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Millionen von UW-Fotos werden mit einfachem oder teurem Equipment in den normalen Sporttauchtiefen weltweit produziert. Richtig stimmungsvolle Wrackbilder sind eher selten
und Spezialisten vorbehalten. Momentaufnahmen versunkener Schiffe aus der Tiefe mitbringen hat seinen eigenen Reiz. Der Zufall wollte es, dass wir einen Blick in das
Archiv von Uwe Grintsch werfen konnten, der als Tec – Taucher mit Trimix auch in den Bereichen seine Motive findet, die den normalen Sporttauchern verborgen bleiben.
Es sind nicht die Klassiker des Roten Meeres, die Uwe Grintsch portraitiert, er findet „seine“ Wracks vor allem im Mittelmeer. Italien, Kroatien, von diesen Küsten geht
es hinaus zu den Untergangsstellen. Viele Schiffsgräber sind Relikte von Kriegen, Untiefen oder Riffe tragen hier seltener die Verantwortung für das Versinken. Deshalb ist es
oft nicht leicht einen Tauchplatz zu erreichen, ungeschützt vor der Küste, bei Welle und Strömung. Und auch flacher liegende Schiffskörper sind kein Spaziergang für ungeübte
Urlaubstaucher. Die Kraft der Gezeiten oder der Dünung können bisweilen die Taucher gegen die Metallaufbauten drücken, deren Bewuchs oder scharfkantige Struktur in der Lage ist zu
verletzen oder gar den Anzug zu beschädigen. Wrackfotografie im klassischen Verständnis ist die Abbildung größerer Bereiche am Tauchplatz, Weitwinkel sind hier gefragt. Die
Verwendung von Blitzgeräten ist ausgeschlossen, da ihre Kraft nicht dazu ausreicht über die notwendige Distanz zum Motiv wirksam Licht auf den Weg zu bringen. Häufig schlechte
Sichtweiten würden ohnehin durch die angeblitzten Trübstoffe noch weiter reduziert. Der Verzicht auf Zusatzlicht macht die maximale Ausschöpfung der Empfindlichkeit digitaler
Kameras notwendig, oder auch die Verwendung von höchstempfindlichem Filmmaterial. So wird die Körnung im Bild zum Synonym für Tiefe und dämmriges Licht. Weil nur das von oben ans
Wrack diffus einfallende Licht die Szenerie beleuchtet. Der Betrachter der Bilder von Uwe Grintsch kann nachempfinden, welche Ausstrahlung, welche Emotion auf den Taucher einwirkt.
Lange Belichtungszeiten sind trotz höchster Empfindlichkeit nicht selten ein notwendiges Kriterium, ohne Stativ, im Raum frei schwebend, kein einfacher Deal. Manches geht
wegen Verwacklungsunschärfen in den Papierkorb, manchmal unterstreicht dieser Effekt jedoch die Bildwirkung. Ganz bewusst verzichtet Uwe Grintsch auf die Farbe im Bild. Er
zieht sie aus den digitalen oder digitalisierten Bildern mittels Software heraus und mischt einen leichten Braunton dazu. Wie die Hochzeitsbilder unserer Großeltern vermittelt die
Tönung unbewusst aber für jeden klar empfunden „Vergangenheit“. Und es sind Tauchgänge in die Vergangenheit, die ein versunkenes Schiff zum Ziel haben. Jahrzehnte oder
Jahrhunderte liegen zwischen dem Tauchgang und dem Moment, an dem sich ein Schiff von seiner Oberwelt verabschieden musste. Und noch etwas macht die in diesem Portfolio
ausgestellten Bilder besonders: Uwe Grintsch bezieht die Menschen mit ein, zeigt sie in ihrer unwirklichen Umgebung mit ihrer unwirklichen Überlebenstechnik. Nur selten nehmen Tec
– Taucher eine Kamera mit zu ihren Abstiegen. Man hat mit der komplexen Tauchtechnik und dem überproportionalen Equipment genug zu tun, kann sich keine Fehler leisten
– beim Gemisch – bei den Tiefen – bei den Dekophasen. Da kann eine Kamera ein Sicherheitsrisiko sein, ist man wegen eines Motivs im falschen Moment abgelenkt.
Vielleicht wirken deshalb manche Motive auch so geradlinig puristisch. Der Fotograf gibt uns Einblick in die Welt der Tec – Taucher, der Tiefen. In ehrlichen, in
faszinierenden Bildern.
Die Aufnahmen entstanden an den Wracks der Um El Farut, Rozi, Blenheim Bomber (Malta), Albanien, Milford Heaven,
Imperial Eagle, HMS Maori (Kroatien), Nasim (Italien), Jura (Bodensee), Attersee (Österreich) in Tiefen zwischen 30 und 82 Metern.
www.trimix-online.de
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