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Pressluftflasche - die große Unbekannte

Peter Schreiner hat angesichts der von ihm festgestellten Praktiken rund um die Flaschen – Prüfungen des TÜV Süddeutschland eine Liste von Mängeln zusammengestellt, die im Sommer 2000 trotz seiner längerer Bemühungen um Orientierung am Regelwerk, vom TÜV Südbayern noch nicht auf den Stand der Vorgaben der Technischen Regeln Druckgase und des Deutschen Druckbehälter Ausschuss gebracht wurden. Seine Erkenntnisse stellt er so zusammen:

  • Schlechte Sachkunde mancher Sachverständiger Atemluftflaschen betreffend;
  • Schlechte Sachkunde mancher Tauchsporthändler sowie Tauchschulen, Gerätewarte (z.B. Wasserwacht, DLRG, Feuerwehr) und vieler Sporttaucher;
  • Schlechte Sachkunde des Fachpersonals mancher Prüfbetriebe;
  • Folglich Nichtbeachtung der „Technischen Regeln Druckgase“
  • Folglich Nichtbeachtung der „Betriebssicherheitsverordnung“

Zur Situation der Prüfbetriebe, die als Sachkundige (sachkundig kann jeder sein – ohne jeden Nachweis der Sachkunde) gelten:

  • Die Sachverständigen des TÜV prüfen in Prüfbetrieben, die nicht über die erforderlichen Einrichtungen dafür verfügen, wie Trocknungsanlagen für Flaschen und / oder die die äußere Reinigung vernachlässigen (aufgrund gesetzlicher Vorschriften müssen alle Flaschen vor der Gewichtsermittlung gereinigt werden – innen wie außen) und nicht über geeignete und / oder geeichte Waagen verfügen;
  • In Bayern gehen die Flaschen meist ohne Ventile zum Sachverständigen, obwohl auch hier Sichtkontrollen vorgeschrieben sind;

Aber es ist auch bekannt, dass Shops engagierte Prüfbetriebe unter Druck setzen mit dem Hinweis, dass die Flaschen selber vor Ort getrocknet werden würden, obwohl das laut Vorschrift im Prüfbetrieb, inklusiv Ventilmontage, zu erfolgen hat.

Das Ende vom Lied einer unsachgemäßen TÜV-Prüfung und verschlampter Revision ist grotesk. Denn wieder müssen die gewissenhaften Hersteller von Atemluftkompressoren zitiert werden, die reinste Atemluft, ohne Feuchtigkeitsreste (EN 12021) in verwahrloste Behältnisse liefern, die emotionslos betrachtet so vernachlässigt sind, dass sie eigentlich zur Aufnahme von ATEMLUFT völlig ungeeignet sind. Verglichen wir ATEMLUFT mit einem Lebensmittel, so könnten wir sagen, Champagner würde aus einem Nachttopf zum Verzehr angeboten werden. In solchem Fall, so sind wir sicher, käme sofort ein vielkehliger Aufschrei der Empörung....

Nun könnte man sich besinnen und an die Anschaffung einer Aluflasche denken – mit all ihren Nachteilen wie höherem Gewicht, voluminöserer Bauweise, geleert stärkerem Auftrieb. Ein Prüfintervall von 6 Jahren klingt verlockend. Aber, wie schon erwähnt, nur die Luxfer-Flaschen der Bauart 84GB30 genießen diesen Vorteil, alle anderen sind zweijährlich vorzuführen. Dazu gibt es einen ersten Hinweis in der medizinischen Forschung, dass Aluminumablagerungen zu den begünstigenden Faktoren der Alzheimer-Krankheit zählen können. Aluminiumoxid, ein vergleichbar zu Rost in einer Aluflasche entstehendes Zersetzungsprodukt ist im Gegensatz zu Rost ein so feines Pulver, dass es durch die erste Stufe bis in die Lunge des Tauchers gelangen kann. Dr. Bettinghausen vom Schiffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel bestreitet in einer ersten Stellungnahme nicht, dass das Einatmen von Aluminiumstaub gesundheitsgefährdend ist, geht allerdings im Zusammenhang mit der Alzheimer-Problematik davon aus, dass im Umfeld des Tauchsports hierfür eine zu geringe Einwirkzeit festzustellen sei. Anders Priv. Doz. Dr. med. H.J. Naurath, Chefarzt der Geriatrischen Klinik am Akademischen Lehrkrankenhaus der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Er weiß sehr wohl um Forschungsarbeiten, die im Umfeld der Alzheimer-Erkrankung auch Aluminium und dessen Einwirkungen auf das Zentralnervensystem berücksichtigen. Bei den Risikofaktoren für Alzheimer zählt demnach Aluminium zu den Stoffen, die im Forschungsumfeld mehr negative als positive Studien zeigten. Von Einwirkzeiten oder Konzentrationen der Aluminiumpartikel kann hier aber noch nicht verlässlich gesprochen werden. So muss man wohl zukünftig die Thematik der Aluflaschen als Atemgasbehälter im Auge behalten.

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