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Mares Jacket Dragon Fly Airtrim

by Michael Goldschmidt 7.01

Tragegriff

Trimbleitaschen

Airtrim System

Pneumatisches Auslassventil

Ventil zur Befüllung mit dem Mund

Anschluss Inflatorschlauch

Fakten

Größen: XS, S, M, L, XL sowie Damenjacket  DRAGON FLY LADY
Preis: ca. €  716
Infos: www.mares.com

Klasse statt Masse ist die Devise der UnterWasserWelt – Redaktion, gilt es neue Produkte auf dem Ausrüstungssektor genauer vorzustellen. Das Mares – Jacket DRAGON FLY AIRTRIM fällt genau unter diese Vorgabe. Drei unabhängige Tester, eine Taucherin und zwei Taucher, hatten am Rande von Apnoe – Rekordversuchen von Benjamin Franz Gelegenheit im Attersee dieses einzigartige Hightech - Jacket zu testen.

Wing – Jackets haben ihren Ursprung beim Tec – Diving. Aus dem Anspruch unter Wasser den Körper in der strömungsgünstigen Waagrechten zu halten und um Platz zu schaffen für zusätzliche Ausrüstungsteile und Atemgasflaschen, kam diese Art von Flügeljackets auf den Markt. Es blieb nicht aus, dass Sporttaucher aus den verschiedensten Gründen sich mit einem Wing – Jacket ausstatteten, obwohl sie sich dabei oft mehr Nach – wie Vorteile einhandelten. Es wirkt eben professionell, auch wenn man nur ein 10 l PTG trägt und insgesamt eher konventionell ausgerüstet ist. Wenn nicht ein großes Flaschenpaket auf dem Rücken hängt, dessen Eigengewicht den Taucher an der Oberfläche in der Senkrechten hält, ist ein echtes Wing - Jaket  eher die falsche Wahl. Es besteht die Gefahr, dass der Auftriebskörper auf dem Rücken den Taucher in die Horizontale zwingen möchte, was zwischen unbequem und gefährlich einzustufen ist. Natürlich ist die „Bauchfreiheit“ bestechend, gerade unter Wasser, aber nicht immer sinnvoll.

Kompromisslos

Um einen Kompromiss ohne Kompromisse zu bieten, hat man bei Mares die Vorteile von Wing – und ADV – Jackets kombiniert.  Die patentierte DRAGON FLY Blase verteilt die Luft im Auftriebskörper so, dass unter Wasser stets die optimale Schwimmlage gewährleistet wird, die Tarierung erfolgt über die Wings. An der Wasseroberfläche richtet die im unteren Rippenbereich wirkende ADV – Luftkammer den Taucher auf. Sollte es nötig sein die Position des Körpers zu optimieren, können in zwei kleinen Trimmbleitaschen am Rücken Gewichtsstücke eingelegt werden. 

Verarbeitung

Wie sollte es anders sein, bei so einem Prachtstück werden nur die besten Materialien verwendet, die garantieren, dass an diesem Highend - Produkt  lange Freude besteht. Schließlich bleiben auch ein paar Mark auf dem Ladentisch. Die Blase besteht aus 1000 Denier Du Pont Cordura® Plus Gewebe, die Außenhaut kennzeichnen 1500 Denier Cordura Gewebe und spezielles Spinnakergewebe. Farblich zeigt es sich, dem seit einiger Zeit anhaltenden Trend entsprechend, nur in Schwarz, vielleicht, weil es so professionell wirkt, vielleicht, weil es so am besten zu andersfarbigen Anzügen passt, vielleicht aber auch, weil so selbst nach jahrelangem Gebrauch kein Ausbleichen sichtbar wird. Dabei könnte das DRAGON FLY AIRTRIM in gellendem Rot oder schreiendem Orange angeboten werden, auch damit es nicht erst auf dem zweiten Blick im Konzert der Mitbewerber erkannt wird. Und ein bisschen Farbe schadet aus Sicherheitserwägungen ebenso wenig, erkennt man so am Tag bei unruhiger See einen Taucher an der Oberfläche einfach besser. Nachts spielt die Farbe eine untergeordnete Rolle, hier sind die 7 reflektierenden Streifen und Schriftzüge gefordert, die am DRAGON FLY AIRTRIM aufgebracht sind.

Komfort

Schwimmlage und Haltbarkeit sind aber nicht alles, es gibt auch Fragen zum Tragekomfort. Da hat man in Italien nicht gespart. Die Rückentrage entspricht der des H.U.B., ist anatomisch geformt und auftriebsneutral gepolstert. Ein ausklappbarer Tragegriff lässt das Jacket bequem in der Horizontalen transportieren. Bis zu 2x 10 l – Flaschen können am DRAGON FLY AIRTRIM montiert werden. Die  „Softgrip“ – Beschichtung im Schulterbereich und auf dem Backpack, verringert deutlich das Verrutschen des Jackets auf Nasstauchanzügen. Wer damit schon zu kämpfen hatte, der weiß, welchen Vorteil Details wie diese bieten. Vielfältig verstellbar ist der Bauchgurt mit dem sogenannten Kummerbund. Auch kräftiger gebaute Sportler finden hier die optimale Längenanpassung des mit Klettverschluss und Kunststoffschnalle fixierten Bauchgurts. Alle Gurte sind zudem am Ende mit D – Ringen versehen, so dass auch mit dicken Handschuhen mühelos alle Anpassungen vorgenommen werden können. Nicht zu vergessen das integrierte Blei, das auf Wunsch verwendet werden kann. Bleistücke werden auf einem Einschub, den eine Hülle umgibt, aufgefädelt, alternativ nimmt das System auch Softblei auf. Rundum betrachtet und getestet: Bequemer geht es nicht. Es muss noch angemerkt werden, dass es das DRAGON FLY AIRTRIM auch in einer speziellen Damenversion gibt, die sich vom Herrenmodell besonders durch geänderte Anpassungen im Brustbereich unterscheidet.

AIRTRIM

Einzigartig und nur vom Anbieter Mares zu bekommen ist das AIRTRIM – System. Um das Jacket zu befüllen oder zu entleeren sucht man vergeblich nach einem klassischen Inflator. Stattdessen ist an der linken Seite, oberhalb der Tasche, der Regler des Tariersystems integriert, mit einer Schnellkupplung und einem Inflatorschlauch mit der ersten Stufe verbunden. Eine große Drucktaste lässt Tarierluft hinein, die andere belüftet pneumatisch gesteuert die beiden Auslassventile, die an der Schulter und unten am Rücken eingelassen sind. So ist in jeder Schwimmlage gewährleistet, dass die in der Blase enthaltene Luft den Bedürfnissen des Tauchgangs entsprechend abgelassen werden kann. Zusätzlich stehen zwei manuelle Ablassventile zur Verfügung, ebenfalls an der Schulter und unten am Rücken. „Doppelt hält besser“, sagt ein altes Sprichwort, somit ist Mares mit dem AIRTRIM auf der absolut sicheren Seite. Gewöhnungsbedürftig sind zunächst zwei Fakten: Die Position des AIRTRIM – System und die Befüllungszeit. Als alt erfahrener Taucher sucht man den Inflator an einer anderen, meist wechselnden Position, nicht an immer ein und der selben Stelle. Der Komfort muss intuitiv erst akzeptiert werden, dann stimmen wieder alle Handgriffe. Als zweites muss man ein wenig Geduld mitbringen, denn die Reaktion auf die Befüllung des Jacket ist etwas träge. Doch rund 9 Sekunden, um 16 Liter Maximalvolumen nutzen zu können, sind durchaus akzeptabel. In der Praxis wird es jedoch kaum nötig sein, das Jacket direkt vom völlig entleerten Zustand auf Maximalfüllung zu bringen. Hat man vergessen das Flaschenventil vor dem Sprung ins Wasser zu öffnen und muss zunächst mit dem Mund tarieren (kann auch mit leerer Flasche am Ende eines Tauchgangs an der Oberfläche passieren), bedient man sich eines kleinen Schlauchs in der rechten Jackettasche, der über ein Rückschlagventil verfügt. Mit wenigen Atemzügen ist das Jacket gefüllt. Allerdings ist mit dicken Handschuhen diese Prozedur nicht ganz einfach.

Abstand nehmen muss man beim AIRTRIM vom vielleicht gewohnten Westenautomat, der Inflator und Oktopus in einem Gerät vereint. Dies ist hiermit nicht mehr realisierbar. Ebenso ist es kaum machbar eine durch Pressluft betriebene Signalpfeife zu integrieren, da die Schlauchführung innerhalb des Jacket dies nicht zulässt .

Gewicht

Das Eigengewicht des Jacket liegt bei 4500 g. Da kann unter Umständen schon mal ein Kilo Blei an Land bleiben. Wer mit den Pfunden im Fluggepäck stark haushalten muss, wird vielleicht nach einem leichteren Produkt Ausschau halten, doch bevor die Suche anläuft können wir sagen, ein besseres Jacket, das Wing und ADV – Merkmale in einem einzigartigen Produkt vereinigt, dazu das praktische AIRTRIM bietet, ist aktuell nicht zu finden.      

Fazit

Vom Guten das Besondere, so kann man das Mares DRAGON FLY AIRTRIM beschreiben. Beste Materialien und Verarbeitung, dazu das innovative Tariersystem AIRTRIM, bieten ein Höchstmass an modernem Tauchkomfort. Zum Einstieg leicht gewöhnungsbedürftig, langfristig die Highendlösung für Auftriebssysteme, die Zukunft hat begonnen. Qualität hat aber auch ihren Preis, so wird das DRAGON FLY AIRTRIM nicht zum Jacket für jedermann werden, obwohl man es sich gönnen sollte..

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