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© UWW / Herbert Frei

by Herbert Frei 8.06

C300

Fisheye

Olympus ist, das weiß man mittlerweile, immer für eine Überraschung gut. Und das gilt auch für das Engagement des fernöstlichen Kameraherstellers in der Unterwasserfotografie. Der Nimbus von Nikon ist hier zumindest stark verblaßt. Die freigewordene Stelle im Meer hat Olympus konsequenterweise besetzt und ausgebaut. Die Verteidigung dieser Position scheint angesichts der neuen Spiegelreflexkameras kein Problem zu sein.
Herbert Frei hat sich die E-300 mit dem UW-Gehäuse PTE-01 zur Brust genommen.


Ältere Leser werden sich noch erinnern können. In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts war Olympus eine gefragte SLR-Marke. Das berühmte OM-System wurde gern auch von Profifotografen benutzt, weil die TTL-Blitzmessung hervorragend funktionierte. Kein Wunder, Olympus hat diese Blitztechnik schließlich erfunden bzw. praxistauglich gemacht. Und auch die Objektive waren schon damals eine Klasse für sich.
Die digitalen Spiegelreflexkameras von Olympus besitzen alle einen 4/3-Zoll-Bildsensor. Man nennt dieses Sensormaß deshalb auch Four-Thirds-System. Entwickelt wurde es gemeinsam von Olympus und Kodak. Das Four-Thirds-System ist ein offener Standard, der von jedem Hersteller genutzt werden kann. In diesem Pool tummeln sich neben den Gründungsmitgliedern mittlerweile so renommierte Hersteller wie Leica, Panasonic und Sigma.

E-300

Entgegen aller Unkenrufe hat das 4/3-Zoll-Format eine rosige Zukunft. Es wird sich, wenn die ersten D-SLR`s mit 10 und mehr Megapixel auf den Markt drängen, auch bei den Profis auf Resonanz stoßen. Unter Wasser, dessen kann man gewiss sein, wird Olympus mit seinen SLR`s die Szene ordentlich aufmischen und ebenso wie bei den digitalen Kompaktkameras versuchen, die Poolposition einzunehmen.
Die Chancen stehen gut. So verfügt die E-300 über einige Leckerbissen, die man woanders vergeblich sucht. Wenn man die Kamera in die Hand nimmt, fällt explizit auf, dass sie ohne das bei anderen Spiegelreflexkameras hochstehende Pentaprisma auskommt. Olympus verwendet statt dessen einen Porrosucher mit seitlich klappbarem Schwingspiegel. Eine an sich revolutionäre Idee, die aber so neu nicht ist. Denn schon einmal gab es von Olympus eine analoge SLR mit ähnlicher Konzeption. Es war die Pen F, die erste Halbformat-SLR der Welt. Die Bildfläche betrug statt 24 x 36 mm nur 18 x 24 mm. Die Pen F war für die damalige Zeit so revolutionär, dass man sie anlässlich der Expo 1970 im japanischen Osaka für die Nachwelt in einer versiegelten Kammer vergrub. Gebaut wurde sie bis 1973, dann übernahm die OM-1 als kleinste und leichteste SLR das Zepter im Hause Olympus. Vermutlich hat man sich bei Olympus an dieses fast 40 Jahre alte Konzept erinnert und es mit den heutigen Möglichkeiten optimiert. Vorteilhaft ist die kompakte Form der E-300, was erfreulicherweise auch zu einem relativ kleinen UW-Gehäuse führt.
Das Marktsegment, in dem sich die E-300 platziert, kann als gehobene Basisklasse bezeichnet werden. Mit 8 Megapixel geht sie gut bestückt ins Rennen, so dass auch höherwertige Grossprints und Bildausschnitte möglich sind. Nur bei Olympus findet man eine Ultraschall-Sensorreinigung, die bei jedem Einschalten der Kamera aktiviert wird. Unterschätzen Sie dieses Feature nicht. Ein klinisch reiner Bildsensor verursacht keine dunklen Schmutzpunkte und auch keine schlierigen Streifen. Und man muss ihn auch nicht einer riskanten „Do-It-Your-Self-Reinigung“ unterziehen. An der E-300 und allen anderen Olympus - Spiegelreflexkameras kann man das Objektiv deshalb auch in staubiger und rauchiger Umgebung bzw. in fetthaltiger Luft ohne besondere Schutzvorkommnisse wechseln...was man aber nicht notwendigerweise provozieren sollte. Die vom Ultraschall gelösten  Rückstände werden von einer Art Klebestreifen aufgefangen und festgehalten. Dieser sollte nach einigen Jahren im Rahmen eines normalen Kameraservice erneuert werden.
Erfreulicherweise lässt sich die E-300 im Gegensatz zu den Konkurrenzmodellen von Nikon (D 50; D 70) und Pentax (*istDS und *istDL)  auch mit der Einstellempfindlichkeit ISO 100/21° betreiben. Das Ergebnis sind brillante Aufnahmen ohne sichtbare Artefakte. Bis zur Werkseinstellung von ISO 400/27° kann man problemlos im Nahbereich fotografieren, mit ISO 200/24° sogar Makroaufnahmen in bester Qualität gestalten. Höhere als ISO 400/27°-Einstellungen sind nur über besondere Empfindlichkeits-Modi (ISO 800/30° bis ISO 1600/33°) möglich. Soweit sollte man aber nur ausnahmsweise gehen...eventuell bei der Wrackfotografie. Denn oberhalb von ISO 400/27° steigt das Rauschen stärker an als bei den Mitbewerbern. Grund ist der kleine Bildsensor, der nur halb so groß wie das Kleinbildformat ist, was einem Crop-Faktor von 2,0 entspricht.  Nomen est omen: Das Seitenverhältnis des 4/3-Zoll Sensors beträgt 4:3. Eine ISO-Automatik fehlt, man vermisst sie aber auch nicht.
Als eine der wenigen D-SLR`s speichert die E-300 neben den obligatorischen JPEG- und RAW - Dateien auch im TIFF - Format. Es liefert die größten Dateien, benötigt aber auch die längste Zeit zum Speichern. Das unkomprimierte TIFF belastet die Speicherkarte mit 23 MB pro Bild, was bei einer 2 GB-Karte zu 87 Bildern führt. RAW lässt sich erfreulicherweise mit JPEG in frei wählbarer Qualitätsstufe kombinieren, das heißt, die RAW - Bilder werden kameraintern in JPEG umgewandelt und parallel auf CF-Karten oder Microdrives gespeichert. Das hat den Vorteil, dass man im Urlaub die Bilder ohne RAW - Konverter im JPEG-Format auf einem Laptop begutachten kann. Das Öffnen der schwach komprimierten Dateien geht zudem schneller vonstatten, außerdem kann man missglückte Aufnahmen bereits unterwegs  löschen. Und zuhause am PC erspart man sich ebenfalls viel Arbeit, weil man nach der Sichtung der JPEG - Dateien erkennt, bei welchen Bildern sich eine aufwändige RAW - Bearbeitung lohnen könnte.
RAW - Dateien liefern eine Datenmenge von 13,5 MB, JPEG in bester Qualität kommt auf 6 MB. Die Simultanspeicherung von RAW + JPEG ergibt auf einer 2 GB-Karte etwa 100 Bilder. Absolut ausreichend pro Tauchgang. Dauerfeuer ist keine Sache der E-300. Mit 4 RAW und JPEG in Folge liegt sie als Einsteigerkamera zwar nicht schlecht im Rennen, aber der Puffer könnte etwas größer sein. 
Knapp 2 Sekunden dauert es, bis die E-300 nach dem Einschalten das Staubschutzfilter mit Ultraschall gereinigt hat und betriebsbereit ist. Nicht lang, aber vielleicht zu lang, wenn es schnell gehen soll. Lassen Sie deshalb die Kamera während es Tauchganges konsequent an. Die Auslöseverzögerung kann überschlägig als unwesentlich angesehen, ist es aber bei der Fischfotografie mit schwimmenden Faunisten letztendlich nicht. Dazu später mehr.
Die Untermenüs präsentieren üppige 50 Positionen, in denen man sich bei wenig Übung allerdings verheddern kann. Wer will, kann JPEG - Bilder bereits in der Kamera nachbearbeiten, in s/w oder sepia umwandeln und sogar kleiner rechnen.
Beim Autofokus spielt Olympus in einer einfachen Liga, was aber einen UW-Fotografen nicht tangiert. Nur drei AF-Messfelder, das mittlere Feld als Kreuzsensor ausgelegt, stehen zur Verfügung. Die Messfelder liegen etwas eng beieinander, was aber kein Nachteil ist. Man kann, wenn man will, die beiden äußeren AF-Messfelder abschalten. Der AF wird dadurch etwas schneller, weil Rechenvorgänge wegfallen.
Der Weißabgleich lässt sich differenziert einstellen und beeinflussen. Neben dem automatischen Weißabgleich, der sich bei Blitzaufnahmen anbietet, kann die Kelvinzahl des Lichtes sowohl manuell als auch über 8 voreingestellte Werte, den sogenannten Presets, angewählt werden. Ebenso ist Weißabgleichs - Bracketing möglich. Ob sich solche Spielchen unter Wasser wirklich sinnvoll durchführen lassen, hängt einerseits stark vom Motiv ab (bleibt es liegen oder schwimmt es weg), andererseits aber auch von der manuellen Geschicklichkeit des Anwenders und dessen Basiswissen hinsichtlich der Farbtemperatur des Umgebungslichtes. Wer sich nicht um die Problematik des Weißabgleichs bei wechselnden Tiefen und veränderten Lichtbedingungen kümmern will, sollte mit RAW - Daten fotografieren. Dann kann der Weißabgleich nachträglich am PC oder Mac nach eigenem Gusto  frei gewählt werden.
UW - Bilder können mit Zeitautomatik, Blendenautomatik, Programmautomatik und manuell belichtet werden. Zeitautomatik hat sich zumindest beim Blitzen als unproblematisch erwiesen, weil man mit einer variabel begrenzten Synchronzeit (zwischen 1/40 s und 1/180 s) je nach Umgebungslicht arbeitet und die Blende nach Bedarf einstellt. Blendenautomatik sollte eher beim Fotografieren ohne Blitzlicht eingesetzt werden, ist aber beim Belichten mit Video- und LED-Leuchten ideal. Programmautomatik passt immer für Schnappschüsse mit oder ohne Blitz. Manuelles Einstellen von Zeit und Blende hat seine Reize und auch seine Vorzüge. Man sollte das nicht unterschätzen. Insbesondere bei Mischlicht, wo man sich die passenden Synchronzeiten aussuchen kann und ebenso beim Belichten mit Scheinwerfern oder LED - Leuchten, kann das individuelle Einstellen von Blende und Verschlusszeit zu verbesserten Belichtungen führen. 

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