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Tauchen in Mocambique

Wie man auf diese Idee kommen kann, ist rational kaum erklärbar. In keinem Tauchreiseführer oder UW - Bildband wird dieses im Südosten von Afrika liegende Land auch nur ansatzweise erwähnt. Was doch verwundert, denn Mocambique verfügt über eine Küstenlänge von 2795 km mit unzähligen vorgelagerten Inseln, die kein westlicher Besucher je betreten hat. Und da soll man nicht tauchen können? Diese Frage hat sich vor geraumer Zeit auch der Reiseexperte Herbert Bauder von TRAVEL - SERVICE Lahr gestellt und kam zum Schluss, dass dieser weiße Flecken ideal für Abenteuertouristen sein müsste. Getaucht wird in Mocambique vorerst nur im Süden, etwa  20 - 30 km von der südafrikanischen Grenze entfernt, weshalb auch die Anreise über Durban mit einigen Tauchgängen in Unkomaas zum Standardprogramm gehört. In Zukunft kann man Mocambique aber auch direkt buchen, muss aber weiterhin von Südafrika anreisen, weil der Weg über die Hauptstadt Maputo vorerst noch zu umständlich und auch zu unsicher ist. Das könnte sich aber in einigen Jahren ändern, denn die Mocambikaner sind sehr an einem florierenden Tourismus interessiert, haben aber im Augenblick weder Logistik noch Infrastruktur im Griff. Zur Zeit liegt alles in den Händen der Südafrikaner, die auch den mehr als 500 km weiten Transfer von Durban mit VW-Bussen und Geländewagen nach Punto d`Ouro, dem einzigen Tauchercamp in Mocambique, organisieren. Dass Mocambique für Normaltouristen am Ende der Welt liegt, deutet sich spätestens an der Grenze an. Diese schließt mittags von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Die Zöllner machen dann Siesta. Singles und sonstige Mutige können derweil aus einem Korb eventuell benötigte Kondome fischen. Vor ausufernden Abenteuern in diese Richtung sei allerdings gewarnt. Mocambique gehört zu den Aidsverseuchtesten Ländern Afrikas. Und die Kondome gehören mit Sicherheit nicht zu den Spitzenprodukten auf diesem Sektor. Am Grenzübergang erfolgt auch das Umsteigen auf allradgetriebene Geländewagen. Mit anderen Fahrzeugen käme man zumindest an Regentagen nie ins Tauchercamp. Im südlichen Mocambique ähneln die Straßen eher Pisten und ausgetrampelten Elefantenpfaden. Es geht über Sandflächen und durch Moorlöcher, man durchquert Wassergräben und sumpfiges Gelände.Hotels gibt es nicht. Im Tauchercamp schläft man in kleinen Militärzelten, die mit je zwei Liegen ausgestattet sind. Komfort muss man sich vorstellen, erleben kann man ihn hier nicht. Deshalb sollten sich auch nur Taucher nach Mocambique begeben, die einmal Abenteuer pur erleben wollen. Toiletten, die sich nicht abschließen lassen, Moskitos als Haustierchen, Kakerlaken, die einem beim Schlafen zusehen und ab und zu eine handgroße Spinne im Waschraum. Der Generator wird um 22.00 Uhr abgeschaltet, lässt dann das Camp in finsterste Dunkelheit fallen, so dass man ohne Taschenlampe kaum noch seine eigene Nase findet. Man muss diese Art von Tauchurlaub mögen, sonst endet  der Trip in einem Fiasko samt einer riesengroßen Enttäuschung. Mocambique eignet sich nicht für Cocktailtaucher, Warmduscher, Softies und Menschen, die sich wegen einer Fliege an der Wand aufregen.   Zu den positiven Überraschungen zählt das Essen im Camp. Nicht, dass es sternewürdig wäre, aber die Küche wird so hygienisch geführt, dass niemand über Magen- und Darmprobleme klagen musste. Im Camp selbst kann man allerdings keine Softgetränke (Cola, Fanta, Mineralwasser etc.) oder Bier kaufen, die holt man sich in einem kleinen Supermarkt außerhalb der Anlage. Tee, Kaffee, Wasser und auch angerührte Fruchtsäfte gibt es zum Essen kostenlos. Getaucht wird zweimal am Tag, vorzugsweise am Vormittag, weil nachmittags der Wind auffrischt und der Wellengang unangenehme Dimensionen annehmen kann. Deshalb beginnt der erste Tauchgang auch zu einer Zeit, die man sonst nur als Schichtarbeiter kennt. Ausfahrt um 6.00 Uhr. Ohne Frühstück natürlich, alles andere wäre ja Urlaub. Das erinnert an einen Survivaltrip. Gemeinsam schiebt man das mächtige Schlauchboot ins Wasser. Vor einem kocht die Brandung, draußen dünt der Indische Ozean. Dann steckt man seine Füße in die Halteschlaufen, drückt die Kamera an sich und hofft auf bessere Zeiten. Ab geht die Post. Und zwar mit Karacho. Hoffentlich wirkt die Reisepille, sonst gute Nacht.

Der Ritt durch die Wellen dauert im Regelfall 15 - 30 min. Dann hält der Skipper nach einer abenteuerlichen Kreuzpeilung mitten im Meer, teilt das Blei aus und hilft Sportlichen wie Ungeschickten in die Ausrüstung. Auf Kommando lassen sich Mutige und Feiglinge, Frohgemute und Seekranke in die aufgewühlte See fallen und ins vermeidlich Bodenlose sinken. Wenn das Meer aufgewühlt ist - was nicht so selten vorkommt, streitet sich die Sichtweite mit der eines halbwegs klaren Baggersees um die Pool-Position. Bei ruhigem Wetter reißt die Transparenz aber auf, so dass 30 bis 40 m Sicht dann schon mal locker drin liegen. Dann strahlt das Licht hell und leuchtend bis zum Grund, enthüllt vor dem Auge eine unberührte Wunderwelt von seltener Pracht. Hier entpuppt sich der indische Ozean in seiner ganzen Schönheit. Nicht vergleichbar mit den Malediven, eher noch phantastischer, weil die Korallenriffe weder von El Nino heimgesucht wurden noch regelmäßig von schlimmen Herbststürmen bedroht werden. Dazu liegen sie einfach zu tief. Ebenso wenig werden die filigranen und empfindlichen Blumentiere von Tauchermassen und Abwässern bedroht. Da die Skipper über den Tauchern kreisen und keine Anker werfen, sieht man auch keine mechanischen Riffbeschädigungen. Das Sammeln und Herausnehmen von Meerestieren ist generell verboten. Man achtet zudem auf eine riffverträgliche Tarierung, ist aber andererseits nicht kleinlich, wenn sich ein Fotograf vorsichtig hinkniet oder sich mal irgendwo festhält. Leben und leben lassen, lautet die Devise. Und man ist damit in Mocambique sehr gut gefahren bez. getaucht. Nur an wenigen betauchten Destinationen auf der Erde trifft man auf diese Unberührtheit und grandiose Stimmung.

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