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Die einen versuchen mit außergewöhnlichem Atemkomfort im handverarbeiteten Retrodesign einen anspruchsvollen Kundenkreis zu bedienen, die anderen greifen nach den
Sternen. MARES hat sich für die Nutzung von Erkenntnissen der Raumfahrtindustrie entschieden und präsentiert mit dem Atemregler Carbon 42 den leichtesten und im Finish
spannendsten Regler seiner Firmengeschichte.
Erreicht man sein Tauchziel irgendwo in der Welt mit dem Flugzeug, so ist man in der Maschine an vielen
Stellen von Carbon umgeben, einem Material, das leichter und widerstandsfähiger ist als die im Flugzeugbau verwendeten Alu – Speziallegierungen. Die Entwicklung
dieses Werkstoffs steht im direkten Zusammenhang mit der Eroberung des Weltraums, die leichte und hochstabile Materialien erforderlich macht, um das Verhältnis von
Nutzlast, Leistung des Antriebs und Brennstoffverbrauch zu optimieren. Die Verarbeitung von Carbon erfordert ein umfangreiches Wissen und natürlich auch die
entsprechende Produktionsstätte. MARES ließ sich von Investitionen in dieser Richtung nicht abschrecken und startete mit dem Carbon 42, wie wir es sehen, eine Art
Pilotprojekt, den Hightech – Werkstoff im Atemreglerbau einzuführen. In Deutschland ist MARES der erste und bislang einzige Hersteller, der Carbon in einem
Produkt komplett einbindet und nicht nur einzelne Bauteile. Wie schon Mares – Vetriebsleiter Dusan Runjajic in einem Interview mit
UnterWasserWelt sagt (>>> zum Video), wird sich Carbon zukünftig nicht in allen MARES
– Reglern wiederfinden, dazu ist die Verarbeitung zu kostenintensiv, aber in der Highend – Klasse darf man wohl weitere Neuvorstellungen erwarten. Einem
Innovationswunsch nachzugehen, will wohl begründet sein, am Ende muss es sich rechnen. Bei der Entscheidung für Carbon, das im SMC – Verfahren (Sheet Moulding
Compound) verarbeitet wird, standen zunächst drei Zahlen im Raum: 65% Gewichtseinsparung gegenüber zweiter Stufen aus Metall, 30 % gegenüber zweiter Stufen aus
Kunststoff und 20% bessere Wärmeleitfähigkeit gegenüber Metallgehäusen. Damit definiert sich der MARES Carbon 42 als Elite in der Kaltwassertauglichkeit. Hohe
Verformungsfestigkeit und Resistenz gegen mechanische Belastungen (Verkratzen u.a.) sind weitere Argumente für die Innovation, dazu die Möglichkeit, das Produkt in
einem völlig neuen Design zu fertigen. Man muss sich das alles durch den Kopf gehen lassen, denn Zahlen kann man nicht anfassen. Für den interessierten User
ist die dynamische Linienführung der 2. Stufe, verbunden mit dem im Highendbereich liegenden Verkaufspreis allein noch nicht Grund genug, sich dem Carbon 42 zu
nähern. Was man tatsächlich „be-greifen“ kann, ist das erstaunlich geringe Gewicht des kompletten Reglers, der mit der 1. Stufe MR 42T - verbunden mit
dem neuen Superflex – Mitteldruckschlauch (30% leichter als Gummi) – ganze 642 Gramm wiegt. Diese ausführlichere Auseinandersetzung mit dem Thema
Carbon im Reglerbau dürfte die grundsätzlichen Unterschiede zu herkömmlichen Produktlösungen deutlich machen.
Die 1. Stufe MR 42T
Als wir im
Sommer 2008 die membrangesteuerte 1. Stufe MR 42T erstmals im Test einsetzten, waren wir
bereits von der minimalen Baugröße überrascht. Im Gegensatz zum einen oder anderen Wettbewerbsprodukt, das keine Kaltwassertauglichkeit nachweisen kann, ist die MR 42T
in allen Gewässern zuhause. Nur 425 Gramm bringt diese 1. Stufe auf die Waage. Damit dürfte aktuell die MR 42T Stufe die kleinste, kaltwassertaugliche 1. Stufe am
Markt sein. Aus hochfestem Messingguss ist sie gefertigt, das Finish in ansprechend mattierter Optik. Edelstahl und hochwertige Kunststoffe ergänzen das Outfit.
Zwei Hochdruckabgänge und drei Mitteldruckanschlüsse sind vorbereitet. Die Position des primären Atemregleranschluss (2. Stufe) ist aufgrund der DFC* –
Technologie nicht variabel, ein entsprechender Gewindedurchschnitt verhindert sinnvoll Ummontagen. Herzstück der neu gestalteten Stufe MR 42T ist das aus Ventil, das
aus „tri-material“ **, was eine langlebige Funktion verspricht. Griffig und auch bei Kaltwassereinsätzen positiv zu bewerten ist das Handrad am DIN
–Ventil. Ein konischer Sinterfilter steigert gegenüber flachen Siebeinsätzen die Effizienz und Betriebssicherheit.
Die 2. Stufe Carbon
Am
auffälligsten mag das Design bewertet werden, das selbst konservative User nicht negativ berühren dürfte. Carbon SMC macht eine neue Gehäuseform möglich, das
Bypassrohr ist voll integriert, der Knickschutz am Mitteldruck – Schlauchansatz bietet nochmals optimierte Wärmetauscherfunktion. Wie alle 2. Stufen von MARES,
sind diese mit dem VAD-System*** ausgestattet, das durch gelenkte Luftströme in der Atemkammer und dem Mundstückansatz das feine Ansprechen des Einatemventils
garantiert, beste Atemarbeitswerte generiert und das Abblasen der 2. Stufe beim Wasserkontakt (Octopus-Funktion, Wechselatmung) ausschließt. Daher sind zusätzliche
Kipphebel oder Stellschrauben zur Beeinflussung des Atemwiderstands (Dive – PreDive) überflüssig. Große Aufmerksamkeit schenkte man dem gitterartigen
Membranschutz unter dem Deckel der Luftdusche. Die Struktur des Gitters lenkt die Kräfte selbst geradlinig auftreffender Wasserströmungen wie ein Filter so um, dass
kein Abblasen auftreten kann. Großformatig ist der Blasenabweiser ausgelegt, die vorgeordnete große Ausatemmbran unterstützt die Atemarbeit effizient.
Praxis
Das geringe Gewicht der Atemreglereinheit mit Octopus gefällt schon beim Transport. Auch den Superflex – Mitteldruckschläuchen muss man in
der Tauchtasche nicht mehr die gewohnt große Aufmerksamkeit schenken, geht es beim Verstauen um eine absolut knickfreie Lagerung. Die neuen und leichteren Schläuche
nehmen hier nichts übel und haben sogar eine 5-fach längere Lebensdauer – jetzt 10 Jahre - als Gummischläuche. Griffig dreht sich das Handrad zum Anschluss
der 1. Stufe am Flaschenventil. Der O-Ring in der DIN-Version sitzt sicher in der ausreichend tief gestochenen Nut, das Gewinde greift zügig und sauber. Unter Druck
sind die Superflex – Schläuche deutlich flexibler und unterstützen den entspannten Sitz der 2. Stufe im Mund. Das Mundstück ist gut geformt, mit daraus
resultierendem ermüdungsfreiem Tauchgangverlauf (Kaltwasser bis 8°C, mehrfach bis 70 Minuten Tauchzeit). Das Luftlieferverhalten ist wie erwartet leicht, geradlinig
und auch bei spontaner Mehranforderung gleichmäßig und ausgeglichen. Parallele Luftanforderungen über den Oktopus oder zum Tarieren erzeugten subjektiv keine
Veränderungen. Man kann die Atemqualität des Carbon 42 sehr nahe einem Zustand über Wasser beschreiben. Dies wird durch das geringe Systemgewicht und den Superflex
– Schlauch mit getragen. Die knappe Linienführung des Blasenabweisers nach unten lässt diesen unter Umständen leicht am Kinn anliegen oder punktuell einen
Lippenkontakt herstellen. Beim Tauchen im extrem kalten Wasser kann dieser Lippenkontakt den Gesamtkomfort marginal beeinflussen. Fazit
Auf
den ersten Blick könnte man meinen, der Carbon 42 sei ein Produkt nur für den geldigen Taucher – Jetset. So sehen wir das aber keinesfalls. Natürlich fühlt sich
das gute Stück auch in den tropischen Meeren sehr wohl, bietet aber alle denkbaren Reserven, die man sich bei einem Regler nur vorstellen kann. Unübertroffen
kaltwassertauglich, außerordentlich robust und elegant im Design, topp – reisefreundlich mit 642 Gramm, es gibt keine Nische, die der Carbon 42 nicht
ausfüllen in der Lage wäre. Wer einen hoch strapazierfähigen und zugleich langlebigen Regler sucht, privat oder für harten Berufstaucheralltag, könnte den Carbon 42
mit in betracht ziehen.
* DFC -System
DFC minimiert den Mitteldruckabfall in der Einatemphase,
wodurch die Leistung des Atemreglers verbessert und die Atemarbeit gesenkt wird. Integriert in die 1. Stufe.
** Tri-material Ventil
Das tri-material Ventil ist eine patentierte Innovation. Es wurde entwickelt und gebaut, um die Leistung, Sicherheit und dauerhafte Zuverlässigkeit für Mares MRT
erste Stufen zu optimieren. Im Betrieb ist das Hochdruckventil verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Bei herkömmlichen Ventilen können diese Belastungen, vor allem in
Verbindung mit extremen Nutzungsbedingungen, zum frühzeitigen Verschleiß des Ventils und dadurch zu einer verminderten Zuverlässigkeit, Leistung und Sicherheit führen.
Nach sorgfältiger Untersuchung der beteiligten Kräfte, der auf die Ventiloberflächen wirkenden Drücke und der Nutzungsbedingungen, denen das Ventil ausgesetzt ist,
bietet Mares das neue tri-material Ventil. Es besteht aus drei Materialien: aus Messing, aus weichem Polyurethan und "heavy-duty" Polyurethan. Sie finden das
neue tri-material Ventil in allen Mares MRT ersten Stufen. Diese innovative technische Lösung garantiert maximale Leistung, Sicherheit und Haltbarkeit für erste Stufen
von Mares.
*** VAD - System
VAD - Vortex Assisted Design (Wirbelunterstützung)
Alle 2. Stufen der Mares Atemregler verfügen über das einzigartige, patentierte VAD-System, welches in jeder
Tiefe die Atmung erleichtert. Die Funktionsweise ist sehr einfach zu erklären: Die vom Schlauch kommende Luft strömt durch das Ventil der zweiten Stufe und wird durch
das Bypassrohr direkt in das Mundstück weitergeleitet. Im Bypassrohr wird der Luftstrom verwirbelt und es entsteht ein Unterdruckbereich (wie in einem Wirbelsturm).
Dieser Unterdruck hilft, die Membran in der zweiten Stufe während des Einatmens leichter anzuziehen, wodurch der Atemregler leichter anspricht. Atemregler mit
VAD-System bieten mehr Leistung und ein sehr natürliches Atemgefühl. Einer der wesentlichen Gründe für Eisbildung im Atemregler ist die Ausdehnung der Luft im Gehäuse
der zweiten Stufe, durch die die Temperatur abrupt sinkt. Mit dem VAD-System findet diese Ausdehnung im Bypassrohr und im Mundstück statt, so dass das Vereisungsrisiko
sinkt.
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