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Die Umsicht, mit der der Tauchbetrieb hier organisiert wird, hat sich allemal gelohnt! Ein trotz Tauchbetrieb seit 1994 unberührtes Hausriff entfaltet  seine ganze Schönheit. Bootsausfahrten zu irgendwelchen entfernteren Zielen sind bei diesem Hausriff im Angebot wirklich nicht erforderlich und werden deshalb auch nicht verkauft. Für One Way Tauchgänge entlang des Hausriffs kann man sich mit einem Schlauchboot an selbstbenannte Abtauchpositionen bringen lassen. Man nennt dem Bootsführer lediglich die geplante Zeit für den Tauchgang, etwa 50 oder 60 Minuten und man wird exakt an den Positionen ins Wasser entlassen, die diesen Vorgaben entsprechen. Schmunzelnd erwähnt Basisleiter Michael, dass es sogar Absetzpunkte mit einer Vorgabe von 120 Minuten gibt, mit Blick auf die verfügbaren Flaschengrößen an der Basis durchaus nachvollziehbar.
Natürlich haben wir den Zodiac – Service auch ausprobiert und fast wäre der Bootsführer statt am Riff entlang zu steuern einer Herde Delfine gefolgt, auf die wir ihn aufmerksam machten. Lächelnd fragte er nach, ob wir das Riff oder die Delfine besuchen wollten, letztlich entschieden wir uns doch für das, was geplant war.

Was wir bei den Tauchgängen vom Steg aus, dem direkten und kurzen Weg ins Hausriff an umfassenden Service erlebten (Jacket und Regler werden montiert, Nitroxgemisch und Luftvorrat werden geprüft, die Flossen werden angezogen, Lampen und Kameragehäuse reicht man nach) findet natürlich auf dem Schlauchboot seine Fortsetzung. Für die kurze Fahrt ist man bis auf die Flossen bereits ausgerüstet, diese zieht der Bootsführer am Zielpunkt noch über die Füßlinge und ab geht’s. Nach über 20 Jahren Erfahrung auch mit fast militärisch geführten Basen, bei denen es durchaus vorkommen kann, dass der das Boot verlassende Taucher seine Flossen noch an Bord hinterlässt – unter dem schadenfrohen Gelächter der anderen an Bord – vermeidet man der hier jeden Stress, der schon vor dem Tauchgang zu Irritationen führen könnte. Zu jeder Sekunde fühlt man sich gut aufgehoben und betreut.
So wundert es nicht, dass man hier auch eine Reihe älterer Taucher trifft, die sich im Umfeld der gebotenen Serviceleistungen sehr wohl fühlen. Und um ein Comeback nach langjähriger Tauchpause  zu feiern ist man  im Mövenpick El Quseir jedenfalls bestens aufgehoben.
„Wir waren 10 Jahre lang nicht mehr beim Tauchen“, erzählt stolz ein älteres Pärchen, „es hat sich nicht ergeben. Aber jetzt sind wir wieder dabei und es macht uns hier riesige Freude!“ Solche und ähnliche Äußerungen hören wir im Verlauf unseres Aufenthalts öfter und die leuchtenden Augen dazu unterstreichen das. “Ich vertrage das Bootfahren nicht“, hören wir auch öfters als Begründung, warum man ein Hausriff als Tauchziel aussuchte. Und weil man hier wirklich keinen schlechten Kompromiss eingeht, weil man „nur“ am Hausriff taucht, ist die Begeisterung spürbar.

Tauchplätze

An den Tischen unter den Arkaden finden sich die Tauchgruppen zur Besprechung ihrer Aktivitäten ein. Entweder leitet ein Guide oder Tauchlehrer das Meeting oder selbständig tauchende Gäste planen anhand der genauen Hausriffkarte, in der jeder Punkt des Riffs mit Tiefenangabe eingezeichnet ist, die nächste Stunde unter Wasser. Nirgendwo Hektik oder dümmlich lärmendes Geschwätz von Machotauchern, die eine Woche Ägypten in erster Linie zur Flucht von Frau und Fließband nutzen. Niveau und Charakter des Hotels finden an der Tauchbasis ihre angenehme Fortsetzung. Gäste und Crew passen gut zusammen.

Um das Hausriff vom Steg aus zu betauchen hat man drei unterschiedliche Möglichkeiten und zwei Kombinationen daraus. Entweder taucht man das Riff links, rechts oder geradeaus hinaus und kommt auch auf diesem Weg zurück oder man taucht erst nach links bzw. rechts um sich dann zur Mitte der Bucht hinzuwenden um von dort aus zurückzukehren.
Nun möchten wir keine Spielverderber sein. Auch wenn das Riff zur rechten im Vormittagslicht besser beleuchtet ist, die Korallenblöcke im Sandgrund der Buchtmitte sehr reizvoll sind, wir waren vom Riff links so angetan, dass wir den Großteil der Tauchgänge dort absolvierten, in Maximaltiefen von 13 bis 33 Metern, je nach Laune. Hier ist die Rifflandschaft so abwechslungsreich, mit Höhlen und Durchbrüchen im Bereich von 5 Metern, mit vereinzelten Weichkorallen und einer traumhaft positionierten grünen Salatkoralle von imposantem Ausmaß. Gerade in Bereichen geringerer Tiefe fühlt man sich in einem prall voll besetzten Aquarium, so muss es auch Hans Hass erlebt haben, als er vor vielen Jahrzehnten das Rote Meer als Tauchpionier bereiste. Man kommt ins Staunen, Schauen und Schwärmen, eigentlich muss man sich gar nicht weit vom Steg wegbewegen, alle sensationellen Eindrücke sind zum Greifen nahe. Nur gut, dass digital fotografiert wird, denn ein normaler Kleinbildfilm mit 36 Aufnahmen wäre binnen kürzester Frist belichtet. Zum Teil kommen mehr als 140 Aufnahmen pro Tauchgang auf den Chip, ein Bild schöner als das andere. Makro, Weitwinkel und Fisheye, für alle Brennweitenbereiche ist in ein und dem selben Riffabschnitt eine Fülle an Motiven vorhanden. Und wer glaubt, dass der Sandgrund öde und leer wäre, der irrt gewaltig. Auch wenn es der eine oder andere nicht sieht, mit Hans als Guide lebt die „Unterwasserwüste“ förmlich auf. Und dann entdeckt man sie auch, die winzigen Schnecken, Garnelen, Würmer, Plattfische, Sandaale und, und, und...
Die Vielfalt der Steinkorallen und Blumentiere ist immer wieder verblüffend und die wenigen Exemplare der hier angesiedelten Weichkorallen leuchten im Schein der Taucherlampen farbenfroh auf. Was andernorts zum Logbucheintrag taugt, stellt sich hier in großer Schar zur Schau. Krokodilfische trifft man so häufig wie Meerjunker im Mittelmeer, Blaupunktrochen alle paar Quadratmeter, Riesenmuränen mit Putzergarnelen drängen sich ins Bild, Zackenbarsche, Wimpel- und Falterfische, der ganze repräsentative Querschnitt der Fauna des Roten Meeres gebündelt vor den Toren des Mövenpick – Resorts. Wer hätte das gedacht?
Was dem Tag recht ist, ist der Nacht billig. Um den Spezien im Riff aber ihre wohlverdiente Nachtruhe zu gönnen, werden pro Woche nur zwei Nachttauchgänge angeboten, dazu am selben Tag auch zwei Early Morning Dives. Beides hat seinen Reiz, aber ein Zufall brachte uns in den Genuss eines Dämmerungstauchgangs. Eigentlich hatten wir uns für ein Zeitfenster bis 17:00 Abtauchzeit eingetragen, ein Gespräch mit dem Basisleiter ließ uns erst verspätet am Steg erscheinen, was die Crew dort aber keinesfalls missbilligte.

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