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Tauchsafaris rund um Phuket

Die darauffolgende Dreitagestour (ca. 200 km hin und zurück) zu den vielen Inseln im Ko Lanta MarineNational Park, ein ca. 135 Quadratkilometer großes Meeresschutzgebiet südlich von Phuket, beginnt am frühen Morgen. Der erste Tauchplatz, der üblicherweise angesteuert wird, ist der bekannte Shark Point. Hier begegnen wir wie erwartet mehreren Ammen- und Leopardenhaien, die meistens ruhig auf dem Grund liegen und sich gerne fotografieren lassen. Ich sehe aber auch eine ziemlich grosse Gelblippen-Seekobra, die sich langsam auf mich zu bewegt. Dieses wunderschöne, aber hochgiftiges Tier ist in keinster Weise aggressiv - habe ich jedenfalls irgendwo gelesen. Ich blockiere ihren Weg, aber sie lässt sich kaum beirren und schwimmt unerschrocken unter mir hinweg. Zu gerne würde ich sie streicheln, wie ich das einst in einem Cousteau-Film sah, lasse aber davon ab. Weniger aus Angst um mich, sondern aus Respekt für ihre Würde. Hier gibt es auch eine Menge prächtiger Skorpionfische zu sehen - also eine regelrechte Alchemistenkammer.

Unser zweiter Tauchplatz vor Ko Bida Nok erstreckt sich entlang einer steilen, mit vielen Weichkorallen besetzten Wand. Endlich haben wir klare Sichtverhältnisse. Hier begegne ich wieder einmal meinem Glückstier, einer kleinen etwas verängstigten Unechte Karettschildkröte. Es wird alles gut. In einer ruhigen, schmalen Bucht machen wir anschliessend noch einen angenehmen Nachttauchgang. Die Sandsteininseln im Süden sehen ganz anders aus als die Granitinseln des Nordens. Hier ragen sie steiler aus dem Wasser und weisen viele Spalten, Höhlen und versteckte kleine Strände auf. Sie bilden die Überreste eines mächtigen Riffes, das sich einst bis nach Vietnam erstreckte.

Am nächsten Tag stehen zwei Tauchgänge an vor Hin Muang (Purpur-Fels), ein etwa 400m langes Riff, dicht bezogen mit Anemonen und Weichkorallen. Die Strömung ist nicht ohne. Ammenhaie, ein grosser Schwarm Barrakudas und seltsam anmutende Faden-Makrelen begleiten uns. Noch nie habe ich so viele Rotfeuerfische auf einem Fleck gesehen - nicht weniger als 18 Stück schweben mit ausgespreizten Flossen in einer Felsspalte. Vier frei schwimmende Leopardenhaie ziehen gemütlich ihre Runden. Mehrmals umkreisen sie uns und kommen dabei ganz dicht an uns heran. Den dritten Tauchgang machen wir am naheliegenden Hin Daeng (Roter-Fels). Dieser gilt als der Höhepunkt der südlichen Tour, ähnlich wie Richelieu Rock im Norden. Drei kleine Sandsteinfelsen fallen unter Wasser steil auf 40m ab. Hier sichten wir zwei bullige Graue Riffhaie, die sich gerne in dieser Gegend aufhalten.

Für letzten Tag sind drei Tauchgänge in Racha Noi geplant. Die starke Strömung hier macht wiederum einigen von uns zu schaffen. Das eigentliche Ziel, ein vorgelagertes UW-Plateau, kann leider nicht aufgesucht werden, da das Echolot versagt. Die schlauen Taucher bleiben daher in den ruhigeren Gewässern dicht bei der Insel. Wir aber wagen uns gegen die Strömung anzutauchen. Weit unter mir gleiten noch einmal wie zum Abschied mehrere riesige .

Schwarzpunktrochen vorbei. Einer von ihnen hat einen Stummelschwanz und ist, wie ich später erfahre, bekannt wie ein bunter Hund. Mein Tauchpartner meint, in der weiten Ferne einen Mantarochen gesichtet zu haben (sie stellen eigentlich die Hauptattraktion von Racha Noi dar), kurz bevor die Strömung uns ins offene Wasser treibt. Nur gut, dass wir die langen Safety-Bojen dabei haben.

Gegen Abend fahren wir non-stop wieder zurück nach Chalong. Mit Seemannsgang erreiche ich mein Hotel an der Karon Beach. Da ich aber immer noch nicht genug habe, trage ich mich für die Tagestour zu den Phi-Phi-Inseln, ein beliebtes Ausflugsziel südöstlich von Phuket. Nachdem ich ein paar Tage faul in der Sonne gelegen habe, geht es pünktlich um 07:30 wieder ab per Pickup nach Chalong, wo uns das Schiff erwartet. Die ersten beiden Tauchgänge finden Ko Doc Mai (bedeutet sowas wie “die Insel droht ins Wasser zu fallen”) und Ko Bida Nai statt. Beides sind durchaus angenehme Tauchplätze mit ausgezeichneten Sichtverhältnissen und strömungsfrei. Leopardenhaie und Gelblippen-Seekobras gibt es auch hier reichlich zu sehen. Zwei junge Riesenmuränen und eine Gelbkopfmuräne bilden eine Wohngemeinschaft, und ich habe meine Kamera an Deck gelassen!

Zu guter Letzt besuchen wir noch das Wrack der "King Cruiser", einer zur Personenfähre konvertierten Katamaran-Autofähre, die einst zwischen Ko Phi Phi und Phuket verkehrte. Anfang Mai 1997 rammte sie mit 600 Mann an Bord das vorgelagerte Anemone Reef und versank. Alle Passagiere wurden gerettet. Das Wrack (85 m lang, 25 m breit, 4 Decks hoch) liegt zwischen 12 und 32 m, in exakter Nord-Süd Lage. Es ist sehr leicht zu betauchen, es sei denn, es gibt Strömung und schlechte Sicht (was oft vorkommen soll). Obwohl noch jung, ist es bereits mit Krustentieren übersäht und wird von großen Schwärmen Barrakudas, Blaustreifen-Schnapper und Zwerg-Füsilieren frequentiert. Auch einige neugierige Fledermausfische haben sich inzwischen an die Taucher gewöhnt. Manche Spezialisten meinen, sie müssten unbedingt der Länge nach (fast 90 m) unter dem Wrack hindurchtauchen. Da es aber darunter recht eng und dunkel werden kann, wird davor dringend abgeraten!

Nach acht Jahren treuen Diensten hat sich mein Tauchkomputer mit einer fürsorglichen Geste verabschiedet: Er rechnet mir den letzten Tauchgang als Bergseetauchgang an und brummt mir satte acht Minuten Dekostop auf! Ich erfülle seinen letzten Wunsch und beendete somit meine Reise in bester Gesundheit und Laune

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