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by Herbert Frei 8.04

Nach der 300 D von Canon schickt nun auch Nikon eine digitale SLR für  fotografierende Amateure mit hohen Ansprüchen ins Rennen. Etwas teurer, aber auch etwas schneller sowie mit mehr Eingriffsmöglichkeiten und einer ausgefeilteren Blitztechnologie.  Herbert Frei ging mit dem Newcomer auf Tauchstation.

Manchmal ist es besser noch etwas zu warten. Dann hat man eventuell die besseren Karten, muss aber aufpassen, den Anschluss an den Markt und die Kunden nicht zu verlieren. Als Canon im letzten Spätherbst die 300 D auf den Massenmarkt warf und Nikon dem nichts entgegenzusetzen hatte, wähnten besorgte Fans der Marke schon das Schlimmste. Doch alle hatten sich entweder umsonst gefreut oder unnötig Gedanken gemacht. Nikon ist back, und zwar mit Macht und einem hervorragenden Produkt, das alle Zweifler verstummen lässt und die Konkurrenz zum Nachdenken zwingt.
Mit der D70 hat die Nikon - Corporation zu alter Stärke zurückgefunden und eine Einsteigerkamera präsentiert, die sogar bei den Semiprofis mitmischen kann. Technisch gesehen ist sie sogar höherwertiger als das Premium - Modell D 100, das gerade noch mit seinem robusteren und solideren Body Paroli bieten kann. Aber so ist es bei den digitalen Kameras. Nicht das Bessere ist hier unbedingt der Feind des Guten, sondern das Neue verdrängt mit seiner ausgefeilteren technologischen Präsenz kompromisslos das Alte.

Gipfelstürmer

Digitale Spiegelreflexkameras haben normalerweise den Vorteil, dass man sich als Analogfotograf schnell und unkompliziert einarbeiten kann. Die D70 ist in dieser Hinsicht bis auf einige spezielle Einstellungen recht fix zu kapieren. Das linke obere Betriebsartenrad ist wie gehabt, Plus/Minus-Korrekturen für Belichtung und Blitz sind deutlich gekennzeichnet. Wenn man sich hingegen in die Menüebenen begibt, muss man etwas üben. Das könnte unserer Meinung nach etwas einfacher und übersichtlicher sein. Die über 200 Seiten starke Bedienungsanleitung ist ehrlich gesagt auch nicht durchgehend das Gelbe vom Ei. So stellt man erstaunt fest, dass beim Blättern die Wirklichkeit noch schlimmer ist als die Realität. Manches erinnert an einen Schmetterlingsjäger, der mit seinem Netz die Luft einfangen will. Eindeutige Hinweise auf die Menüpfade sucht man oft vergebens. Unter Wasser wird man aber zum Glück höchstens Mal am Weißabgleich drehen. Alle andere Einstellungen sollte man sicherheitshalber vorher fest eingeben. Die da wären: Höchste Pixelzahl, niederste Empfindlichkeitseinstellung und Bildqualität JPEG Fine oder RAW-NEF sowie Weißabgleich „automatisch“. Die der Nikon eigenen Rohdaten (RAW-NEF) sind nur dann zu empfehlen, wenn die Bilder generell am Computer nachbearbeitet werden.  Urlaubsfotografen sind mit JPEG-Fine besser bedient, wenngleich die Datenmenge hier deutlich geringer ist als bei RAW-NEF. Für den Hausgebrauch ist das aber nicht relevant.   
Eine Eigenheit von Nikon scheint zu sein die Empfindlichkeitseinstellung des Bildsensors erst bei ISO 200/24° beginnen zu lassen. Das macht kein anderer SLR - Hersteller. Dies bringt übrigens auch bei der höherwertigeren D100 Vorteile, weil Mischlicht nun selbst in mehr als 30 m Tiefe zu einer leichten Übung verkommt. Im Makrobereich wünscht man sich hingegen schon mal eine ISO 50/18° oder ISO 100/21° Einstellung.  Denn obwohl Nikon bei der D70 sehr gute Werte im Rauschverhalten und bei der Auflösung erzielt — hier sogar mit der Canon 10D gleichzieht  — bleiben bei Makroaufnahmen im Detail noch Wünsche offen. Was, so muss man sich fragen, könnte die Kamera erst leisten, wenn man sie mit ISO 100/21° betreiben könnte?
Zu Helligkeitsausreißern kann es bei Gegenlichtaufnahmen kommen. ISO 200/24° sind zumindest im Flachwasser und bei guter Sicht viel Holz. Nur mit kleinen Blenden und schnellen Verschlusszeiten sind dann Froschperspektiven ohne Überbelichtung möglich. Kaum vermeidbar ist das Verkalken der Sonnenfarbe. Sie wird bei der Einstellung „Automatischer Weißabgleich“ prinzipiell als farbloser und grellweißer Fleck ohne Strahlungseffekt abgebildet. Das ist aber kein firmenspezifischer Nachteil. Auch andere digitale Spiegelreflexkameras reagieren so.
Wer bereits Nikon - SLR - Fotograf ist, kann an der D70 alle analogen Objektive weiterverwenden, jedoch mit dem Nachteil, dass sich ein Bildwinkelfaktor von 1,5 einstellt. Das heißt, dass jede analoge Optik eine Bildwinkelverkleinerung erfährt, die einem Objektiv entspricht, das einer um dem Faktor 1,5 verlängerten Brennweite entspricht. Aus dem 105 mm Micro - Nikkor wird scheinbar ein Objektiv mit dem Bildwinkel einer 157,5 mm Telebrennweite. Das ist weniger ein Manko bei den Makroobjektiven als vielmehr im Weitwinkelbereich. Um zu vermeiden, dass man mit einem konventionellen 14er nur noch den Bildwinkel eines 21 mm Objektives erhält, sollte man sich im Einzelfall für die nun erhältlichen speziellen Nikon - Digitalobjektive mit angepasster Digitalbrennweite (kürzer als bei analog!) entscheiden. Hervorzuheben wäre da in erster Line das für digital optimierte Nikon DX-ED-Fisheye mit 10,5 mm Brennweite. Eine Traumoptik mit phänomenaler Schärfentiefe und stark reduzierter Reflexionsneigung. Auch das 12-24 mm DX-Zoom fällt in diese Kategorie. Es entspricht an der D70 einem analogen Weitwinkel mit 18-36 mm Brennweite, kann aber unter Wasser nur mit einer 4-Dioptrien-Nahlinse verwendet werden, weil die kürzeste Naheinstellung beachtliche 30 cm beträgt.   
Obwohl die D70 nur mit 6,1 Megapixel aufwarten kann, reicht das dicke aus. Entscheidend für die Bildqualität sind unter anderem auch die Objektive und die Signalverarbeitung. Diesbezüglich kann man der D70 eine hohe Gebrauchs- und Verarbeitungsoptimierung bestätigen. Speicherkarten sollten in einer vernünftigen Relation zum Dateiformat stehen. Unter 512 MB sollte man nicht anfangen. UnterWasserWelt empfiehlt im Praxiseinsatz sogar die 1GB Microdrive - Speicherkarte, weil nur hohe Bildkapazitäten das freie Arbeiten mit JPEG-Fine und RAW-NEF gestatten. Mit dem 1 GB - Microdrive kann man 305 Bilder in JPEG-Fine belichten; bei RAW-NEF Einstellung sind es allerdings nur noch 99. In diesem Fall ist auch das Einlegen einer 2 oder 4 GB-Karte kein Luxus, denn digital zu fotografieren verleitet aus diversen Gründen oftmals ungewollt und auch nicht immer zum Vorteil der Bildgestaltung zum Schießen mehrerer Aufnahmen pro Motiv.
Der Bildsensor der D70 ist nicht mit dem der D100 identisch. Obwohl beide Bildsensoren dieselbe Pixelmenge und die gleiche Flächengröße besitzen, ist der CCD der D70 eine Neukonstruktion mit schnellerer Signalverarbeitung und verbesserter interner Bildberechnung.

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