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by Herbert Frei 11.04

© Herbert Frei

© Herbert Frei

Hochwertige und präzise digitale UW-Fotografie setzt zumindest ein semiprofessionelles Gerät voraus. Und ein solches findet man nur bei den Spiegelreflexkameras. Unter all den Offerten ragt ein Modell besonders hervor, die Fujifilm FinePix S2 Pro. Sie beherrscht Dinge, die man bei anderen digitalen SLR`s vergeblich sucht. Herbert Frei über eine digitale Spiegelreflexkamera, die es so vielleicht nie wieder geben wird.

In diesen Tagen kommt die Nachfolgerin der S2 Pro auf den Markt. Sinniger- und logischerweise heißt sie S3 Pro. Weshalb, so werden Sie sich jetzt fragen, berichtet UnterWasserWelt über eine Kamera, die bald nicht mehr als Neuprodukt verfügbar sein wird? Kann man so was machen? Ist das sinnvoll? Wir geben die Antwort gleich vorab. Es macht mächtig viel Sinn. Die neue S3 Pro mit ihren 12 Megapixel ist mit ca. 2500 Euro schockierend teuer, außerdem gibt es noch kein UW - Gehäuse dafür (Zeitpunkt 11.04) und des weiteren wird vorerst kein etablierter Amphibienblitz  an ihr mit der TTL - Blitzsteuerung funktionieren. Denn die S3 Pro besitzt das neue i-TTL - System der digitalen Nikon Spiegelreflexkameras mit allen Vorteilen bei Verwendung eines Systemblitzgerätes und allen Nachteilen, wenn ein amphibischer Blitz eingesetzt werden soll.
Wer jetzt ernsthaft über die Anschaffung einer FinePix S2 Pro nachdenkt, macht eigentlich nichts falsch. Die einstmals 3000 Euro teure Profi - SLR ist neu bereits unter 1300 Euro zu haben, gebraucht noch günstiger. Sie tendiert somit preislich in die Nähe der Nikon D 70, ist preiswerter als die Canon D 10 und weckt mit ihrem Super CCD - Bildsensor und dem Algorithmus für die Hochrechnung bis auf 12 Megapixel echte Begeisterung. Der absolute Knaller aber ist die antiquierte TTL - Blitzsteuerung für analoge Nikon - Blitzgeräte, wie wir sie von den konventionellen Spiegelreflexkameras her kennen. Hier funktioniert der älteste „Subtronic“, blitzten die Geräte von Sea & Sea, Ikelite und anderen mit TTL,  das auch nur bei diesem Kameratyp. Somit avanciert ein weitgehend unbekanntes Auslaufmodell zum gesuchten Fotogerät für Menschen, die nicht unbedingt das Neueste, aber trotzdem das Beste suchen.

Cleveres Konzept

Die Fuji FinePix S2 Pro ist die konsequente Antwort von Fuji auf die Fragen der Profis. Somit ist klar, dass das Konzept primär für Berufsfotografen entwickelt wurde, was aber einem Amateur nicht schaden wird. Profis bestätigen immer wieder, dass der von Fuji entwickelte Super CCD-Bildsensor die besten Hauttöne aller Digitalkameras erzeugt. Dieser warme Farbton ist auch unter Wasser erkennbar und bringt für das Auge sehr angenehme Bildeindrücke. Das Flächenmaß des Bildsensors beträgt (23,0 x 15,5) mm bei einer Diagonalen von 28,15 mm, was einem Bildwinkelfaktor von 1,54 entspricht. Das ist praktisch identisch mit den Nikon - Sensormaßen, weshalb man alle an einer Nikon – Digital - SLR verwendbaren Objektive uneingeschränkt auch an der S2 Pro einsetzen kann. Das Bajonett entspricht dem Original von Nikon.
Dass man bei den Pixel Qualitätsunterschiede feststellen kann, ist nicht neu. Wir wollen das hier mal kurz erläutern. Normalerweise werden die Oberflächen der Pixel rechteckig in Reihe strukturiert, bei der FinePix S2 Pro haben sie eine achteckige Form und sind wabenförmig angeordnet, wodurch sich ein verbesserter Wirkungsgrad erzielen lässt. Nicht die maximale Pixelzahl ist maßgebend für die Bildqualität, sondern die Konfiguration der einzelnen Fotodioden. Mit 6,17 Millionen effektiven Pixel liegt die FinePix S2 Pro nach der Pixeloffensive diverser Anbieter nicht mehr im oberen Drittel, aber das ist nicht relevant. Wichtig ist ein scharfes, weitgehend farbneutrales und kontrastreiches Bild. Ob 5, 6 oder 8 Megapixel ist dabei nicht sonderlich entscheidend, denn die Differenzierfähigkeit des menschliche Auge beträgt ohnehin kaum mehr als 4 Megapixel.
Als einzige Profi - SLR ist die FinePix S2 Pro in der Lage über einen speziell entwickelten Algorithmus zu den effektiven 3024 x 2016 = ca. 6,1 Megapixel noch einmal dieselbe Menge hinzuzurechnen. Somit ergibt sich eine Bildgröße von 4256 x 2848 Pixel = ca. 12,1 Megapixel. Hinzugerechnete Pixel bringen aber keine neuen Dateninformationen, lediglich das Bild wird hochauflösender dargestellt, das heisst, die Datei wird entscheidend größer. Es passen weniger Bilder auf die Speicherkarte, genauer gesagt nur die Hälfte bei der sonst üblichen Einstellung. Wer mit dieser Auflösung fotografiert sollte mindestens eine 2 GB-Speicherkarte bzw. einen 2 GB- Microdrive einlegen. Und schon da ist bei 56 Bildern im TIFF-Format Schluss, RAW bringt immerhin noch 160 Bilder.  Für die normale UW - Fotografie ist die höchste Auflösung nicht immer relevant, von Makro mal abgesehen, zumal sichtliche Unterschiede zur effektiven Pixelzahl nur bei großflächigen Prints und Postern erkennbar sind. 
Als Bildqualitätsmodus kann man zwischen RAW, TIFF und JPG wählen. Wer JPG bevorzugt, sollte die Einstellung „Fein“ mit 12,1 Megapixel wählen. TIFF bringt eine sehr hohe Datenmenge und somit eine hervorragende Bildqualität. Hier sind für Amateure 6,1 Megapixel die richtige Wahl. Wer das Fotografieren mit Rohdaten bzw. der verlustfreien 12-Bit RAW-Datei bevorzugt, muss mit 12,1 Megapixel fotografieren. Das ist sinnvoll für Benutzer, die ihre Bilder grundsätzlich nachbearbeiten. Der ausführlichen Bedienungsanleitung - eine der besten, die wir im digitalen Fotobereich in Händen hielten - liegt eine CD bei, mit der man die RAW-Dateien öffnen und bearbeiten kann. Interessant: Mit der zusätzlich erhältlichen „Hyper Utility Software“ lassen sich die RAW-Dateien ohne Verlust des ursprünglichen Tonwertumfanges in 16-Bit TIFF-Dateien umwandeln.
Als eine der wenigen Profikameras kann die FinePix S2 Pro auch mit den beliebten und weit verbreiteten Smart Media Cards bestückt werden. Ein interner Bildspeicher erlaubt selbst mit der höchsten Auflösung 2 Serienbilder pro Sekunde bei bis zu 7 Aufnahmen in Folge. An Empfindlichkeiten sind ISO 100/21°, 160/23°, 200/24°, 400/27°, 800/30° und 1600/33° wählbar. Im Unterwasserbereich sind nur die ersten drei relevant. ISO 100/21° für alle Nah- und Makroaufnahmen sowie Weitwinkel bei guter Sicht und hellem Umgebungslicht; ISO 200/24° bei wenig Umgebungslicht, Wracks in größeren Tiefen und schnell schwimmenden Objekten - Pixelrauschen ist kaum sichtbar; ISO 400/27° sollte nur angewählt werden, wenn das Licht stark nachgelassen hat und man noch ohne Blitz fotografieren möchte - der Rauscheffekt kommt hier etwas stärker, ist aber nicht unangenehm körnig. Höhere ISO-Einstellungen sind unter Wasser nicht mehr sinnvoll einsetzbar, Notfälle ausgenommen.
Das AF - Messfeld besteht aus fünf Sensoren, in der Bildmitte agiert eine Kreuzsensor. Der AF ist ausreichend schnell, nervt  aber bei schlechtem Licht  hin und wieder mit unkalkulierbaren Verzögerungen. Da kann schon mal das eine oder andere flinke Motiv die Kurve kratzen. In solchen Situationen ist nachdrücklich feststellbar, dass eine analoge Profikamera wie die Nikon F5 im Vergleich immer noch konkurrenzlos schnell ist. Bei schwimmenden Motiven ist generell zu bemerken, dass der Einzelautofokus den AF - Ablauf hemmt. Fische, insbesondere wenn sie zu den flinken Faunisten gehören, lichtet man besser mit dem Servo - AF ab. Die FinePix S2 Pro besitzt zu diesem Zweck an der linken Frontseite einen MCS - Schalter. M = manuell; C = kontinuierlicher AF; S = Einzel - AF. Die MCS - Übertragung ist am Seacam - Silvergehäuse Standard.
Stellt man den Drehschalter auf M, bleibt der AF stehen. Das kann nötig sein, wenn man im Makrobereich mit enormen Vergrößerungen arbeitet bzw. das Umgebungslicht stark nachlässt. Dann arbeitet der AF nicht mehr zuverlässig. Lösung: MCS - Schalter auf M stellen und die Kamera an das Objektiv heranführen, bis es im Sucher scharf erscheint. Stellung C ist immer dann zu empfehlen, wenn sich Objekte bewegen oder man selbst bewegt wird - durch Strömung oder Wellengang. Zu beachten ist aber, dass man bei C eigentlich immer auslösen kann, auch wenn das Bild total unscharf sein sollte. Auf der anderen Seite sind in diesem AF Serienbilder möglich.
Üblicherweise wird man die Grundeinstellung des AF - Schalters auf S belassen. Denn sie ist für Korallen, Schwämme, niedere Tiere, langsame Objekte und alle Arten von Weitwinkel- und Fisheyeaufnahmen bestens geeignet. Ausgelöst werden kann im Prinzip nur, wenn das anvisierte Objekt scharf ist. Theoretisch jedenfalls. Die Realität sieht leider etwas anders aus. Unscharfe Bilder, wie immer sie auch zustande kommen, sind im AF-Modus S keinesfalls aus der Welt. Vielleicht spielt hier auch die Auslöseverzögerung eine Rolle, die zwar im Verhältnis zu einer digitalen Kompaktkamera recht gering ausfällt, sich aber letztendlich in bestimmten Situationen doch bemerkbar macht. Hier zeigt sich doch, dass die S2 Pro nicht mehr auf dem letzten Stand der Technik ist. Ohnehin ist es ein Wunder und für die UW - Fotografie ein Glück, dass sie so lange produziert wurde.
Für die Bildgestaltung von Vorteil ist die Möglichkeit zur Einblendung von Gitterlinien. Nicht nur bei Architektur- und Sachaufnahmen, auch beim Arbeiten mit dem „Goldenen Schnitt“ (Bildgestaltungsmethode) kann dieses Feature gute Dienste leisten. Zu den Besonderheiten der FinePix S2 Pro gehört ein kleines und schmales LCD - Display über dem Monitor. Hier liest man die ISO-Zahl ab, die Anzahl der Bilder auf der Speicherkarte oder auch die Uhrzeit und das Datum. Und die Kamera beherrscht etwas, das bei den digitalen Spiegelreflexkameras immer noch eine Rarität ist - nämlich Mehrfachbelichtungen. Für Experimentierfreudige und Computerfreaks ist dies  ein weites Betätigungsfeld.
Den Weißabgleich lassen Sie am besten auf „Auto“ stehen (Firmenvorgabe), denn in dieser Funktion wird die Weißabgleichseinstellung auch beim Blitzeinsatz berücksichtigt. Individuelle Weißabgleichseinstellungen (zwischen 2800 K und 9500 K) sind unter Wasser nicht sinnvoll umzusetzen, weil dazu eine neutrale Fläche angemessen werden muss.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Sauberkeit des Bildsensors. Wechseln Sie nach Möglichkeitkein Objektiv nie in staubiger oder extrem feuchter Umgebung. Verschmutzungen, die sich auf der Oberfläche des Bildsensors festsetzen, erscheinen auf den Bildern entweder als Flecken, Streifen oder dunkle Punkte. Man kann sie auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm nur sehr schwer entfernen, falls doch, dann nur mit viel Know-How und einem enormen Zeitaufwand. Die S2 Pro sollte deshalb ohne Objektiv nur mit der mitgelieferten Schutzkappe auf der Bajonettöffnung transportiert werden. Die Sensorreinigung ist dem Service zu überlassen, ...obwohl man es zur Not auch selbst machen könnte. Beachten Sie, dass schon die feinen Haare eines Pinsel - Gummibalges die hyperempfindliche CCD-Sensoroberfläche verkratzen können. Der Austausch eines beschädigten Sensors kann mehrere Hundert Euro kosten!!                

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