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by Herbert Frei 9.07

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© UWW Michael Goldschmidt mit Olympus mju 770 SW ohne Gehäuse

© UWW Michael Goldschmidt

© UWW Michael Goldschmidt mit Olympus mju 770 SW ohne Gehäuse, LED - Licht im extremen Nahbereich

© Ilka Weber mit Olympus mju 770 SW ohne Gehäuse

Gehäuse PT 035 © UWW

© Herbert Frei mit Olympus mju 770 SW

Gehäuse PT 035 © UWW

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Gehäuse PT 035 © UWW

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© Herbert Frei mit Olympus mju 770 SW

© Herbert Frei mit Olympus mju 770 SW

© Herbert Frei mit Olympus mju 770 SW

© Herbert Frei mit Olympus mju 770 SW

 

Preise

mju 770 SW uvb. Preis € 399,-
UW-Gehäuse PT 034 uvb. Preis € 229,-

Infos

www.olympus.de/cameras

Mit tauchenden Kameras hat Olympus große Erfahrung. Ob mit oder ohne UW-Gehäuse. Schon frühere Schnorchelkameras waren dicht bis 3 oder 5 Meter. Jetzt aber begibt sich Olympus bei wetter- und wasserfesten Digicams in eine ganz andere Tiefenklasse. Bis 10 Meter ist die mju 770 SW wasserdicht. Und als Dreingabe gibt auch noch ein bis 40 m Tiefe einsetzbares UW-Gehäuse. Herbert Frei über ein Konzept, das trotz diverser Schwächen eine große Zukunft vor sich hat.

Mit effektiven 7,1 Megapixel auf einem 1/2,33 Zoll Bildsensor mischt der kleine Herkules so manche Showkamera auf. Denn die Bildqualität kann sich  zumindest bei ISO 100° sehen lassen. Bei ISO 400 /27° zieht das Rauschen allerdings etwas an. Ein guter Kompromiss sind ISO 200/24°, wenn das Umgebungslicht nachlässt und man die Wasserfarbe im Hintergrund einbeziehen möchte. Das Objektiv ist ein Dreifachzoom mit den Daten 3,5-5,0/38-114
mm auf Kleinbild bezogen. Die digitale Brennweite beträgt 6,7 bis 20,1 mm. Allerdings fährt das in Periskop-Bauweise konzipierte Zoom beim Einstellen nicht heraus. Wie bei einem U-Boot schauen die Linsen durch ein frontales Lukenfenster. Die Kamera bleibt auch in aktiver Position extrem flach.
Robustheit ist ein wesentlicher Faktor für die Dichtheit in größeren Wassertiefen. 10 m Tieftauchgrenze hört sich nach wenig an, ist aber für einen Schnorchler sehr viel. Nur trainierte Apnoeisten können in dieser Tiefe ausdauernd nach einem Motiv suchen, in aller Seelenruhe das Bild gestalten und ohne Hektik wieder auftauchen. Urlaubsknipser sind damit überfordert, weshalb man als „Normalbürger“ in dieser Tiefe besser eine Pressluftflasche mitnehmen sollte. Die maximale Tauchtiefe wird unter anderem durch ein sehr widerstandfähiges Kameragehäuse und eine extrem robuste Elektronik erreicht. So ist die mju 770 SW bis minus 10°C frostsicher (Eistauchgänge sollten deshalb kein Problem sein), übersteht einen Fall von 1,5 m auf Steinboden und kann einen 100 Kg schweren Trampel ertragen, der versehentlich auf sie getreten ist.

Klein und flach ist Trumpf

Auch die mju 770 SW folgt der neuen Logik von Olympus…so einfach wie möglich aber so gut wie nötig. Einen externen Blitzanschluss sucht man ebenso vergeblich wie einen Weitwinkelkonverter. Knipser benötigen solche speziellen Accessoires und Features wohl nicht. Speichern lassen sich  Bilder nur im JPEG-Format, Videofilmchen nimmt sie auch auf. Ausgelegt ist die Kamera für Speicherkarten vom Typ xD bis 2 GB. Ein winziges Kärtchen, das man kaum wieder findet, wenn es auf einen farblich ungünstigen Boden fällt. Der 740 mAh-Li-42B-Akku ist ein kleiner flacher Energieträge für den ein spezielles Ladegerät mitgeliefert wird. Zwei Belichtungs - Meßsysteme, nämlich Spot und ESP, gewährleisten gute bis sehr gute Belichtungsergebnisse, sofern man extreme Belichtungssituationen meidet. Der 2,5 Zoll Monitor mit seinen 230 000 Pixel ist üppig groß und unterstützt gewollte Bildgestaltungen auch durch seine Bright – Capture - Technologie, die schräges Draufschauen von der Seite nicht übermäßig krumm nimmt.
Das Kamerazoom lässt sich im Normalfall – sowohl im Weitwinkel, als auch im Telebereich – von 0,5 m bis unendlich einstellen. Des Weiteren stehen diverse Nahbereichseinstellungen zur Auswahl. Blume gestattet in Weitwinkelstellung Fokussierungen von 0,2 m bis unendlich und im Telebereich von 0,3 m bis unendlich. Hier funktioniert auch der Kamerablitz. Der Supermakromodus mit Blume S ermöglicht Bilder zwischen 7 cm und 50 cm …aber nur in Weitwinkelstellung. Zwei Einstellungen ermöglichen einmal Bilder ohne und einmal mit der im Frontteil sitzenden kleinen LED-Leuchte. Ein Ersatz für Blitzlicht ist der LED - Strahler allerdings nicht, obwohl er ein erstaunlich giftiges Licht abstrahlt. Es reicht aber für gemäßigte Aufhellungen.

Aufnahmesituationen

Wenn es einfach, unkompliziert und schnell gehen soll, kann man vorher nicht zwischen Zeit-, Blenden- und Programmautomatik hin und her schalten.  Vielleicht ist das Einfache in diesem Fall das Beste… nämlich die Programmautomatik. Mehr hat die mju 770 SW auch nicht zu bieten. Besitzer dieser Kamera werden kaum selektierte Schärfen anstreben oder kreative Aufnahmen als ihren Lebensinhalt betrachten. Mit dieser Kamera bewegt man sich im Freizeit- und Urlaubshimmel. Draufdrücken, fertig!
An diese Situation sind auch die Motivprogramme angepasst. Mittlerweile sogar mit vier unterschiedlichen Situationen für Unterwasser. Da wird es schon wieder hoch kompliziert und für Gelegenheitsfotografen undurchsichtig. Ein normales UW - Programm, zwei für den Weitwinkelbereich und eines für Makrobilder. Diesen Motivprogrammen können sie nicht entgehen, denn die Kamera löst immer mit einem dieser Objekt- und Motivsituationen aus. Da sich die Unterwasserfotografie mit der mju 770 SW wegen des kleinen Kamerablitzes auf den Nah- und Makrobereich beschränkt, kann man prophylaktisch entweder das UW - Normalprogramm oder das Makroprogramm vorwählen und auch so belassen. Die Farbunterschiede der UW - Programme sind nicht so gravierend unterschiedlich, als dass man es so nicht machen könnte. Wer das Optimale will, sollte mit UW-Normal fotografieren und am PC die Bilder entsprechende anpassen.

Noch ganz dicht?

An der Kamera sind nur zwei Dichtungen für den Benutzer zugänglich, und zwar das Fach mit dem USB-Anschluß und der Kartenslot mit dem Li-Akku.
Abgedichtet wird mit Hartgummi, das sich als Kante auf glattem Metall wieder findet und über die Spannung an den Klappen eine Dichtheit erzeugt. Olympus arbeitet an diesen Stellen quasi mit Pressdichtungen, nicht mit O-Ringen. Die Dichtungen dürfen nicht gefettet werden. Eventueller Schmutz wird mit einem nicht fusselnden Tuch abgewischt. Sowohl an den Dichtungslippen als auch auf den Dichtflächen. Hier ist Sorgfalt oberstes Gebot, weil die Dichtungen sehr klein sind und schon ein Sandkorn oder ein Algenfaden zum Kameratod beiträgt.
Geringe Abmessungen sind schön und imponierend, aber nicht immer praktisch. Wer die mju 770 SW zum Schnorcheln mit ans Riff nimmt, wird schon nach wenigen Sekunden feststellen, dass man sie ohne Handschlaufe tunlichst nicht benutzen sollte, weil sie einem schneller aus der Hand gleitet als einem lieb ist. Und wer das Pech haben sollte, mit großen Händen und langen Fingern auf die Welt gekommen zu sein, hat ständig damit zu tun, dass keine Finger vor die Linse kommen und den AF irritieren, zumal das glatte Metallgehäuse keine Griffmulden und Fingerpads bereithält.
Wer im Süßwasser mit Handschuhen damit abtaucht oder schnorchelt, macht sich das Leben leichter, wen  alle Einstellungen an Land vorgenommen werden. Man kann die mju 770 SW aber auch noch mit Trockenhandschuhen ansteuern, wenn auch mit viel Fingerspitzengefühl. Die Ablesbarkeit der Infoicons an Tasten und Knöpfen ist unter Wasser schwierig, weil deren Icons in das helle Metall eingraviert wurden ohne diese schwarz zu untermalen. Die von Olympus gelieferte Handschlaufe birgt besonders für Newcomer Gefahren, weil sie sich nicht am Handgelenk enger machen lässt. Doch selbst dem Tester wäre sie fast in einem Altrheinarm abhanden gekommen, weil sich die Kunststoffschlaufe unbemerkt über den Handschuh davon stahl. Wie durch ein Wunder konnte sie gerade noch festgehalten werden, bevor sie im Schlamm versank - vermutlich auf nimmer wieder sehen. UnterWasserWelt empfiehlt dringend, die mju 770 SW nur mit einer enger zu stellenden Handschlaufe beim Schorcheln oder Tauchen zu benutzen oder mit einem Sicherungstool an der Ausrüstung anzuhängen.
Von einer digitalen Nikonos sind wir aber noch weit entfernt, von den Wechselobjektiven mal abgesehen. Olympus täte gut daran, weitere wasserdichte Digicams etwas größer, griffiger und handschuhfreundlicher zu konzipieren. Diese Forderungen werden aber zweifelsohne automatisch erfüllt werden müssen, weil in noch größeren Tiefen das Kameragehäuse und die Bedienelemente gewisse Dimensionen erfüllen müssen, damit die Dichtungen Wirkung
zeigen können. Der eingeschlagene Weg ist aber richtig. Outdoorsport und Tauchen verlangen nach kampflustigen Kameras, die einen Bums vertragen und Wasser nicht scheuen.

UW-Gehäuse

Tiefer als 10 m sollte man mit der mju 770 nicht ohne Not gehen. Wer das anstrebt, sollte sich das UW-Gehäuse PT 035 zulegen. Das PT 035 ist eine schnuckelige kleine Schutzhülle mit jeder Menge Übertragungen. Der Monitor ist mit einer funktionellen Sonnenblende gegen seitliches Streulicht geschützt. Direkte Sonneneinstrahlung von hinten ist aber immer noch ein Problem. Man kommt aber mit etwas Übung halbwegs damit klar.
Verbesserungswürdig ist die Naheinstellung von 20 cm mit Blitz. Das dürften gut und gern 10 -15 cm weniger sein. Die mju 770 kann das zwar, sogar bis 7 cm nah…aber leider ohne Blitz,nur mit dem Einstelllicht. Hier werden dann die Aufnahmen je nach Gewässer grün- oder blaustichig. Und richtig scharf nur mit viel Glück. Weshalb Olympus diese Nahbereichs - Einschränkung gemacht hat, ist nicht ganz ersichtlich. Vielleicht, weil Schnorchler eh keine extremen Makrobilder machen können. Aber die mju 770 ist eben auch für richtige Taucher eine sehr interessante Kamera, mit der es sich gut und flexibel arbeiten lässt.
Die Bedienung folgt logischen Grundsätzen, der Auslösehebel ist breit und griffig, ein Montageschuh nimmt eventuelle Zusatzprodukte auf, das Gewinde am Frontglas ist für die Montage von Nahlinsen oder Weitwinkelkonvertern gedacht. Dann ist allerdings auch ein separater Amphibienblitz mit fiberoptischem Kabel erforderlich. Ob man soweit gehen sollte, ist allerdings fraglich. Außerdem macht man dann das kleine, handliche und knuffige Gerät zu einem unhandlichen Knipskasten.
Die Wasserdichtheit von 2 bar (10 m Wassertiefe) hat nicht nur beim Tauchen und Schnorcheln ohne UW-Gehäuse praktische Vorteile, es ist auch ein enormer Sicherheitsgewinn, der beim Einsatz von Olympus - Spiegelreflexkameras wünschenswert wäre. Aber hier sind die Probleme wegen der Wechselobjektive etwas höher angesiedelt. Sei es drum, das PT 035 kann undicht werden…es macht nichts oder nicht viel. Selbst in Tiefen jenseits der 10 m Marke bleibt die Kamera dicht, so lange noch eine Luftblase im UW-Gehäuse zu sehen ist. Kritisch wird es erst, wenn das UW-Gehäuse jenseits von 10-12 Metern komplett voll laufen sollte. Das könnte zu einem erhöhten Druck im UW-Gehäuse führen, der letztendlich doch das Absaufen der mju 770 SW bewirkt. Sollte das PT 035 in größeren Tiefen undicht werden, dann tauchen Sie auf mindestens 10 m auf und fluten das UW-Gehäuse komplett. Und zwar absichtlich mit geöffnetem Rückdeckel. Dann wieder verschließen. Nun ist die Kamera von Wasser umhüllt und Sie können wieder abtauchen. Sogar tiefer als zuvor, denn das UW-Gehäuse kann sich nun nicht mehr unter Druck verformen, weil Wasser nicht bzw. nur unwesentlich komprimiert werden kann. Als positiven Nebeneffekt fotografieren Sie mit dem Wasser gefüllten UW-Gehäuse nun mit einem 33% größeren Bildwinkel, weil sich die Bildwinkelverringerung am Planglas aufgrund der beiden Wasserschichten (innen und außen) aufhebt. Kurzum, der Bildwinkel ist aufgrund der Gehäuseflutung derselbe wie an Land. Das ermöglicht das Fotografieren von deutlich größeren Objekten aus moderaten Entfernungen ohne die sonst übliche Kontrastverflachung und unbewältigte Anhäufung von Schwebeteilchen.
Die Aufmerksamkeit samt Mitleid und höhnischem Grinsen ist einem jedenfalls auf allen Tauchbasen sicher, wenn man das geflutete UW-Gehäuse öffnet und die Kamera im Süßwasserbecken vom Salz reinigt. Noch verblüffter sind die Anwesenden, wenn man betont, dass dieses Procedere normal sei und weder der Kamera noch den Bildern bis heute geschadet hat. Das absichtliche Fluten des UW-Gehäuses sollte man aber nur in sauberem Wasser machen, sonst kommt es wegen der Trübstoffanhäufungen dicht vor dem Objektiv zu optischen Qualitätsverschlechterungen.  
An der mju 770 SW können drei Unterwasserprogramme abgerufen werden. Wählen Sie das Nah-bzw. Makroprogramm (Anemonenfisch!). Die Bilder werden dadurch farbstärker und kontrastreicher erzeugt. Das ist zumindest dann von Vorteil, wenn zu Hause am PC nicht mehr nachgearbeitet wird.

Fazit

Die mju 770 SW ist möglicherweise der Anfang einer neuen wasserdichten Kamerageneration, die sich sowohl an den Ansprüchen der Outdoor - Fotografie  als auch an den Bedürfnissen von Schnorchlern und Tauchern orientiert. Die Kamera könnte durchaus etwas größer und griffiger sein…sie wäre dann immer  noch klein und handlich. Oberste Priorität hat eine kürzere Nahdistanz mit Blitzkoppelung, damit einem das Kleinzeug im Riff optisch nicht mehr entkommt.
Olympus wird darauf antworten, dessen sind wir uns sicher.
 

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