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© Herbert Frei

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Spezielle Blitztechnik

Es gab einmal ein kompatibles und relativ einfaches Blitzsystem, das prima funktionierte und Dutzende von Amphibienblitzgeräten hervorbrachte. So oder ähnlich müsste man einen Artikel über die moderne Blitztechnologie von Nikon beginnen. Die digitalen Spiegelreflexkameras von Nikon führen heutzutage ein Eigenleben, an dem sie einen nur teilhaben lassen, wenn man den richtigen Blitz verwendet. In diesem Fall ist es der Nikon-Systemblitz SB 800 im Sealux - Systemblitzgehäuse. Ihn hatten wir als Testblitz montiert, was sich als richtige Entscheidung erwies. Zwei Subtronic - Blitzgeräte / Mega und Alpha-Pro-Macro / ließen sich nicht zünden, was immer wir versuchten. Die Blitzbereitschaftsanzeige auf dem Display blinkte, die D70 verweigerte die Kommunikation. Jedenfalls muss man die Pins der Blitzbuchse anders belegen, aber dann funktioniert an dieser Buchse der originale Systemblitz nicht mehr. Diesbezüglich herrscht Chaos. Anders kann man das Geschehen um die TTL - Blitzbelichtung unter Wasser nicht bezeichnen. Kein Fremdhersteller kann sich hier mit Lorbeer bekrännzen. Jeder wartet vermutlich, bis der andere etwas bastelt. Für Außenstehende sieht es so aus, als hielten die Amphibienblitzhersteller große Stangen in der Hand, mit der sie etwas erfolglos im Nebel herumstochern.
Was also tun, wenn man einen Blitz von Subtronic, Sea & Sea oder Ikelite an der D70 verwenden will? Sie müssen sich dann auf der rechten Gehäuseseite eine Blitzbuchse einbauen lassen, an der nur zwei Pins angeschlossen sind. Über diese Kontakte können die Amphibienblitzgeräte manuell gezündet werden. Die beste Lösung ist allemal, eine Blitzbuchse auf der linken Seite mit fünf Pins für den SB-800 als Masterblitz und rechts eine Hilfsbuchse mit zwei Pins für den Amphibienblitz installieren zu lassen. Nur so lassen sich diese unterschiedlichen Blitzmodelle miteinander kombinieren und die amphibischen Alternativen  akzeptabel einsetzen. Mit etwas Übung kann man tatsächlich TTL-Blitzsteuerung und manuelle Blitzbelichtung miteinander so in Einklang bringen, dass die beiden Ausleuchtwinkel harmonisieren.  
Am Nikon Systemblitz SB-800 (bzw. Nikon Blitzgeräten mit DX – Technologie) führt deshalb kaum ein Weg vorbei. Der SB-800 wird in eingeklapptem Zustand in das Systemblitzgehäuse eingebaut. In dieser Position funktioniert die TTL-Blitzbelichtung mit Vorblitz und Aufhelltechnologie (i-TTL genannt) und auch der Zoomreflektor passt sich der Brennweite an - variabel, wenn man mit einem Zoom arbeitet. Die Blitzbelichtung hat an der D70 sogar mit dem Fisheye recht manierlich funktioniert. Allerdings empfiehlt sich dann eine Minuskorrektur am Blitzgerät von 1,5 bis 2 Blenden. Dass der SB-800 als kleiner Systemblitz den Bildwinkel eines Superweitwinkels oder Fisheyes  nicht besser ausleuchten kann als eine Kerze den Urwald, ist logisch und eine Folge des kleinen Reflektors. Experimentierfreudige UW-Fotografen können mit dem verhältnismäßig kleinen Ausleuchtwinkel aber durchaus kreativ arbeiten, wenn der Schwerpunkt auf partielle Ausleuchtungen gelegt wird. So entstehen immer mal wieder blitztechnische Varianten von faszinierender Skurrilität. Wer vorzugsweise unter Überhängen, in Grotten oder Höhlen fotografiert, sollte sich das Systemblitzgehäuse mit einer Dioden-Pilotlampe ausstatten lassen, denn der AF in der D70 kann nicht mit dem in der F5 oder F100 konkurrieren. Schwaches Umgebungslicht und strukturarme Motive bringen ihn entweder zum sinnlosen Hin- und Herfahren oder er blockiert. Dann muss man eine Kante anvisieren.  
Um größere Bildwinkel ausleuchten zu können, bedarf es eines Zweitblitzgerätes. Allerdings darf es kein zweites Nikon-Systemblitzgerät am Synchronkabel sein. Das funktioniert laut Nikon nämlich nicht. Erbarmen allerseits kann man da nur sagen und gelangt zur Feststellung, dass jede Konstruktion zu etwas brauchbar ist, und sei es nur zur Abschreckung. Der Zweitblitz muss deshalb als Sklave gezündet werden, manuell oder mit der TTL-Blitzbelichtung, sofern man keine Zweitbuchse mit reduzierter Pinbelegung aktivieren kann. Für diesen Fall bietet sich der Sea & Sea Amphibienblitz YS-90 DX an, dessen technische Kompetenz die kabellose TTL-Blitzbelichtung und deren Anpassung auf eine beliebige Kamerablende beinhaltet. Das heißt, dass man die Kamerablende auf einen Blendenschalter des Blitzgerätes manuell übertragen kann und sich auf diese Weise der idealen automatischen Blitzbelichtung nähern kann. Theoretisch jedenfalls. Bei Fisheyaufnahmen muss man gelegentliche Ausreißer einkalkulieren, im Nah- und Makrobereich sind die Ergebnisse eher kalkulierbar. Der zum Sea & Sea-Blitz mitgelieferte Diffusor erweißt sich in vielen Fällen als gute Blitzlichtdämpfung, die man nützen sollte. Die Minuskorrektur am Systemblitz SB-800 DX kann im Nahbereich auf 0,7 Blenden angehoben werden. Fein ist, dass man aufgrund des großen Monitors an der D70 den Blitzverlauf, die Art der Ausleuchtung und die Blitzstärke gut verfolgen und korrigierend eingreifen kann.
Ein eigenes Kapitel ist der Einbau des SB-800 in das Systemblitzgehäuse, welches in gewohnter Sealux - Manier gefertigt ist und vom Handling her gesehen unproblematisch ist. Verwundert waren wir, dass die Bedienknöpfe anfangs nicht so funktionierten wie wir es von Sealux gewohnt sind. Das Ausschalten des SB-800 hat unter Wasser meistens erst nach mehrmaligen Versuchen funktioniert. Und die wichtigen Korrekturtasten für +/- ließen sich ab 10 m Wassertiefe so gut wie nicht mehr korrekt bedienen. Einmal blieben wir im manuellen Modus  bei Volllast hängen und kamen erst nach langwierigen Versuchen wieder in das TTL-Programm.
Was hatten wir falsch gemacht? Beim Einbau des SB-800 muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Blitzreflektor über die horizontale Position noch etwas nach unten (7°) geschwenkt wird. Erst dann bekommen die Tasten an der Systemblitzgehäuse - Rückwand das erforderliche Spiel. Kleine Ursache große Wirkung! Trickreich, aber sehr effizient. Man muss es nur wissen. Natürlich könnte man auf die Bedienung der +/-  Knöpfe verzichten und die Blitzbelichtungskorrektur auch an der Kamera vornehmen, der Effekt wäre tatsächlich derselbe. Das haben wir ausprobiert. Werden beide Blitzbelichtungskorrekturen — sowohl an der Kamera als auch am Systemblitz aktiviert — hat die +/- Korrektur am Systemblitz Priorität.
Als Feststellung bleibt trotzdem, dass der SB-800 auch an Land ziemlich fummelig bedient werden muss. Der unheilvolle Drang, alles kleiner machen zu müssen (Handys sind das negative Beispiel schlechthin) macht leider auch vor den Systemblitzgeräten nicht halt, was deren Einbau und die störungsfreie Bedienung nicht gerade erleichtert. Schon die Vorgängermodelle SB-28 DX und SB-80 DX — letzterer wurde unverständlicherweise bereits nach einem Dreiviertel Jahr aus dem Programm genommen—, setzten alles dran, in der Verzweigung der Menüebenen und Miniaturisierung der Bedienknöpfe einen neuen Rekord aufzustellen. So ist selbst bei Nikon im Augenblick das Undenkbare denkbar. Ein unheilvoller Trend, der Böses ahnen lässt und den Ruf nach einem übersichtlichen Digital-Amphibienblitz mit TTL-Blitzsteuerung lauter werden lässt. Irgend ein Hersteller wird sich hoffentlich bald an diese schwierige Technologie machen und bei „Metz“ in Nürnberg die nötigen Komponenten einzukaufen, damit dieses Elend in absehbarer Zeit ein Ende hat. Bis dahin kann und muss man mit den Systemblitzgeräten als auch den sklavenblitzgesteuerten Zweitblitzgeräten leben, sofern man automatisch blitzbelichten will. Als Fazit bleibt, dass die ungetrübte TTL-Blitzbelichtung unter Wasser mit digitalen Kameras und Amphibienblitz — im Augenblick jedenfalls —  eine Heimat der Illusionen ist.
Die im Weitwinkelbereich erfolgten Blitzbelichtungen verursachten im übrigen keine Mischlichtprobleme. Man stellt die D70 im Blitzmodus auf „slow“ und kann dann selbst mit Blenden von 8 oder 11 in moderaten Tiefen noch blaues oder grünes Wasser als Hintergrundfarbe bekommen. Ursache  ist die relativ hohe Anfangsempfindlichkeit von ISO 200/24°, mit der Nikon die D70 serienmäßig ausstattet.
Um den riesigen Bildwinkel eines Superweitwinkelobjektives bzw. eines Fisheyes wirklich ausleuchten zu können, sind mit den heutigen Mitteln drei mittelgroße Blitzgeräte nötig. Sealux offeriert hier eine neuartige Konstellation. In der Mitte über dem UW-Gehäuse sitzt der Masterblitz und jeweils rechts und links ein TTL-oder manuell betriebener Sklavenblitz. Favorisiert werden in diesem Triumvirat der SB-800 flankiert von zwei Ikelite - Blitzgeräten des Modells Substrobe DS-125. Mit dieser Blitzgeräteanhäufung sind dann Vollausleuchtungen extrem großer Bildwinkel möglich. Die im Salzwasser nahezu austarierten Ikelite - Blitzgeräte werden hinsichtlich ihrer technischen Kompetenz häufig unterschätzt, sind aber mit ihren strammen Ausleuchtwinkeln, den Wechselakkus, 110 WS, Pilotlicht und hochsensitiven Sklavenblitzsensoren absolut auf der Höhe der Zeit. Übrigens, wer einen älteren Nikon-Digital-Systemblitz besitzt (SB-28 DX bzw. SB-80 DX) kann diesen selbstverständlich auch an der D70 verwenden. Sealux hat noch Systemblitzgehäuse für diese Modelle. Auch die Leistung der Systemblitzgeräte ist kein Thema, weil man ja mit ISO 200/24° fotografiert und deshalb Power im Überfluss zur Verfügung hat. Im Nah- und Makrobereich sind mit Blende 11 und 16 sogar Serienschüsse ohne Aussetzer des Blitzgerätes möglich.
Kein Fehlkauf ist der hauseigene Blitzarm, dessen Reibkräfte in den Lagerschalen zwar für eine sichere Position eines schweren Blitzgerätes an Land etwas überfordert sind, aber dafür lassen sich die Gelenke unter Wasser butterweich drehen. Gegenüber einem früheren Test, wo uns eine Lagerschale abbrach, scheint es jetzt keine Haltbarkeitsprobleme mehr zu geben. Trotz wenig zarter Behandlung war kein Verschleiß und kein Riss im Kunststoff zu erkennen. Ändern sollte man die kleine Festhalteschraube. Sie ist im Durchmesser zu klein, um von Hand dauerhaft den Blitzarm am T-Nutstein zu halten. Man muss sie während des Tauchganges oder zumindest danach, immer wieder etwas nachziehen. Ausreichend stabil scheint nun auch der U-förmige und abnehmbare Blitzarm zu sein. Nichts zittert oder wackelt mehr, selbst wenn man zwei Blitzgeräte montiert hat.             

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