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Sealife Micro HD+ © UWW Manuela Kutschenreuter

by Michael Goldschmidt 8.15

Sealife Micro HD+ © UWW

Sealife Micro HD+ © UWW

Sealife Micro HD+, Lade- und USB Anschluss © UWW

Sealife Micro HD+  Nahlinse© UWW

Sealife Micro HD -  Ladekabel für Netzanschluss etwas kurz © UWW

Sealife Micro HD+, Walchensee© UWW

Sealife Micro HD+ © UWW Manuela Kutschenreuter

Sealife Micro HD+, Walchensee© UWW

Sealife Micro HD+, Walchensee© UWW

Sealife Micro HD+, Samarangersee © UWW

Sealife Micro HD+, Samarangersee © UWW

Sealife Micro HD+, Samarangersee © UWW

Sealife Micro HD+, Fernsteinrsee © UWW

Sealife Micro HD+, Fernsteinrsee © UWW

Der US – Kamerahersteller Sealife hat schon beim zuletzt vorgestellten Modell ein spezielles Augenmerk auf einen besonders kleinen und robusten Body gelegt. Mit den aktuellen Micro HD Kameras kommt noch ein Attribut hinzu, sie können innen nicht nass werden. Es wird nichts mehr geöffnet. Wer seine Kompaktknipse schon mal im Gehäuse unfreiwillig gebadet hat, wird dies besonders zu schätzen wissen.

Äußerlich sind die beiden neuen Sealife Kameras, die Micro HD (SL 500) und Micro HD+ (SL 501), identisch. Sie sind in ein robustes, dick gummiarmiertes Gehäuse verpackt, das einiges abkann. Einen Fall aus einem Meter Höhe übersteht die Micro HD klaglos.
Im Boden ist der wasserdichte Stecker mit 5 vergoldeten Pins eingelassen, geschützt von einem Gummideckel. Das etwas kurze, nur 24 Zentimeter messende USB – Kabel, stellt die Verbindung zum PC her, damit die Bild- und Videodateien heruntergeladen werden können.
Von den Betriebssystemen Windows 8 und Windows 10 wurde unsere Testkamera Micro HD+ anstandslos erkannt und als neues Laufwerk im Dateimanager gelistet. Über dieses USB Kabel wird die Kamera auch geladen. Dafür ist ein Ladestecker mit 4 Adaptern für weltweiten Einsatz mitgeliefert. Natürlich kann auch über den PC / Laptop der Akku aufgefrischt werden, das dauert aber doppelt so lang. Und weil das USB Kabel so kurz ist, hängt die Kamera an vielen PC`s und Steckdosen mehr oder weniger in der Luft. Hier darf sich Sealife einen Ruck geben und wenigstens 20 Zentimeter mehr spendieren.
Eine eigene Lichtquelle haben die Micro HD`s nicht an Bord und es gibt auch keine Technik, einen externen Blitz anzusteuern, was für die offenbar favorisierte Videofunktion der Micro HD`s ohnehin bedeutungslos wäre. Um Farben ins Unterwassermotiv zu bringen, kann man auf einen der 4 UW-Modi zurückgreifen (funktioniert in erster Linie im klaren Meerwasser) bzw. im Nahbereich mit externen Leuchten arbeiten. Die Sea Dragon 2500 Foto- und Videolampen haben wir in einem eigenen Testbericht vorgestellt.
Beide Kameras zeichnen bis zu 1080p Full HD Videos auf, Fotos haben eine Auflösung von bis zu 13 Megapixel, erzeugt von einem 14 Megapixel 1 /2,3“ CMOS Bildsensor. Je nach Aufnahmemodus ist der Aufnahmewinkel über Wasser 140° im 4:3 Format (Foto) oder 130° im 16:9 Format (Video).
Das Superweitwinkel entspricht auf 35 mm Kleinbildkameras (Vollformat) bezogen einer Brennweite von 20 mm. Durch die Planscheibe vor dem Objektiv reduziert sich die Brennweite unter Wasser optisch um 1/3, dann bleiben 94° bzw. 87° übrig. Deshalb sind unter Wasser die weitwinkelbedingten kissenförmigen Verzeichnungen nicht wahrnehmbar. 
Das Objektiv hat eine feste Blendenöffnung von 2,8, mit einer fixen Schärfenebene von 30 Zentimeter bis unendlich. Mit einer optionalen 10fach Nahlinse aus Glas sollen Motive zwischen 15 und 60 Zentimeter scharf abgebildet werden. 
Im Automatikmodus stellt sich die Empfindlichkeit motivabhängig stufenlos zwischen 100 und 800 ISO ein und wird die Belichtung über Wasser zwischen 1/25 und 1/3000 Sekunde geregelt. Unter Wasser ist dagegen die längste Belichtungszeit 1/45 Sekunde. Sie können die Empfindlichkeit auch manuell wählen, in Hunderterschritten von ISO 100 bis ISO 800. Einfluss auf die Belichtungszeit nehmen Sie über die Belichtungskorrektur, die in 1/3 Blendenschritten von -2 bis +2 möglich ist. Neben dem automatischen Weißabgleich gibt es auch zwei Farbabstimmungen für Unterwasseraufnahmen und weitere zwei für Motive an Land.
Bedient werden die Micro HD`s über die von Sealife bekannten 3 Klaviertasten neben dem Monitor und die Auslösetaste. Das ist praktisch und man kommt schnell durch alle Menüpunkte.
Etwa 1,2 GB belegt bei den Kameras das Betriebssystem, das muss vom Speicherplatz abgezogen werden. Die Micro HD hat einen internen Speicher von 16 GB. Da bleibt netto genügend Platz für gut 4000 Fotos oder 3 Stunden Video, das Doppelte passt in den 32 GB Speicher der Micro HD+.
Ein weiterer Unterschied der HD+ ist das WiFi Modul. Nachdem für Apple oder Android die kostenlose App ACTION CAMERA HD auf dem Tablet oder Smartphone installiert wurde, kann man über Wasser bis zu einer Entfernung von etwa 70 Metern die gesamte Kamera fernsteuern. Auf dem Mobilgerät sieht man 1:1 das Monitorbild der Kamera. Fotos und Videos werden aus der Ferne aufgenommen, sämtliche Kamerafunktionen angesteuert und der Speicher der HD+ durchgeblättert. Ist man über das Mobilgerät mit dem Internet verbunden, können Fotos und Videos sofort gesendet oder in Social Media geteilt werden.  Natürlich ist auch das Ablegen der Dateien in den Mobilgeräten möglich oder das Löschen nicht gelungener Aufnahmen. Mit einem iPad und einem iPhone hat das tadellos funktioniert.

Praxis

Wie stets machen wir bei unseren Tests den Kameras das Leben einigermaßen schwer. Wir fliegen für bunte Motive nicht in die Karibik, in unseren Seen müssen sie zeigen, was sie drauf haben und was nicht. Wer hier besteht, hat im Rest der Welt keine Probleme. Um sicher zu gehen, dass unsere Testergebnisse die Möglichkeiten der verbauten Technik ohne Wenn und Aber deutlich machen, haben wir nach ersten Shootings im Walchensee noch ein weiteres in der eiskalten Karibik des Tiroler Samaranger- und Fernsteinsee folgen lassen.
Schauen wir also erst auf den Unterwassereinsatz, für den die Micro HD+ vornehmlich konzipiert ist. Auch wenn man stark auf die HD Videofunktion setzt, machen wir in erster Linie Fotos im Modus  höchster Auflösung.
 Aufgrund der festen Schärfenebene des Objektivs gibt es kaum Auslöseverzögerungen, weil kein Autofocus sein Ziel finden muss. Auf Zusatzbeleuchtung haben wir in diesem Kameratest verzichtet (siehe Testbeitrag Sea Dragon 2500).
Der Monitor fordert einen ziemlich geradlinigen Blick aufs Display, was von manch anderen Actioncams heute etwas besser gemeistert wird.
Manche Bilder waren “verwackelt”, weil die Belichtungszeit von 1/50 Sekunde unter Wasser einfach zu lang ist, hält man sich artig vom Grund fern und schießt aus der Schwebelage. Da hätte die Automatik gerne 1/100 Sekunde vorgeben und statt 133 ISO auf 260 ISO regeln können. Nun, in lichtdurchfluteten Gewässern, wird das sicherlich nicht so wahrgenommen werden.
Die optionale Nahlinse korrigiert den Entfernungsrange auf 15 bis 60 Zentimeter. Ob das im Zusammenspiel mit der extremen Weitwinkellinse ein Muss ist, lassen wir einmal offen. Makroaufnahmen sind damit nicht zu realisieren.
Auf jeden Fall wurde die im Datenblatt angekündigte kissenförmige Verzeichnung unter Wasser nicht sichtbar, weil das Planglas vor dem extremen Weitwinkel die Brennweite um 1/3 verlängert. Also keine Angst, dass ihr Buddy auf den UW Fotos gebogen und der Body dramatisch verlängert wird.
Vom Schärfeeindruck sind die UW-Fotos unter den schwierigen Bedingungen im Walchensee und Attersee und in Hinsicht auf die in der Kamera verbaute Technik absolut akzeptabel.
Aber wir wollen die Micro HD+ auch unter guten Sichtbedingungen testen, in Süßwasserseen, die glasklar und eiskalt sind. Über 9° Celsius wird das Wasser in den Tiroler Privatseen am Fernpass nie. Der legendäre Samarangersee, einer der weltweit 50 Top Tauchspots und der angrenzende Fernsteinsee sind die weitere Testkulisse,  die uns vom Hotel Schloss Fernsteinsee freundlicherweise zur Verfügung gestellt wird.
Hier dürfen beste Sichtweiten und gute Lichtverhältnisse kürzere Belichtungszeiten garantieren. Und wir wollen wissen, ob die Endmontage der Micro HD+ auch in einem wirklich trockenen Ambiente erfolgt, denn Restfeuchte in der Kamera würde bei den extrem niedrigen Wassertemperaturen auf der Innenseite des Frontglases Kondenswasser absetzen. Die gute Nachricht vorab: Die Kamera bleibt tatsächlich frei von Beschlag.
Schauen wir auf die Videofunktion. Man setzt bei Sealife natürlich stark auf die Möglichkeit, hoch aufgelöste Videos aufzeichnen zu können. Das bietet die Kameratechnik auch an. Bei Motiven mit hoher Detaildichte und rascher Bewegung, kann der Zwischenspeicher, der die Videorohdaten aufnimmt, die unverzüglich für die Aufzeichnung komprimiert werden, etwas ins Schwitzen kommen. Das kann sich gelegentlich mit einem leichten Ruckeln in der Videoszene bemerkbar machen.   

Und wie schlägt sich die Micro HD+ über Wasser?

Nun, da muss sie auch ran, denn sie ist ja keine typische Ampibienkamera, die nur im nassen Element funktionieren soll. Also raus aus dem Redaktionsbüro, die Sonne scheint und gleich auch die App getestet, die die HD+ in allen Ebenen fernsteuern lässt. Wir vergleichen Foto- und Videofunktionen in höchster Auflösung.
Unser Eindruck: Grundsätzlich kann man die Kamera für Schnappschüsse über Wasser gut verwenden.

Fazit

Die Micro HD`s sind nahezu unverwüstlich.
Das großzügige Weitwinkelobjektiv bietet den an UW-Fotos interessierten User einen gut vorbereiteten Einstieg in die UW-Fotografie.
An den Micro HD`s kann man lange Spaß haben, entsprechend dem strapazierfähigem Design.
Bei der Beurteilung des Preises sind wir hin und her gerissen. Da hat wohl der Fakt der nicht zu flutenden Kamera einen etwas hohen Anteil in der Gesamtkalkulation. Aber, wer schon einmal eine Knipse gebadet hat, kann verstehen, was er an einer Micro HD sparen kann.
Wer als Einsteiger einen  Foto- Videotauchbegleiter sucht, der nicht zimperlich ist, wird von der Sealife Micro HD bedient, wem die WiFi Kommunikation mit 16GB mehr Speicherplatz gefällt, schaut sich die HD+ an.


Fakten

Hersteller: Sealife
Typ: Micro HD+
Gehäusetyp: geschlossen, wird nicht geöffnet
Eingebaute Lichtquelle: nein
Fotomodus: ja, bis 13 Megapixel
Videomodus: ja, bis 1080p Full HD
Mikrofon: ja
Interner Speicher: 32 GB
Datenformate: jpg und MP4
Akku: Intern, Li Ion 2350 mAh, 3,7 V, 8,7 Wh
Kamera Einsatzzeit: pro Ladung bis zu 3 Stunden
Einsatztiefe: bis 60 Meter
Gewicht: 266 g
Maße: 10,7 x 5,3 x 7,4 cm
Preis: uvb. € 449,-

www.subgear.de

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