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Fast wäre das DIABLO – Jacket von SEAC SUB ein Wing. Aber nur fast. Kleinere Luftpolster im Beckenbereich nehmen der rückwärts
orientierten Blase den Drang, an der Oberfläche den User aus der senkrechten Achse nach vorne zu verlagern. Hochwertig gepolstert schmeichelt sich das teuflische
Jacket an. Es gibt viel Potential für eine lang anhaltende Freundschaft.
Erstklassige Jackets modernster Bauart haben eine längerfristige Evolution hinter
sich. An kaum einem Ausrüstungsteil wurde allgemein so viel verändert und verbessert, was aber nicht allen Herstellern letztlich nur absoluten Highend – Status
in der jeweiligen Angebotssparte bescherte. Nicht jedes Experiment führte erfolgreich zum Ziel und der aktuell starre Blick auf bedingungslose Gewichtsreduzierung ist
auch keine Lösung. Die allen Tauchansprüchen gerecht werdende Jacketlösung mit nur 100 Gramm Eigengewicht ist und bleibt Utopie.
SEAC SUB lässt sich beim DIABLO
nicht von „Trennkost – Ideen“ beeinflussen, die in Natur ohnehin keine lang anhaltende Wirkung zeigen. Was muss, das muss. Und so handeln wir gleich vorweg
das Eigengewicht des komplexen, zweischaligen Tariermittels ab, das in Größe L bei 4400 Gramm liegt. Fürwahr kein Leichtgewicht, aber es ist auch nicht dafür
konzipiert, lediglich in südlichen Meeren Auf- und Abtrieb zu kontrollieren. Über einen Ausflug in die Tropen würde sich das DIABLO sicher teuflisch freuen und die
aufwendige Polsterung käme dem leicht bekleideten Taucherklientel doppelt und dreifach zugute. Denn die Vorzüge der intensiven Komfort – Offensive, die SEAC SUB
beim DIABLO startete, kann man am besten auf der Haut spüren, dicke Tauchanzüge übermitteln das Plus an Polsterung natürlich nicht ganz so deutlich. Schon
angesprochen wurde die zweischalige Bauweise, die heute aus Gewichts- und Preisgründen eher selten bei Sporttauchjackets realisiert wird. Eine Innenblase (Nylon
420 D, PU-Harz beschichtet) wird von einer Außenschale (Cordura 1000, PU-Harz beschichtet) umhüllt. Damit ist ein Höchstmaß an Strapazierfähigkeit gewährleistet.
Mit einem Kugelventil ausgestattet, ist der neue SCS Inflator auf sichere Funktion, gute Ansprechbarkeit und leichte Wartung ausgelegt. Drei Schnellablässe
sind an den üblichen Positionen auf den Schultern und hinten rechts realisiert. Der große Spielraum der individuellen Gurtanpassung dürfte unserem Eindruck nach
keine Wünsche offen lassen. Dass außerdem die Gurte einer Rucksack - Bänderung gleich das Gewicht der Flasche aufnehmen und sich die Blase davon unabhängig im Volumen
verändern kann, muss herausgestellt werden. So ist die Lastverteilung klar definiert auf den Schultern liegend, die Flasche sitzt immer gerade und bestens auf dem
Rücken positioniert. Das gilt ergänzend auch für das Gewicht des Trimmbleis, das in zwei Taschen am Flaschengurt aufgefädelt wird. Bleiben wir beim Thema
Taschen. Die Container des integrierten Bleis (Smart Weight System), maximale Aufnahme 6 Kilogramm, wurden mit einem neuen Einschub- und Arretierungssystem
ausgestattet. Damit wurde nicht nur das blinde Einschieben des Bleis in das am Taucher getragene Jacket deutlich vereinfacht, selbst voll beladene Taschen werden gut
kontrolliert platziert. Für Zubehör bietet das DIABLO beidseitig je zwei mit Zipper zu schließende Taschen, deren Nutzvolumen vom Platzbedarf des Tarierbleis
abhängig ist. Weiteres Zubehör wird an 6 D-Ringen (50 Millimeter) und weiteren zwei (25 Millimeter) aus Edelstahl befestigt. An einem rückwärtigen Kunststoff
– D-Ring ist ein Schrittgurt mit einer Klettschlaufe angehängt. Damit wird bedarfsweise der Sitz des Jackets noch weiter optimiert. Man kann, man muss ihn nicht
verwenden. Die Optik gefällt, leuchtendes Rot kontrastiert mit Silber und Schwarz finden wir an den Seitenflächen, den auf den Flaschengurt aufgezogenen
Trimmbleitaschen, der Rückenpolsterung und den Ösen des verstellbaren Brustgurts. Wer unsere positive Haltung gegenüber deutlicher Farbgestaltung der Tauchausrüstung
kennt, weiß auch, dass noch weniger Schwarz begrüßt werden würde, aber SEAC ist hier auf einem guten Weg. Zum Schluss das für den einen oder anderen vielleicht
Wichtigste, die Auftriebsfrage. Die maximale Auftriebskraft ist durchaus beeindruckend: Bei Größe S sind es 18,5 kg, M und L bieten 24 kg, XL und XXL sind mit 29,5 kg
dabei. Damit kommen auch extremere User mit Doppelgeräten klar.
Praxis
Das DIABLO fühlt sich gut an und die Softpolsterung der Rückentrage
strahlt Komfort pur aus. Das Prinzip der auf den Flaschengurt geschobenen Trimmbleitaschen gefällt, dort sind sie an richtiger Position und leicht zu befüllen. Der
Einschub der SWS Tarierbleitaschen hinterlässt auch einen guten Eindruck, wie auch deren sicherer Sitz und der geradlinige Schnellabwurf. Die individuelle Anpassung
aller Gurte, inklusive des höhenverstellbaren Brustgurts, ist tadellos. Dank des Eigengewichts hängt der Inflator in Griffweite. Die Einlasstaste fordert einen
kräftigen Druck des Zeigefingers ab, wobei die Feindosierung wie auch der schnelle Lufteinlass gleichermaßen sauber erfolgt. Die beiden Taschen mit oben
aufgesetztem Zipper sind auch mit Handschuhen erreichbar, die zurückgesetzten kleineren Taschen lassen den Reißverschluss besser mit bloßen Fingern bedienen. Das
schon beim Anlegen spürbare Komfortgefühl setzt sich während des Tauchgangs uneingeschränkt fort. Alles sitzt wie angegossen, nichts drückt oder verdreht sich. Die
Tauchlage ist einwandfrei, ebenso die Position an der Oberfläche.
Fazit
SEAC SUB bietet mit dem DIABLO ein hervorragend konzipiertes und
realisiertes Jacket für anspruchsvolle Taucher an, das dank der Gurtführung und Anpassungsfähigkeit auch Damen gefallen kann. Jedes Gramm ist sein Geld wert. Auch wenn
es im Fernreisegepäck etwas mehr Druck auf die Waage ausübt, die aufwendige Polsterung macht im Shorty erst Recht Spaß..
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