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Vollgesichtsmasken sind eher selten im Einsatz von Sporttauchern. Profis setzen diesen Maskentyp in erster Linie für Arbeiten in kalten
oder verschmutzten Gewässern ein. Natürlich erweitert hier die Möglichkeit, eine Kommunikationsanlage zu installieren, den professionellen Einsatzradius. Aktuell
sieht sich OCEAN REEF mit der Vollgesichtsmaske „Neptune Space“ auf einem Innovationskurs und lockt Sporttaucher, vom „Auszubildenden“ bis zum erfahrenen
Freak mit einer hochwertig ausgestatteten und farblich modern gestalteten Vollgesichtsmaske inklusive 1.Stufe unter Wasser. Wir haben das jüngste Lifestyle –
Produkt von OCEAN REEF bei Tauchgängen im Bergsee erprobt.
Beim Importeur boomen die Demoevents, bei denen viele Taucher erstmals mit einer
Vollgesichtsmaske in Berührung kommen. So war es nicht leicht, Testmuster zu bekommen, die in realen Tauchgängen eingesetzt wurden. Grundsätzlich haben wir einen
kleinen Vorsprung, da wir im Fundus unserer Redaktion OCEAN REEF Vollgesichtsmasken, die Neptune Nira, mit
Ultraschall – Kommunikationsanlage haben, die 2001 angeschafft und für professionelle UW - Filmproduktionen eingesetzt wurden. So können wir jetzt auch
auf die Weiterentwicklung der „Neptune“ eingehen. Grundsätzlich ist die OCEAN REEF eine Modifikation von Atemschutzmasken, die im US – Mutterkonzern das
Kerngeschäft ausmachen. Ob Atemschutz- oder Vollgesichtstauchmaske, die Eckwerte für das Design liegen nahe beieinander. Viel wichtiger ist die Integration des
Atemreglers und der 2. Stufe, denn hier trennen sich die Wege für den Einsatz über oder unter Wasser. Ganz klar, der Komfort ist einerseits dadurch
gekennzeichnet, dass sowohl durch Mund und Nase geatmet werden kann, andererseits muss man beim subjektiv empfundenen Atemwiderstand einräumen, dass dieser größer ist,
als bei einem Regler direkt im Mund beatmet. Dadurch erklärt sich auch die Empfehlung, Tauchgänge mit der Vollgesichtsmaske auf 40 Meter Tiefe zu begrenzen, das
aber auf den Komfort, nicht aber auf die generelle Einsatztiefe ausgerichtet.
Neptune Space G.Divers
Erstmals kommt Farbe ins Spiel, handelt es
sich um Vollgesichtsmasken, die zunächst eher den dröge schwarz ausgestatten Profi ansprechen. Von weiß bis rot, von blau bis gelb ist die Neptune Space erhältlich.
Die Farbgebung bezieht sich dabei auf den großflächigen Silikonrahmen mit doppeltem S-Effekt für beste Passform, der die Maske am Gesicht abdichtet, die Einfassung der
Ventile und den Look der 2. Stufe inklusive Einstellknopf für den Einatemwiderstand. Man könnte mit Hilfe von Anpassungsteilen auch zweite Stufen anderer Hersteller
an der Maske adaptieren, doch raten wir davon ab. Die 2. Stufe des Systemreglers ist besser auf die veränderten Atembedingungen hin ausgerichtet und nur damit wird die
durch die CE – Zertifizierung besiegelte Gebrauchszulassung erfüllt. Der Körper der Neptune Space ist transparent, die Sichtscheibe dazu
beidseitig mit Silikonharz verstärkt, um mechanischen Schäden (Kratzern) vorzubeugen. Einfallendes Licht erreicht zu 92% das Auge. Die Stabilität der Sichtscheibe wird
mit einem anschaulichen Vergleich beschrieben: Eine Pistolenkugel, Kaliber 6,35 mm und einer Abschussgeschwindigkeit von 540 km/h könnte die Scheibe nicht durchdringen.
Zur Integration von Zubehör (Oktopus, Kommunikationsanlage) gibt es zwei Standardports. Ein Oberflächenventil, das die Atmung über Wasser ohne Versorgung über den
Regler zulässt, ist rechts montiert, links könnte eine Sprecheinheit platziert werden. Unterhalb des Kinns ist das Ausatemventil eingesetzt. Die Totraumatmung und
damit zusammenhängende höhere CO2 Konzentration innerhalb der Maske wird durch eine Silikon - Innenmaske mit zwei Einwegventilen reduziert, die Mund und Nase
umschließt. Die Ausatemluft kommt so kaum mehr in den Atemkreislauf zurück. Für klaren Blick sorgt ein Luftstrom, der bei jedem Atemvorgang innen an der
Sichtscheibe vorbeigeführt wird. Diese technischen Fakten sind an sich einfach realisierbar – doch das wahre Problem ist der Druckausgleich. Man kann
sich hier nicht einfach an der Nase fassen, da müssen andere Lösungen greifen. Verglichen mit der 10 Jahre älteren „Neptune Nira“ aus unserem
Redaktionsbestand, hat sich hier etwas getan. Um die Nase zum Druckausgleich verschließen zu können, gibt es in der Maske eine entsprechende Vorrichtung. Zwei weiche
Kunststoffzapfen verschließen die Nasenlöcher beim Druck auf die Maske an der Stirn. Im neuesten Produkt ist die Anpassung des Druckausgleichmoduls auf den User
wesentlich besser gelöst und wahlweise benötigte Anpassungsstifte sind bereits mitgeliefert. Die Reduzierung des Masken – Innenvolumens hat nicht nur den
Atemkomfort verbessert, auch das Sichtfeld sollte dadurch gewinnen. Bei einem Gesamtgewicht von 860 Gramm (1.-, 2. Stufe und Maske), bewegen wir uns in
einem sporttauchgerechten Umfeld. Unter Wasser hat das System, bedingt durch das Volumen der Maske 400 Gramm Auftrieb. Mit einer patentierten Gummispinne wird die
Neptune Space am Kopf fixiert. Die kaltwassertaugliche 1. Stufe im verchromten Messinggehäuse ist membrangesteuert und balanciert, ausgestattet mit 2 HD und 4 ND
– Abgängen, mittlere Luftlieferleistung 4800 l / m bei 140 bar. Diese Stufe ist natürlich kaltwassertauglich. Für den Mitteldruckschlauch wurde eine recht
weiche Gummimischung gewählt. Es fiel uns auf, dass sich der Schlauch an den Übergängen zur Schnellkupplung bzw. dem Anschlussgewinde stark knicken lässt. Sobald der
Schlauch unter Druck steht, wird diese Effekt aufgehoben. Wir raten dennoch, geeignete Knickschutzhüllen aufzuziehen.
Praxis
Einfach
anziehen und hineinspringen ist nicht. Es bedarf einer ausführlichen Auseinandersetzung mit der Neptune Space, um sich mit ihr vertraut zu machen, auch zur
individuellen Anpassung. Zunächst ist die Abstimmung der Druckausgleichszapfen einzuplanen. Erst wenn diese Einstellung stimmt, kann man den nächsten Schritt
machen, die Anpassung der Kopfspinne. Hier werden zunächst die oberen und dann die mittleren Straps angezogen, am Schluss die unterhalb des Kinns. Jene sind zugleich
mit Zughilfen ausgestattet, die beim schnellen Ablegen der Maske unter wie über Wasser nützlich sind. Die Maske sitzt direkt auf dem Gesicht, aber auch auf
Kopfhauben dicht auf, vorausgesetzt, die Bänder sind korrekt ausgerichtet und fest angezogen. Man muss sich bei Landtauchgängen einen Plan machen, je nachdem wie
weit der Weg von der Aufrüststelle bis zum Wasser ist. Das Oberflächenventil spart Atemluft aus der Flasche, aber es hat auch keinen so starken Luftdurchsatz, wie die
direkte Atmung. Muss man zum Einstieg noch einen gewissen Weg zurücklegen, sollte die Maske erst dort angelegt werden. Ganz zum Schluss folgen dann bei
Kaltwassertauchgängen die Handschuhe, denn die wären beim Anlegen der Maske eher hinderlich. Auf jeden Fall ist Teamarbeit gefragt und bringt die Neptune Space das
Buddysystem wieder ins Bewusstsein. Der Anschluss des Mitteldruckschlauchs mit dem Schnellanschlussventil schließt die Ausrüstung am Taucher ab. Vor dem Abtauchen
wird das Oberflächenventil geschlossen. Anfänglich ist das Einstellrad für den Atemwiderstand ganz geöffnet, doch kaum abgetaucht erkennt man, dass viel zu viel
Luft in die Maske geliefert wird, die dann blubbernd entweicht. Es dauert bei den ersten Tauchgängen ein wenig, bis man die optimale Einstellung für die
unterschiedlichen Tauchtiefen intuitiv ermittelt hat. Der Druck auf die Luftdusche lässt einen kräftigen Luftschwall in die Maske fluten, der auch eventuell im Inneren
befindliches Wasser herausdrückt. Es gefällt, dass sowohl durch Mund und Nase geatmet werden kann. Der Atemkomfort ist gegenüber dem Tauchen mit Atemreglern im Mund
nicht gleichzusetzen. Dafür könnte aber eine Kommunikationsanlage nachgerüstet werden, in vielen Fällen ein Pluspunkt, der in der Ausbildung oder bei der Koordination
von UW-Foto- oder Filmshootings nützlich wäre. Die propagierten 180° Blickwinkel möchten wir so nicht stehen lassen. Das Gesichtsfeld entspricht horizontal dem
moderner Tauchmasken, das Plus, bedingt durch den transparenten Körper der Neptune Space abseits der Sichtscheibe, kann man objektiv nicht zum nutzbaren Blickwinkel
zählen. Und ganz klar, die Sicht nach unten ist durch die voluminöse Integration der 2. Stufe beschnitten. Es ist nicht ganz einfach, die Ausrüstung am eigenen Body in
den Blick zu bekommen. Hier haben klassische Tauchmasken deutliche Vorteile. Insgesamt ist das Tauchen mit einer Vollgesichtsmaske gewöhnungsbedürftig und erst nach
einigen Einsätzen geht man als User zur Normalität über. Da mit diesem Maskensystem keine Wechselatmung erfolgen kann, gehört als Reserve auf alle Fälle eine
klassische Tauchmaske in die Jackettasche und ein zweites, unabhängiges Reglersystem an die Flasche. Auf der Website von OCEAN REEF gibt es verschiedene Videos
(englischsprachig), die das Handling der Maske über und unter Wasser zeigen, diese sollte man sich ansehen: www.oceanreefgroup.com/training.html
Fazit
Eine Vollgesichtsmaske kann Spaß machen. In erster Stelle steht der Vorteil,
durch Mund und / oder Nase atmen zu können. Das entspannt auch jene Tauchanfänger, die mit der Atmung nur durch den Mund ihre Probleme haben. Tauchgänge in kaltem
Wasser sind wesentlich angenehmer und auch ein verschmutztes Ambiente wird derart ausgestattet entschärft. Den größten Vorteil sehen wir in der Möglichkeit, die
Neptune Space mit einer Kommunikationsanlage nachzurüsten. Dann können Tauchausbilder mit ihren Schülern oder Buddies untereinander sprechen und Anweisungen geben. Das
baut Stress ab und dient der Tauchsicherheit. UW-Filmer- und Fotografen schätzen die UW - Kommunikation ohnehin schon lange. Umfangreiches weiteres Zubehör,
bis hin zu einer an die Maske ansetzbaren LED – Lichtanlage, zeigt die Vielseitigkeit des Maskensystems.
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