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© UWW

by Michael Goldschmidt 6.06

Weitwinkelvorsatz und Ausgleichsgewicht 90 g

Beispiel für Blitzausstattung

© Nahaufnahme /Portrait 15 cm

© Nahaufnahme 15 cm

© ganze Figur abgebildet 2 m

© Nahaufnahme 15 cm

© Portraitaufnahme

© Übersichtsaufnahme 70 cm

© Nahaufnahme 40 cm

© extreme Nahaufnahme 10 cm

© UWW Portraitaufnahme

Fakten

SEA & SEA Kamera DX-750 G   
Bildsensor: 5,19 Megapixel CCD
Brennweiter: Weitwinkel F2.9, Tele F4.8 (35mm – 105 mm)
Display: 2.0 Zoll TFT LCD
Speicher Intern: 16 MB
Aufnahmeformat: JPEG Exif2.1, DCF1.0, DPOF1.1 Movie Clip: AVI mit Audio
Optionale Speicher: SD/Multimedia Card
Focus: Auto Focus
Auflösung: 3072x2304 interpoliert, 2560x1920, 2304x1728, 2048x1536,600x1200, 1024x768
Linse: 3-fach optischer Zoom
Videoqualität: 25 Bilder bei 320x240 Pixel
Gewicht: 140 g
Gehäuse:
Polycarbonat Gehäuse
Wasserdicht: 45 m
Gewicht komplett 325 g
Alle Bedienelemente der Kamera sind von außen bedienbar.
Preis ca. € 478,-
Weitwinkelaufnahmen 24 mm Preis: ca. € 189,-

Vertrieb: Fachhandel
Info: www.aqualung.de 


www.seaandsea.com

Nicht jeder benötigt 8 Millionen Pixel um seine Urlaubsschnappschüsse aufzuzeichnen. Deshalb brachte Sea & Sea nun ein digitales „rundum sorglos Paket“ mit dem Namen DX-750 G auf den Markt, das bis 45 m Tauchtiefe die Bildeindrücke mit 5,19 Megapixel im Datenformat konserviert. Im Gegensatz zur großen Schwester DX-8000, die eine Reihe von Funktionen für den Anwender auf Wunsch  steuerbar gestaltet hat, setzt man bei der neuen Kleinen fast exklusiv auf Vollautomatik.

Vergleicht man zunächst den Preis der beiden digitalen UW-Systeme von Sea & Sea, macht sich der Verzicht auf 3 Megapixel und eine reduzierte Auswahl von Softwarefähigkeiten mit nicht ganz 50% günstigerer Kalkulation bemerkbar. Die DX-750 G wird mit € 478,- gehandelt, wohl gemerkt Kamera inklusive UW-Gehäuse aus Polycarbonat. Kaum mehr als für einen ordentlichen Tauchcomputer legt man auf den Ladentisch und bekommt dafür einen tauchtauglichen Bildcomputer.

Die Kamera

Bestechend ist zunächst die geringe Baugröße der Kamera, die gerade mal 140 g auf die Waage bringt. Ihr Design mit überall abgerundeten Kanten macht sie unverwechselbar und gefällt dem Auge. Der Verzicht auf einen optischen Sucher erlaubt die extreme Minimierung der Kamera. Das 2 Zoll TFT – Display beherrscht die Rückseite, auf der sich noch die Zoomwippe, das mittlerweile übliche kreisrunde Multifunktionstastenfeld, sowie zwei Tasten zur Steuerung des Monitors (Anzeigenauswahl, Abschaltung) und der +/- - Korrektur befinden. Auf der Oberseite hat man den Hauptschalter, die Funktionswahl (Kamera, Speicheransicht, Videomodus) und den Auslöser platziert.
Da die Zielgruppe solcher Systeme in erster Linie einfache und intuitive Bedienung wünscht, machten wir die Probe aufs Exempel und verzichteten zunächst auf das Studium der Anleitung. Das Batteriefach die erste Anlaufstelle um die silberne Kleine mit zwei Mignonzellen zum Leben zu erwecken. Bei der Gelegenheit wird gleich eine SD-Speicherkarte eingeschoben, deren Schacht ist gleich neben dem der Batterien. Intern stehen 16 MB Speicher zur Verfügung, doch um Bilder in bester Qualität aufzeichnen zu können, ist das zu wenig. Eine Karte mit wenigstens 256 MB macht Sinn, auf diese können bei 5 Megapixel Auflösung und Einstellung der Bildqualität auf „fein“ etwa 50 Bilder aufgezeichnet werden. Nach sanftem Druck auf den Hauptschalter macht die DX-750 G mit bunten Lichtspielen ihrer Infoleuchtdioden und einem Begrüßungssound auf sich aufmerksam, ein Gimmick, das man aber lahm legen kann. Das alles hat also ohne Fallenstellung geklappt. Der nächste Schritt ist die Einstellung der internen Uhr und des Datums, wichtige Grundlage zur späteren zeitlichen Zuordnung von Bilddateien. Auch das ist im Setup - Menü intuitiv zu bewerkstelligen, so dass man fast zu Übermut neigend auf die Lektüre der Anleitung ganz verzichten möchte.        
Grundsätzlich arbeitet die Kamera vollautomatisch. Es können nur einige essentielle Werte vom User manuell beeinflusst werden. Seine Finger kann man ins Spiel bringen, geht es um die Frage der Blitzfunktion – ob abgeschaltet, automatisch zuschaltend, als Aufhellblitz und ob durch Vorblitze der Effekt roter Augen unterbunden werden soll. Für einen speziellen Nachtmodus (Stativ erforderlich, Belichtungszeit mindestens ½ Sekunde) gibt es eine weitere Auswahlmöglichkeit. Der Weißabgleich kann neben der automatischen Einstellung manuell auf einen von 5 Presets gelegt werden, die individuelle Messung der Farbtemperatur durch den Anwender ist ebenso möglich. Die +/- Korrektur erlaubt die Anpassung der Belichtung um 2 Stufen (Blenden) in ½  Blendenschritten. Je nachdem, wie viel Licht zur Verfügung steht, regelt dies die Kameraelektronik entweder durch Verlängerung oder Verkürzung der Belichtungszeit oder durch Eingriffe bei der Empfindlichkeit. Leider kann die Empfindlichkeit selbst nicht vom User ausgewählt werden, das macht die DX-750 G  - automatisch.
Ein wichtiger Programmpunkt ist die Einstellung der Auflösung. Da der Chip 5,19 Megapixel zur Verfügung stellt, sollte man entsprechend auch 5 Megapixel als Bildgröße auswählen, das ganze in der Qualität „fein“. Möchte man  seine Motive im Labor als Poster vergrößert ordern, dann bringt die Einstellung „super fein“ noch ein Quäntchen mehr an Bilddetails, die Grafikdateien beanspruchen dann aber auch mehr Platz auf der SD Karte und der Speichervorgang dauert etwas länger.
Die 7 Megapixel – Auflösung kann natürlich nicht vom Aufnahmesensor realisiert werden. Was von den effektiv 5,19 Megapixel zu 7 Megapixel fehlt, wird – wie es so schön heißt – interpoliert. Das heißt nichts anderes, als dass in der Kamera die nicht vorhandenen Bildpixel durch eine Hochrechnung simuliert und abgespeichert werden. Das nimmt auch Zeit in Anspruch, das Ergebnis ist aber nicht so überzeugend, dass man davon zwingend Gebrauch machen müsste.
Eine Gewissensfrage ist immer die Auswahl einer geringeren Auflösung, hier bietet die Kamera die Qualitätsstufen 4,3,2 und 1 Megapixel an. Wollen Sie Bilder lediglich als eMail – Anlage versenden oder zur Nutzung im Internet benötigen, dann genügt die 1 Megapixel – Auflösung. Möchte man, wenn es knapp an Speicherplatz wird, die Bilddateien verkleinern, dann empfehlen wir 4 Megapixel auszuwählen.
Automatisch arbeitet auch der Autofocus, wechselt der Rahmen des Messfelds im Monitor von weiß auf grün, dann hat die Kamera die Schärfe erfasst. Dieses deutliche Zeichen ist sehr angenehm und sollte als gutes Beispiel gelten. Durch Druck auf die Taste mit dem Blumensymbol kann man sich sogar bis 10 cm ans Motiv herantasten. Da der Blitz nah am Objektiv sitzt, werden extreme Nahaufnahmen nicht gleichmäßig ausgeleuchtet, es gibt in diesem Fall eine Abschattung hin zur linken unteren Bildecke. Anders bei Verwendung der Kamera im UW-Gehäuse, schwenkt man den Diffosor, die Streuscheibe, vor den Blitz, denn wird die Abschattung stark abgemildert.
Eigentlich dient der Diffusor dazu die Blitzleistung, die für Aufnahmeentfernungen von 20 cm – 3 Metern ausgelegt ist, zu reduzieren um Überbelichtungen bei extremen Nahaufnahmen zu verhindern, der Nebeneffekt der besseren Ausleuchtung des Bildfeldes kommt dabei aber gut zur Wirkung.
Das Wichtigste zuletzt, das Objektiv. Mit seinen 6,2 – 17,4 mm Brennweite, entsprechend 35 – 105 mm bei Kleinbild, hat es Standardwerte. Der optische 3-fach Zoom könnte digital auf 5-fach verlängert werden, doch dann sind Verluste an Auflösung und Detailzeichnung unvermeidlich. Für den Unterwassereinsatz bietet sich an den als Zubehör erhältlichen Weitwinkelvorsatz anzuschaffen, der die Brennweite dann auf 24mm verkürzt. Benutzt man die DX-750 G ohne Weitwinkelvorsatz beim Tauchen, dann verlängert sich durch die Brechkraft des Wassers die Brennweite um 1/3, da das Objektiv hinter einem Planglas sitzt. Dann entspricht die kürzeste Brennweite etwa einem 50 mm Objektiv an einer Kleinbildkamera, die unter Wasser so wichtige Weitwinkelwirkung geht verloren. Das erklärt auch, warum die Stärke solcher Kamerasysteme im Nahbereich liegt.

Das UW-Gehäuse

Maßgeschneidert für die DX-750 G ist das transparente UW-Gehäuse aus Polycarbonat, einsetzbar bis 45 Meter Tauchtiefe. Mit 11 gefederten Tasten und einer drehbaren Durchführung werden alle Funktionen der Kamera erreicht. Da die Tasten um das runde Multifunktionsfeld sehr eng beieinander liegen, ist es für die Gehäusekonstrukteure immer eine Herausforderung praktikable Lösungen zu finden, die die Bedienung auch mit Handschuhen ermöglichen. Sea & Sea setzt auf unterschiedlich weit aus dem Gehäuse herausgeführte Drucktasten und das funktioniert  recht ordentlich.
Kein Geheimnis verbirgt sich hinter dem Einbau der Kamera in das Gehäuse. Einfach einlegen, Deckel zu und fertig, vorausgesetzt der blaue O-Ring und dessen Auflagefläche wurde auf Sauberkeit überprüft. Ein Haar, ein Sandkorn hier wäre fatal.
Ein gefederter Kunststoffverschluss verbindet die Gehäusehälften stabil, die Mechanik stellt aber auch für Damenhände keine Hürden in den Weg.
Einmalig montiert man nun noch den mitgelieferten Blendschutzrahmen um den Monitoreinblick. Ist die Handschlaufe in die entsprechenden Öse eingefädelt, sind alle Vorbereitungen abgeschlossen. Hat man die Kamera bei hoher Luftfeuchtigkeit ins Gehäuse eingesetzt oder taucht man in kalten Gewässern, muss man einen Silikagelbeutel einlegen, der das Beschlagen der Gehäusewandung und des Ports unterbindet. Unter der Kamera ist dafür entsprechender Platz vorhanden.
Als Zubehör empfiehlt sich der schon erwähnte Weitwinkelvorsatz und für den Einsatz im Meer ein ebenfalls angebotenes Tariergewicht, das im Stativgewinde des Gehäuses angeschraubt wird. Dann hat die Kamera im Meerwasser keinen störenden Auftrieb mehr.
Der Weitwinkelvorsatz ist so groß, dass er deutlich in den Ausleuchtbereich des kamerainternen Blitz hineinreicht. Da dessen Ausleuchtwinkel ohnehin für die Verwendung mit dem Weitwinkel zu gering wäre, spielt es also keine Rolle, dass der interne Blitz nicht zur Motivbeleuchtung eingesetzt werden kann. Um mit dem Weitwinkel auf lange Sicht sinnvoll arbeiten zu können wäre der nächste Schritt die Anschaffung eines externen Blitzgeräts aus dem Sea & Sea Programm. Um ein fiberoptisches Kabel zur Blitzsteuerung anschließen zu können, hat das Gehäuse bereits einen entsprechenden Anschlussstutzen integriert.
Wie sich unschwer erkennen lässt, kann man die Kleine hochwertig aufrüsten und steigenden Ansprüchen an die Motive anpassen.

Praxis

Hier haben wir es der DX-750 G nicht ganz einfach gemacht, keine Tauchgänge in tageslichtdurchfluteten Karibikspots, im (für Kameras allgemein) schummrigen Licht des Indoor - Tauchzentrums in Aufkirchen bei Erding musste sie zeigen, was in ihr steckt, was die Automatik beherrscht.
Ohne Zweifel gewann die Überraschung bald Oberhand, denn was bereits die Bildvorschau am Monitor nach erfolgten Belichtungen an Ergebnissen zeigte, war einwandfrei. Achtet man genau auf die Anzeige des Messfeldrahmens und drückt den Auslöser erst dann, wenn der Rahmen grün leuchtet, dann waren die Bilder tadellos scharf und selbst bei extremsten Nahaufnahmen knackescharf. Auch die Farbwiedergabe und die korrekte Blitzbelichtung muss hervorgehoben werden. Was sie natürlich nicht kann, weil dafür zum einen der Blitz zu schwach ist und zu nah am Objektiv sitzt, bei geringem Umgebungslicht Taucher in ganzer Größe abzubilden ohne eine Vielzahl störender Schwebeteile. Spätestens dann wäre der Einsatz eines optionalen externen Sea & Sea Blitzes gefordert. Taucht man bei genügend Tageslicht im Freiwasser, dann kann man bei ausreichender Sichtweite ohne zugeschalteten Blitz den Tauchpartner von Schnorchel- bis zur Flossenspitze abbilden.
Einwandfrei ist auch die Bedienung der Funktionstasten. Um die Kamera spontan in den Belichtunsgwerten zu korrigieren oder in den Nahmodus zu wechseln, kann man die direkt dafür belegten Tasten drücken. Gut auch, dass man einen Belichtungskorrekturwert speichern kann. Gibt man etwa +1 ein, so kann man die Korrektur bei Bedarf einfach wegschalten. Drückt man die Taste erneut, ist die vorgegebene Korrektur wieder aktiv. Doch aufgepasst, schaltet man/sich die Kamera ab, dann fliegen auch die vorgewählten Einstellungen, ob Nahbereich oder Belichtungskorrektur, aus dem Speicher und man muss diese manuell gewählten Features erneut einstellen.               
Etwa 5 Sekunden vergehen um eine abgeschaltete DX-750 G betriebsbereit zu machen, sprich, bis ein Bild auf dem Monitor zu sehen ist. Etwa weitere 5 Sekunden sind nötig um das erste Bild machen zu können, nachdem sich auch der Autofocus eingerichtet hat und auf Druckpunktnahme am Auslöser der Messfeldrahmen grün markiert wurde. Es geht natürlich auch schneller, drückt man den Auslöser nach der Aktivierung des Monitorbilds gleich durch, kommt es recht spontan zu einer Belichtung, es ist aber nicht sichergestellt, dass der Autofocus dann auch schon die Schärfe gefunden.
Der Monitor selbst hat mit seiner 2 Zoll Diagonale eine ausreichende Fläche um die Funktionssymbole in noch genügender Größe darzustellen. Wer nicht lesebrillenpflichtig ist kommt gut zurecht, ältere Semester erleichtern sich das Leben mit einem Lesebrilleneinsatz in der Tauchmaske.

Fazit

Wer die DX-750 G ohne optionales Zubehör einsetzen möchte, der findet bei Motiven zwischen 50 und 10 cm Entfernung das Gros dessen, was die Kamera dann aus eigener Kraft gut meistert. Selbst Fotografen mit einer ausladenden SLR im Gehäuse können mit der Kleinen in der Jackettasche für Motive im Nahbereich zusätzlich gut ausgerüstet sein. Wachsen die Motivansprüche, so kann auf Basis der DX-750 G auch das Sea & Sea Zubehör – vom Weitwinkel bis zum Blitzsystem mit Schienen und Armen – dazu beschafft werden. Das liegt aber dann schon spürbar über dem Einstandspreis des Systems, der durchaus als interessant bezeichnet werden kann. Preis/Leistung: sehr gut.

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