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Vollgesichtsmasken sieht man in der Regel nur bei Berufstauchern und bei Rettungsorganisationen im Einsatz. Diese verwenden Vollgesichtsmasken um auch in sehr
verschmutzten Gewässern arbeiten zu können und um mit integrierten Sprechanlagen den Kontakt zu weiteren Tauchern und der Leitstelle an der Oberfläche aufrecht zu
erhalten. Also sind diese Systeme nur etwas für Profis und sicherlich auch sehr teuer - möchte man meinen. Doch die Maske Neptun mit dem Hochleistungsautomat Nira und
der ultraschallgestützten Sprechanlage GSM M 102 räumt mit diesem Vorurteil gründlich auf. UnterWasserWelt schickte Michael Goldschmidt zum Praxistest, der, so kann
man vorab schon sagen, zur vollen Zufriedenheit ausfiel.
Umständlich, teuer und gewöhnungsbedürftig, so mag ein normaler Sporttaucher über
Vollgesichtsmasken urteilen, der noch keine Gelegenheit hatte die von OCEANreef produzierte Neptun mit dem integrierten Automat Nira selbst einzusetzen. Wir geben zu,
dass auch wir nicht frei von gewissen vorgefertigten Meinungen waren, die aber alle korrigiert wurden. Doch zunächst die Frage: Warum soll sich ein Sporttaucher mit
einer Vollgesichtsmaske ausrüsten, - gibt es hierfür gute Gründe? Wir meinen, die gibt es sehr wohl. Neben dem weiten Gesichtsfeld von 180°, was keine herkömmliche
Maske bieten kann, ist auch die stets klare Sicht, bedingt durch gezielt gelenkten Luftstrom innerhalb der Neptun, ein Merkmal hohen Komforts. Mühelos einsetzbare
Rahmen, die Korrekturgläser aufnehmen, erlauben auch Brillenträgern die optimale Anpassung der Sehschärfe. Die Passform ist einzigartig. Nahezu jedes Gesicht wird
durch die patentierte Manschette mit “Federprofil” problemlos abgedichtet, unterstützt durch das ebenfalls rechtlich geschützte Maskenbandkonzept.
Natürlich bietet die Neptun auch Schutz gegen verschmutzte Gewässer und vor kaltem Wasser, dazu ist sie in Kombination mit einem Trockentauchanzug ideal verwendbar.
Durch Mund und / oder Nase atmen zu können ist natürlich eine feine Sache, die auch längere Tauchgängen ermüdungsfrei durchzuführen ermöglicht.
Den
absoluten Höhepunkt stellt allerdings die optionale Sprechanlage GSM dar, die auf Ultraschallbasis eine Verständigung von Taucher untereinander möglich macht, wie sie
in dieser hohen Qualität und frei von Störgeräuschen auf eine Entfernung von bis zu 200 Metern als unvergleichlich bezeichnet werden kann.
Das Know How für die
Fertigung der Neptun basiert auf intensiver Forschung und sorgfältiger Entwicklung militärischer Schutzausrüstungen sowie zehntausenden von Stunden in Labor und
Praxis. OCEANreef als Hersteller von mittlerweile über 50 verschiedenen Maskentypen für den Einsatz über wie unter Wasser, von der Wüste bis zur Antarktis verwendet,
ist seit 1985 für seine diesbezügliche Spezialisierung weltweit hoch geschätzt. Vorbereitung der Neptun
Um mit der Neptun abtauchen zu
können, bedarf es einer einmaligen Justierung der 6 Maskebänder an die Taucherin, den Taucher, damit die Maske bequem und dicht mit dem Gesicht abschließt. Mit nach
unten weisendem Kopf wird die Maske aufgesetzt und zunächst die mittleren Bänder straff gezogen, danach die oberen. An den nun eingestellten 4 Punkten orientiert sich
der optimale Sitz der Neptun. Die unteren beiden Bänder fixieren die Maske im Kinnbereich und werden schließlich als einzige gelöst, möchte man die Neptun wieder
abnehmen. Um auch in Notfällen die Maske rasch entfernen zu können, haben die unteren Bänder eine spezielle Führung, die das schnelle Lösen ermöglichen. (All das
dauert einmalig nur ein bis zwei Minuten, danach wird die Neptun in Sekunden aufgesetzt oder abgenommen). Falls noch nicht angeschlossen, muss jetzt nur noch der
Schlauch des Nira - Automat rechts angeschraubt werden, fertig ist die Neptun für den ersten Einsatz. Alternativ kann auch ein bereits vorhandener eigener Automat mit
der Neptun zum Einsatz kommen, dafür gibt es entsprechende Adaptersets. Unsere Erfahrungen lassen allerdings den Nira empfehlen, da dieser auch für die Verwendung mit
Vollgesichtsmasken entwickelt wurde und entsprechenden Atemkomfort bei geringer Atemarbeit bietet. An einem vorbereiteten Anschluss kann zudem noch ein Oktopus
angebracht werden. Zuletzt muss man nur noch die im Nasenraum befindlichen Silikonstopfen, die den Druckausgleich durch Verschluss der Nasenlöcher ermöglichen,
einstellen. Vorbereitung Sprechanlage GSM
Die Kommunikationsanlage GSM, die ihre Signale mit Hilfe aufwendig codierter Ultraschallwellen
überträgt, muss ebenfalls nur einmal in die Neptun eingesetzt werden. Dazu entfernt man zunächst die vorbereitete Verschraubung an der linken Maskenseite und dreht
dafür die Mikrofonhalterung mit Sprechtaste ein. Hat diese ihren Platz gefunden, muss nur noch die Mikrofonkapsel innen aufgesteckt werden. Der Kopfhörer mit
integrierter Sendeanlage und Antenne, dazu der 9 V - Blockbatterie für die Stromversorgung des Sprechsets, wird links auf das mittlere Maskenband aufgeschoben. Das
Luftauslassventil der Neptun wird noch nach rechts gedreht, also weg von der Sprechanlage. Jetzt ist die Neptun zusammen mit der Kommunikationsanlage GSM bereit zum
Abtauchen.
Einsatz
Zunächst besticht der Atemkomfort und das weite Gesichtsfeld. Dicht und gut fixiert sitzt die Neptun auf dem Gesicht. Die
feine Abstimmbarkeit des Automaten Nira lässt keine Wünsche offen. Angenehm ist das geringe Gewicht von nur etwa 200 g beim Unterwassereinsatz, eine Größe, die auch
Taucherinnen anspricht. Bedeutungslos ist das Maskenvolumen, es wird subjektiv keine spürbare Erhöhung des Auftriebs festgestellt. Was passiert, wenn einer der
Schraubanschlüsse der Maske unbemerkt verloren ginge (was an sich nicht möglich ist)? Nichts, denn der Luftdruck in der Maske ist gleich dem umgebenden Wasserdruck und
dieses Gleichgewicht verhindert ein Fluten der Neptun in diesem Fall. Sollte Wasser eindringen, wird dieses mit Druck auf die Luftdusche des Nira sofort ausgeblasen.
Unkompliziert ist die Herstellung des Druckausgleichs. Man drückt lediglich im Stirnbereich die Neptun an den Kopf, dadurch verschliessen die vorher angepassten
Silikonstopfen die Nasenlöcher und man kann wie gewohnt dagegen atmen und so die Trommelfelle entlasten. Von soviel unbeschwertem Tauchen beeindruckt vergisst man
fast, dass auch noch eine Sprechanlage zur Verfügung steht. Unter Wasser hören und sprechen zu können, ist nicht nur für Berufstaucher interessant. In der
Tauchausbildung sind wesentlich gezieltere Anweisungen zu geben bzw Korrekturen des Schülers zu veranlassen oder Filmer und Fotografen können Models, Assistenten und
Akteure informieren und gezielt zum Einsatz bringen.
Doch auch für Taucher, bei denen durch das Fehlen der normalen Kommunikation unter Wasser beklemmende
Gefühle auftreten, haben endlich eine optimale Möglichkeit geboten, entspannt durch die Tiefen zu gleiten. Und tatsächlich, die Kommunikation klappt ausgezeichnet. Mit
dem Druck auf die Sprechtaste wird ein Signalton abgesetzt, der den Partner oder alle mit einer GSM - Anlage ausgerüsteten Taucher akustisch darauf vorbereitet, dass
ein Sprechkontakt aufgebaut wird. Für den Hörenden bedeutet dies natürlich, dass man sich auf die Nachricht im Kopfhörer konzentrieren soll und störende Geräusche
vermeidet, die die Verständlichkeit der Sprache negativ beeinflussen. Der Sprechende muss langsam und deutlich betont artikulieren, ohne starke Ausatemtätigkeit. Hat
man das einmal geübt, ist die Verständigung und Verständlichkeit des Sprechkontakts tadellos und nahezu frei von störenden Nebengeräuschen. All das beeindruckt sehr
und man fragt sich, wieso man nicht schon lange mit einem solchen System taucht.
Wechselatmung oder das Schnorcheln an der Wasseroberfläche, durchaus
Situationen, die vorkommen können, sind mit der Neptun selbst nicht zu bewerkstelligen. Das ist das einzige Manko, doch zur normalen Ausrüstung, die man bei
Tauchgängen mit Vollgesichtsmaske mit ins Wasser nimmt, gehört eine Reservemaske und ein Schnorchel. So ausgestattet kann man alle möglichen Situationen beherrschen
Fazit
Nach kurzer Eingewöhnungsphase beherrscht man das Tauchen mit der Neptun problemlos. Stets klare Sicht, hoher Atemkomfort, großes Gesichtsfeld
und die Kommunikation unter Wasser sind Fakten, die einfach zählen - auch im Sporttauchbereich. Mit Blick auf die dafür zu bezahlenden Preise ist festzustellen, dass
die Neptun in Kombination mit dem Automat Nira nicht mehr kostet als eine gute Tauchmaske im Zusammenspiel mit einem vergleichbaren Hochleistungsautomaten. Das GSM
Kommunikationssystem gibt es in verschiedenen Ausführungen, auch in einer Einheit für Taucher mit herkömmlichen Masken, die damit hören und bedarfsweise über einen
Signalgeber Morsezeichen senden können. All das zu Preisen, die durchaus für Sporttaucher erschwinglich sind.
Preise
Maske FFM Neptun ca. € 380 Maske Neptun inkl. Automat Nira (2. Stufe) ca. € 465 Maske Neptun
Nira TR 94 Polar (inkl. 1. Stufe und Anti-Eis-Kit) ca. € 570 M 101 A Empfangsgerät (nur hören für normale Tauchmasken) ca. € 375 M 103 Sender
Oberfläche (sprechen und hören) ca. € 820 GSM Sender UW (sprechen und hören) ca. € 820 Alle Preise Stand 1/00
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