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Es ist spannend zu beobachten, wie sich das durchdachte UW-Kamerasystem von SeaLife weiterentwickelt und mit der Reefmaster DC 800 wieder
einen persönlichen Höhepunkt markiert. Schon länger gibt es im Rennen um unter Wasser anspruchsvoll nutzbare digitale Kompaktkameras einen Schlagabtausch zwischen
Sea&Sea und SeaLife. Doch nur die Reefmaster – Modelle bieten eine Kamerasoftware mit Unterwasserfiltern und bestechen durch ein erstaunliches
Preis/Leistungsverhältnis.
Das Reefmaster – Kamerasystem ist von Anfang an sehr durchdacht. Richtig Spaß macht die UW-Fotografie, wenn man den
externen Blitz montiert, dann mausert sich die DC 800 zum Bildbuddy, mit dem vieles möglich wird, woran die digitale Kompaktklasse ansonsten scheitert.
Reefmaster DC 800
Die Evolution bei digitalen Kameras spiegelt in der Regel eine höhere Auflösung und hier hat die DC 800 ihren Wert auf 8 Millionen
Pixel erhöht, 2 Millionen mehr, als beim Vorgängermodell. So spielt sie in der kompakten Oberliga und zeigt auch jene Stärken, die für die Fotografie über Wasser im
Wettbewerb der großen Labels üblich sind. Autofokus mit Gesichtserkennung, 14 Belichtungsmodi über Wasser, Verwackelungsschutz, Videoaufnahmen mit 25 Bildern pro
Sekunde, verschiedene Blitzmodi, Serienbildfunktion, Empfindlichkeit von 64 bis 1600 ISO / ASA, manuelle Belichtungskorrektur um +/- zwei Blenden in 1/3 Stufen, nichts
fehlt, was in dieser Preisklasse Usus ist. Das Objektiv mit 4-fachem optischen Zoom bietet bei kürzester Brennweite - verglichen mit analogen Kleinbildkameras
– ein Weitwinkel mit 28 mm. Über Wasser erweitert diese Brennweite den Motivradius deutlich. Im Unterwassereinsatz errechnen sich hinter dem Planport des
Gehäuses immerhin noch 37 mm Brennweite, was einer leichten Weitwinkelwirkung entspricht. Und Weitwinkel ist das A und O für eine Vielzahl von Motiven, denn man
muss „ran ans Motiv“, damit Sediment und Plankton das Bild nicht zu kontrastlos wirken lassen und der Blitz Farben entfesseln kann. Für die
Unterwasserfotografie bietet die SeaLife DC 800 fünf weitere Modi, drei davon für Aufnahmen ohne Blitzlicht, bei denen die Farben in der Tiefe mit Hilfe eines
elektronischen Filters aktiviert werden sollen. Man kann dabei die Auswahl treffen zwischen blauem und grünem Meerwasser oder Fluss. Bei Verwendung des optionalen
SeaLife Digital Blitzgeräts SL 961 (siehe hierzu unseren gesonderten Testbeitrag) kann zusätzlich die Blitzbelichtung manuell oder automatisch vorgewählt
werden. Auch das TFT LC - Display hat noch einmal zugelegt und hat eine Diagonale von 6,5 Zentimetern (2,7“). Aufgezeichnet wird auf ein
SD bzw SDHC-Speicherkarte, bis 4 GB können verwaltet werden. Intern stehen 32 MB Memory zur Verfügung, einen kleinen Teil davon belegt jedoch die Kamerasoftware.
Bilddateien werden ausschließlich im JPG –Format aufgezeichnet, eine zusätzliche RAW – Variante wäre wünschenswert, denn dann könnte man manch kritisches
UW-Motiv in der Nachbearbeitung auf den richtigen Weg bringen. Videosequenzen sind im AVI – Format verfügbar. Die Stromversorgung übernimmt ein
erstaunlich leistungsfähiger Lithium – Ion Akku (5V, 1250 mAh). Das Ladegerät mit internationalen Steckeradapter wird direkt an die Kamera angeschossen. Zwei bis
drei Tauchgänge hält der Akkuzwerg locker durch, abhängig von der Menge der mit Blitz erfolgten Belichtungen. Ohne den internen Blitz zu benutzen, können etwa 200
Belichtungen pro Akkuladung erfolgen.
Das Gehäuse zur DC 800
In der SeaLife Historie ist das neue Gehäuse aufgrund der rundum angebrachten
Gummiarmierung über der transparenten Hülle, der großformatigen Verschlussklammer und den Bedientasten ein Klassiker. Das Design hat sich jedoch ein wenig geändert und
nun liegt das Gehäuse noch griffiger in der Hand, weil die Finger der rechten Hand das entsprechend ausgeformte Gehäuse besser fassen können. Doch Vorsicht,
fotografiert man mit dem internen Blitz, kann man das Fenster des Blitz schnell mit dem Mittelfinger abdecken! Die Taste des Auslösers erfuhr ebenso eine
praxisgerechte Überarbeitung, nun ruht der Zeigefinger auf einem richtig großen Drücker mit rutschfester Gummiarmierung, womit die Druckpunktnahme zur
Zwischenspeicherung des Autofokus oder der Belichtung deutlich erleichtert wurde. Fast alle Funktionen der Kamera können über das Gehäuse bedient werden. Lediglich
der Schieber an der Kameraoberseite, der die Funktionen für Foto, Video bzw. Speicheransicht zu wählen erlaubt, wurde nicht zu den Gehäusefunktionen hinzugefügt. So
muss man an dieser Stelle besonders auf der Hut sein, wird die Kamera ins Gehäuse eingesetzt. Steht der Funktionswähler nicht auf dem Fotosymbol, kann man unter Wasser
entweder nur Videos machen oder nur die Bilder auf der Speicherkarte ansehen. Nur bei vorheriger Einstellung der Kamera auf den Sea - Modus und Stellung des
Schiebeschalters auf Fotofunktion kann man bei der ins Gehäuse eingebauten Kamera über die Displaytaste auch die Video- bzw. Rückschaufunktion aufrufen. Das
teleskopartig ausfahrende Objektiv wird von einem schwarzen Gummitubus ummantelt, der alle Reflexionen unterbindet. Das Objektiv schaut aus einem mehrfach vergütetem
Glasfenster, was die optische Qualität der Kamera hinsichtlich Kontrast und Schärfe unterstützt. Die Bildung von Kondenswasser – Beschlag (hohe
Luftfeuchtigkeit, größerer Temperaturunterschied) verhindern Trockenmittelröhrchen, die im Gehäuse platziert werden (Grundausstattung im Lieferumfang). Die Kamera
muss nur eingelegt werden und findet geradlinig ihre Position im Gehäuse. Der Gummitubus des Objektivs ragt etwa 1 Millimeter aus dem Port und gibt der Kamera so einen
stabilen und gepolsterten Halt. Von einem kräftigen O-Ring, der auf eine breite Dichtfläche im Rückdeckel trifft, werden die Gehäusehälften wasserdicht verbunden.
Mit einem Gummieinschub ist an der Gehäuseoberseite ein Zubehörschuh armiert, ein Stativgewinde im Gehäuseboden bereitet die Anbringung von Blitzschienen und
Zubehör vor.
Blitzgerät Sealife Digital Pro Flash SL961
Siehe dazu unseren
ausführlichen Testbericht von Werner Fiedler
Praxis
Heute muss eine Kamera über und unter Wasser beweisen, zu was sie fähig ist,
deshalb zunächst einige Betrachtungen zum Einsatz im täglichen Leben. Die SeaLife DC 800 mit ihren kompakten Maßen und geringen Gewicht begleitet den Alltag wie ein
Mobiltelefon, unaufdringlich, griffbereit und weitgehend intuitiv zu bedienen. Die Auslöseverzögerung hängt von verschiedenen Einstellungen ab, in jenen, in denen der
Autofokus wenig Arbeit hat oder bei kontrastreichen Motiven, wird die Schärfe rasch gefunden und ein Rahmen im Monitor gibt grünes Licht für die Aufnahme. Die
Schärfeleistung und das Kontrastverhalten der DC 800 gibt im vorliegenden Preis/Leistungsverhältnis keinen Anlass zu Kritik. Wie üblich setzen wir die Testkameras auf
größte Auflösung und die Qualitätsstufe „fein“, um wirklich alle Reserven ausschöpfen zu können und hier blieb Raum für Ausschnittsvergrößerungen ohne
Qualitätsverlust. Eine interessante, wenn auch im Testverlauf versehentlich erfolgte Bildserie hielt über Wasser im „Seamodus“ bedrohliche
Landschaftsimpressionen während des Monsun auf den Malediven fest, emotional sehr stimmungsvolle Fotos. Sollte Ihnen das auch einmal passieren, achten Sie besser auf
die kurze Ansicht des nach erfolgter Aufnahme abzuspeichernden Bilds auf dem Monitor, denn auch mit Einsatz aller ausgefeilter Möglichkeiten professioneller
Grafiksoftware können die so vorgefilterten Dateien nicht korrigiert werden. Unter Wasser begleitete uns die SeaLife DC 800 ohne und mit externem Blitz. Im
Meerwasser haben aber beide Konfigurationen leichten Auftrieb. Die Montage des SL 961 ist kinderleicht, Blitzschiene am Gehäuse angeschraubt und den Adapterring für die optische Synchronisierung platziert, schon ist alles einsatzbereit.
Was kleine Kameramonitore über und unter Wasser nicht leisten können, die SeaLife DC 800 bleibt davon nicht ausgenommen, helles Umgebungslicht – also
direkter Sonnenschein über Wasser und in Schnorcheltiefe – machen die Beurteilung des Monitors problematisch. Das Thema können nur Spiegelreflexkameras souverän
meistern, doch die treten in einer anderen Preisklasse an. Taucht man mit der DC 800 lediglich im Gehäuse verpackt ab, sollte man wissen, dass der bei digitalen
Kompaktkameras nah am Objektiv positionierte Blitz zumeist eine unglückliche Lösung für die UW-Fotografie darstellt. Nur ausgesuchte Motive im relativen Nahbereich
können bei sedimentfreier Sicht ordentlich festgehalten werden. Um farblich stimmungsvolle Bilder unterhalb von 5 Metern Tauchtiefe einzufangen, sollte man die
elektronischen Filter Nutzen, die die DC 800 im Kameramenü anbietet, je nach Eigenfarbe des Gewässers. Das funktioniert recht gut, doch sollte auch die Sonne dazu
scheinen und die UW-Szenerie beleuchten. Planktonvorhänge, wie sie auf den Malediven häufig vorzufinden sind, schmälern die Filterwirkung. Motive zwischen der
Wasseroberfläche und bis zu 5 Metern Tiefe werden rotstichig abgespeichert. Das Arbeiten mit dem Blitz SL961 macht trotz seiner „einfachen“ Konstruktion Spaß. Zuvor angepasst an die kameratypischen Vorblitze und die Arbeitsblende, kann man sofort loslegen. Das nach der Belichtung sichtbare Kontrollbild informiert, ob die Belichtung korrekt erfolgte. Zu dunkel oder zu hell, am großen Drehknopf des SL961 kann man die Lichtleistung erhöhen oder zurücknehmen für eine zweite Aufnahme. Korrekturen werden fast nur in Abhängigkeit der Aufnahmeentfernung notwendig, weshalb bei den „persönlich klassischen Motiventfernungen“ kaum Eingriffe erforderlich sind.
In sedimentreichen Gewässern könnte der flexible Blitzarm gerne 1/3 länger sein, um die „Schneeflocken“ vor dem Objektiv noch weniger anzustrahlen. Das
komplette System lässt sich unter Wasser gut bedienen, der Blitzarm dient auch als Handgriff, selbst mit dicken Handschuhen kommt man hier gut zurrecht, was auch auf
die kleinen Drucktasten zur Kamerasteuerung zutrifft
Fazit
Aktuell hat im Zweikampf der speziellen UW-Kompaktkamera – Systeme die
SeaLife DC 800 etwas Vorsprung. Das wird unterstützt durch die attraktive Preisgestaltung und die UW-Aufnahmemodi. Bedienerfreundlich, unaufdringlich im Gepäck,
praxisorientiert, über und unter Wasser ein richtig guter Tauchbuddy.
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