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Prestige kann man mit Ansehen übersetzen und mares hat mit seinem neuen Atemregler PRESTIGE 32 NTT das eigene Ansehen wieder ein Stück
weiter entwickelt. Es ist erstaunlich, welch weites Feld für Neukonstruktionen bei hochwertigen Atemreglern noch zu beackern ist und wie der Kopf des Entwicklungsteams
bei mares in Rapallo, Gianni Garofalo, immer neuen Ideen folgt, bis er sich mit dem Ergebnis der Öffentlichkeit stellt. Der im PRESTIGE realisierte Atemkomfort
beeindruckt auf Anhieb selbst langjährig erfahrene Testtaucher.
Vielleicht ist es vor den Augen des Entwicklungsteams ungerecht zuerst auf das einzugehen,
was man als Taucher an einem Regler als erstes bewertet und bei persönlicher Praxis feststellen kann – den Atemkomfort. Tabellen für Atemarbeit und
Luftlieferleistung, technokratische Symbole von Produkteigenschaften, mit denen die Kaufentscheidung unterstützt werden soll, müssen auch interpretiert werden können
und das gelingt dem normalen Kunden im Tauchshop traditionell eher selten. Wie wollen Sie mit Kurven in einem Diagramm darstellen, dass das Atmen aus dem
PRESTIGE 32 NTT so leicht fällt, wie bei einem Waldspaziergang? Um einen Highend – Luftlieferservice zu leisten, der das Atmen unter Wasser dem
natürlichen Atemgefühl über Wasser gleich kommt, muss man mehr tun, als in den Normen festgeschrieben ist, damit ein Regler überhaupt in den Verkehr gebracht werden
kann. Diesen Weg beschreitet mares schon lange und revolutionierte bereits mit dem Abyss den Markt, mit dem erstmals und durch Patente für mares geschützt, die Luft
nicht geradlinig aus dem Mitteldruckschlauch in die 2. Stufe geleitet wurde, sondern durch ein kurzes Bypassröhrchen ins Mundstück, was den Atemkomfort enorm steigerte
und auch die Vereisungsfestigkeit noch zusätzlich unterstützte. Als VAD (Wirbelunterstützung durch Bypass) wurde diese Technik bekannt. Auch in der 2. Stufe des
PRESTIGE 32 NTT finden wir das Bypassröhrchen, das VAD, was durch ein fast unscheinbares Bauteil ergänzt wird, einen „Fluid Dynamic Deflector“. Und dieses kleine
Metallplättchen im Luftstrom hat es in sich. Nachdem in einer Testreihe über 100 Plättchen mit unterschiedlichsten Formen analysiert worden waren, entschied man sich
für eine Art Fähnchen mit abgerundeten Kanten. Auf dieses Plättchen trifft die Luft aus dem Bypass, es entstehen drei Luftströme. Diese fließen zum Mund hin, zum
Mundstückkanal und in Richtung Einatemmembran. Während die ersten beiden Luftströme die Luft so vermischen, dass ein absolut natürliches Atemgefühl entsteht,
kompensiert der dritte den Sogeffekt des VAD – Systems an der Einatemmembran, positive Druckspitzen können sich somit nicht mehr aufbauen.
Kleine Ursache – geniale Wirkung. Kleine Spalten im Knickschutz an der 2. Stufe sollen bei extremen Bedingungen (Kaltwassertauchgänge) die Einatemluft mit
Hilfe des umgebenden Wassers nach der abkühlenden Expansion anwärmen. Wer vermutet, der Drehknopf an der zweiten Stufe sei die Einstellschraube des Venturieffekts,
der irrt. Hier wird lediglich eine Predive / Dive – Einstellung vorgenommen, um das Ansprechen des Reglers (eventuelles Abblasen) zu unterbinden, wird er als
Oktopus oder redundante Atemeinheit eingesetzt. Groß dimensioniert ist die Luftdusche mit dem mares - Emblem, gut zu bedienen auch mit dicken Handschuhen. Die
Netzgitter (mesh-grid) – Struktur der äußeren Membran verhindert das Abblasen bei hohem Strömungsdruck. Das Styling der 2. Stufe insgesamt ist gelungen, der
in dynamischem Design ausgeführte Blasenabweiser schützt die Ausatemmembran wirksam und lenkt die Luftblasen weit aus dem Gesichtsfeld. So,
nun haben wir die Techniker lange genug auf das aus ihrer Sicht vielleicht noch größere Highlight bei der Entwicklung des PRESTIGE 32 NTT in unserer Erwähnung warten
lassen. Doch in der gewählten Reihenfolge der Fakten nähert sich der Regler auch dem User und dem ist es zunächst egal, aus welchem Material das Gehäuse der 2. Stufe
gefertigt ist. Ganz anders sehen das die Entwicklungsingenieure bei mares, denen es erstmals gelungen ist einen Kunststoff zu entwickeln mit den positiven
Eigenschaften von Metall. Der Knackpunkt bei kaltwassertauglichen Hochleistungsreglern ist die Vermeidung von Vereisung, was durch Erwärmung des Atemraums durch die
Ausatemluft und das umgebende Wasser geschieht. Metall reagiert wesentlich feinfühliger auf bereits geringe Temperaturunterschiede als Kunststoffe. Deshalb sind aus
Kunststoff gefertigte 2. Stufen für Kaltwassertauchgänge eher die zweite Wahl. Um leichtere und noch widerstandsfähigere 2. Stufen fertigen zu können, die in der
Wärmeleitfähigkeit wie Metall wirken, forschte man bei mares intensiv, um Karbonfasern mit Technopolymeren zu verbinden. Es genügt nicht Karbonfasern etwa mit
pulverisiertem Metall zu vermengen um auf einfache Weise zum Ziel zu kommen. Dieses Gemisch wäre für die Ziele der Ingenieure unbrauchbar. Die im Kunststoff
eingelagerten Polymere müssen eine regelmäßige Gitterstruktur bilden, was nur auf Ebene der kleinsten Bausteine aller Stoffe, der Moleküle möglich ist. Das dabei
angewandte Verfahren nennt man Nanotechnologie, was nur unter starken Elektronenmikroskopen sichtbar gemacht werden kann. Manche unserer Leser mag das fesseln, für
viele ist es sicher schwer nachvollziehbar, deshalb wollen wir den Stolz der Ingenieure auf einen einfachen Nenner bringen: Man kann nun robuste, temperatursensitive
und dennoch leichte 2. Stufen fertigen unter Verzicht auf Metall. Damit können langfristig kostengünstiger Highend – Produkte gefertigt werden, die aufgrund
reduziertem Gewichts im Einsatz komfortabler und in der Summe reisefreundlicher sind. Und damit hätten wir alle Seiten der 2. Stufe des PRESTIGE 32 NTT beleuchtet.
In einem
ausführlichen Interview schildert Bernd Humberg für mares eine Reihe interessanter Hintergründe >>>
Die Luft zum Atmen liefert die
membrangesteuerte und balancierte 1. Stufe MR32T. Neben langjährig bewährten Konstruktionsmerkmalen des aus Messing gearbeiteten, verchromten und mit Kunststoff
schützend ummantelten Druckminderers findet sich nun eine Besonderheit, das „Tri-material“ Hochdruckventil. Wie der Name bereits andeutet, ist das Herz der 1.
Stufe aus drei Materialien gefertigt, was sie besonders langlebig und robust machen soll. Natürlich wurde auch das patentierte DFC – System eingebaut, was den
Mitteldruckabfall am Hauptregler minimiert. Neben dem Mitteldruckabgang mit DFC – Funktion sind drei weitere Mitteldruckanschlüsse sowie zwei Hochdruckanschlüsse
vorbereitet. Für 200 und 300 bar kann der Regler verwendet werden.
Einsatz
Das DIN – Gewinde greift gut, der Sitz des O-Rings ist tief genug
geschnitten, dass die Dichtung nicht leicht von selbst herausfallen kann, wie es bei früheren mares – Reglern hier und da möglich war. Mit dem Rändelrad aus
Kunststoff kann man die 1. Stufe am Flaschenventil ohne Umstände festziehen. Das Layout der Abgänge ist seitlich konzentriert, leicht sternförmig bei den
Mitteldruckabgängen, nach unten weisend bei den Hochdruckanschlüssen. Die Abstände der Abgänge sind großzügig bemessen, sogar mit Knickschutz am Schlauch findet man
genügend Platz zur Montage. Auch Sender zur Druckdatenübertragung an einen entsprechenden Tauchcomputer haben genügend Raum. Soviel zur trockenen Praxis. Viel
spannender ist der erste Eindruck, den der PRESTIGE 32 NTT beim Abtauchen hinterlässt. An diesem Tag war der mares – Kandidat der dritte Testregler im Einsatz
und hatte es sicher nicht leicht zu beeindrucken. Und da wurde es dann tatsächlich ein Waldspaziergang im Bergsee, zwischen den ersten Tausendblattbüschen des
Frühjahrs, Edelkrebsen, Hechten und Barschen. Nichts schaffte es den PRESTIGE aus der Fassung zu bringen, in leichtem Strom bei Normalatmung und leichter Fülle bei
Extrembedarf - durch alle Tiefen und Wassertemperaturen um 6° C. Ohne Zweifel trägt das artige Atemverhalten auch dazu bei Stress abzubauen, denn es gibt
natürlich Regler, die in der Luftlieferleistung auf selbem Niveau stehen, bedarfs- und tiefenabhängig jedoch deutlich machen, dass ein technisches Produkt die
Taucherin, den Taucher bedient. Selbst haben wir uns davon überzeugt, dass die Luftdusche mit dicken Handschuhen gut bedienbar ist, das Mundstück ist gut geformt
und lässt auch längere Unterwasserexkursionen entspannt zu absolvieren zu. Die emotional empfundene Gewichtsbilanz der 2. Stufe ist ausgewogen, der Blasenabweiser
erfüllt die Erwartungen für ein rundum freies Gesichtsfeld.
Fazit
Fast ist es erstaunlich, dass der Testkandidat nicht zu den teuersten Modellen
der Marke oder des Wettbewerbs überhaupt zählt. Mit € 359,- empfohlenem Verkaufspreis bietet der PRESTIGE 32 NTT noch weit mehr, als man vielleicht erwarten
würde. Im positiven Sinne sprachlos machte uns das Atemverhalten... ein großer Schritt in die „Leichtigkeit des Tauchens“.
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