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© Herbert Frei

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© Herbert Frei Test  - wie weit kann aus dem fertigen Bild vergrößert werden

© Herbert Frei - verlustfreie Ausschnittsvergrößerung

© Herbert Frei - verlustfreie extreme Ausschnittsvergrößerung

© Herbert Frei

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Preise

FujiFinepix S2 Pro (Body)  ca. € 1000 bis 1400 (neu); Preis ist oftmals Verhandlungssache, weil die Kamera nicht mehr gebaut wird. Es kann auch ein günstiges Second – Hand Angebot für unter € 1000,-  interessant sein.
 
Seacam-Silver S2 Pro € 2620,-
mit Pro Sucher, Leckwarner und 2. TTL-Buchse € 2880,-
 Fisheye-Port € 998,-
Superdome € 1105,- mit optischer Vergütung plus € 222,-
Makro-Port 60 mm € 206.-; mit optischer Vergütung plus € 45,-
Zwischenring für 105 mm € 147,-
S-45 Sucher  € 1210,-
Horizontalsucher € 1350,-

Infos
www.seacam.com 
office@seacam.com
www.fuji.de 

Praxiserfahrungen

Die Beschreibung einer Kamera und des zugehörigen UW - Gehäuses ist die eine Sache, die andere ist die des praktischen Umganges. Und zu einem ausführlichen Testbericht gehören auch die negativen bzw. unangenehmen Erfahrungen 

1. Immer wieder wird betont, dass es ja unter Wasser nichts ausmachen würde, wenn die Kamera nur ein halbes Dutzend Bilder im Zwischenspeicher verarbeiten würde, weil man ja ohnehin nicht so schnell fotografieren würde. Der Blitz käme sowieso nicht mit. Was für ein Irrtum!! Es ist uns mehrmals passiert, dass die Motive so spannend und interessant waren, dass die S2 Pro wie ein MG ausgelöst wurde. Digital fotografiert man einfach mehr und mit schnelleren Folgen als mit einem Diafilm. Die Bilder kosten ja nichts außer Strom.
Nach solchen Attacken ging die Kamera auf Auszeit. Wenn man das nicht bemerkt, drückt man vergeblich den Auslöser und wundert sich, dass sich nichts tut. Bei Mischlicht passiert einem das gelegentlich auch mit eingeschaltetem Blitz...er muss ja nicht viel Leistung abgeben und kann deshalb fast pausenlos feuern. Den Weiterverarbeitungsvorgang der Bilder kann man am pulsierenden schwarzen Balken auf dem rückseitigen oberen Display erkennen. Generell gilt: Nach fünf bis sieben schnellen Bildfolgen sollte man der S2 Pro etwas Zeit (ca. eine halbe Minute) zum Verarbeiten geben.

2. Das UW - Gehäuse ist vorne mit einem Hebel für den C-S-M-Modus ausgestattet. C steht für den kontinuierlichen Autofokus mit Auslösepriorität, S steht für den Einzelautofokus mit Schärfepriorität und M steht für die manuelle Scharfeinstellung. Zieht man den Domeglasschutz vom Fisheyeport über die Halbkugel, kann es leicht passieren, dass der Gummizug den C-S-M-Hebel tangiert und verstellt. Unter Wasser geht dann der AF nicht und man hält das UW - Gehäuse fassungslos in den Händen - bis man merkt, wie und warum die Störung zustande kam, ist der Tauchgang möglicherweise beendet. Einer Tauchfreundin, der wir das UW - Gehäuse mal ausliehen, kam versehentlich mit dem Handschuh an den C-S-M-Hebel und produzierte ausnahmslos unscharfe Bilder, weil ihr das Gefühl für die Schärfe eines Fisheyes im Sucher abging. Unter Wasser ist der in manchen Situationen sehr nützliche AF-Hebel deshalb immer mal auf seine Position hin zu kontrollieren.

3. Wie exakt belichtet die FujiFinepix S2 Pro mit amphibischen Blitzgeräten? Unsere Versuche wurden mit diversen Sea & Sea, Subtronic und Nikon-SB-104 Blitzgeräten gemacht. Auch ein alter SB-24 Systemblitz war beteiligt. Die Genauigkeit der Blitzbelichtung ist im wesentlichen vom Bildwinkel und den Reflexionen der Motive abhängig. Das 10,5 mm Digital - Fisheye konnte sowohl mit 2 Nikon- als auch 2 Subtronic - Blitzgeräten im TTL - Modus nur bei einer Minus-Korrektur von 2,5 bis 3 Blenden verwendet werden. Das hat gerade augereicht, denn die Minuskorrektur der Blitzbelichtung endet bei der S2 Pro bei 3 Blenden.
Makroaufnahmen waren mit Minuskorrekturen von 1,5 bis 2,5 je nach Motiv durchgehend ordentlich belichtet. Mit silbrigen Schuppen kommt die S2 nicht immer gut zurecht. Brassen im Mittelmeer waren häufig zu hell geraten - trotz minus 3 Blenden Blitzkorrektur. Bei blauen Fadenschnecken, Edelkorallen, gelben Aktinien und Quallen hat die Kamera hingegen keine Probleme gemacht.
Mit einem analogen Systemblitz im Blitzrohr kam die S2 Pro bestens zurecht. Hier machten wir die erstaunliche Feststellung, dass die Farben im Einzelfall natürlicher aufgenommen wurden als mit einem Amphibienblitz. Die Mittelmeer - Fahnenbarsche waren zart Rosa abgebildet, mit den Amphibienblitzgeräten eher Rot. Das mag daran liegen, dass der automatische Weißabgleich mit der kälteren Farbtemperatur der Systemblitzgeräte besser zurecht kam, weil er ja beim Scharfstellen schon auf das kalte Blau des Wassers abgeglichen wird.       

4. Gegenlicht ist für alle Digitalkameras eine schwierige Situation. Meistens mutiert die Sonne zum weißen Fleck und reißt in das Bild eine visuelles Loch. Das kam auch bei der S2 Pro gelegentlich vor. Immerhin hatten wir auch Situationen, wo sich auf den Bildern zaghafte Ansätze von Sonnenstrahlen zeigten. Wie bei einer analogen Kamera mit Diafilm kommt die Sonne aber auf den Aufnahmen nicht heraus.

5. Die FujiFinepix S2 Pro besitzt zwei Batteriekammern. Eine für 2 Lithiumzellen, die den Belichtungsablauf und den Verschluss steuern sowie vier Mignon-Batterien bzw. Akkus, mit deren Kapazität der Monitor und die Bildverarbeitung versorgt werden.
Die Lithiumzellen  vom Typ CR 123 A halten für etwa 500-550 Aufnahmen. Dann blinkt die Batterieanzeige und es wird Zeit, die Zellen auszutauschen. Planen Sie, wenn Sie als Vielfotograf gelten, über einen 14 - tägigen Urlaub mindestens 3 Batteriesätze ein. Sie können nicht davon ausgehen, dass es diesen Batterietyp überall auf der Welt gibt.  Weil die Lithiumzellen nicht billig sind (im Fachgeschäft ca. 8-10 Euro pro Stück), sollten Sie sich bei einer günstigen Quelle eindecken.
Der Monitor verbraucht viel Strom, weshalb zu seiner Energieversorgung im Prinzip nur aufladbare NiMH - Akkus eingesetzt werden sollten. Alkaline – Mignon - Einwegbatterien können als letzte Reserve dienen. Besorgen Sie sich wiederaufladbare NiMH – Mignon -Akkus mit mindestens 1800 mAh. Besser noch mit 2300 mAh, dann können Sie sicher sein, dass eine Ladung mal zwei Tauchgänge mit ca. 150 Bildern durchhält. Die Anzahl der verfügbaren Bilder ist abhängig von der Speicherkarte (Microdrives verbrauchen mehr Strom) und der Dateispeicherung (Tiff benötigt mehr Speicherenergie als JPEG). Weil die NiMH - Akkus mit normalen Ladegeräten einige Zeit zum Aufladen brauchen und man auf weit entfernten Basen nicht immer mit regelmäßigem Strom rechnen kann, ist ein zweiter Akkusatz dringend notwendig. Dann kann man beim Speicherkartenwechsel auch die Akkus tauschen.

6. Nicht jeder wird sich das 10,5 mm Fisheye kaufen wollen, obwohl sich seine Anschaffung in allen Belangen lohnt. Aber vielleicht besitzen Sie ein 14er mit Nikonanschluss, das ja an der S2 Pro immerhin auf einen Bildwinkel von 92° kommt. Nun könnte man auf die Idee kommen, dafür einen 20er Port zu bestellen. Grundsätzlich ginge das, aber man würde sich an den Bildrändern und Ecken eine schlechtere Abbildungsleistung einheimsen, als wenn man dafür einen echten 14er-Dome verwenden würde. Warum das?
Mit einem 20er-Dome wären die Eckenleistungen von Objektiv und Dome an einer Grenze, denn einen größeren Bildwinkel als 94° könnte man mit einer adäquaten Abbildung nicht erreichen. Beim 14er-Dome hingegen würde das Objektiv nur einen Ausschnitt des Domeglases benötigen – genau genommen den im Zentrum. Dieser Ausschnitt wäre dann insgesamt exakter und angepasster als ein Domeglas, das am Bildwinkel enden würde.

7. Reflexionen bei Gegenlicht sind, wenn das Fisheye mit einem großen Domeglas verwendet wird, keine Seltenheit. Umso erstaunlicher ist, dass die S2 pro hinter dem Seacam - Superdome so gut wie keine Lichtstörungen produziert. Selbst im direkten Gegenlicht bilden sich nur ganz selten vereinzelte Lichtflecken, die Sonne kommt fast immer klar und ohne bunte Lichthöfe aufs Bild. Spiegelungen des Kamerabodys und seiner diversen Knöpfe und Hebel sind ebenso unbekannt. Diese unglaubliche Reflexionsresistenz trifft in gleicher Weise auch auf den Fisheye - Dome zu. Ursächlich ist natürlich auch die hervorragende Verarbeitung, Entspiegelung und auf Wunsch auch die Vergütung der Domegläser sind für dieses erfreuliche Ergebnis verantwortlich. Keine Frage, Seacam hat hier beste Arbeit geleistet.

8. Mit welchem Dateiformat - JPG, TIFF oder RAW - man seine Bilder machen sollte, ist im Prinzip eine persönliche Angelegenheit, die vom weiteren Verwendungszweck der Bilder abhängt. Nur so viel: Mit JPEG bekommen Sie die meisten Bilder auf die Speicherkarte, erkaufen sich das aber zumindest theoretisch mit einer schlechteren Abbildungsqualität. TIFF mit 12,1 Megapixel nimmt den größten Datenraum ein, ist aber gerade deshalb für Agenturen interessant. Die Detailschärfe ist phänomenal, die Farben sind für eine Digitalkamera erstaunlich knallig, die Nachbearbeitung hält sich bei einer guten Bildvorlage in überschaubaren Grenzen.
Dass RAW mit 12,1 Megapixel eigentlich das beste Dateiformat ist, wird einem immer eingeredet und stimmt letztendlich auch. Der Haken liegt aber in der Software. Die zur FinePix S2 Pro mitgelieferte CD ist im Prinzip eine Frechheit, denn sie beinhaltet nur eine simple Grundversion von RAW mit dem Namen „File Converter LE“, mit dem man die RAW - Daten öffnen und in TIFF umwandeln kann. Das bringt letztendlich so viel, wie Wasser ins Meer zu kippen. Wer das Geld für die echte RAW - Software sparen möchte, kann deshalb gleich mit TIFF fotografieren und erspart sich somit den ganzen Sermon.
Die wirkliche Bearbeitung der RAW - Daten ist nur möglich, wenn man von Fuji eine Zusatz – RAW - Software für ca. 220 Euro ersteht. Erst dann lassen sich die nackten Daten so verändern, dass man einen Vorteil darin erkennen kann. Und Sie müssen sich immer darüber im klaren sein, dass die RAW - Bilder unisono bearbeitet werden müssen. Wer nach dem Urlaub wenig Zeit für solche Spielchen veranschlagen kann, sollte bei TIFF oder JPEG  bleiben. 1000 oder mehr Bilder nachzubearbeiten ist im Prinzip etwas für Rentner, Arbeitslose und unterbeschäftigte Hausfrauen.

9. Das Belichtungsmesserwählrad kann am Seacam-Gehäuse nicht eingesehen werden. Stellen Sie deshalb die Belichtungsmessung auf A (Zeitautoamtik) und kontrollieren Sie nach dem Schließen des Gehäuserückdeckels immer, ob dieses A auch im Sucher angezeigt wird. Es kann sich nämlich versehentlich verstellen, dann fotografieren Sie eventuell im mauellen Modus und merken es gar nicht. Oder die Kamera steht auf CSM bzw. ISO, dann gibt es keine Anzeigen im Sucher und Sie denken gleich an etwas Schlimmes. Derweil hat sich nur das Modusrad verstellt.

10. Wenn Sie mit einem Fisheye fotografieren, ist es zweckmäßig, zwei Blitzgeräte zu verwenden. Sie haben die Möglichkeit, die Blitzgeräte jeweils über die beiden Blitzsteckdosen zu betreiben. Oder Sie verwenden eine Kabelweiche. Um gegen alle Unwägbarkeiten gewappnet zu sein, ist es sinnvoll, die linke Blitzbuchse als S6 und die rechte als N5-Typ zu bestellen. Sie können dann besser variieren und sich auch mal bei Bedarf einen Fremdblitz mit N5-Buchse ausleihen. Unbestritten bleibt, dass die S6-Buchse die bessere und fortschrittlichere Schnittstelle für die Übertragung der TTL-Blitzsignale ist.   
 
Fazit

Die FujiFinePix S2 Pro im Seacam - Silvergehäuse ist, obwohl die Kamera nicht mehr produziert wird, eines der attraktivsten Angebote, die man als UW - Fotograf erstehen kann. Um die Blitztechnik muss man sich wenig Sorgen machen, weil die TTL - Blitzbelichtung mit analogen Amphibienblitzgeräten uneingeschränkt funktioniert. Lediglich die Minuskorrektur muss stärker eingestellt werden als bei einer analogen SLR. Aber was ist das schon? 6  Megapixel sind immer noch Up To Date, denn nicht eine besonders hohe Zahl von Pixel ist für ein brillantes Bild verantwortlicht, sondern deren Produktionsgenauigkeit, die Signalverarbeitung und der Pixelabstand,  ebenso die Pixelgeometrie und ein Spitzenobjektiv. Das Hard-  und Softwarepaket von Fuji kann seine Klasse aber immer nur in einem Top UW - Gehäuse ausspielen. Was wäre hier besser geeignet als eines von Seacam mit seinen herausragenden Domegläsern, der Highend - Verarbeitung und den weltweit einzigartigen Sportsuchern.
UnterWasserWelt kann diese Kamera ohne Einschränkung empfehlen. Wir bedauern, dass diese nicht mehr produziert wird und wir bedauern auch, dass das Nachfolgemodell, die S3 Pro nun mit dem hochkomplizierten i-TTL - System von Nikon arbeitet, an dem im Augenblick nur speziell dafür konzipierte Systemblitzgeräte (Nikon, Metz + SCA-Adapter) im TTL - Blitzmodus funktionieren. Eine Tatsache, die den Weg zur S2 Pro ebenen sollte.          
        

Der besondere Tipp von UnterWasserWelt

Wenn Sie eine Fuji FinePix S2 Pro gebraucht erstehen, müssen folgende Accessoires beigefügt sein:

Hardware-Kit

1. Tragriemen
2. Videokabel
3. Gehäusekappe
4. Blitzschuhabdeckung
5. LCD-Abdeckung
6. Sucherkappe
7. Bedienungsanleitung

Interface-Kit

8. 2 x CD-Rom (Fuji-Software, Photoshop)
9. USB-Kabel
10. IEEE-1394-Kabel
11. Software-Kurzanleitung
12.  Software-Zusatzanleitung

Beim Kauf einer neuen S2 Pro wird dieses Zubehör automatisch mitgeliefert.

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