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So klein Ranveli, zu deutsch „Goldener Sand“, auch ist, die Lagune, das Hausriff hat zwei Gesichter. Die nördliche Lagune ist weitläufig und in etwa 100 Metern Entfernung von einem Saumriff umgeben. An dieser Seite kann man sich im relativ seichten Wasser über weißem Sandgrund erfrischend treiben lassen. Das Außenriff hier ist nicht zu betauchen oder mit der ABC-Ausrüstung zu erreichen, da entsprechende Lücken im Saumriff fehlen und die an dieser Seite starke Strömung problematisch werden könnte.
Das betauchbare Hausriff zieht sich südlich entlang der Insel. Der Zugang ist einfach, über den kurzen Steg oder eine Treppe unmittelbar vor der Tauchbasis. Kaum 20 Meter vom Ufer fällt das Riff schnell auf etwa 30 Meter ab. Die wahre Größe des Hausriffs ahnt man nicht, es zieht sich fast zwei Kilometer in westlicher Richtung. Eine schmale Zunge aus weißem Sand wächst oder schmilzt je nach Gezeitenstand, gibt flüchtigen Landgewinn am westlichen Ende der Insel.   

Wir treffen Raid. Der Malediver ist der Chef der kleinen Tauchbasis, deren Kapazität für etwa 10, 15 Taucher ausgelegt ist, wobei bei Tauchausfahrten maximal 10 Gäste mit dem nostalgischen und zugleich geräumigen Dhoni ablegen. Doch wir sind hier um speziell das Hausriff zu betauchen. Unabhängig von Zeitplänen dann ins Wasser zu gehen, wenn die Strömung am geringsten und die Sicht am besten ist, das ist der kleine Luxus, den intakte Hausriffe bieten. Und Raid kann diese Idee gefallen, denn wir haben, ohne es zu wissen, eines der besten Hausriffe unmittelbar vor unserer Nase. Er winkt uns in den rückwärtigen Bereich der Basis, an einen PC-Bildschirm. Ein paar Mausklicks später zeigt er uns einige Highlights, die auf Videodateien abgespeichert sind. Diese Sequenzen sagen mehr als Worte und machen uns neugierig das alles möglichst bald selbst in Augenschein nehmen zu können. Raid wird uns begleiten, was es wesentlich einfacher macht die besten Spots direkt anzutauchen.
Auch auf der Basis ist alles entspannter, ruhiger, bar jeder Hektik. Im Zeitraum unseres Aufenthalts sind knapp 40 Gäste auf der Insel und nur 7 davon tauchen. Wir bereiten die Ausrüstung vor und haben zu dritt die Basis exklusiv zur Verfügung. Eine kleine Gruppe mit einem Pärchen aus Italien und einem aus England ist mit dem Guide auf einer Tagestour. Der Kompressorboy, Herr über einen groß dimensionierten Bauer – Kompressor, kommt aus Sri Lanka. Mit wachen Augen beobachtet er uns, sobald eine helfende Hand nötig wird, ist er zur Stelle.
Die Aluflaschen mit 11 l Volumen haben Din / Int – Anschlüsse. Getaucht wird mit Pressluft, an die Anschaffung einer Nitroxanlage denkt man zurzeit nicht, wie uns der Generalmanager des Resorts später erklärt. Ja, vor dem Tsunami hätte man das geplant, nun seien die Gelder in andere Bereiche geflossen, vielleicht in drei Jahren könnte man das wieder ins Auge fassen. Im Schwerpunkt legt man aber großen Wert darauf den Tauchbetrieb nicht zu forcieren. Die gegenwärtigen Kapazitäten passten ideal zur Größe der Insel und der Menge der Gäste, die auf Ranveli ihren Urlaub verbringen können.
Also keine Expansion um jeden Preis, wie man es aktuell häufig erlebt. Wie sagte etwa jüngst Ägyptens Tourismusminister sarkastisch um dieses Problem wissend? „Jährlich werden in Ägypten 150 neue Hotels gebaut, es gibt aber keine 150 neuen Riffe....“

Der Einstieg ins Hausriff ist ideal und unserer Erfahrung nach nicht zu überbieten. Vier Treppenstufen und man steht unmittelbar vor der Basis im Wasser. Nur 20 Meter weiter ist die Riffkante erreicht, im Flachwasser unter dem Steg stehen bereits unzählige Fische, vom Blaustriemenschnapper über Flötenfische und Snapper ist alles  aus dem Augenwinkel zu sehen. Raid will uns zur „Barge“ führen, einen dort versenkten flachen Lastkahn. Nur wenige Meter vom Steg und in 8 Metern Tiefe wartet die erste Überraschung auf uns: Eine monströse Riesenmuräne im gelben Netzdesign lungert aus ihrer Wohnhöhle heraus, die sie sich mit zwei braunen Muränen im Standardformat friedlich teilt. Vorsichtig streichelt Raid das große Tier, das zutraulich ein Stück weiter aus ihrem Wohnzimmer herausgleitet. Das intime Spiel endet in einer herzlichen Umarmung, die sich die Muräne gerne gefallen lässt. Sichtlich amüsiert beobachtet uns Raid und später wird er uns aufklären, dass er diese Muräne schon seit ihrem Babyalter kennt und er sie praktisch groß gezogen hat. Dieses Ensemble wird einer der Fotohöhepunkte im Riff. Etwa 4 Meter tiefer steht als Gag ein Computertisch mit Monitor, den schon einige Riffbewohner bezogen haben. Das sind so die kleinen Überraschungen um Tauchneulinge abzulenken, denen Raid noch nicht sein gelbes Riesenbaby zeigen kann, weil sie sich vielleicht erschrecken könnten...
Nicht angekündigt ist auch der standortreue Schwarm von Blaustriemenschnappern, die als leuchtend gelbes Motiv UW-Fotografen immer besonders begeistern. Dann noch das Model an der richtigen Stelle im Bild und der Tauchgang ist perfekt. Während wir uns am Schnapperscharm erfreuen, spüre ich über mir Schatten und blicke genau in einen kreisenden Schwarm von Big Eye Trevali, die auch hier im Riff zuhause sind. In Spiralen und Kreisen ziehen sie über unsre Köpfe oder nehmen uns in ihre Mitte. Solche Situationen sind selbst bei Ausfahrten zu den besten Tauchspots in den Atollen nur selten zu erleben. Hier gehört es zum Standardprogramm. Eigentlich hätten wir schon genug gesehen und nur gut, dass mittlerweile digital fotografiert wird, denn der klassische 36er Film wäre längst schon voll. Aus dem Schauen und Staunen holt uns Raid zurück, der uns schließlich noch zur „Barge“ führen möchte. Kurze Zeit später treffen wir auf das Wrack, dessen Bug auf 23 Metern beginnt und dessen Heck bis etwa 34 Meter führt. Der Rumpf ist bereits schön bewachsen, viele Weichkorallen fühlen sich hier wohl. Im Inneren wohnt ein Schwarm Glasbarsche und – ein kapitaler Napoleon. Dessen Wohnzimmer ist im Heck. Misstrauisch sucht er bei unserer Annäherung das Weite um im großen Bogen zurückzukehren. Er ist scheu wie die meisten seiner Artgenossen auf den Malediven und als Model nur bedingt brauchbar.
Mit 100 bar ziehen wir uns von der „Barge“ zurück und die Strömung trägt uns zu unserem Ausgangspunkt. Eine strömungsgeschützte Ausbuchtung in der steil abfallenden Riffwand wird nahe des Stegs für den Sicherheitsstopp genutzt. Um für Anfänger diesen Stopp mit meist fast leerem Tank im Zweifel etwas bequemer zu gestalten, ist hier eine Boje verankert, an deren Seil man sich auch festhalten kann. Aber langweilig wird es beim Safetystop keinesfalls, in Anemonen wohnen Clownfische und Riffbarsche wimmeln in kleinen Spalten. Unter Vermeidung des direkten Rückwegs folgen wir Raid, der unter dem Steg hindurch taucht. Wieder sind wir mitten in einer bunten Fischsuppe, die wir nur ungern verlassen, aber 20 bar sollten wenigstens im Tank sein, wenn wir das Wasser verlassen.

Foto - Intermezzo

„Und, wie wars,“ strahlt uns Raid an? „Großartig,“ ist die einzig mögliche Antwort. Und als ich ihm bestätige, dass es sich hier um einen der wirklichen Spitzentauchplätze handelt, die wir in über 20 Jahren besucht haben, ist er fast ein wenig verlegen. Aber Raid sieht es ähnlich, er ist seit 11 Jahren Tauchlehrer und verbrachte seine „Wanderjahre“ unter anderem in der Karibik, der Südsee und natürlich auf den Malediven. Trotzdem wird er hier nicht viele Jahre verbringen, er sei noch zu jung mit seinen 30 Lenzen um sich festzulegen. Er möchte noch weitere Erfahrungen sammeln, noch Neues kennen lernen. Aber er tut sich auch leicht, wie wir später erfahren ist die Besitzerin der Insel, die auf Sri Lanka lebt, seine Mutter, sein Vater ist der Generalmanager. Das haben wir aber recherchieren müssen, das ist nirgends zu spüren, Raid arbeitet für das Resort, dem die Basis gehört.
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