|
Tradition trifft auf die Moderne, das gilt für die Hochleistungs – Atemreglerkombination MK 19 und G 250 V von Scubapro. Wollten wir diesen Regler des
Tauchsport – Konzerns mit einem amerikanischen Auto vergleichen, fiele uns der „Hummer“ ein. Mit dieser Reglerkombi zielt Scubapro auf Freunde von Heavy
Duty Equipment, die vielleicht auch schon länger tauchen und sich auf das aktualisierte Remake der 2. Stufe G 250 freuen.
Eine zweite Stufe G 250 begleitet
unsere Redaktion bereits seit 1993 in einer exklusiven Ausführung, bei der der Frontdeckel passend zur damals farbigen Trendset – ABC – Serie „Hot
Frame“ im Design „Graffiti“ handbemalt war. So viel farbige Lebensfreude, die den Tauchsport und die Korallenriffe symbolisiert, gab es seit dieser Zeit
nicht mehr zu kaufen, da man sich bei den Herstellern auf pflegeleichtes und entsprechend freudloses Schwarz zurückgezogen hatte und daran vielfach so vehement
festhält, als gelte es das Abendland vor Außerirdischen zu verteidigen. Das „V“ bei der Bezeichnung der neuen 2. Stufe G 250 unterstreicht das traditionelle
Layout und steht für „vintage“, das zwar ordentlich übersetzt für „Jahrgang“ steht, eigentlich aber Retro oder Nostalgie bedeutet. Schön, dass man
sich auch wieder einmal auf das besinnt, was schon zuverlässig und erfolgreich den Markt belebt hatte, denn man muss beim Tauchsportequipment nicht ständig das Rad neu
erfinden, wenn man schon einmal einen Klassiker mit wegweisender Technik im Programm hatte. Eigentlich bemerken nur Insider, wenn ein Remake mit ein paar neuen Zutaten
im Schaufenster zu bewundern ist, dass Scubapros 2. Stufe G 250 V dazu gehört, dringt aber nicht zielstrebig ins Bewusstsein einer neuen Tauchergeneration, die mit dem
Background der Tauchsporttechnik nichts am Hut hat. Was bei der neuen 2. Stufe neben der Dimension und dem verwendeten Kunststoff funktionell grundsätzlich
unverändert blieb, ist die Umschaltung für Pre-Dive und Dive sowie die individuelle Einstellung für den gefühlten Einatemwiderstand. Wenn der Regler außerhalb des
Wasser unter Druck steht, muss man die Einstellung Pre-Dive wählen, damit er nicht abbläst, was nun auch mit einem in dicken Handschuhen verpackten Fingerpaar möglich
ist. Beim „Ur – G250“ war an Handschuhe gar nicht zu denken, um von Pre-Dive auf Dive umzuschalten, da hätte man eine massive Briefmarkenpinzette zu Hilfe
nehmen müssen. Gleich blieb, wenn auch die Materialien im Inneren ein höherwertiges Update erfuhren, das Rändelrad zur Einstellung des individuellen
Atemwiderstands. Das war immer schon ein Merkmal von Scubapro – Reglern und begann mit dem legendären MK5. Etwas größer wurde die Fläche für die Luftdusche
und das umgebende Gitter bekam ein neues Design. Auch am Blasenabweiser wurde kosmetisch gearbeitet, um Kinnkontakte zu minimieren, wurde eine halbrunde Aussparung
geschaffen. Richtig amerikanisch wird es dann, wenn man die zweite Stufe in den Mund nimmt. Da parkt man schon ein klassisches US – Mobil zwischen der
Zahnreihe. Das Mundstück, heute aus Silikon, behielt legendäre Dimensionen und kann kleinere Mundöffnungen nicht sehr bequem bedienen, Wechselatmung mit Ladies könnte
also komfortabler gestaltet werden. Soviel zu den Äußerlichkeiten oder primär spürbaren Fakten. Die Zeit blieb natürlich nicht stehen, so wurde etwa die
Atemleistung gegenüber dem „Ur - Modell“ um 50% gesteigert. Um 0,61 J/L hat man die Atemarbeit von 1,29 J/L auf 0,68 J/L reduziert, also
halbiert. Der Downstream – Ventilkörper besteht vollständig aus Metall, ebenso die Einstellschraube für den Atemwiderstand. Das mag
erklären, wieso das aus Kunststoff gefertigte Gehäuse der 2. Stufe keine negative Bilanz hinsichtlich der Kaltwassertauglichkeit aufzuweisen hat. Wird es richtig
frostig kann die Ausatemluft die funktionell erforderlichen Bauteile ausreichend erwärmen. Die 1. Stufe MK 19 rundet das Bild vom „Hummer“ in der Tauchtasche
ab. Da hat man ein Stück Metall in der Hand, das auf sich aufmerksam macht. Keine 1. Stufe für grammfeilschende Tropentaucher, nein, hier wird was geboten fürs Geld.
Was natürlich gefällt, ist die drehbare Anschlusseinheit für die Mitteldruckabgänge. Da ist der Regler und das Schlauchkonsortium für Inflator, Oktopus und
Trockentauchanzug immer optimal positioniert. Neben der 2. Stufe können weitere 4 Niederdruckabgänge belegt werden. Weiter zwei Hochdruckabgänge sollten auch im Tech
– Bereich genügen. Die membrangesteuerte 1. Stufe ist balanciert, die Druckregulierung findet in einer Trockenkammer statt, ein Plus hinsichtlich
Vereisung und Verschmutzung. Um der unter den Bedingungen niedriger Wassertemperaturen bei Druckentlastung (Atemarbeit, Inflatorgebrauch) wirksamen Expansionskälte
entgegenzuwirken, hat man drei Wärmetauschrippen an die 1. Stufe gesetzt. Hier kann die Wassertemperatur die bei Druckentlastung durchaus unter 0° C abfallende
Temperatur in der 1. Stufe rasch ausgleichen und Vereisungen verhindern.
Praxis
Heavy Duty verspricht die Reglerkombination Scubapro G 250 V / MK 19 und hält es auch. Massiv, kräftig amerikanisch spielt sich diese
Atemtechnik in den Vordergrund. Der Atemkomfort ist großzügig, auch im unteren Bedarfsniveau liefert der Regler die Luft zügig und breitflächig. Fordert man ihm
mehr ab, ist er nicht zimperlich und lässt keine Bedarfslücken erkennen. Das alles erledigt der G 250 V / MK 19 emotional so, dass man die Technik dahinter spürt.
Nicht unangenehm, doch technisch untermalt. Das Mundstück könnte zumindest für europäische Zielgruppen kleiner gestaltet sein.
Fazit
Ein
legendäres Arbeitstier, zuverlässig, mächtig, vertrauenseinflössend, doch kein Sonderangebot, so hat sich uns der Scubapro G 250 V / MK 19 vorgestellt.
|