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© UWW

© UWW Scubapro AIR 2

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© UWW Scubapro AIR 2

© UWW Scubapro AIR 2

© UWW Scubapro AIR 2

 

Fakten

  • Typ: AIR 2, 4. Generation
  • Hersteller: Scubapro
  • Funktion: Oktopus (2. Stufe) inkl. Inflator
  • Funktionsweise: Downstream
  • Atemarbeit: Summe 3,1 Joule, Ein 1,2 Joule, Aus 1,9 Joule
  • Besonderheit: Selbstreinigung mit Luftdusche
  • Preis: uvb. € 154,-

www.scubapro.com/

Über 30 Jahre ist Scubapro`s führende Idee schon alt, einen komfortablen Inflator anzubieten, der gleichzeitig die Funktion eines Octopus übernimmt. In der Vergangenheit sammelten wir ausführliche Erfahrungen mit den AIR 2 Modellen der 1. – 3. Generation. Seit 2006 ist die 4. Generation auf dem Markt, die das Zeug dafür hat, die Ausrüstung sinnvoll zu minimieren.

Zugegeben, ich selbst hatte schon von Anfang an und dann auch für lange Zeit einen AIR 2 anstatt einem normalen Inflator an meinem eigenen Jacket montiert. Die Idee war von Anbeginn an frappierend, den Umfang der eigenen Ausrüstung weitestgehend zu  minimieren, was für Tauchziele am Roten Meer oder in den Tropen bei der Gewichtsbilanz von Flugreisen besonders positiv zu buche schlug. Von je her darauf konzentriert die Zahl der Mittel- und Hochdruckschläuche auf das Wesentliche zu beschränken, war die Lösung mit einer Kombination aus Inflator und Octupus einfach ideal, verkürzte Aufrüstzeiten, weniger Equipment, mehr Tauchspaß. Setzt man dazu noch einen Tauchcomputer mit Sender für den Flaschendruck ein, erntet man ob des funktionellen Komplettsystems allgemein staunende Blicke von Mittauchern.

Nicht nur optisch ist der aktuelle AIR 2 im modernen Design deutlich unterschieden von seinen Vorgängern, es wurde auch intensiv daran gearbeitet die Leistung, den Atemkomfort auf ein Niveau zu heben, das sich mit klassischen Octopusstufen messen kann. Immerhin, die 1. und 2. Generation verhehlte nicht, dass hier ein Notsystem konzipiert worden war, mit reduziertem Atemkomfort und zurückhaltender Berücksichtigung ergonomischer Belange, dem Zeitgeschmack entsprechend.

Längerfristiger Einsatzkomfort während eines Tauchgangs ist für Notsysteme eben kein im Mittelpunkt stehendes Entwicklungsmerkmal. Es sollen Notsituationen tief gehend entschärft und der sichere Abschluss eines Tauchgangs wirkungsvoll unterstützt werden.

Auch gab es bei früheren Modellen gelegentlich Funktionsbeeinträchtigungen durch Verschmutzung, denn wer hat nicht schon beobachtet, wie gering von den Usern auf die Inflatortechnik generell geachtet wird, stehen fertig montierte Tauchgeräte im Sand oder werden Jackets nur halbherzig nach dem Einsatz in versandeten Becken ausgespült. Kaum einer, der den Inflator im Rahmen der regelmäßigen Lungenautomatenrevision überprüfen lässt, es mutet an, dass vielfach der Inflator als sicherheitsrelevantes Ausrüstungsbestandteil nicht wahrgenommen wird.

Vor diesem Hintergrund musste man sich für den jüngsten AIR 2 noch ein wenig mehr einfallen lassen, als für einen klassischen Oktopus, etwa dass Schmutzpartikel keine Chance mehr haben für Abblasen oder andere funktionelle Einschränkungen. Das ist Scubapro, wie es scheint, wirklich gelungen, dann die Bedienung der Luftdusche hat zusätzlich einen Selbstreinigungseffekt. Sand und andere kleine Störenfriede werden mit Druck auf die Membran ausgespült. Das stünde 2. Stufen generell gut zu Gesicht.

Das gefühlte Gewicht des Reservereglers wird von drei Faktoren bestimmt:

  • - Eigengewicht der AIR 2 Stufe
  • - Gewicht des Mitteldruckschlauch
  • - Gewicht des Inflatorschlauch

Dazu gesellt sich die mechanische Kraft, die erforderlich ist, beide Schläuche zum Mund hin zu führen. Hier gibt es natürlich Abstriche gegenüber einem klassischen Oktopus, doch das jetzt ergonomisch angewinkelte Mundstück des AIR 2 der 4. Generation entschärft diese Problematik.

Damit kommt man bereits zu einem wichtigen Punkt des Handling. Bei externer Notfallhilfe, also Versorgung eines Tauchbegleiters mit einer 2. Stufe, wird man diesem seinen Hauptregler überlassen und selbst aus dem AIR 2 atmen. So kann man die Situation souverän kontrollieren.

Technisch ist der Reserveregler am klassischen Downstreamprinzip orientiert, der Mitteldruck wird auf 9,5 bar geregelt. Als Oktopus kann er an jedem Scubapro – Atemregler am Mitteldruckabgang angeschlossen werden, kombinierbar mit jedem Jacket das Markts, das mit einen traditionellen Inflator geliefert wird.

Do it yourself

Die Montage des AIR 2 kann auch von Laien erledigt werden, da der Regler anstelle eines vorhandenen Inflators am Faltenschlauch angebracht wird. Als einziges Werkzeug wird eine kleine Spitzzange benötigt, um das im Faltenschlauch geführte Zugseil, das das Schnellablassventil ansteuert, vom Inflator zu trennen und am AIR 2 einzuhängen. Mit einem vorbereiteten Kabelbinder fügt man den Faltenschlauch dann untrennbar an den Anschlussstutzen des AIR 2.

DIE Frage: AIR 2 an Fremdfabrikat

An dieser Stelle wollen wir nicht der Frage ausweichen, ob der AIR 2 auch an 1. Stufen anderer Hersteller betrieben werden kann. Das müsste im Einzelfall vom User geprüft werden. Der Mitteldruck von 9,5 bar muss auf jeden Fall vom Regler garantiert werden. Des weiteren muss man klären, ob die Bohrung im Anschluss an den Mitteldruckabgang den für Atemzwecke erforderlichen Durchmesser hat um sicher zu stellen, dass sich der Luftdurchfluss an dieser Stelle nicht mechanisch reduziert, was zu Engpässen in der Luftlieferleistung führen könnte.

Dies müsste eigenverantwortlich von einem technisch versierten Taucher gemacht werden. Der Händler ist nicht befugt eine Kombination aus AIR 2 und einem Regler, der nicht aus der Scubapro Produktpalette stammt, zu verkaufen, da es hierfür keine Zertifizierung gibt, die den Ansprüchen der EN 250 genügen würde. Scubapro selbst kann vor dem geschilderten Hintergrund auch keine Funktionsgarantien geben, womit noch einmal deutlich unterstrichen sei, dass der Einsatz einer Kombination aus AIR 2 und Regler eines Fremdherstellers allein in der Verantwortung des Besitzers liegt. Bislang liegen jedoch keine Berichte vor, dass es unter Berücksichtigung oben genannter Punkte zu Problemen gekommen wäre.   

Kaltwasser

Nicht unerheblich ist die Frage der Kaltwassertauglichkeit. Betrachtet man lediglich diese 2. Stufe, was der AIR 2 in seiner Funktion als Atemregler schließlich auch ist, so kann hier ein Vereisungsrisiko so gut wie ausgeschlossen werden, da es sich nicht um eine Hochleistungsstufe handelt mit filigraner Mechanik. Die 1. Stufe sollte auf jeden Fall für die Verwendung im Kaltwasser geeignet sein, muss mit Temperaturen unter 15°C gerechnet werden. Dann ist man mit dem AIR 2 als Oktopus auf der sicheren Seite. Grundsätzlich sollte bei Kaltwassertauchgängen jedoch mit zwei getrennten Reglern getaucht werden, an getrennt absperrbaren Ventilen.. Dazu kann man den AIR 2 auch allein an einer vereisungssicheren 1. Stufe aus dem Scubaproangebot anschließen und genügt damit den Sicherheitsregeln. 

Atemkomfort

Die Atemarbeit liegt in der Summe bei 3,1 Joule, ein Wert, der viele Jahre von erfolgreichen Reglern nicht erreicht wurde, heute aber nach den Normvorgaben an eine gewisse Grenze stößt, die mit max. 3,0 Joule definiert ist. Man muss sich aber die Details ansehen und hier liegt die Einatemarbeit nur bei 1,2 Joule, die  Ausatemarbeit jedoch bei 1,9 Joule. Das liegt allein an der Größe der Ausatemmembran, die verglichen mit einem herkömmlichen Oktopus kleiner ist. Das dynamische Design des AIR 2 lässt eine größere Ausatemmembran nicht zu.

Im Einsatz

Die Verbindung des Mitteldruckschlauchs mit dem AIR 2 ist gleich zum Handling herkömmlicher Inflator. Einzig die Anschlusskupplung ist größer und höherwertiger ausgelegt. Die Größe wird auch von der Notwendigkeit bestimmt, atmungsspezifischen Luftdurchsatz zu gewährleisten. Das etwas größere Gewicht des AIR 2 hat auf jeden Fall den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass der Inflator dort hängt, wo man ihn auch sucht und nicht irgendwo im Wasser schwebt, wie bei vielen einfach gehaltenen und miniaturisierten Tariersystemen. Durch die leicht angewinkelte Führung des Mundstücks liegt der AIR 2 der 4. Generation angenehmer im Mund, als seine Vorgänger. Das auch mechanisch bedingte Tragegefühl im Mund unterscheidet sich natürlich von dem einer klassischen 2. Stufe, fällt aber wesentlich unauffälliger aus, als man vermuten würde. Überraschend ist das Atemverhalten, das sich von einem Notsystem zu einem Oktopus hin entwickelt hat. Subjektiv sind die Empfindungen für die Atmarbeit wenig spektakulär, verglichen mit einem Hochleistungs – Hauptregler natürlich etwas „härter“, keinesfalls unkomfortabel. Das Befüllen des Jackets erfolgt zügig und fein dosirbar, der Luftauslass über den Inflator geschieht rasch. Auch mit Handschuhen ist die Bedienung aller Funktionstasten unproblematisch.

Fazit

Taucht man bereits mit Scubapro – Atemreglern, stellt sich die Frage nach einem klassischen Oktopus eigentlich nicht mehr, der AIR 2 bietet die angesagte Technik, das Equipment komfortabel abzuspecken. Kompatibel mit jedem Jacket mit Inflator, möglicherweise auch mit Reglern anderer Hersteller.

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