkeit und 45° im Schatten japsend nach Luft zu
schnappen. Hier herrscht ein Klima wie auf der Mainau im Bodensee. Madeira wird auch Blumeninsel genannt. Nicht zu unrecht. Das ganze Jahr über blühen Exoten, bekannte
und unbekannte Blumen am Wegesrand. Was man bei uns nur im Blumenladen sieht, hier wächst es sogar auf Müllhalden. So richtig geht es im Frühjahr zu. Dann explodiert
das bergige Land unter Floras Fülle und bietet Wanderern unvergessliche Erlebnisse.Atlantische Unterwasserwelt:
Inseln im Atlantik haben es so an sich. An allen
Stellen kann man nicht tauchen. Entweder kommt man wegen der Steilküste nicht ans Wasser oder die Brandung ist zu wild. Eingenistet wie ein Adlerhorst klebt deshalb
die Tauchbasis „Manta – Diving - Center“ in Canico de Baixo auf dem Areal des Galo – Resort - Hotels in den Felsen. Perfekt angelegt, gut geführt und
vermutlich an einer der interessantesten Tauchstellen der ganzen Insel gelegen, bietet sie das individuelle Tauchen von Land aus oder mit dem Boot zu nahegelegenen
Lokalitäten von wilder Schönheit.Sie wollen handzahme Zackenbarsche sehen, wissen nicht wie eine Einhorngarnele aussieht und haben auch noch nie einen Röhrenaal
gesehen? Hier kein Problem. Und wieso heißt die Basis „Manta - Diving - Center“? Klingt das nicht etwas übertrieben? Genau das hatten wir auch gedacht, mussten
uns aber eines besseren belehren lassen. Am Ankerseil hängend, schwebte ein Manta in Sichtweite vorüber und Taucher hatten am Hausriff 10 min lang ein prächtiges
Exemplar vor den staunenden Augen.
Wo sich Lavagestein im Meer ausbreitet ist es weitgehend kahl. Üppigen Korallenbewuchs wird man vergeblich suchen.
Gelegentlich eine farbig leuchtende Keulenanemone oder einige vereinsamte gelbe Fingerschwämme und Krustenanemonen. Lavaboden ist fruchtbar an Land, weniger unter
Wasser. Verblüffend ist indes das exotische Fischangebot. Drückerfische, Kofferfische, gelbe Zackis, Trompetenfische und Papageienfische in leuchtenden Farben.
Überwiegend begegnet man aber den im Atlantik vorkommenden silbrigen Faunisten, die sich oft in dicken Schwärmen zeigen und bis an die Einstiegstellen kommen. Häufig
sieht man Eidechsenfische, die auf der Jagd nach Drachenköpfen beobachten werden können. Und den Drachenköpfen nützen in diesem Fall die giftigen Rückenstacheln
weniger als nichts, denn das extrem dehnbare Maul der Eidechsenfische gestattet das Verschlingen der Beute sogar von hinten.Ach, ja, die Wassertemperatur. Natürlich
ist der Atlantik kühler als das Rote Meer, aber der Unterschied ist nicht so gewaltig, wie man meinen könnte. 22° -24° C sind im Sommer immer drin, d. h., ein
5-mm-Anzug mit Haube reicht für gewöhnlich. Für ausgedehnte Tauchgänge und die ruhige Fotopirsch sollte man eventuell auf 6-7 mm umsteigen. Wer gerne ohne Kopfhaube
tauchen will, kann das. Es ist gut auszuhalten.
Tauchplätze:
Die UW - Landschaften sind faszinierend. Riesige Lavabrocken, langgestreckte Felsen, hochstehende Säulen, viele Höhlen und Durchbrüche, an
Abwechslung fehlt es nicht. Das Gebiet ist vielseitiger als man vermuten könnte. Anfangs schockt vielleicht die offensichtliche Kahlheit, aber dann gewöhnt sich das
Auge daran und man entdeckt Dinge, die man anderswo vergeblich sucht. Nicht ohne Grund haben die VDST-Landes-Foto-Sachabteilungen aus Baden und Württemberg hier ihr
Ausbildungszentrum mit E-6-Entwicklung. Foto-Workshops werden laufend ausgeschrieben. Und das hat seinen Grund. Hier kann man nämlich, ohne der UW - Welt zu schaden,
sich auch mal ungeniert hinlegen, knien, sich festhalten, das Tarieren mit der Gerätschaft üben und eine Fotosession mit Aufbauten und Staffagen durchführen.
Insbesondere kann in der faszinierenden Lava - Landschaft die Modelfotografie aus dem FF trainiert werden. Die Basisleitung ist auf solche Wünsche und Begehren
eingestellt und gewährt vollste Unterstützung. Bei Sichtweiten, die an ruhigen Tagen 30-40 m betragen können, sind Panoramaaufnahmen selbst mit leichten
Weitwinkelobjektiven möglich. An speziellen Tauchplätzen (jenseits der 30 m Marke) findet man sogar Schwarze Korallen.
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