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Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

by David Benz & Melanie Schuler 7.12

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan, Dornenkronen werden eingesammelt © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan - Basisteam © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Philippinen - Pintyan © UWW / David Benz

Die Philippinen – ein Geschenk der Götter?
Schenkt man der Legende nach Glauben, waren die Götter von der Erschaffung ihres ersten philippinischen Eilands, von ihrem Werk im blauen, glasklaren Ozean derart begeistert, dass sie in ihrer Euphorie über weitere 7000 traumhafte Inseln formten und so die Philippinen entstehen ließen. Sicherlich nur ein Mythos, dennoch bieten die unzähligen tropischen Inseln in Südostasien ausreichend Gründe, dieser sagenhaften Schöpfungsgeschichte Glauben zu schenken.


Insgesamt bestehen die Philippinen aus 7107 Inseln. 3144 mit einem Namen versehen und ca. 880 davon bewohnt. Lediglich elf dieser Inseln haben eine Gesamtfläche von mehr als 2500 Quadratkilometern. Die größten und zugleich bekanntesten Eilande sind Luzon, Mindanao, Negros, Mindoro und Palawan. Die Philippinen locken seit Jahrzehnten mit ihren vielfältigen Reizen Individualurlauber und Tauchbegeisterte an. Weiße unberührte Strände, berauschender Farbenzauber und einzigartige Korallengärten. Romantisch verträumte Fischerdörfer und Berge, die mit dichtem Dschungel und Regenwald überwachsen sind. Ein Hauch Exotik und Abenteuer. Ein Hochgenuss für Naturfreaks, Tauchenthusiasten und Kulturinteressierte.
Die Philippinen erfreuen sich also immer größer werdender Beliebtheit und ansteigender Touristenzahl. Wer jetzt die Ruhe und Abgeschiedenheit eines Robinson mit seinem Freitag erleben möchte, muss nach der passenden Destination suchen. Man muss bereit sein, weite Wege zu gehen. Wir sind fündig geworden und begeben uns auf eine atemberaubende Expedition nach Leyte. Genauer gesagt nach Southern Leyte, einer Provinz der Philippinen.
Historischen Quellen zufolge ist Southern Leyte der Ort, an dem Ferdinand Magellan 1521 die erste christliche Messe auf den Philippinen hielt. Somit ist dies der Geburtsort des Christentums im Inselstaat der Philippinen. Es ist also dem starken Einfluss der Spanier, speziell Ferdinand Magellan, zu verdanken, dass die überwiegende Mehrheit der Filipinos dem katholischen Glauben angehört.
Wer sich für das historische Erbe der Insel Leyte, für Ruhe und Abgeschiedenheit sowie dichten Regenwald, ursprünglichen Dschungel und unberührte Tauchgebiete interessiert, ist hier auf Southern Leyte genau richtig.
Die Insel ist vom Tourismus noch völlig unentdeckt und bietet somit auch keine Infrastruktur wie die Touristenhochburgen Boracay, Alona Beach oder Moalboal. Man ist alleine. Man ist unter sich. Aber suchen welterfahrene und bereiste Taucher nicht genau das? Das Neue, das gänzlich Unbekannte? Wir begeben uns deshalb für UnterWasserWelt tief in den Süden der Insel nach Pintuyan. Ein kleiner Ort, geprägt vom einfachen Leben der hier ansässigen Menschen. Pintuyan, eine Stadtgemeinde mit insgesamt 9261 Einwohnern, ist bis dato vom Tourismus kaum erschlossen. Ein ursprüngliches und mystisches Fleckchen Erde. Sicherlich, die Anreise nach Pintuyan ist kein Spaziergang. Schon eher ein 2-Tages-Trip. Über einen Stopover sollte deshalb gründlich nachgedacht werden. Von Deutschland geht es über Manila nach Tacloban, der Hauptstadt Leytes. Wer sich jetzt schon am Ziel wähnt, liegt leider falsch. Bis Pintuyan sind es jetzt noch knapp 3 Stunden mit dem Auto. Die Verabschiedung von der Zivilisation inbegriffen. Die Straßen werden enger, der Dschungel dichter und die geheimnisvolle Geräuschkulisse aus dem satten Grün immer lauter.
Nach knapp 35 Stunden Anreise ab Deutschland sind wir am Ziel. Pintuyan. Auch bekannt für die dort lebenden Walhaie. Die sanften Riesen werden das ganze Jahr über rund um die Insel und die unzähligen Tauchspots gesichtet. Hauptsaison ist von Januar bis Mai, wo ein Treffen mit den friedlichen Giganten fast garantiert wird. Grund genug, die Strapazen der Anreise auf sich zu nehmen.
Im Januar 2010 wurde in Pintuyan unter der Leitung von Ralf Jockel mit dem Pintuyan Beach Resort ein neues Tauchresort eröffnet. Die kleine und familiäre Unterkunft bietet mit 5 landestypischen Bungalows genau die Stille und Einsamkeit, die man als ruhesuchender Tourist zu finden erhofft. Keine Animation, keine Discothek und keine endlosen Partynächte. Nichts als Ruhe und Entspannung. Das nächste Resort liegt knapp 170 Kilometer entfernt. Indiz genug, dass hier die Tauchgründe noch unberührt und individuelles Tauchen an der Tagesordnung sind. Ralf Jockel, Resortbesitzer und Basisleiter, leistete hier Pionierarbeit. Sämtliche Tauchspots wurden selbst erkundet und erforscht.
So stehen dem tauchenden Klientel heute über 20 Tauchplätze zur Auswahl zur Verfügung. Highlight neben den unberührten Tauchgründen sind natürlich die Walhaie. Mit dem Zodiac hat man die Möglichkeit, die friedlichen Planktonfresser beim Schnorcheln unmittelbar aus nächster Nähe bestaunen und erleben zu können. Ein nicht alltägliches Erlebnis. Auch nicht für alte Tauchhasen. Zum Teil wurden während eines Schnorchelausflugs schon bis zu zehn Walhaie gesichtet. Rekordverdächtig. Besser als an der Cendrawasih Bay in Papua. Zudem ohne das fragwürdige Anfüttern der Tiere.
Die Tauchgründe in Pintuyan, im Süden von Southern Leyte, sind das ganz Jahr betauchbar. Klare Sicht herrscht auch im Sommer, der eigentlichen Regenzeit. Die Periode der stärkeren Niederschläge äußert sich in Pintuyan nur sehr gering. Durch eine hohe Bergkette liegen das Resort und die damit verbundenen Tauchgründe geschützt. Gänzlich verschont blieb Southern Leyte von den heftigen Regenschauern allerdings nicht. Ein kräftiger Monsunregen sorgte im Dezember 2003 für einen verhängnisvollen Erdrutsch, der einen Großteil der Ortschaft San Francisco, einer Nachbargemeinde von Pintuyan, zerstörte und 200 Einwohner in den Tod riss. Noch schlimmer erging es der Gemeinde Saint Bernard auf Southern Leyte, die im Februar 2006, ausgelöst durch unsägliche Niederschläge und einem kleinen Erdbeben, unter einer gewaltigen Schlammlawine begraben wurde.
Wir haben Glück, die Sonne ist uns treu und von Regen weit und breit keine Spur. Die ersten Tauchgänge am Hausriff, einem langsam und flach abfallendem Doppelriff, offerieren eine lebhafte und farbenfrohe Unterwasserwelt, intakte Flora und Fauna in den Tiefen des Pazifiks. Die unzähligen Anemonenfische, kunterbunte Nacktschnecken, Rotfeuerfische und eine stattliche Geistermuräne heißen uns willkommen, ein Gewühl aus Formen und Farben. Eine Augenweide. Schon beim ersten Tauchgang.
Dennoch keimen auch hier und da Spuren der früheren Dynamitfischerei auf. Jahrzehntelang wurden die Riffe durch die gedankenlose Jagd auf Fische mit Dynamit zerstört und konnten sich erst  im Laufe der Zeit regenerieren. Seit vielen Jahren ist die Dynamitfischerei auf den Philippinen verboten und inzwischen illegal. Dennoch wird diese Art der gedankenlosen Fischjagd nach wie vor praktiziert. In Sabang, dem Walhai-Spot auf Southern Leyte, fallen uns die früheren Umweltverbrechen der hiesigen Fischer am stärksten auf. Zerstörte Tischkorallen und riesige Stöcke aus Hartkorallen erholen sich nur langsam. Neues Leben keimt nur schwer auf. Dennoch scheinen die Fischer gegenwärtig verstanden zu haben, dass diese achtlose Art der Fischerei nicht zukunftsträchtig war und ist.
Dass nahezu irreparabler Schaden an den vorgelagerten Riffen nicht nur menschlicher Natur sein muss, belegen die unzähligen toten Korallen, welche Dornenkronen bei ihrer Rodung, bei ihrem Marsch durch das Korallenriff, hinterlassen. Unvorstellbar. Bei einem einzigen Tauchgang sichten wir Dornenkronen en masse. Auch an diesem Problem ist der Mensch nicht ganz unschuldig. So wurde in den letzten Jahrzehnten der natürliche Feind der Dornenkrone, die Tritonschnecke, gefangen, verzehrt und nahezu ausgerottet. Die dem Seestern zugehörige Dornenkrone frisst ausschließlich Steinkorallen. Der Parasit klettert auf diese, stülpt seinen Magen darüber und stößt Verdauungsenzyme aus. Das Korallengewebe verflüssigt sich und wird dann von der Dornenkrone aufgenommen. Ein einzelnes Tier kann dadurch innerhalb eines Jahres eine Korallenfläche von fast 13 Quadratmetern vernichten. Ähnlich einer Heuschreckenplage fallen die Räuber zu Tausenden über die Korallenriffe her und hinterlassen ein Bild der Verwüstung. Die Riffe sind zerstört. Für immer. Um diesem Ausmaß an Zerstörung Einhalt zu gebieten, kämpft Ralf Jockel vom Pintuyan Beach Resort gegen die gefräßigen Dornenkronen an. Ebenso hier leistet der Resortinhaber und Basisleiter Pionierarbeit. In Kooperation mit verschiedenen Gemeinden auf Southern Leyte sammelt er die Dornenkronen von den am stärksten befallenen Tauchplätzen ein. Wenn auch mancherorts nur ein Tropfen auf den heißen Stein, immerhin ein Anfang. Wir wollten behilflich sein und kamen der Bitte von Ralf Jockel nach, ihm robuste DryBags zum Einsammeln der Dornenkronenseesterne zukommen zu lassen. Nach Schilderung der Problematik erklärte sich IQ Company sofort bereit, einen ganzen Stapel DryBags für den Kampf gegen einen fast übermächtigen Feind zu sponsern.
Ein komplett gegensätzliches Bild bietet sich uns in Napantao, ein Unterwasser - Naturschutzgebiet und gleichzeitig einer der schönsten Tauchspots der Philippinen. Farbenfroh. Fischreich. Fantastisch. Hartkorallen stehen dicht gedrängt neben Weichkorallen. Schildkröten kreuzen unseren Weg und riesige Fischschwärme gleiten durch einen Garten Eden.
Überhaupt bieten die Tauchplätze hier in Southern Leyte alles, was ein Taucherherz, begehrt. Vom XXS - Pygmäenseepferdchen bis zum XXL - Walhai. Wir haben das unendliche Taucherglück, während eines Tauchgangs die komplette Bandbreite zu erleben. Zur rechten Zeit am rechten Ort. Auf 27 Metern zwei Pygmäenseepferdchen, während sich über unseren Köpfen der Himmel verdunkelt und zwei Walhaigiganten ihren Weg durchs tiefe Blau des Meeres bahnen. Insgesamt zählen wir im Verlauf unseres 50-minütigen Tauchganges unglaubliche 5 Walhaie. Pech nur, dass unsere Unterwasserkamera an diesem Tag auf Makrofotografie eingestellt war… Keinen Walhai fotografiert, dafür gab es ein perfektes Pygmy-Portrait und eine Erinnerung in unserem Gedächtnis, die für immer bleiben wird.
Die abwechslungsreichen Tauchgebiete vor Southern Leyte bieten dem begeisterten und enthusiastischen Taucher und speziell dem Unterwasserfotografen ausreichend Motive, von groß bis klein. Kunterbunt, skurril, bizarr und wunderschön. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen und Fischer vor Ort mithelfen, dieses wundervolle und bisher noch vom Tourismus verschont gebliebene Paradies zu erhalten.
So freundlich wir bei unserer Ankunft begrüßt worden sind, so herzlich werden wir vor unserer Abreise verabschiedet. Wir freuen uns schon, wenn es wieder heißt: „Mabuhay“ – herzlich Willkommen. „Mabuhay“ – ein philippinischer Gruß der wörtlich bedeutet: mögest du lang leben. Genau das wünschen wir uns für die Flora und Fauna des tropische Eilands und die traumhaften Unterwasserlandschaften am anderen Ende der Welt.


Resort& Tauchen: www.pintuyan.com 
Autorenteam: www.art-and-water.de
 

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